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Thema: Selbstablehnung und Selbstakzeptanz

  1. #1
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    Standard Selbstablehnung und Selbstakzeptanz

    Hallo

    Schon ein paar mal habe ich begonnen etwas zu schreiben, doch es ist schwer die richtigen Worte zu finden. Ich möchte mich kurz fassen aber nichts wichtiges weg lassen. Ich möchte auch nichts unwahres erzählen oder Dinge ungünstig formulieren und damit einen falschen Eindruck erwecken.

    Ich fürchte das mit den kurz fassen wird mir nicht gelingen.

    Ich habe ein großes Problem im Umgang mit mir, damit, mich selbst anzunehmen.

    Die Vorgeschichte:
    Vielleicht kann man es damit erklären, dass ich einen Bruder hatte (den habe ich auch immer noch), der es sehr gut verstand Aufmerksamkeit von meinen Eltern zu bekommen. Wenn er etwas wollte und nicht bekam, oder etwas in seinem Leben schief lief konnte er richtig ausrasten, brüllte rum, schmiss Dinge durch die Wohnung, schmiss Türen zu und trat sie wieder auf. Meine Eltern haben sich dann bemüht ihn wieder runter zu kriegen und ihn möglichst gar nicht erst ausflippen zu lassen. Ich war die Vernünftige, die Verständnis hatte und Rücksicht nahm. Die, derer Bedürfnisse nach Anerkennung, Annahme und Liebe vom Gebrüll meines Bruders übertönt wurden. Ich schien an zweiter Stelle zu stehen. Wenn mein Bruder schwierig wurde, unterstützte ich meine Eltern, indem ich in meinem Zimmer verschwand und so tat als sei ich nicht da.
    Ich will damit NICHT sagen, dass mich meine Eltern nicht geliebt hätten oder haben. Ich glaube daran, dass sie das tun und dass sie ihr Bestes gaben um gute Eltern zu sein und sie haben auch viel für mich getan. Ich gebe ihnen und meinem Bruder nicht die Schuld.

    Die Schlussfolgerung:
    Ich habe wohl irgendwann "begriffen" dass ich irgendwas an mir haben muss, was mich weniger liebenswert macht. Ich wusste nicht was es war aber ich akzeptierte die Tatsache. Ich wollte es aber nicht so lassen und bemühte mich ein besserer Mensch zu werden. Ein Teil von mir stellt sehr hohe Anforderungen an mich selbst die fast unmöglich zu erfüllen sind. Dabei bin ich ziemlich unbarmherzig, gewähre keine zweiten Chancen und vergebe keine Fehlschläge. Wenn ich die erfülle so glaube ich, bin ich ein liebenswerterer Mensch. Aber ich erfülle sie nicht und beweise mir damit, was für ein schlechter, fehlerhafter Mensch ich bin. Ich habe Schwierigkeiten damit, mich zu freuen, stolz auf mich zu sein (allein das Wort zu schreiben, fühlt sich merkwürdig an. Etwas ruft sofort zurück "bitte was willst du sein? Mach dich nicht lächerlich"), mir mal was gutes zu tun, mich für etwas zu belohnen.

    Kontakt zu anderen:
    Wenn ich Zeit mit anderen Menschen verbringe, bekomme ich sehr schnell das Gefühl, dass sie mich nicht mögen. Dass sie nur Zeit mit mir verbringen, weil sie nichts besseres zu tun haben, weil sie zu höflich sind um mir zu sagen dass sie mich nicht mögen oder schlimmer noch, um sich über mich lustig zu machen. Ich zeige nicht gern wer ich bin, weil ich glaube, wenn Menschen zu viel von mir wissen werden sie herausfinden dass ich es eigentlich gar nicht verdient habe gemocht zu werden und sich von mir abwenden.
    Probleme mache ich am liebsten mit mir selbst aus, habe im Elternhaus nicht gelernt über Gefühle zu sprechen oder sie zu zeigen. Habe so oft als Kind/Jugendliche im Bett gelegen und meinen Schmerz in ein Kissen geweint.

    Kein Ausweg?:
    Doch mir bewusst zu machen dass das unlogisch ist funktioniert nicht. Wenn ich mir aufzeige wie hart und lieblos ich mit mir selbst umgehe, wie ich mich selbst überfordere, mich nie dafür lobe wie sehr ich mich doch anstrenge ein guter Mensch zu sein, desto schlimmer scheint es zu werden.
    Ich werde sauer auf mich, weil ich so gemein zu mir bin. Ich werde sauer auf mich, weil ich zulasse dass ich gemein zu mir bin. Selbst wenn ich mir versuche die Unlogik meines Umgangs mit mir selbst aufzuzeigen fällt es mir schwer mir das zu verzeihen, weil es hieße mir einzugestehen dass ich damit einen Fehler gemacht habe und Fehler sind schlecht, schlecht, schlecht. Vielleicht gönne ich mir auch nicht, mich besser zu fühlen aufgrund meiner Wertlosigkeit. Desto schamerfüllter, voller Wut fühle ich mich.

    Wie kann ich also damit umgehen? Wenn ich das was da ist ignoriere, mir -- ohne es recht zu glauben -- versuche einzureden, dass ich ein toller Mensch bin, glaube ich es mir ja doch nicht. Meine Gefühle machen sich ja immer noch in meinem Unterbewusstsein breit und lassen sich von diesen (subjektiven) Lügen nicht vertreiben.
    Und wenn ich versuche mir in mein inneres Gesicht zu blicken (oder in das, was ich derzeit als solches wahrnehme, vielleicht ist eigentlich auch alles ganz anders?) lehne ich mich mehr, noch heftiger ab als zuvor. Schlafe kaum, esse wenig, heule vor mich hin, verkrieche mich und ziehe mich von der Welt zurück und fühle mich unwürdiger denn je.
    Fühle ich einfach das, was sowieso schon an Emotionen in mir vorhanden ist einfach jetzt so stark, weil ich dem zuhöre, oder ist es einfach der falsche Weg und ich schade mir damit bloß?
    Was kann ich sonst tun? Was kann ich tun, damit ich besser mit mir zurecht komme?

    Viele Grüße
    Minna-Sophie

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  3. #2
    Goldader
    Gast

    Standard AW: Selbstablehnung und Selbstakzeptanz

    Heyho,

    Ich verstehe dich. Es ist sehr schön wie du das Problem was in dir vorgeht beschrieben hast. Doch ich denke du denkst viel zu viel darüber nach. Du lässt dir kein Freiraum du du zusein. Du denkst viel zu viel nach was andere Leute von dir halten. Wenn du selbst überzeugt bist das du ein guter Mensch bist, dann zweifel auch nicht dran. Aber auch jeder hat eine 2te Chance verdient. Versuche nicht immer nur das schlechteste eines Menschen zu sehen. Ich z.B habe ein Freund und wir haben uns so oft gestritten, es ging sogar soweit das wir total verletzliche Dinge gesagt haben, die man eher nicht sagen sollte. Doch wir haben uns vertragen und sind sogar beste Freunde. Das vertrauen ist einfach da. Gibt es bei dir jemand den du vertraust?
    Aus Fehlern lernt man, wenn jemand etwas falsches getan hast, so kannst du ihn eines besseren belehren, so hilfst du ihn.Also Fehler machen ist ansich nichts schlimm, du machst es nur schlimmer als es ist.
    Ich selbst habe ein Bruder der auch etwas launisch ist. Als mein Bruder seine Phasen hatte, war ich sein Ansprechpartner als "rumwütete" meist haben wir dann über meine Eltern abgelästert. Aber du hast die Situation einfach "ignoriert" und bist in deinem Zimmer verschwunden und hast nichts gemacht. Vielleicht ist das nicht böse gemeint aber du hast die Teilnahme verpasst und dich abgekapselt.

    Mein Rat: Denk nicht so viel darüber nach wer du bist, sei einfach du. Es gibt immer Menschen die einen nicht leiden. Ich selbst kenne das.

  4. #3
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    Standard AW: Selbstablehnung und Selbstakzeptanz

    Hallo Goldader

    Danke für deine Antwort

    Zitat Zitat von Goldader Beitrag anzeigen
    Du denkst viel zu viel nach was andere Leute von dir halten. Wenn du selbst überzeugt bist das du ein guter Mensch bist, dann zweifel auch nicht dran.
    Das ist es ja gerade, ich bin davon nicht überzeugt. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht bzw nachvollziehbar ist, wenn ich schreibe, dass es ein Unterschied ist, ob man etwas logisch denkt, oder emotional denkt? Wenn ich versuche logisch und sachlich über mich nachzudenken, dann fällt mir kein realistischer Grund dafür ein, warum ich nicht liebenswert bin, bzw die Zuneigung anderer nicht verdient habe (naja vielleicht, weil ich so hart und unfair zu mir selber bin oder so, aber das erklärt ja nicht, wieso ich überhaupt erst angefangen habe, so zu mir zu sein). Aber emotional denke ich das trotzdem. Ich fühle mich so, auch wenn ich es mir nicht immer logisch erklären kann. So wie man auch krank sein kann, auch wenn man sich vlt logisch nicht erklären kann, was einem fehlt/bzw. Ärzte keinen Grund für das krank fühlen finden.

    Was Leute wirklilch von mir halten, weiß ich vermutlich gar nicht. Ich bin selber so überzeugt davon, dass sie es gar nicht wirklich ernst mit mir meinen können, dass ich das vermutlich einfach auf sie projeziere und keine wirklich guten Chancen habe zu sehen, was sie denn eigentlich wirklich denken.

    Ich sehe ja ein, dass es meine Laune nicht unbedingt anhebt, wenn ich über solche Dinge nachdenke. Aber wenn ich es nicht tue... finde ich trotzdem keinen Anschluss zu anderen Menschen, fühle mich trotzdem einsam, wohnt tief in mir trotzdem noch die Überzeugung, nicht liebenswert zu sein und meine Einsamkeit irgendwie verdient zu haben.
    Und wie kann ich das Problem lösen, wenn ich mich nicht damit beschäftige? Doch auf welche Art muss ich mich damit beschäftigen?


    Zitat Zitat von Goldader
    Gibt es bei dir jemand den du vertraust?
    Ich bin theoretisch verheiratet. Meine Ehe ist... naja... sagen wir es läuft nicht so gut
    Entsprechend ist das mit dem Vertrauen ihm gegenüber so eine Sache. Selbst zu besseren Zeiten habe ich glaube ich teilweise Schwierigkeiten gehabt mich ihm richtig anzuvertrauen. Bei anderen Leuten, Freunden und Bekannten sieht es nicht besser aus. Eigene Freunde habe ich ja sowieso kaum. Ich "benutze" mehr oder minder die Freunde von meinem Mann "mit", weil ich keine eigenen Freundschaften aufbauen kann.

    Gruß
    Minna-Sophie

  5. #4
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    Standard AW: Selbstablehnung und Selbstakzeptanz

    Das hört sich krass negativ an, dass du die Freunde deines Mannes mit "benutzt". Hast du keine Wertschätzung für diese Menschen und nimmst sie nur, weil du selbst nicht auf andere zugehen kannst? Du identifizierst diese Menschen ja quasi mit deinem Mann und nimmst sie gar nicht als eigene Menschen wahr, zu denen DU ebenfalls deine eigene Beziehung aufbauen kannst. Im Endeffekt hört sich das nicht so an, als ob du mit denen befreundet sein willst...

    Und dass du deiner Familie keine Schuld gibst, glaube ich nicht, sonst würdest du deine Kindheit hier gar nicht schildern. Sich das mal einzugestehen würde einen vielleicht auch schon mal weiter bringen weil man dann an Lösungsstrategien arbeiten kann ohne unbewusst immer in der Opferrolle hängen zu bleiben...


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