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Thema: Teufelskreis, zurückstoßen, weglaufen

  1. #1
    Registriert Avatar von bird on the wire
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    Standard Teufelskreis, zurückstoßen, weglaufen

    Hallo Ihr Lieben, ich bitte Euch herzlich, Euch mal eine blöde Situation/einen blöden Teufelskreis anzusehen, wo ich immer wieder reingerate. Herzlichen Dank.

    Der Anlaß, bei dem mir das jetzt mal wieder aufgefallen ist, ist folgender:

    Ich habe einen Mann kennengelernt. Seine Frau hatte ihn vor über einem Jahr verlassen und war eine andere Beziehung eingegangen. Wir haben uns ineinander verliebt. Kaum wurde das mit uns ernst, hat seine Frau ihre Beziehung aufgegeben und ihm gesagt, daß sie ihn doch noch liebt und es gerne noch mal mit ihm versuchen will. Seitdem fühlt er sich zerrissen, weil das einerseits das ist, was er sich bis zu unserem Kennenlernen gewünscht hatte (und auch zwei Kinder zur Familie gehören) und er sich andererseits sehr zu mir hingezogen fühlt und wir uns miteinander sehr wohlfühlen.

    Bei unserem letzten Treffen reichte dann schon ein kurzes Zögern von ihm und ein Blick auf die Uhr, um bei mir das Gefühl entstehen zu lassen, er will mich nicht mehr. Ich bin überstürzt aus dem Auto, habe noch gesagt, daß mir das zu eng wird mit ihm, ich ihn nicht wiedersehen möchte und habe ihn stehenlassen.

    Mich beschäftigt diese heftige Reaktion sehr, weil ich in ähnlichen Situationen schon häufiger so reagiert habe. Sobald ich verunsichert bin und das kleinste Anzeichen bemerke, der andere könnte nicht bei mir sein wollen, blocke ich komplett ab, laufe weg. Oft kommt es zu einem dauerhaften Kontaktabbruch.
    Ich habe z.B. zwei liebe Freunde verloren, weil ich völlig panisch reagiert habe und sehr kalt und unnahbar war, nur weil die beiden einen Besuch einen halben Tag früher beendet haben als ursprünglich verabredet. Ich konnte nicht erkennen, daß die Gründe dafür bei ihnen liegen könnten, sondern hatte nur das Gefühl, die wollen so schnell wie möglich von mir weg.

    Früher konnte ich noch nicht einmal mit Studienkollegen zum gemeinsamen Essen gehen, weil ich meinte, Anzeichen zu erkennen, daß die mich nicht dabeihaben wollen. Ich habe dann nur beleidigend herausgestoßen, daß ich mit ihnen sowieso keine Zeit verbringen möchte und bin schnell weggelaufen.

    Das hat sich im Allgemeinen in meinem Leben gut gegeben inzwischen. Ich kann inzwischen ganz gut glauben, daß meine Mitmenschen mich sympathisch finden und gerne in meiner Nähe sind. Und ich kann normalerweise auch gut in Betracht ziehen, daß die Reaktion meines Gegenübers gar nichts mit mir zu tun haben muß und reagiere darauf meist gelassen und entspannt.

    Aber in Beziehungen, die sehr eng sind, verfalle ich offenbar noch immer in den Automatismus zu glauben, daß das ja gar nicht sein kann, daß mich jemand liebenswert findet. Und beim geringsten Zweifel, stoße ich den anderen zurück. Das geht so schnell, daß ich erst wieder zu mir komme, wenn ich allein in der Wohnung bin. Ich bekomme mich vorher nicht gestoppt und kann auch keinen klaren Gedanken fassen.

    Könnt Ihr mir ein paar Gedankenanstöße dazu geben? Mich spiegeln?

    Hat irgendjemand von Euch eine Idee, wie ich damit umgehen kann? Wie ich stattdessen reagieren könnte?

    Vielleicht auch Hinweise, wie ich mit der aktuellen Situation umgehen soll?
    Geändert von bird on the wire (22.05.2015 um 18:17 Uhr)

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  3. #2
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    Standard AW: Teufelskreis, zurückstoßen, weglaufen

    Wenn du's auf menschlicher Ebene lösen willst kannst du dir die Fähigkeit zunutze machen, die uns Menschen angeblich auszeichnet: Kommunizieren.

    Das ist nicht böse gemeint, aber meistens hat man die Wahl, sich einen Riesenkopf zu machen oder dem gegenüber das zu sagen, was einem auf dem Herzen liegt
    Success is the sum of small efforts, repeated day in and day out.
    - Robert Collier

    Aller Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.
    - Hermann Hesse

    While the difficult takes time, the impossible just takes a little longer.
    - Art E. Berg

    Wir scheitern an der Lösung dadurch, dass wir uns selbst eine Bedingung auferlegt haben, die das Problem gar nicht hat.
    - Paul Watzlawick

    I wonder... What else can you do?
    - The Janitor

  4. Für den Beitrag dankt: bird on the wire

  5. #3
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    Standard AW: Teufelskreis, zurückstoßen, weglaufen

    Hallo bird on the wire,

    das ist interessant was du schreibst. Ich reagiere manchmal auch so aber in stark abgeschwächter Form.

    Ich denke du fühlst dich verunsichert und unterlegen, du hast die Situation nicht mehr unter Kontrolle. Dann ist auch das Gefühl da abgelehnt zu werden und die Angst, dass sich andere lustig über dich machen oder dich nur benutzen wollen. Ich denke es kommt auch noch ein Mangel an Selbstbewusstsein dazu. Wenn die Beziehung sehr eng wird, könnte es auch Angst vor zu viel Nähe sein. Nicht unbedingt körperliche Nähe auch zu viel Nähe zu deinem Herzen.

    Unser Verhalten basiert immer auf der Summe der Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben. Vielleicht hat es mal Situationen gegeben, in denen du sehr enttäuscht wurdest. Jetzt ergreifst du vorsichtshalber die Flucht und zerstörst die Beziehung, um nicht wieder enttäuscht oder verletzt zu werden.

    Du wirst vermutlich immer so reagieren, solange du deinem Gegenüber nicht zu 100 % vertrauen kannst. Wenn du aber dennoch so eine Situation oder Beziehung retten möchtest, kannst du dich auch am nächsten Tag entschuldigen. Aber ich glaube das geht dann nicht, oder? Du bist dann hochgradig misstrauisch.

    Deine Beziehung zu diesem Mann steht unter keinem guten Stern, wenn jetzt seine Frau zurückkommt. Außerdem schweißen die zwei Kinder auch zusammen. Könnte sein, dass du da immer nur die zweite Wahl für Krisensituationen bist.

    Alles Gute,
    Andreas


  6. #4
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    Standard AW: Teufelskreis, zurückstoßen, weglaufen

    Hi bird on the wire,

    die Verhaltensweise, die du beschreibst, kenne ich in ähnlichem Maße selbst von mir.
    Andreas hat es schon gut erklärt, hinter dem aggressiven und fluchtartigen Verhalten steckt die Angst vor Ablehnung, Angst vor Enttäuschung und dem Gefühl, man wird nur für die Zwecke anderer benutzt und dann fallengelassen, wenn man nicht mehr "nützlich" ist.
    Es ist eine Art von Unsicherheit und mangelndem Vertrauen in andere, weil man gelernt hat: Ich bin nicht liebenswert. Doch im Grunde verzehrt man sich nach Liebe.

    Um sich vor erneuten schlechten Erfahrungen und Enttäuschungen zu schützen versucht man die Flucht nach vorn, um das Allerschlimmste abzuwenden. Dabei stößt man Leuten, die einem vielleicht nur Gutes wollten, vor den Kopf.

    Ich habe auch oft Probleme "gute" Leute von schlechten zu unterscheiden und ziehe mich schnell zurück, wenn ich den Verdacht habe, man will mich nur ausnutzen. Richtig schlimm wird es, wenn ich mich bedrängt fühle, dann reagiere ich oft aggressiv.
    Wenn ich mal jemanden vertraue, ist es manchmal der Falsche und ich renne ins offene Messer.

    Ein Patentrezept suche ich bis heute.

    Aber was die Situation mit diesem Mann angeht, ich wäre auch höchst skeptisch, wenn seine Frau plötzlich auftaucht und ihn zurücknehmen will. Da würden bei mir auch sämtliche Alarmglocken klingeln.
    Geändert von Katzenfräulein (22.05.2015 um 20:35 Uhr) Grund: Änderung
    The trick is to keep breathing...

    (Komm) Komm, wir geh'n
    Komm, wir geh'n zusamm'n den Bach runter
    (Komm) denn ein Wrack ist ein Ort
    an dem ein Schatz schlummert

    "We are Facebook. Existence, as you know it, is over. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Resistance is futile."

  7. Für den Beitrag danken: Andreas7, bird on the wire, Lostsouls

  8. #5
    Gast
    Gast

    Standard AW: Teufelskreis, zurückstoßen, weglaufen

    Verlustangst.
    Lieber verlassen, bevor man verlassen wird.

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