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Thema: Mein Leben bricht in kurzer Zeit mit einem mal zusammen

  1. #1
    Gast
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    Standard Mein Leben bricht in kurzer Zeit mit einem mal zusammen

    Hallo,
    auch ich bin jemand der nun zum aller ersten mal in ein Forum schreibt. Wahrscheinlich auch deswegen weil ich noch nie derartigen emotionalen Stress durchlebt habe.

    Ich bin 21 Jahre alt, habe Abitur, habe wenige - keine wirklichen Hobbies, bin unheimlich kontaktfreudig und habe ein sehr großes Einfühlungsvermögen. Ich habe eine intakte Familie, eine wunderschöne Freundin mit der ich nun schon 3 Jahre mein Leben teilen darf und zwei richtig gute Freunde. Kurz gesagt ist meiner Meinung nach das einzige was mich emotional über Wasser hält, Beziehungen zu anderen Menschen. Ich wurde in meiner früheren Jugend schon immer wieder dafür "gelobt", dass ich so ein Einfühlungsvermögen habe und den Kontakt zu den Menschen die mir wichtig sind (Familie, Beziehung, beste Freunde) mehr als nur pflege. Ich lebe dafür. Ich liebe es meine Freundin glücklich zu machen, ich liebe es geliebt zu werden und ich liebe es mit meinen besten Freunden zu philosophieren. Doch mehr habe ich nicht und ich rutsche gerade in eine Depression, weil ich glaube mit einem mal sehr tief gefallen zu sein.

    Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich selbst weiß, dass meine Lebensumstände keineswegs zu beklagen sind, ich jedoch davon überzeugt bin, dass jeder Mensch gleichwertig emotional reagieren kann, und auch (wie es nicht untypisch ist) der größte und tollste Superstar sehr schnell in eine Depression verfallen kann (um es mal sehr übertrieben zu vergleichen).

    Meine emotionale Bindung zu Menschen die mir wichtig sind und vor allem meiner Freundin wird mir zum Verhängnis. Ich hatte nach meinem Schulabschluss große Probleme damit, eine Entscheidung für meinen weiteren Werdegang zu treffen. Ob ich studieren sollte, und wenn ja was, und wo, und wer finanziert das ... oder ob ich eine Ausbildung machen sollte.
    Ich hatte einen sehr naiven Traum eines Berufes, der sich nach den Einstellungstests allerdings sehr schnell relativierte, wenn ihr versteht was ich meine.
    Nun musste eine Alternative her - auf die schnelle. Es ist schwierig wenn man schon im Januar oder Februar oder sogar März steckt sich noch einmal völlig umzuorientieren und eine geeignete Stelle zu finden. Zu dieser Zeit spielten für mich 49901734 Faktoren eine Rolle, was meine Entscheidung betrifft.
    Zum einen verfolgte ich bis dato immer den Gedanken, dass nicht Geld allein glücklich macht, sondern andere Dinge. Ich war/bin davon überzeugt, dass es kein Geld der Welt wert ist, einen Beruf auszuführen der einem überhaupt keinen Spaß macht, seine Familie oder Freunde aufzugeben. Also achtete ich wider Willen meiner Eltern weniger auf die großen Karrierechancen und ein fettes Konto, sondern auf die Inhalte der Ausbildungen, ob sie mir liegen und sie mir Spaß machen könnten. So weit so gut. Ich orientierte mich sehr stark an meiner Freundin, die noch etwas jünger ist als ich und bald ihr Abitur macht. Ich wusste von ihr, dass sie ein "zuhause Mensch" ist, und nach der Schule auf keinen Fall großartig wegziehen würde. Ich konnte also davon ausgehen, dass Sie vielleicht mal in einen anderen Ort oder eine andere Stadt zieht, aber es nicht dazu kommen wird, dass sie 200 oder mehr Kilometer entfernt lebt. Dies bestätigte sich sogar dadurch, dass sie ein interessantes Stellenangebot in einer ferneren Stadt bekam, sie dieses aber ablehnte, es ist ihr zu weit weg von ihrer Familie, von mir.
    Nun ist folgendes geschehen. Ich habe unter Zeitdruck einem Ausbildungsangebot zugesagt, von dem ich überzeugt war meine Fähigkeiten und Stärken ausleben zu können. Kurz gesagt glaubte ich eine Ausbildung gefunden zu haben, in der ich mich noch weiter Entwickeln kann, die ich gut meistern kann, da ich eben in diesem Beruf meine Fähigkeiten und Stärken einsetzen kann. Meine Vermutung bestätigte sich bis zu dem Punkt, an dem mein Arbeitgeber während eines kurzfristigen freiwilligen Praktikums bekannt gab, dass ich ohne Vorstellungsgespräch eingestellt werden könne. Durch mein Praktikum hätten sie genug gesehen und seien sich zu 100% sicher, dass ich für den Job gemacht wäre.
    Mein Arbeitsort gleicht sich aber mit meinem Wohnort, ich wohne also noch zu Hause, während viele meiner Bekanntschaften und Freunde in andere Städte gezogen sind. Meine Freundin hat nun ihre Traumausbildung gefunden, in einer 100km entfernten Stadt. Ich wusste schon Ewigkeiten, dass Sie die Ausbildung wahrscheinlich in dieser Stadt machen wird, die gibt es nämlich nicht so oft, und das ist die einzige in der Nähe, in der es geht. Bevor sich nun aber herausstellte, dass sie tatsächlich dort hin geht, konnte ich mir das ganze noch ganz gut schön reden. Irgendwie tat der Gedanke nicht einmal weh, ich dachte, dass ich sie ja trotzdem ständig besuchen kann / andersherum, ich dachte, dass es nun auch mal an der Zeit ist nach 3 Jahren aufeinander "hocken", eine Veränderung herbeizuführen und ich dachte, dass ich durch meine Ausbildung sowieso unter anderem mit Arbeiten beschäftigt sei. Ich habe mich sogar offen mit darüber unterhalten, wenn sie dann dort ist, wie das wird, wie sie sich fühlt. Ich war irgendwie selbstüberzeugt und sicher, dass ich mit dem was ich mache glücklich sein werde, und die Entfernung zu ihr zu schaffen sein wird. Vor allem wenn man glücklich ist. Wenn man allgemein glücklich ist, ist kein Weg anstrengend.

    Doch nichts von dem was ich "dachte" bestätigt sich in der Realität.

    1. Ich fühle mich in meiner Ausbildung total unterfordert, ich habe bei meiner Entscheidung den Großteil meines Umfeldes ignoriert, welche zu 90% sagten, dass ich viel mehr aus mir machen sollte, als diese "blöde" Ausbildung.
    1.1 Ich fange an in Frage zu stellen ob meine Wertvorstellung von Liebe, Karriere und Leben wirklich bestand hat, oder ob mich nun wirklich falsch entschieden habe und doch lieber ein Studium hätte anfangen sollen (???!)
    2. Ich verspüre einen unheimlichen Druck und Drang von zu Hause abzuhauen, rauszukommen, ein neues Leben zu beginnen.
    2.2 Dazu muss ich sagen, diesen Wunsch von unserem langweiligen Dorf hier in eine Stadt zu ziehen hatte ich vor Jahren schon einmal, eben bevor meine Freundin in mein Leben trat. Als sie kam, war es mir egal, da wollte ich gar nicht mehr weg. Klar, ich hatte sie :/..
    3. Ich fange an meine Abhängigkeit zu "bereuen". Ich verurteile mich selbst dafür, und stelle in Frage, ob ich dieses Gefasel von Lebensvorstellung vielleicht erfunden habe um mir selbst zu legitimieren, dass ich eigentlich nur nie von hier weg wollte, weil ich Angst hatte meine Freundin zu verlieren, oder Angst hatte, dass es komplizierter werden wird zwischen uns, und diese Paradieszeit hier zuhause vorbei geht.
    4. Jetzt wo sie diejenige ist die geht, hält mich hier absolut nichts mehr. Das unterfordert sein in meiner Ausbildung macht mir tag täglich zu schaffen, die Sehnsucht nach einem neuen Leben wird jeden Tag größer, das Selbstwertgefühl durch Diskussionen mit mir selbst ob ich ein Versager bin, ob ich mich nicht getraut habe, ob es dumm war so zu lieben sinkt auch immer mehr.

    Ich war bis vor kurzem so ein lebensfroher Mensch. Ich war so motiviert, so stolz auf alles was ich bisher erreicht habe (emotional)... ich kann mich hier gerade schriftlich schlecht äußern, es ist so viel in meinem Kopf, ich versuche es euch verständlich darzulegen.

    Ich bekomme jeden Tag mindestens einen Tränen-Ausbruch. Ich kann es nicht zurück halten. Meine Gedanken kreisen immer um das gleiche: ...Das Leben zieht an mir vorbei, alle gehen ihren Weg, ich weiß eigentlich gar nicht so recht was ich will, aber das was ich jetzt hier wohl noch die nächsten 3 Jahre tun muss überlebe ich nicht.
    Wenn ich meine Freunde sehe, wie sie von ihren Ausbildungen und Studia(?) erzählen, fühle ich mich so dermaßen minderwertig. Alle hatten die Kraft so einen Schritt zu gehen, und ich, der immer ein extrem realistischer und zukunftsorientierter Mensch war, bin im Endeffekt derjenige der sich vielleicht nicht getraut hat von zu Hause weg zu gehen, weil er so verliebt war.
    Mir tut das so unheimlich weh, ich fühle mich so schlecht. Mir kommen Gedanken, was ich vielleicht getan hätte, hätte ich Sie nie kennengelernt. Wir führen so eine traumhafte Beziehung, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Wir sind jung und verliebt, über 3 Jahre ohne Pause, es ist so schön mit ihr, ich will es nicht missen, aber ab welchem Punkt verliert man an Lebensqualität wenn die Beziehung das eigene Leben "einschränkt"?
    Der nächste Punkt ist, dass meine Freundin mich zwar auch sehr liebt, mich mit Sicherheit ebenfalls nicht einfach so aufgeben würde, dafür läuft es zu gut, aber die Kraft und innere Stärke hat zu sagen, dass eine Beziehung auch über 100km (mit dem Auto knapp 1h Fahrt - das ist nichts, ich weiß) überleben kann und wir nicht ewig aneinander kleben können, so ist es heut zu Tage nunmal.
    Nun fühle ich mich sogar noch durch sie abgehängt. Indirekt. Die Tatsache, dass sie trotz traumhafter Beziehung mit beiden Beinen im Leben steht und mit gutem Gewissen und Motivation so eine Entscheidung treffen kann, macht mich fertig. Mir wird klar, dass ich das nicht kann. Ich mache mir SO viele Gedanken. Vertraue ich nicht genug? Wieso konnte ich nie der sein, der mal gegangen ist. Es läuft doch alles toll, wovor hatte ich denn Angst? Und wenn ich nicht genug vertraue, was bin ich für ein Idiot?

    Ich verliere gerade den Faden, wie immer. Ich habe zwar kein Problem mit Sprache und meinem Ausdruck, aber es sind so unheimlich viele Gedanken. Diese alle schriftlich schlüssig aufzuschreiben fällt mir sehr schwer.

    Zusammengefasst möchte ich sagen, dass ich jeden morgen mit Bauschmerzen aufwache, ich habe starke innerliche Schmerzen, fühle mich vom Leben total abgehängt und ausgelacht, ärgere mich über mich selbst, wo ich jetzt bin und fange an meine Freundin schwerstens zu beneiden. Sie tut das, was ich insgeheim auch immer wollte, aber mich nicht getraut habe. Sie geht in eine neue Stadt, ich kann ihren Willen verstehen aus dieser Dorfgegend hier herauszukommen, genauso kann sie auch meinen Willen verstehen, es ist einfach scheiße hier in unserem Alter... Aber ich zeige das nicht. Es ist kein "negativer" Neid. Obwohl es mich auffrisst, dass sie ihren Traum mit ihrer Ausbildung in der neuen Stadt verwirklicht, und ich irgendwie hier zuhause verwahrlose und auf der Stelle trete, helfe ich ihr bei ihren Bewerbungen. Zum Beispiel. Ich habe Angst, wenn ich dieses Niveau mal nicht mehr halten kann, und mein Neid und meine innere Unzufriedenheit herausbricht, die Beziehung daran kaputt gehen wird. Denn sowas ist in meinen Augen der größte Beziehungskiller den es gibt.
    Was soll ich tun... ich kann damit nicht Leben, ich habe manchmal so Anfälle wo ich mir denke, dass ich hier einfach mal alles hinschmeiße und hinter mir lasse und auch weg ziehe. Unser größter Traum, den kann ich eben auch nicht verdrängen, wäre gemeinsam in diese neue, wirklich schöne, große Stadt zu ziehen...

    Fakt ist, dass ich so nicht weiter machen kann. Ich verliere die Freude am Leben, das geht nun schon seit 6 Wochen so, jede Nacht werde ich wach, stundenlang. Morgens kann ich nur unter Tränen aufstehen, während der Arbeit bekomme ich manchmal Heulattacken, bei denen ich mich aufs Klo zurückziehe bis es vorbei ist. Ich werde immer emotionaler, mein Zeitgefühl schwindet und ich kann mich über nichts mehr freuen. Erst dachte ich es läge einfach nur an unserer Beziehung, doch mitlerweile stelle ich die Ausbildung an sich in Frage, weil ich mich eben zu tode langweil und jede Aufgabe aus dem Handgelenk erledige. Abgesehen davon bin ich trotz allem (Stichwort: Boreout - googelt mal) extrem gestresst, oft unkonzentriert und alles andere als motiviert... Alles schöne was ich erlebe wandelt sich nachdem es vorbei ist sofort in Trauer um. Zum Beispiel Sex. Wenn wir Sex haben, ist es Wahnsinn. Wenn er vorbei ist, denke ich nicht "wow, das war klasse" - so wie es eigentlich sein sollte - sondern: "bald ist sie weg, ob das hält? ob wir so etwas schönes hier dann noch machen können?" und sofort habe ich wieder Schmerzen in der Brust - Versteht ihr? Das macht mich krank. Ich kann nicht mehr genießen weil ich nur daran denke unglücklich zu sein wenn sie mich hier allein zurück lässt. Ich will auch weg, ich will auch raus... ich habe hier keine Ablenkung, hier gibt es nichts, keine Kneipen keine neuen Leute. Ich trete seit 3 Jahren auf der Stelle, persönlich gesehen. Ich habe natürlich unheimlich viel Spaß und Freude und Glück mit meiner Freundin in diesen 3 Jahren gefunden, aber alles andere hat sich nicht weiter entwickelt, und noch drei Jahre will ich das nicht... ICH RASTE AUS ((((((((((((((

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  3. #2
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    Standard AW: Mein Leben bricht in kurzer Zeit mit einem mal zusammen

    Hallo Gast,
    ich finde es beeindruckend, wie ehrlich und realistisch
    du mit deinem "Innenleben" umgehst und denke, das
    ist (immer wieder) der erste Schritt zur "Besserung".

    Ohne jetzt auf alles einzeln einzugehen (dafür müssten
    wir wohl mal einen sehr langen Spaziergang machen)
    möchte ich dir doch ein paar Tipps geben, da ich dich
    glaube ich recht gut verstehe und mir in deinem Alter
    recht ähnliche Gedanken gemacht habe:

    1. Du kannst auch mit einer "einfachen" Ausbildung
    beginnen, danach noch studieren, dich nebenher mit
    allen Dingen (Philosophie?) beschäftigen, die dich in-
    teressieren oder es eine zeitlang etwas langsamer
    angehen - niemand hetzt dich, selbst das Leben nicht.
    Deshalb: nimm dir Zeit und selbst wenn du mal einen
    Umweg oder eine Sackgasse gehst: Du lebst trotzdem,
    machst Erfahrungen, lernst dich selbst und das Leben
    kennen. Dasein ist immer eine lebenswerte Erfahrung,
    auch wenn es mal "langweiliger" zugeht

    2. Wenn dich deine Emotionen zu sehr überwältigen,
    schalte auf deinen Verstand um; werde sachlicher,
    gehe in eine gelassene und entspanntere Haltung und
    investiere dein Vertrauen in dich selbst und in das
    Leben an sich. Zügle deinen Hang zum "Dramatisieren".
    Damit blockierst du nur dein Verständnis für die Reali-
    täten. Realitäten sind oft Herausforderungen und wenn
    wir uns ihnen mit Lernbereitschaft, Zeit und auch der
    Unterstützung von anderen stellen, bringen sie uns
    wirklich weiter. Triff deine wichtigen Entscheidungen
    nicht aus einer zu emotionalen Erregung, sondern
    ruhig und bedacht.

    3. Beruf und Beziehung sind nicht alles im Leben. Du
    bist auch für dich selbst, mit deinen Interessen, Fragen
    und deiner Sicht auf die Welt wertvoll - und selbst wenn
    du dein Leben lang nur Rosen züchten oder Wolken be-
    wundern würdest, kann das für dich ein sinnvoll gelebtes
    Leben darstellen. Leider versteht man das oft erst im
    Rückblick ... deshalb wäre mein Tipp, dass du Tage-
    buch schreibst - auch, um etwas Konstanz in deine Ge-
    danken zu bringen und dein Gehirn zu entlasten.

    4. Wenn du mit deiner Situation unzufrieden bist, ist
    das okay, denn Unzufriedenheit bringt uns potentiell
    weiter. Nur macht es mehr Sinn, dir konkrete Punkte
    auszuwählen, Umstände, die du als "Problemthema"
    identifizierst und einzeln (!) an ihnen zu arbeiten, um
    einen Unterschied herbeizuführen und dann das nächste
    Thema angehen zu können. Nicht alles auf einmal an-
    gehen oder mit "radikalen" Veränderungen, die auch das
    beeinflussen, was gut und erhaltenswert ist in deinem
    Leben. Wenn du ein Thema identifiziert hast, überlege
    dir ein Ziel (Wann wäre es kein Problem mehr? Woran
    würdest du das erkennen? Was kannst du konkret tun,
    um diesem Ziel näher zu kommen). Informiere dich
    jeweils gut, bitte andere um Unterstützung (z.B. hier)
    und setze eher auf schrittweise Verbesserung als auf
    unrealistische und utopische Träume.

    Viele Grüße,
    Werner

    P.S. Wenn du mal eine Viertelstunde Zeit hast, schau dir
    diese Seite an: http://www.123modell.de/1000.htm - mir scheint,
    in dieser Beschreibung könntest du dich wiederfinden
    und vielleicht von dort noch ein paar Tipps mitnehmen.

  4. #3
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    Standard AW: Mein Leben bricht in kurzer Zeit mit einem mal zusammen

    Hallo, vielen Dank erst einmal für deine ausführliche Nachricht und deine Offenheit.
    Als du mit deiner Freundin zusammenkamst war sie 15 Jahre und u 18 Jahre alt. Du standest damals vor der Wahl „gehen oder bleiben“ und hast dich für das bleiben entschieden. Damals dachtest du, du bleibst da ja nicht alleine. Sie bleibt bei dir. In der ersten Verliebtheit glaubt man, daß alles für immer hält. Zudem geht man in eine Art Symbiose. Der andere zählt, sonst nichts. Irgendwann innerhalb der Beziehungsreise verläßt einer diese Symbiose. Immer. Weil es dazu gehört. Für den, der „nachziehen“ muss, ist das schmerzhaft. Dich trifft es besonders hart, denn a) hat man dich von frühester Jugend (vielleicht sogar von Kindheit) dafür gelobt, dich in andere einzufühlen und für sie, für den Kontakt zu ihnen zu leben. Man hat dich also dafür gelobt, in der Symbiose zu verharren. Daneben hast du keine wirklichen Hobbies. Also keine Interessen ausserhalb deines Berufes und deiner Familie, Freundin. Vielleicht auch eine Folge dessen.
    Es ist toll einfühlsam zu sein. Aber es ist für einen selbst ungesund zu einfühlsam zu sein. Sich zu stark von den Gefühlen und den Gedanken anderer abhängig zu machen. Das hast du teilweise ja auch schon erkannt.
    Der Weg, den du vor dir hast ist nicht leicht. Denn es ist ein Weg, der schon vor langer Zeit hätte passieren müssen. Der Weg raus aus der Symbiose von den Eltern. Das war dir auch schon vor drei Jahren klar. Es ist aber auch keine Lösung zu versuchen die Symbiose mit deiner Freundin wieder herzustellen, in dem du auch in die Stadt ziehst, zu ihr. Denn hier geht es um dich. Darum zu dir selbst zu finden.
    Es ist toll, daß du deiner Freundin hilfst, auch bei ihren Bewerbungen. Das heißt für sie steht fest, daß sie nicht wieder ins Dorf zurück kehrt, sich womöglich sogar noch weiter von dir entfernt.

    Doch um dich selbst zu finden, dazu musst du für dich aktiv werden. Dir notfalls auch Hilfe und Unterstützung für diesen Schritt zu holen. Was genau willst du? Welche beruflichen Traum hast du? Oder hattest du mal als zu jünger warst? Warum hast du den jetzigen ergriffen? Welche Interessen hast du? Du hast keine wirklichen Hobbies. Das solltest du ändern. Was begeistert dich? Finde es heraus. Du möchtest nicht noch drei weitere Jahre auf der Stelle treten. OK. Dann musst du dein Leben wohl in die Hand nehmen. Wann ist deine Ausbildung zu Ende? Welche Zukunftsperspektiven sind damit möglich? Ist es eine Ausbildung, auf die du aufbauen kannst? Zum Beispiel mit einem Studium? Was wäre in der Stadt anders, als dort auf dem Dorf, wo du jetzt lebst? Welche Hobbies, Interessen könntest du dort verfolgen, die du auf dem Dorf nicht leben kannst? Wo lebst du jetzt? Wenn es bei deinen Eltern ist, ist es dann eine Alternative erst einmal ein Stück weiter weg von ihnen weg zu ziehen und die Ausbildung zu Ende zu machen. Jetzt in deiner Situation ist es doch auch ein Geschenk, daß dir die Ausbildung so leicht von der Hand geht. Das erhöht die Chancen trotz der emotionalen Krise mit einer gutem Abschluss dort zu stehen. Dein Chef war am Anfang sicher mit dir 100% richtig zu liegen. Da glaubte einer also an dich. Tut es wahrscheinlich immer noch. Taugt er als Ansprechpartner? Könnte er dir helfen woanders Fuß zu fassen? Wen gibt es noch? Setze dich hin und finde heraus, was du willst und dann schaue wieweit sich das umsetzen läßt. Wessen Hilfe und Unterstützung du dafür brauchst und wenn dir die versagt wird, ob es auch ohne geht oder wo du andere Unterstützung finden kannst. Die Fragen an dich, sind als Anregung gedacht. Ob und wie deine nächsten drei Jahre verlaufen hast du entscheidend mit in der Hand.

  5. Für den Beitrag dankt: Bergsteigerin

  6. #4
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    Standard AW: Mein Leben bricht in kurzer Zeit mit einem mal zusammen

    Hallo Gast,
    viele täglichen Fragen werden zum Problem, wenn man die Grundfrage seines Lebens "was ist der Sinn meines Lebens?" nicht beantwortet hat. Ohne eine gute Antwort auf diese Frage gefunden zu haben, probiert man dieses und jenes. Es erscheint mir oft wie das Stochern im Nebel. Alles kann richtig sein - oder auch falsch. Das bewirkt Unsicherheit, diese löst Ängste aus.
    Die Unsicherheit wird größer, wenn andere Menschen sich von Dir fortbewegen.

    Es stellt sich mir die Frage, ob Du in Deiner Situation nicht einerseits praktische Schritte machen sollst - siehe dazu die guten Hinweise der anderen Leser - andererseits der Grundfrage Deines solltest parallel nachgehen. Wenn Dich das interessiert, kannst Du gerne auf mich zukommen. Anmelden hier ist die Voraussetzung für eine PN.

    Alles Gute,
    Nordrheiner

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