Hallo

Mal vorweg: Es geht mir nicht so schlimm wie einigen anderen Usern hier. Dennoch leide ich immer wieder unter der Situation, in der ich mich befinde. Momentan gucke ich beispielsweise ständig auf mein Bankkonto und sehe keinen müden Cent drauf. Als Selbstständige warte ich ständig darauf, dass mich meine Auftraggeber bezahlen, aber natürlich tun die das nicht rechtzeitig. Ich bin nicht so lange so beruflich unterwegs, sodass ich trotz abgelaufener Fristen noch immer auf keinen grünen Zweig finanziell komme, obwohl ich mein Geld verdient habe. Gut, das wird sich wohl regeln nach elendig langer Wartezeit, aber es macht schon traurig mit allem anderen zusammengenommen.

Ich bin als Frischgebackene total panisch beruflich. Ich habe Stress, weil ich mich gut für Aufträge vorbereite, ein Freund sagt mir ständig, ich will 250 Prozent statt 100. Ich kann nicht anders und ich denke so oft drüber nach, was als nächstes kommt, was ich noch tun muss, als käme der Feierabend nie. Gerade setze ich mein Arbeitsmuster aus dem Studium fort: Arbeiten zu ungewöhnlichen Zeiten und kein Wochenende. So arbeite ich immer ein wenig und fühle mich nie entspannt oder habe den Kopf frei. In den Urlaub bin ich jahrelang nicht gefahren, wollte ich ihn doch von selbst erarbeitetem Geld finanzieren, das erst langsam fließt, siehe oben.

Oft habe ich einfach nur genug von mir. Ich suche ständig mein Zeug. Hatte ich vor 5 Minuten noch die Schlüssel in der Hand, kommen sie auf der Suche nach der Geldkarte oder meinem Fahrschein gleich wieder abhanden. Ich denke, ich habe Dinge eingepackt, dabei liegen sie gut auf dem Schreibtisch. Selbst ein Kontrollblick kann mich manchmal vor solchen Fehltritten nicht bewahren. Ich scheine nur von Morgen bis Mittag zu denken.

Mein Haushalt ist in einem erbärmlichen Zustand. Ordnung war schon immer ein vorübergehendes Phänomen bei mir. Es gab nur Totalchaos oder einen erzwungenen Ordnungszustand für unausweichliche Besuche. Besucher empfange es nicht, denn Ordnung kriege ich ja nicht hin. Immer ist da die Angst, beruflich zu versagen, sind da die Dinge, die ich noch am Wochenende für den Beruf machen muss. Am größten ist die Angst, mit gar keinem Geld dazusitzen. Alle Bemühungen umsonst. Eine weitere große Angst ist die davor, dass mein Leben so bleibt, wie es ist, arm und nahezu freundschafts- und partnerlos.

Ich würde gern mal in den Arm genommen werden, liebgehabt werden. Das bleibt mir seit langen Jahren ohne Familie immer versagt. Zusammenkünfte mit lieben Menschen sind für mich Momente hohen Glücks, das ich kaum genießen kann, weil ich nur die Vorstellung habe, dass ich bald wieder ohne Menschen dastehen werde, mich keiner liebt und ich sozial keine Aufgabe zu erfüllen habe ( ich meine das nicht anderen Menschen gegenüber, ein Ehrenamt würde mir da kaum helfen). Ich meine sowas wie ein Mutterdasein, einen festen Platz innerhalb einer Gruppe, das Gefühl von Zugehörigkeit.

Ich bin deswegen rastlos und suche immer nach Wärme. Ich dusche mehrmals am Tag, um mich zu wärmen und zu entspannen. Anders kriege ich das nicht hin oftmals. Solche und andere Methoden wende ich an, um mich nicht so furchtbar fertig und allein zu fühlen...