Anzeige
Seite 3 von 3 ErsteErste ... 23
Ergebnis 11 bis 12 von 12

Thema: Nur eine leere Hülle...

  1. #11
    Registriert
    Autor/in dieses Threads

    Registriert seit
    07.09.2014
    Beiträge
    5
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten:   0

    Standard AW: Nur eine leere Hülle...

    Hallo noch einmal,

    zu erst zu deinem Post Querdenker:

    Dass viele meiner Probleme daraus resultieren, dass ich mich und meine Art/ mein Handeln nicht mag, ist mir bewusst. Nur Wissen reicht nicht immer. Mir einfach zu sagen, "fang an dich zu lieben", klappt nicht. Da ist vielleicht Nordrheiners Ansatz eine gute Idee, erst einmal aufzuschreiben, was mich in welchen Situationen an mir so stört. Mein Verhalten zu reflektieren und im Nachhinein zu sehen, ob meine Gefühle in der Situation begründet waren und was die Auslöser waren.

    Zurück zu meinem Beispiel: Ich fühle mich unwohl, wenn ich mich in Gruppengespräche nicht integrieren kann. Darauf folgt dann der Gedanke, etwas sagen zu müssen, um mich besser zu fühlen UND um ein gutes Bild von mir abzuliefern, was meine Erwartungen erfüllt. Vielleicht sind es zum Teil die falschen Leute mit denen ich meine Zeit verbringe, aber darum geht es gar nicht so sehr. Es geht viel mehr darum, dass ich aus meiner Rolle nicht herauskomme. Ich bin festgefahren in meiner Art des passiv sein. Vielleicht hätte ich Spaß, wenn ich aus mir heraus käme?! Immer meinem Gefühl, der Angst, zu folgen, führt in völlige Isolation - das ist nicht mein Ziel. Lernen kann ich doch nur, wenn ich Erfahrungen sammele, und da ist es doch besser mich ab und an zu Gruppentreffen zu zwingen. Weißt du, ich würde mich auch unwohl mit mehreren Leuten fühlen, wenn ich mit jedem einzelnen davon in einer Vier-Augen-Begegnungen kein Unbehagen hätte.

    Vielleicht schreibe ich morgen noch ein wenig mehr. Gerade schwirren mir zu viele Gedanken im Kopf.
    Vielen Dank für eure Anregungen bis hierhin
    und einen schönen Abend euch allen

    Soul_Rebel

  2. Anzeige

  3. #12
    Registriert
    Registriert seit
    09.10.2019
    Beiträge
    1
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten:   0

    Standard AW: Nur eine leere Hülle...

    Zitat Zitat von Soul_Rebel Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich verfolge hier seit längerem einige Beiträge stillschweigend. Es hilft zu wissen, dass man nicht der einzige Mensch mit Problemen ist. Nun konnte ich mich auch überwinden hier einmal von mir zu berichten, in der Hoffnung Ratschläge, Gleichgesinnte oder auch nur Leser zu finden.

    Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll... Vielleicht damit, dass ich sicherlich unter einer Art sozialer Phobie leide. Ich fühle mich in Gruppen und Gesprächen mit mehr als 3-4 Leuten äußerst unwohl. Im 4 Augengespräch bin ich, so glaube ich zumindest, ein guter Zuhörer und wenn ich möchte auch ein guter Gesprächspartner. Sobald die Gruppe größer wird, flattert mir mein Herz schon bei dem Gedanken etwas sagen zu müssen. Oftmals sitze ich dann nur dabei, ohne mich am Gespräch zu beteiligen. Es fühlt sich meist so an als ob ich neben mir stände, und einzig und allein meine körperliche Hülle dort unbeteiligt sitzt/steht. Ich verliere in solchen Momenten, dass Gefühl für mich, fühle mich entpersonalisiert. Es ist eine Art Schutzmechanismus, frei nachdem Motto, die Situation auszusitzen. Ich habe schon ab und an versucht, mich dazu zu zwingen an Gesprächen Teil zu haben, auch wenn es nur kurze Einwürfe und keine großen Monologe waren. Aber irgendwie komme ich mir nachträglich immer wie ein Depp vor, wenn ich rückblickend merke, dass z.B. meine Stimme zittrig war. Mit der Zeit habe ich es aufgegeben und mich irgendwie auch damit abgefunden, auch wenn es mich tief unglücklich macht. Das Schlimmste daran ist das Gefühl anders zu sein, komisch zu sein. Aber noch schlimmer ist das Gefühl ein Depp zu sein.
    Ich habe und hatte schon immer hohe Ansprüche an mich. Ich könnte eigentlich zufrieden mit mir sein, ich studiere recht erfolgreich einen technischen Studiengang an einer namenhaften Universität, bin nicht hässlich und habe auch gute Freunde. Aber Zufriedenheit oder Stolz sind für mich unbekannte Gefühle. Im Grunde kann ich mir auch Denken, dass mein Unwohlsein in Gesprächen damit zusammenhängt, dass mein eigener Anspruch an mich viel zu hoch gesteckt ist. Über einen Wortdreher oder Versprecher denke ich noch ewig nach.

    Die Folgen meiner sozialen Ängst führen dazu, dass ich ungern unter fremden Menschen bin. Wenn ich überredet werde zu einer Party mit zu gehen (und nicht völlig betrunken bin), bin ich genau der, der irgendwo mit seinem Drink steht, und allen anderen bei den Gesprächen zuguckt. Ich habe seit Jahren keine Beziehung mehr gehabt, da Frauen gegenüber meine Angst noch größer ist.
    Ich würde sagen, ich bin depressiv. Oder um dies gleich zu relativieren und nicht diejenigen anzugreifen, die noch viel tiefer in einer Depression stecken: Vielleicht handelt sich auch nur um eine depressive Verstimmung. Allerdings ist der Zustand bei mir nun seit ein paar Jahren dauerhaft. Ich kenne kaum Freude, nur Angst und Traurigkeit, die von Gleichgültigkeit überdeckelt wird.

    Wisst ihr, ich erledige meine Aufgaben und Pflichten und versuche mein Leben voranzutreiben, aber dies kostet verdammt viel Kraft - und am liebsten würde ich mich nur zurückziehen und für mich sein (was ich auch immer mache, wenn es geht). Andererseits macht mich das Alleinsein unglücklich und ich wünsche mir unter Menschen sein zu können. Ich kann weder mit Gesellschaft noch ohne.

    Was mir Sorgen macht ist, dass ich öfters darüber nachdenke, was wäre wenn ich mir die Kugel geben würde. Nicht, dass ich soweit wäre, oder das dies eine Option zur Zeit wäre. Aber alleine, dass ich darüber zunehmend öfters nachdenke, ist glaube ich nicht wirklich gut. Irgendwie habe ich das Gefühl mit meiner Art zu leben, mich immer tiefer in meine Misere reinzuschlängeln. Es wird nicht besser, und es bleibt auch nicht gleich schlimm. Es wird schlimmer.

    Zum Ende noch: Es fällt mir schwer mein Problem wirklich kompakt und genau zu beschreiben, denn es gibt keine klaren Ränder. Es sind so viele Sachen, die da mit reinspielen; viele Altlasten, die ich mit mir rumschleppe; und vielleicht weiß ich auch selbst nicht alles, was zu meiner Seelenlage geführt hat. Ich merke nur, dass ich auf einem schlechten Weg für mich bin. Und man lebt ja doch nur einmal, wieso schaffe ich es bloß nicht darauß etwas zu machen.

    Ich danke euch fürs Lesen.
    Liebe Grüße
    Soul_Rebel

    Ich habe gerade zufällig, was heißt zufällig, eigentlich war ich auf der Suche nach Antworten, also war ich gezielt auf der Suche und bin auf deinen Artikel gestoßen.
    In vielen Punkten die du beschreibst, kann ich mich identifizieren. Es ist diese leere Hülle vorhanden, die ich einfach nicht füllen kann. Gesellschaftlich bin ich eine totale Katastrophe..So ist jedenfalls mein Empfinden. Bei "größeren" Gruppen, kann auch ich nicht mehr reden, innerlich ist bei mir dann eine Blockade vorhanden, die ich mir einfach nicht erklären kann. In vielen Situation reagiere ich komisch...
    Ich führe jetzt seit ca. 2 Jahren eine Beziehung und ich habe mich bis dato davor gedrückt, seinen Freundeskreis kennenzulernen, weil ich weiß, dass mich das überfordern würde..

    Ach es gibt so vieles und du sprichst mir einfach aus der Seele ...

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 30
    Letzter Beitrag: 18.07.2014, 23:50
  2. warum solch eine innere leere?
    Von Mafuyu im Forum Ich
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 07.05.2013, 17:38
  3. Ich bin leer,, nur ein Hülle
    Von Gast im Forum Ich
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 20.11.2008, 20:56
  4. browser gibt es in hülle und fülle
    Von Cylon im Forum Sonstiges
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 10.02.2007, 17:31

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige