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Thema: 23, psychisch krank, es geht nicht mehr...

  1. #1
    Gast
    Gast

    Standard 23, psychisch krank, es geht nicht mehr...

    Hallo,

    ich schreibe jetzt zum 2. Mal hier, leider finde ich meinen alten Thread nicht mehr...

    Ich bin völlig am Ende. Jetzt, in der Nacht lässt es sich einigermaßen aushalten und ich kann wieder klare Gedanken fassen:

    Ich bin inzwischen 23 Jahre alt, bin psychisch schwer krank und weiß nicht wie es weitergehen soll. Schon lange besteht bei mir der Verdacht, dass ich am Asperger-Syndrom leide, genauer gesagt seit 4 Jahren. Das ist eine "milde" Form von Autismus, wobei das "mild" die Sache nicht unbedingt einfacher macht. Ich habe eine lange Lebens- und Leidensgeschichte hinter mir, und es wird von Monat zu Monat schlimmer, denn ich leide seit ca. 7 Jahren an immer wiederkehrenden schweren depressiven Episoden. Das alles hier auszubreiten würde den Rahmen sprengen.

    Nachdem ich es mit 18 3/4 Jahren bei meinem Vater nicht mehr ausgehalten hatte (damals war ich noch in der Schule), wohne ich seit 2009 bei meiner Mutter in einer Wohnung im Nachbarort. Unter schweren Anstrengungen habe ich anfang 2010 mein Abitur gerade so mit 3,7 bestanden. Ich hatte auf Grund meiner gestörten Wahrnehmung und Depressionen viele Fehlstunden, habe erfolglos die 12. Klasse wiederholt, und schließlich irgendwie bestanden. Die letzten Oberstufenjahre waren schon nur noch Quälerei. Danach absolvierte ich, wieder unter schweren Anstrengungen meinen Zivildienst. Anfang 2011 begann ich ein Elektrotechnik-Studium an einer FH in der Nähe. Zum Lernen bin ich nicht wirklich gekommen, mir ging es zu schlecht. Nach 1 Jahr ging es nicht mehr...
    Nun habe ich mich erst im August (nach 4 Semestern!) exmatrikuliert, weil es keinen Sinn mehr machte und ich schon seit Mitte 2012 nicht mehr dort hingehen konnte! Ich fiel in ein tiefes Loch und keiner fing mich auf - die Zeit verging wie im Flug.

    In diesem Sommer "landete" ich dann in einer psychosomatischen Reha-Klinik. Dort war ich meine Probleme betreffend völlig fehl am Platz. Ich wurde mit Problemen "des Lebens" konfrontiert, die sich auf einem ganz anderen Level abspielten als meine. Die einzigen die "mich" verstanden waren Mitpatienten - auch hier kam jemand von sich aus auf Autismus, als er mich kennenlernte. Trotzdem hatte ich eine sehr schwierige, aber trotzdem tolle Zeit mit Mitpatienten in meinen Alter und jünger. Ein wenig Lebensmut kam zurück. Doch als alles vorbei war, wurde alles wieder viel schlimmer - die Verlustängste plagten mich wie nie zuvor. Tolle Menschen, die ich doch wieder verlieren muss - Kontakte halten ist für mich beinahe unmöglich, das ist es was mich am meisten plagt.

    Ich bin völlig gefühllos, habe dissoziative Zustände, bin schwer depressiv, fühle mich vollkommen machtlos und verkrieche mich immer weiter in meiner Welt. Ich traue mich inzwischen nicht mal mehr unter Leute. Die ganze Welt kommt mir unwirklich vor, ich habe alles verloren. Ich versuche seit 6 Wochen nachts wieder schlafen zu können, doch kaum liege ich im Bett überkommen mich Schweißausbrüche und ich werde in Gedanken mit der Realität konfrontiert. Ich kann erst morgens um 6 Uhr völlig erschöpft einschlafen und wache völlig fertig nachmittags um 15 Uhr auf.

    - Ich fühle mich schwer krank, wie abgeschnitten von der Welt
    - Ich bin 23 (!) Jahre alt und wohne noch zu Hause!
    - Ich habe keinen Halt mehr, keine Orientierung, kein Umfeld, keinen Bekanntenkreis, keine Beziehung (das ist unmöglich)
    - Mein Lebenslauf ist katastrophal
    - Mein Abitur-Abschluss ist extrem schlecht (3,7, 3-3-5 Punkte in den Abi-Prüfungen, 3 unentschuldigte Fehlstunden in der 12 (ich war am Ende und konnte nicht mehr))
    - Ich habe keine nennenswerten Ergebnisse aus meinem abgebrochenen Studium vorzuweisen
    - Mein Zivildienstzeugnis enthält einen Fehler (ein Versuch es noch korrigieren zu lassen schlug fehl)
    - Ich habe viele Fähigkeiten (das bestätigen mir andere), aber keine geziehlte Berufsvorstellung
    - Ich bin seit meiner Exmatrikulation aus der Familien-Krankenversicherung herausgefallen (die muss ich jetzt selbst von meinem kleinen 400€-Job finanzieren (Aushilfe Supermarkt), den ich unter schweren Anstrengungen seit 2 Jahren noch ausübe)
    - Ich fühle mich vollkommen machtlos, alles überfordert mich, habe extreme Wahrnehmungsstörungen

    Dazu die extremen Komplexe wegen meines Alters und Tatsache wo ich stehe. Ich *hätte* noch alle Chancen, wenn ich könnte wie ich wollte, aber ich habe immer auf Besserung meines Zustandes gehofft, war schon 2x lange bei Psychologen, habe jahrelang mit mir selbst gekämpft, und irgendwann kam die Resignation. Alles bleibt statisch...

    Während ich das alles realisiere, merke ich, wie mir das Leben die letzten Jahre nur noch wie ein böser Traum vorkommt, aus dem ich nicht mehr aufwache. Schon seit August bin ich an einem Diagnosetermin wegen Asperger dran (Uni Heidelberg), aber auch hier bewegt sich nichts. Mein Hausarzt versteht meine Probleme nicht, wollte sich um einen akuten Psychotherapie-Platz für mich bemühen, bei einer Ärztin wo ich bereits vor Jahren war. Doch auch hier bewegt sich nichts - und um selbst den Telefonhörer in die Hand zu nehmen bin ich zu schwach (bekomme Angstzustände)...

    Die Realität, vor der ich seit gut 3 Jahren unbemerkt flüchte und sie verdränge, ist in meinen "klaren Momenten" so dermaßen hart, dass als einziger Weg Selbstmordgedanken hochkommen, die sehr konkret sind. Ich habe bereits einen genauen Plan, wie ich dies umsetzen würde: Heimlich, still, leise und friedlich.
    Es macht mir keine Angst mehr, daran zu denken, aber irgendwo schlummert in mir noch ein Lebenswille, aber ich sehe keinen Ausweg aus meiner Situation.
    Im Prinzip habe ich mich bereits längst selbst überlebt. Ich erkenne meine eigene Generation schon nicht mehr wieder, und die 4 Jahre jüngeren sind diejenigen, die mir heute auf den Kopf spucken können...

    Was soll ich tun? Von außen wirke ich wie ein zusammengekauerter, fauler und "komischer" Mensch. Dabei leide ich selbst am meisten unter meiner Situation, und mir fehlen die Werkzeuge, mich selbst daraus zubefreien...

    HILFE! WAS SOLL ICH NUR TUN??

    GlG Alex :..(

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  3. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: 23, psychisch krank, es geht nicht mehr...

    Lieber Alex,

    ich kann nachfühlen, wie es dir geht. Dir fehlt vor allem etwas Anerkennung, Zuwendung und Liebe. Ich weiß nicht, ob du an Autismus leidest. Das kann ein Psychologe heraus finden. Ich glaube einfach, du fühlst dich isolliert, ausrangiert und bist gerade völlig überfordert.

    Was kann ich dir raten? Du brauchst erst mal eine Motivation, um weiter zu machen, eine Entlastung und Raum Kraft zu tanken. Hast du mal an ein soziales Jahr gedacht? Finde zu dir, hilf anderen und somit dir selbst und du wirst deinen Weg gehen. Schon mal daran gedacht, einfach ins Ausland zu gehen? Jobben? Die Welt steht dir offen, tue einen Schritt hinaus. Beginne auf jeden Fall mal eine Therapie. Dass du noch nicht weißt, wo es im Leben hingehen soll ist mit 23 normal. Ich habe den Fehler gemacht und "irgendwas" studiert. Mache Praktika in sämtlichen Bereichen. Was tust du gerne? Schreib dir das mal auf. Zeig das mal Jemanden, dem du vertraust, der dir eine berufliche Sparte nennen kann. Komm erst mal zur Ruhe. Du bist noch jung, dein Leben ist nicht weg geworfen !!!! Mach doch ein berufsintegriertes Studium. Das Lernen fällt dir durch den Praxisbezug leichter.

    Kopf hoch!

  4. #3
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    Standard AW: 23, psychisch krank, es geht nicht mehr...

    Hallo Alex,

    Da musst du aber jetzt was machen, ich finde es komisch dass du keinen Therapieplatz bekommst.
    Du solltest dich vielleicht erstmal mit Medikamenten behandeln lassen, denn so alleine kommst du da ja nicht wieder raus. Vielleicht kannst du es mal mit Johanneskraut versuchen, dass hat mir sehr gut geholfen. Dann kommst du vielleicht ein bisschen zur Ruhe und kannst wieder normal schlafen.
    Sonst kannst du ja auch gar nicht arbeiten oder zur Schule gehen.
    Ich wünsche dir alles gute
    Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.

  5. #4
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    Standard AW: 23, psychisch krank, es geht nicht mehr...

    Hallo Alex,

    du hast echt ein Riesenbündel von Problemen auf dem Rücken ... muss absolut furchtbar sein!

    Weißt du, dass du das Recht hast, jederzeit in die Psychiatrie zu gehen, die für deinen Kreis zuständig ist? Es ist den Leuten zwar lieber, wenn man vorher anruft, aber man kann auch jederzeit vor der Tür stehen, wenn man nichts mehr aushält.

    Ich hatte früher selbst viele Jahre lang schlimme Depressionen u. a. und war auch sehr lange so krank, dass ich nicht arbeiten konnte. Trotzdem hab ich durch Therapien und psychische Arbeit an mir selbst wieder den Sprung in ein einigermaßen normales Leben geschafft - auch wenn noch genug zu tun übrig ist, ich bin nicht mehr in der Hölle.

    Ich denke, dass das Allerwichtigste ist, dass du richtige Diagnosen erhältst. Ich würde dir raten, dich auf "alles" testen zu lassen, nicht nur Asperger-Syndrom, damit einfach klar wird, was alles los ist und du dann davon ausgehend dir eine passende Klinik oder Psychiatrie und eine passende ambulante Therapeutin/Therapeuten suchen kannst. Soweit ich weiß, bist du an einer Unipsychiatrie auch am richtigen Ort für eine Diagnostik. Was meinst du damit, dass sich in der Sache nichts bewegt?

    Ich würde mir auch dringend einen neuen Hausarzt suchen. Wenn der Kerl nicht kapiert, wie schlecht es dir geht, dann such dir jemanden, der verstanden hat, dass die Seele etwas Wichtiges ist. Bei der Suche nach einem Hausarzt bin ich immer so vorgegangen, dass ich mir aus dem Telefonbuch diejenigen zuerst ausgesucht hab, die Zusatzausbildungen in Akupunktur, Homöopathie u. ä. vorzuweisen hatten und deren Vornamen eher "jung" klangen. Denn diese Ärzte sind dann meist auch sensibel für seelische Probleme. Natürlich kann man dann trotzdem auf die Nase fallen, man muss die Leute eben persönlich erleben, aber als Ausgangspunkt fand ich diese Aspekte gar nicht schlecht.
    Mir ist klar, dass auch diese Suche wieder eine Belastung für dich würde, aber mit Ärzten und Therapeuten, die dir nicht weiterhelfen können oder wollen, kannst du nix anfangen.
    Wenn du Schwierigkeiten mit dem Telefonieren hast, dann bitte doch deine Mutter anfangs, dass sie das tut. Wenn du einen guten Hausarzt hast, könntest du um schlaffördernde und beruhigende Medikamente bitten. Hast du das bei deinem jetzigen Hausarzt schon versucht? Ich nehme abends auch zwei Medikamente, ohne die könnte ich nicht schlafen.

    Vielleicht magst du mal versuchen, mit dir selbst ein bisschen freundlicher umzugehen und dir so etwa zu sagen: "Ich bin seit langem krank und habe keine Schuld daran, ich hab ewig keine richtige Hilfe bekommen, ich hab kaum Kraft und jede Menge Probleme. Deswegen kann ich gar nicht so weit sein wie die meisten Leute meiner Altersklasse. Ich kann nur langsam einen Schritt in Richtung Gesundheit nach dem anderen tun."

    Ich finde es toll, dass du nach so langer Leidenszeit immer noch ein Fünkchen Hoffnung und den Willen zum "Kampf" hast!

  6. Für den Beitrag dankt: Caius

  7. #5
    Gast
    Gast

    Standard AW: 23, psychisch krank, es geht nicht mehr...

    http://www.hilferuf.de/forum/ich/173...tenzangst.html

    Ich erinnere mich an deinen Thread, lese hier als Gast schon Ewigkeiten....Deine Geschichte ist irgendwie hängen geblieben....

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