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Thema: Nur eine leere Hülle...

  1. #6
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    Standard AW: Nur eine leere Hülle...

    Hallo Soul_Rebel, beim Durchlesen Deiner Zeilen kommt mir vor allem in den Sinn: "Du möchtest nicht Du selbst sein" oder anders ausgedrückt: "Du akzeptierst nicht, wie Du bist". Kann sein, dass ich damit komplett auf dem Holzweg bin, allerdings hat mein Bauchgefühl auch sehr oft Recht.

    Ich verliere in solchen Momenten, dass Gefühl für mich, fühle mich entpersonalisiert.
    Heißt das, jemand hat Dir die Butter vom Brot genommen?

    Es ist eine Art Schutzmechanismus, frei nachdem Motto, die Situation auszusitzen.
    Heißt das, Du traust Dich nicht davon zu laufen?

    Ich habe schon ab und an versucht, mich dazu zu zwingen an Gesprächen Teil zu haben
    ah, im Gegenteil, Du zwingst Dich sogar.

    Vielleicht mal ein ganz anderer Gedanke bzw. eine ganz andere Vorgehensweise. Akzeptiere Dein Gefühl von Unwohlsein usw. und reagiere entsprechend. NAtürlich geht das nicht von heute auf morgen, aber fang mal damit an.

    Und vielleicht noch ein Hinweis: Wenn alle nur im Mittelpunkt stehen und reden wollte, wer hört dann zu? Findest Du es erstrebenswert, dass alle Menschen "gleich" sind? Nehmen wir mal an das wäre so und alle wollen Dich als Freund, Gesprächspartner, Ausgehkumpel und was weiß ich noch alles, würden Dir dann noch 24 St. am Tag reichen? Wäre es nicht besser, Du bist, wie Du bist (musst Dich also nicht verstellen) und eine kleine Anzahl von Menschen finden genau das toll an Dir?

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  3. #7
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    Standard AW: Nur eine leere Hülle...

    Hallo nochmal,

    auch euch beiden, Querdenker und Heimat35, möchte ich für eure Antworten danke.

    Vielleicht chronologisch zuerst zu deinen Anregungen Heimat35:

    Einerseits finde ich es schön zu hören, dass du im Beruf trotz deiner Unsicherheit (ich nenne das mal so) viel Erfolg hast. Ich mache mir öfters Sorgen, wie ich später im Arbeitsleben Fuß fassen soll. Beeindruckend, dass du, wenn auch mit akribischer Vorbereitung, einen Vortrag vor 500 Leuten halten kannst. Ich glaube mir würde komplett die Stimme versagen.
    In unserer elternlichen Situation sehe ich Parallelen. Auch ich habe von zu Hause nie das Gefühl erfahren dürfen, dass ich etwas Gut gemacht hätte. Es wurde stets erwartet gute Leistungen abzuliefern. Generell bin ich wohl recht einsam aufgewachsen. So gab es bei uns fast nie gemeinsame Abendessen oder Aktivitäten mit der Familie. Irgendwann kam ich dann zum Kiffen, da dies mir für eine gewisse Zeit immer ein Wohlgefühl verschafft hat, und sich so die gefühlte Isolation von der Familie besser ertragen ließ.
    Und ja somit verstehe ich auch vollkommen, was du meinst, wenn du schreibst, dir fehlt und du suchst eine Homebase, eine emotionalen Fixpunkt.
    Das meine Probleme aus meiner Jugend stammen ist mir irgendwie schon länger bewusst. Ich denke, ich werde hierzu bezüglich auch eine Therapie anfangen. Wie sieht es da bei dir aus Heimat35, hast du Therapien hinter dir oder kommt sowas für dich in Frage?


    Nun zu dem von dir Geschriebenen, Querdenker:

    Du hast vollkommen Recht mit deiner Vermutung. Ich möchte, nicht der sein, der ich bin. Oder anders ausgesagt, ich bin mit mir absolut unzufrieden. Mich zu akzeptieren ist schwer, wenn ich mich manchmal noch nicht mal richtig verstehe. Und Weglaufen bei Unbehagen geht auch nicht immer.
    Beispiel: Ich sitze mit mehreren flüchtig Bekannten zum gemeinsamen Abendessen zusammen, fühle mich den ganzen Abend unwohl, da ich mich der Konversation weitesgehend enthalte. Je mehr Zeit verstreicht, desto dringlicher wird der Gedanke, ich müsste etwas sagen, um nicht völlig verschüchtert zu wirken. Wenn ich dann was sage, ist es nur des Zweckes wegen und nicht des Inhalts. Was sollte ich dann deiner Meinung nach tun? Akzeptieren kann ich nicht, dass ich meinen Mund nicht auseinander bekomme, obwohl ich vielleicht gute Ideen habe. Weglaufen, also Verabschieden und Gehen, lässt im Nachhinein nur negative Gefühle aufkommen (das Gefühl mal wieder anders als alle gewesen zu sein). Wenn ich mich nicht zu solchen Abenden zwinge sondern im Vornhinein absage, isoliere ich mich noch weiter und vermisse umso mehr menschliche Interaktion.
    Irgendwie scheint alles so festgefahren.

    Liebe Grüße
    Soul_Rebel

  4. #8
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    Standard AW: Nur eine leere Hülle...

    ... ich bin mit mir absolut unzufrieden. Mich zu akzeptieren ist schwer, ...
    Wow! So schnell so klar? Oder ist Dir gar nicht bewusst, dass Du damit die Ursache Deiner meisten/größten Probleme benannt hast? (Ich frage deshalb so blöd, weil ich gerne möchte, dass Du Dir das total verinnerlichst! Und vielleicht beschäftigst Du Dich mal etwas länger mit dieser Frage bzw. Deiner Antwort. Ich könnte es ja für Dich abkürzen und schreiben, dass Du damit wirklich ein großen Schritt weiter kommst. Aber so leicht möchte ich es Dir nicht machen ;-), daher verrate ich es Dir nicht.). Jetzt bist Du verwirrt? Prima, dann hast Du was zu Grübeln.

    Ich sitze mit mehreren flüchtig Bekannten zum gemeinsamen Abendessen zusammen, fühle mich den ganzen Abend unwohl, da ich mich der Konversation weitesgehend enthalte. Je mehr Zeit verstreicht, desto dringlicher wird der Gedanke, ich müsste etwas sagen, ...
    Hmm, viele Fragezeichen schwirren durch meinen Kopf: Du FÜHLST Dich unwohl und Gedanken ..., ja was jetzt, Gefühle oder Gedanken. Ich will Dir nicht zu nahe treten, ich will Dir nur zeigen, dass Du Dir selbst widersprichst (so sehe ich das zumindest). Und woher kommt de Gedanke etwas sagen zu müssen? (ohne abschweifen zu wollen, aber das Gelaber, was viel absondern, möchte ich echt nicht kommentieren. eher möchte ich mich übergeben.) Damit will ich Dein Gefühl nicht schlecht reden, das wäre völliger Unsinn. Aber vielleicht solltest Du Dir mal überlegen, woher Dein Gefühl kommt.

    Was sollte ich dann deiner Meinung nach tun? Akzeptieren kann ich nicht, ...
    Verstehe ich Dich richtig, Du kannst Dich also wieder nicht akzeptieren?

    Weglaufen, also Verabschieden und Gehen, lässt im Nachhinein nur negative Gefühle aufkommen (das Gefühl mal wieder anders als alle gewesen zu sein).
    Warum? War es nicht Dein Bedürfnis zu gehen oder die blöde/unangenehme Situation zu beenden?

    Wenn ich mich nicht zu solchen Abenden zwinge...
    Zwingen? Aua ... wozu?

    ... sondern im Vornhinein absage, isoliere ich mich noch weiter und vermisse umso mehr menschliche Interaktion.
    hmm, also lieber Schmerzen als menschliche Interaktion? Wirklich? Oder sind es nicht einfach die "falschen" Leute?

  5. #9
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    Standard AW: Nur eine leere Hülle...

    Hallo Soul Rebel,

    das Strukturieren Deiner Probleme fällt Dir schwer. Das ist auch gut, denn dann kannst Du mit der Bearbeitung oder der Nachbearbeitung jeder Problemsituation anfangen und mit einer x-beliebigen Situation fortfahren.
    Wie könntest Du vorgehen?
    Beschreibe das Zustandekommen der Situation, dann die Situation mit Dir als Zuschauer (so als ob Du im Raum unsichtbar schwebst und alle Teilnehmer - auch Dich als Teilnehmer - beobachtest) und dann beschreibst Du deine Gedanken und Gefühle. Deine Beobachtung nutzt Du, um Dir Tipps zu geben.
    Fallen Dir keine Tipps ein, dann komm' damit hier ins Forum.

    Schritt für Schritt. Situation für Situation.

    LG, Nordrheiner

  6. #10
    Püppi83
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    Standard AW: Nur eine leere Hülle...

    Zitat Zitat von Soul_Rebel Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich verfolge hier seit längerem einige Beiträge stillschweigend. Es hilft zu wissen, dass man nicht der einzige Mensch mit Problemen ist. Nun konnte ich mich auch überwinden hier einmal von mir zu berichten, in der Hoffnung Ratschläge, Gleichgesinnte oder auch nur Leser zu finden.

    Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll... Vielleicht damit, dass ich sicherlich unter einer Art sozialer Phobie leide. Ich fühle mich in Gruppen und Gesprächen mit mehr als 3-4 Leuten äußerst unwohl. Im 4 Augengespräch bin ich, so glaube ich zumindest, ein guter Zuhörer und wenn ich möchte auch ein guter Gesprächspartner. Sobald die Gruppe größer wird, flattert mir mein Herz schon bei dem Gedanken etwas sagen zu müssen. Oftmals sitze ich dann nur dabei, ohne mich am Gespräch zu beteiligen. Es fühlt sich meist so an als ob ich neben mir stände, und einzig und allein meine körperliche Hülle dort unbeteiligt sitzt/steht. Ich verliere in solchen Momenten, dass Gefühl für mich, fühle mich entpersonalisiert. Es ist eine Art Schutzmechanismus, frei nachdem Motto, die Situation auszusitzen. Ich habe schon ab und an versucht, mich dazu zu zwingen an Gesprächen Teil zu haben, auch wenn es nur kurze Einwürfe und keine großen Monologe waren. Aber irgendwie komme ich mir nachträglich immer wie ein Depp vor, wenn ich rückblickend merke, dass z.B. meine Stimme zittrig war. Mit der Zeit habe ich es aufgegeben und mich irgendwie auch damit abgefunden, auch wenn es mich tief unglücklich macht. Das Schlimmste daran ist das Gefühl anders zu sein, komisch zu sein. Aber noch schlimmer ist das Gefühl ein Depp zu sein.
    Ich habe und hatte schon immer hohe Ansprüche an mich. Ich könnte eigentlich zufrieden mit mir sein, ich studiere recht erfolgreich einen technischen Studiengang an einer namenhaften Universität, bin nicht hässlich und habe auch gute Freunde. Aber Zufriedenheit oder Stolz sind für mich unbekannte Gefühle. Im Grunde kann ich mir auch Denken, dass mein Unwohlsein in Gesprächen damit zusammenhängt, dass mein eigener Anspruch an mich viel zu hoch gesteckt ist. Über einen Wortdreher oder Versprecher denke ich noch ewig nach.

    Die Folgen meiner sozialen Ängst führen dazu, dass ich ungern unter fremden Menschen bin. Wenn ich überredet werde zu einer Party mit zu gehen (und nicht völlig betrunken bin), bin ich genau der, der irgendwo mit seinem Drink steht, und allen anderen bei den Gesprächen zuguckt. Ich habe seit Jahren keine Beziehung mehr gehabt, da Frauen gegenüber meine Angst noch größer ist.
    Ich würde sagen, ich bin depressiv. Oder um dies gleich zu relativieren und nicht diejenigen anzugreifen, die noch viel tiefer in einer Depression stecken: Vielleicht handelt sich auch nur um eine depressive Verstimmung. Allerdings ist der Zustand bei mir nun seit ein paar Jahren dauerhaft. Ich kenne kaum Freude, nur Angst und Traurigkeit, die von Gleichgültigkeit überdeckelt wird.

    Wisst ihr, ich erledige meine Aufgaben und Pflichten und versuche mein Leben voranzutreiben, aber dies kostet verdammt viel Kraft - und am liebsten würde ich mich nur zurückziehen und für mich sein (was ich auch immer mache, wenn es geht). Andererseits macht mich das Alleinsein unglücklich und ich wünsche mir unter Menschen sein zu können. Ich kann weder mit Gesellschaft noch ohne.

    Was mir Sorgen macht ist, dass ich öfters darüber nachdenke, was wäre wenn ich mir die Kugel geben würde. Nicht, dass ich soweit wäre, oder das dies eine Option zur Zeit wäre. Aber alleine, dass ich darüber zunehmend öfters nachdenke, ist glaube ich nicht wirklich gut. Irgendwie habe ich das Gefühl mit meiner Art zu leben, mich immer tiefer in meine Misere reinzuschlängeln. Es wird nicht besser, und es bleibt auch nicht gleich schlimm. Es wird schlimmer.

    Zum Ende noch: Es fällt mir schwer mein Problem wirklich kompakt und genau zu beschreiben, denn es gibt keine klaren Ränder. Es sind so viele Sachen, die da mit reinspielen; viele Altlasten, die ich mit mir rumschleppe; und vielleicht weiß ich auch selbst nicht alles, was zu meiner Seelenlage geführt hat. Ich merke nur, dass ich auf einem schlechten Weg für mich bin. Und man lebt ja doch nur einmal, wieso schaffe ich es bloß nicht darauß etwas zu machen.

    Ich danke euch fürs Lesen.
    Liebe Grüße
    Soul_Rebel
    Sei einfach Mensch!
    Ein Mensch, der Fehler hat.
    Ein Mensch, der Fehler macht.
    Ein Mensch, der nicht perfekt ist.
    Ein Mensch, der sich auch mal Spaß gönnt.
    Ein Mensch, der sich auch mal verspricht.

    ...

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