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Thema: Gibt es einen anderen Weg?

  1. #1
    Gast
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    Standard Gibt es einen anderen Weg?

    Hallo liebe Hilferuf-Community,
    wie viele andere suche ich dringend Hilfe. Da ich sehr viel aus meinem Privatleben erzählen werde, schreibe ich anonym,
    hoffe aber trotzdem auf Hilfe/Ratschläge von euch.

    Ich bin einfach am Ende, nicht aus irgendeiner Laune heraus, nein, ich leide schon mein ganzes, eigentlich noch recht junges leben lang. Geboren wurde ich im Jahr 1992, bin also 21 Jahre alt.

    Schon seit vielen Jahren denke ich an Selbstmord.

    Aufgewachsen bin ich bei drogensüchtigen Eltern. Es war nie leicht, ich bekam sehr wenig Aufmerksamkeit und musste mich schon früh um meine kleinen Geschwister, sowie auch um meine Eltern kümmern. In der Schule war ich anfangs relativ beliebt bzw. einfach eine normale Schülerin. Doch mit der Zeit merkten auch die, dass mit mir bzw. meinen Eltern etwas nicht stimmt. Das ich/wir anders sind. Ich hatte nie schöne Kleidung, meistens nur irgendwas abgetragenes. An Fasching in der Schule war ich die einzige ohne tolles Kostüm, nach den Weihnachtsferien die einzige, die nicht von den tollen Geschenken berichten konnte, auch von tollen Geburtstagsgeschenken konnte ich nie erzählen, da ich nie etwas zum Geburtstag bekommen habe. Weder Party, noch Geschenke. Irgendwann wollte keiner mehr mit mir was zu tun haben.
    Als ich 13 war trennten sich meine Eltern, doch es wurde nicht besser. Meine Mutter lernte einen neuen Mann kennen und heiratete ihn auch recht schnell. Von nun an kam zur Drogensucht auch die Alkoholsucht dazu, ebenso wie die Gewalt meines Stiefvaters. Er hat mich zwar nie geschlagen, doch ich wünschte mir immer, dass er mich schlagen würde, als mich mit diesen Worten zu beschimpfen, die ich mir immer anhören musste. Auch meine Mutter hatte Angst vor ihm, so kam es, dass sie oftmals Dinge, die sie getan hatte auf mich schob. So wurde ich erst von meinem Stiefvater angebrüllt und dann von meiner Mutter geschlagen, weil ich ihm gesagt habe, dass ich nichts gemacht habe. Zum Schluss haben die beiden sich vertragen und sind beide auf mich los, haben mich aus der Wohnung geworfen. Wenn ich Geld für die Fahrkarte zur Schule gebraucht habe, wurde mir oftmals gesagt ich solle doch anschaffen gehen. Im Endeffekt kam es dann, dass ich sitzen geblieben bin aufgrund der hohen Fehlzeit. Natürlich wurde mir gesagt, dass es meine Schuld ist.
    Ich vermute einige von euch denken jetzt, dass meine Eltern, auch wenn sie etwas zu hart gewesen sind, dass ich es teilweise verdient habe, da die meisten Jugendlichen keine Engel sind. Doch ich habe nie etwas getan, war die meiste Zeit zu Hause und habe mich um meine Geschwister gekümmert, nie geraucht, kein Alkohol getrunken, bin nie auf Partys gewesen oder dergleichen; vermutlich auch deshalb, weil ich keine bzw. kaum Freunde hatte.
    Als ich dann 15 war kam Mutter zum zweiten Mal ins Gefängnis. Meine Schwester (zu dem Zeitpunkt 7) und ich zu unserer Oma, mein kleiner Bruder (damals 2) in eine Pflegefamilie (Er wurde von 5 Polizisten, die ihre Hand an der Waffe hatten abgeholt!). Das war, nach all dem was ich bis dato erlebt hatte, das schlimmste überhaupt. Meine Mutter hatte sich nie um ihn gekümmert, das war immer nur ich, sein erstes Wort war nicht "Mama", sein erstes Wort war mein Vorname. Nach 6 Monaten durften meine Schwester und ich ihn das erste Mal wieder sehen. Die Pflegemutter erzählte mir, dass er immer nur nach mir gefragt hat - wegen mir geweint hat. War es bis dahin noch nicht schlimm genug wurde es jetzt nur schlimmer. Meine Mutter, die ja gegenwärtig im Gefängnis saß und mein Stiefvater schoben die Schuld, dass er weg ist auf mich. Ich bekam Hass-Briefe von meiner Mutter aus dem Gefängnis, mein Stiefvater drohte mir und beleidigte mich.
    Von der restlichen Familie war KEINER für mich da. Nachdem bekannt wurde, wie meine Eltern drauf sind (Drogen/Alkohol), haben sie den Kontakt abgebrochen. Was kann ein Kind für seine Eltern?
    Mit 17 hatte ich endlich den Mut und zog von zu Hause aus. Doch wurde es besser? Nein.. Geldprobleme, weil niemand hilft und ich es nicht alleine schaffe, alles zu bewältigen. Bis heute wird alles nur immer schlimmer, die Vergangenheit holt mich laufend ein und ich habe niemanden, der für mich da ist, der mir zuhört.
    Ich habe keine Freunde, keine Familie, nicht.

    Ich sehe für mich persönlich keinen Lichtblick mehr am Horizont.
    Mein Leben ist gar nichts wert. Es gibt niemanden, der trauern würde, wenn ich mein Leben tatsächlich beende. Ich habe schon oft darüber nachgedacht, einen Psychiater aufzusuchen, doch was bringt es? Durch ihn werde ich auch keine Familie bekommen, ich werde trotzdem keinen Rückhalt haben. Es wird trotzdem niemanden geben, der nachts um 3 Uhr ans Telefon geht und für mich da ist, wenn ich ihn brauche.

    Das einzige, was mich davon abhält mich umzubringen ist, dass ich Angst davor habe, dass es nicht klappt und ich dann tagelang mit Schmerzen in meiner Wohnung liegen muss, bis der Tod eintritt. Das ich rechtzeitig entdeckt werde ist ausgeschlossen. Es gibt wie gesagt niemanden, der mich vermissen würde.


    ~Unbekannte Grüße

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  3. #2
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    Standard AW: Gibt es einen anderen Weg?

    Guten Morgen,

    dass du nach Hilfe fragst, ist ein gutes Zeichen dafür, dass du dich noch nicht gänzlich aufgegeben hast.
    Das musst du auch nicht.

    Kein Mensch wird dir eine verkorkste Jugend, mit alle dem, was du schreibst, abnehmen oder ungeschehen machen können. Doch eine Hilfe bekommst du durchaus, wenn du sie an der richtigen Stelle suchst.

    Es gibt mehrere Möglichkeiten Hilfe zu bekommen.
    Einmal über deinen Hausarzt, was den langen Weg darstellt.
    Doch ich würde dir raten, wenn deine Gedanken so verzweifelt sind, auch nachts um drei Uhr, zu einer Klinik für Psychiatrie zu fahren und dich als Notfallpatientin aufnehmen zu lassen.

    In einem Klinikaufenthalt wirst du auch Sozialarbeiter sprechen können, die dir mit deinen häuslichen, bzw. finanziellen Problemen helfen können.

    Nur Mut!
    Selbstaufgabe sollte für dich keine Lösung sein, du solltest noch viel bekommen können in deinem Leben, und viel geben können, wenn du mal selbst eine eigene Familie haben wirst.
    Erinnere dich dann gut daran, das Leben deiner Kinder schön zu gestalten, was dir leider durch unverantwortliche Eltern versagt blieb.
    Wie gesagt, eine Vergangenheit kann man nicht rückgängig machen, eine Zukunft jedoch weitgehend selbst bestimmen und auch sein Glück finden.

    Ein Mensch kann und muss manchmal viel Leid hinnehmen und ertragen, auf vieles verzichten im Leben, doch eine Hoffnung, dass jederzeit alles besser werden kann, darauf sollte man niemals verzichten.
    Gib dich nicht auf, du bist es wert, um dich zu kämpfen... !

    Viel Glück und Stärke
    LG
    Rhenus
    _________________________________________________________________________________________________

    Rechte Radikalität ist die Angst vor der Freiheit des Lebens und noch größere Angst, sie anderen zu gestatten.

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