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Thema: Will nicht mehr leben

  1. #1
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    Standard Will nicht mehr leben

    Hallo zusammen

    Ich komme nicht mit dem Leben klar. Wenn ich an meine zukunft denke, dann sehe ich nichts und sehe mich überall scheitern. Irgendwie kann ich einfach nicht mehr und habe die Nase so gestrichen voll davon. Nebst meiner Anorexie ( für die ich viel zu fett bin), gesellte sich die Bulimie dazu. Nur allein heute abend habe ich zwei mal eine FA gehabt (warscheinlich wenig für richtige Bulimie, aber verdammt viel für mich) und beide Male alles rausgekotzt. Danach hab ich noch mal was gegessen, weil mein Bauch so wehtat. Ich will nicht fett werden und mag den ganzen scheiss nicht mehr. Irgendwie sehe ich keinen Ausweg mehr. Mein Freund sagt ich soll doch einfach etwas finden, was mir spass machen würde und alles vergesse (wie das Zocken) Aber er versteht nicht, dass es absolut nicht meins ist. Langsam denke ich wird er wütend, weil ich seine Idee ablehne und mich nei auf was neues einlasse. Doch ich habe Angst in eine neue Sucht zu rutschen. Meine ED schleppe ich nun schon seit beinahe fünf Jahren mit mir rum.
    Auch habe ich das Gefühl, dass meine Beziehung nicht das richtige ist. vielleicht kommt dieser gedanke auch nur weil ich wieder in einem Tief stecke und wir uns nun schon lange nicht gesehen haben. Beim schreiben wirkt er dabei viel distanzierter und er schreibt auch nicht gerne und diskussionen werden so schwierig.
    Ich war noch nie betrunken und habe auch viel zu grosse Angst vor den Kalorien des Alkohols. Doch im augenblick würde ich mich gerne so stark betrinken, dass ich an irgendeiner alkoholvergiftung sterbe. Ich mag nicht mehr leben! In den augen meines Freundes ist das Leben eben Scheisse und damit soll man klarkommen. Auch sei es nicht selten dass jemand mit 20 nicht wisse was er will.
    Doch eigentlich weiss ich es sehr wohl, erleben jedoch soviele rückschläge mit denen ich nicht umgehen kann. Und wenn es mir einmal okay geht, dann gibt mir das Spiegelbild meines hässlichen Körpers den Rest. Ich widere mich an. üüberall fett und so widerlich. Ich kann einfach nicht mehr. Ehrlicher: Ich WILL nicht mehr. Nur habe ich angst davor meine mutter zu verletzten mit meinem tod (was unvermeidbar ist)

    Meine worte sind wirr und ich schreibe sie in völliger verzweiflung und wie es mir gerade in den Sinn kommt.

    lg und schönen Abend
    helplesssoul

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  3. #2
    Registriert Avatar von Garen
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    Standard AW: Will nicht mehr leben

    Hallo helplesssoul,

    dein Text hat mich ziemlich bewegt und da noch niemand was dazu geschrieben hat will ich es mal tun. Ich könnte jetzt damit anfangen, dass du dich so akzeptieren solltest wie du bist, doch das sind Dinge die du bestimmt schon öfters gehört hast aber nicht ankommen, dass kenne ich ja von mir. Versuche es doch einmal mit einer Umstellung auf Vegetarisch und wenn du das ein Jahr lang packst nimm dir Vegan vor. Überstürze nichts, du wirst merken wie hoch die Enttäuschung sein, wenn es mal nicht so klappt mit dem Speiseplan wie man es sich vorgenommen hat, der Gang in ein Fast Food Restaurant ist ja nur allzu leicht, gerade wenn es einem nicht gut geht und man einfach nicht kochen will und finde mal ein veganes Restaurant in der Stadt! Wird schwierig glaub mir .

    Das Leben ist nicht unbedingt so schlecht wie dein Freund es beschreibt. Es gibt eben nur unterschiedliche Erfahrungen, die einen Menschen prägen und unser System ist leider momentan darauf ausgelegt unglückliche Bürger zu produzieren, damit diese mehr konsumieren, weil wer glücklich ist kauft weniger, das ist ein Fakt. Deshalb ist es rein statistisch gesehen nicht schlimm das du so denkst, doch solltest du dir klar sein, dass der Tod nur eine angenehme Flucht ist, anstatt sich mit seinen inneren Dämonen auseinanderzusetzen, die sehr stark sind bei depressiven Menschen. Das du weiterleben willst nur um andere nicht zu verletzen finde ich in Ordnung so, dass bedeutet ja, dass dir noch etwas an deinen Mitmenschen liegt! Wahr Selbstmörder nehmen selbst dieses Opfer in Kauf oder ignorieren das letztendlich. Dir bewusst Schaden zuzufügen ist keine Lösung um diesen seelischen Schmerz zu kompensieren. Es gibt kein Patentrezept, leider muss jeder für sich ein Ventil finden wie er damit umgeht und du hast ein feines Gespür, wenn du sagst, dass dich Zocken wohl eher in eine Sucht treibt als das es hilft. In der Regel ist das nämlich bei depressiven Menschen auch so! Ich kann dir hier wohl nicht wirklich etwas befriedigendes schreiben, doch ich habe mein bestes gegeben, viel Glück auf deinem Weg, Geduld ist eine Tugend, hört man immer wieder aber es stimmt.

    LG
    Garen

  4. Für den Beitrag danken: Fadeaway, susen12

  5. #3
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    Standard AW: Will nicht mehr leben

    Nein!
    Nein, ich finde nicht, dass Deine Worte wirr klingen.

    Ich glaube aber, dass Dein Freund sehr viel mit Deinem jetzigen Zustand zu tun hat (zumindest war es bei mir mal so).

    Es gibt ja diesen Spruch: "Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen kann."

    Auch ich hatte vor vielen, vielen Jahren mal so eine ES. Die hat zwar schon vorher angefangen (psychische Probleme), wurde aber durch meinen Ex noch verstärkt/verschlimmert. Auch ich habe mal nur "gefressen", um es anschliessend wieder...
    Schnell-Fress eignet sich hierfür übrigens sehr gut.

    Heute (nach mittlerweile mehr als 25 Jahren) erbreche ich mich nur noch, wenn mir wirklich schlecht ist.
    "Fange jetzt zu leben an und zähle jeden Tag als ein Leben für sich."
    - Lucius Annaeus Seneca - (4 v. Chr. - 65 n. Chr.)

    Letztendlich sind es immer nur die "Taten", die (uns was er-) zählen. Erzählen kann ja jeder alles. (Ich)

    Es gibt Menschen, um die sollte man einen möglichst grossen Bogen machen. Am besten über mehrere Kontinente. (Ich)

  6. #4
    Registriert Avatar von Zebaothling
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    Standard AW: Will nicht mehr leben

    Hallo ,es tut mir für Dich unsagbar leid ,daß Du Dich so beschissen fühlst, das erst einmal vorweg, leider ist es sehr schwer, Dich zu erreichen.
    Das hat zwei Gründe , erstens ist es für Dich unsagbar schwer zu vertrauen, kannst Du eigentlich garnicht , zweitens ist es unhemlich schwer wie sehr Deine Wahrnehumung schon krankhafte Züge angenommen hat.

    Ich möchte Dir etwas sagen, aber ich weiß nicht, ob Du es verstehen wirst, ob es Dich überhaupt interessiert, Du denkst Dir vielleicht wieder so ein Arsch, der online denkt zu wissen, wie ich mich fühle.
    Aber vielleicht kannst Du etwas verstehen, obwohl ich Dich nicht kenne und nur von deinem Problem lese, obwohl ich Deine Situation nicht kenne, sondern nr das was Du darüber geschrieben hast, obwohl ich Deine Gefühle nicht kenne, außer dem einen, das Du nicht mehr willst, setze ich mich nun hin und schreibe Dir diese Zeilen.

    Es mir ganz persönlich wichtig, das aus zwei Gründen zu tun, einmal weil ich Dir mit Hilfe der Zeilen vermitteln möchte, daß Du zwei Dinge unterscheiden solltest - einmal das Leben und einmal Dein Leben.
    Das Leben ist nicht schlecht und auch nicht so beschissen , daß man damit / darin nicht glücklich sein kann.

    Dein Leben ist mir ziemlich unbekannt und da mag es wirklich , das glaube ich Dir sogar sehr düster und hoffnungslos aussehen, so beschissen, das Du ernsthaft darüber nachdenkst, es nicht mehr haben zu wollen.

    Der zweite Grund, weshalb ich Dir schreibe ist, Dir zu zeigen, daß ein Mensch, der Dich nicht kennt, nicht weiß wer Du nist , nicht um deine Situation weiß, sondern nur das weiß ,was Du geschrieben hast, trotzdem den Respekt und die Akzeptanz für Dich als Mensch besitzt , sich hinzusetzen und Dir zurückzuschreiben und zu antworten.
    Vielleicht denkst Du, Du bist allen egal, weil sich keiner für Dich interessiert da kannst Du mich dann als Ausnahme betrachten, wäre aber ein Fehler, denn auch die anderen Menschen die Dir hier antworten, würden das nicht tun, wenn ihnen Dein Leben nicht am Herzen liegen würde , Du ihnen unwichtig wärst, sie würden nämlich dann auch nicht schreiben.

    Vielelicht ändert das ja schon etwas Deine Sicht auf das Leben und ändert auch etwas in Deinem Leben.

    Als ich mal jung war , dachte ich auch , wäre doch besser , wenn ich nicht mehr da wäre, einfach weg und gut ist.

    Heute kann ich Dir in aller Ruhe und mit Sicherheit sagen, das ich das damals für mich falsch gesehen hab und froh darüber bin noch da zu sein.

    Ich freue mich zu leben, ich gestalte mir mein Leben so, daß ich gute Laune habe, weil ich gelernt habe, daß es nicht an den anderen liegt , wie mein Leben ist , sondern an mir selbst, das es nicht daran liegt, wie das Leben ist, sondern wie mein Leben ist.


    Ich habe früher viele Dinge falsch gemacht und es war nicht einfach und auch nicht für mich anfangs klar, was ich alles falsch mache, aber ich kann heute sagen, ich habe viel falsch gemacht.

    Wenn ich mein Leben heute, mit meinem Leben früher vergleiche, fann fällt mir vieles auf, was ich geändert habe, ja Du hast richtig gehört, ich habe es geändert, nicht, es hat sich viel geändert.

    Heute kann ich wieder lachen, so richtig, bis mir der Bauch weh tut und ich kaum noch Luft bekomme, mir die Tränen runterlaufen. Das habe ich lange vermisst.
    Früher habe ich auch kaum noch Luft bekommen, der Bauch tat mir weh, der Atem war wie zugeschnürt und Tränen habe ich vergossen, jede Menge, weil ich geweint habe, aber nicht aus Freude, das war ehrlich gesagt zum Kotzen.

    Heute kann ich Gefühle empfinden, weil ich merke, daß ich ein Herz habe, das mal schneller schlägt, wenn mich etwas bewegt und mal langsamer schlägt, wenn ich wirklich ruhig bin, kann mir Gedanken machen, Dinge planen und umsetzen, weil ich verstanden habe, daß das zum Leben dazugehört, wie Atmen , Schlafen , Essen und Trinken.Habe festgestellt , wie unaufmerksam viele Menschen wirklich sind, die ich früher toll fand und wie unwichtig diese Menschen für mich und mein Leben wirklich sind, weil ich ihnen im Grunde scheißegal bin und sie mir nur etwas vorgeheuchelt haben.

    Ich kann Dir nur sagen, es wird ein langer Weg, den Du gehst aber er lohnt sich, die Lebensqualität die Lebenslust und der Lebensmut, die Lebensfreude, haben sich wieder zu mir gesellt, weil ich sie mir wiedergeholt habe, obwohl sie mir damals abhanden gekommen waren.

    Es hatte sehr viel damit zu tun, daß ich selbst eigentlich immer wußte ,was ich falsch mache, aber nicht die Kraft fand es besser zu machen, weil mich der Schmerz ,den ich empfand, wirklich darin behindert hat , der Wert den ich für mich hatte nicht hoch war, wie kann er das auch sein, wenn das eigene Leben für einen selbst beschissen ist ?

    Wirf Dein Leben nicht weg, mache es zu einem das Du gerne und glücklich lebst, weil Du irgendwann Menschen in Deinem Leben hast, die sich für Dich die Zeit nehmen, Dir zu antworten, auch wenn sie Dich kennen.
    Vertraue denen, die Dir nicht aus Eigennutz etwas vorheucheln, die kannst Du getrost links liegen lassen, sondern suche Dir die, die Dich glücklich machen, weil sie Dir zeigen und vermitteln können, wie wertvoll Du bist, auch wenn Du etwas oder vieles falsch machst.

    Denke nicht, die Menschen gibt es nicht, denn im Grunde Deines Daseins, bist Du selbst einer von diesen Menschen, von denen es mehr geben sollte, da bin ich mir ganz sicher.

    Hätte mir das früher einer gesagt, hätte ich den für bekloppt erklärt. So ein Idiot , hätte ich gedacht, was weiß der den schon ?

    Weißt Du was ? Du darfst ruhig Idiot zu mir sagen, heute stört es mich nicht mehr, dafür bin ich zu glücklich, dafür ist mir das Leben zu viel wert, weil ich etwas verstanden habe, früher habe ich sehr viel falsch gemacht
    - na und ?
    Geändert von Zebaothling (13.08.2017 um 08:34 Uhr)
    Wer Wahrheit nicht hören will hat seine Gründe

  7. Für den Beitrag dankt: Eisbart

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