Hallo an alle,

wie viele im Forum bin ich im Moment total fertig mit der Welt.
Um die Situation zu erklären, muss ich allerdings ein bisschen ausholen.


Ich bin bei meiner alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. Seit meiner Kindheit habe ich in unregelmäßigen Abständen extreme Angstzustände (manchmal in Wochenabständen, manchmal 1-2 Jahre gar nix). Ich konnte in der Schulezeit z.B. nie mit auf Klassenfahrten fahren (wegen der Ängste).
Besonders schlimm war dies nach dem Tod meines Großvaters (da war ich ca. 10 Jahre alt). Die Folge war, dass ich nicht mehr zur Schule gehen konnte und immer bei meiner Mutter sein wollte (Tag und Nacht. Bin mit ihr zur Arbeit gefahren usw.). Das Resultat war ein stationärer Aufenthalt in einem Kinderkrankenhaus. Danach war erstmal Ruhe was die Ängste angeht.

Seit 2005 bin ich dann mit meiner damaligen Freundin zusammen gekommen (erste richtige Freundin).
Im Jahre 2007 habe ich mein Abitur gemacht und anschließend den Zivildienst (auch hier hatte ich die ersten paar Wochen Angstzustände, die sich aber gelegt haben).
Im Jahre 2008 habe ich dann angefangen Jura zu studieren (auch hier am Anfang Angstzustände und Panik). Das Studium lief dann aber recht gut.

In 2010 bin ich dann mit meiner Freundin zusammengezogen. Von da an ging unsere Beziehung leider total in die Brüche. Sie hat eine Abendschule besucht und war kaum noch zu Hause. Am Wochenende wollte sie ihre Ruhe haben. Dadurch ging es mir immer schlechter (Angstzustände wegen evtl. Trennung, da ich gespürt habe, dass etwas nicht stimmt) und ich habe noch mehr an ihr geklammert. Ich habe auch eine Therapie begonnen, weil meine Freundin und ich sehr unter meinen Depressionen gelitten haben (Die Therapie ist allerdings seit Januar 2013 vorbei, da die Stunden verbraucht sind).
Mein Studium lief in dieser Zeit auch schlechter. Ich habe aber alle erforderlichen Scheine bekommen.

Im Juli 2012 hat mich meine Freundin dann verlassen, was ein totaler Schock für mich war. Ich habe es jedoch irgendwie geschafft im November 2012, meine Schwerpunktprüfung im Studium zu bestehen. (Diese Prüfung ist bereits Teil des 1. Staatexamens und macht ca. 30% der Endnote des Studiums aus).
Manchmal sehen meine Ex und ich uns noch auf Feiern und können ganz gut miteinander reden. Wir haben aber beide noch keinen neuen Partner.

Seit November 2012 (und nach der Prüfung) habe ich nix mehr für die Uni gemacht. Ich habe allerdings seit Oktober eine eigene kleine Wohnung (die Miete zahlt meine Mutter / zurück zu meiner Mutter zu ziehen wäre auch mit Absprache in der Therapie nicht gut) und ich arbeite in einer Kanzlei auf 400€ Basis als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Außerdem bin ich seit 4 Jahren ehrenamtlich tätig.
Meine Mutter hat mich seit November auch in Ruhe gelassen, da sie gemerkt hat, dass ich die Zeit brauche um über die Beziehung, die immerhin 7 Jahre gehalten hat, hinwegzukommen.

Ich war nun von Anfang Juli bis letztes Wochenende mit meiner Mutter auf einer USA Reise, die 2 1/2 Wochen gedauert hat. Alleine kann ich mir sowas logischerweise nicht leisten.

Von der bestandenen 1. Prüfung (November 2012) bis zum letzten Wochenende (21.07.2013) ging es mir echt gut. Ich habe viel mit Freunden unternommen und hatte die Trennung eigentlich recht gut verarbeitet.


Jetzt fängt meine Mutter jedoch langsam an Druck zu machen, was das 1. Staatsexamen angeht. Was ich natürlich nachvollziehen kann (Stichwort: Miete). Und es war auch abgesprochen, dass ich relativ schnell nach dem Urlaub mit der Vorbereitung für das Examen anfange, da meine Mutter natürlich nicht immer meine Miete zahlen kann.
(Für die, die es nicht wissen: Im 1. Staatsexamen muss man den ganzen Stoff aus dem Studium können. Also aus ca. 4 Jahren. Man schreibt dann 6 Klausuren in kurzer Zeit, aus der sich eine Endnote bildet. Alle vorherigen Klausuren aus dem Studium spielen dabei keine Rolle. Die Vorbereitungszeit beträgt ungefähr 1 Jahr)

Und hier fängt meine erneute Misere nun an... Seit Sonntag plagen mich extreme Angstzustände. Ich kann nicht mehr schlafen und habe die letzten Nächte auf dem Sofa in der Wohnung meiner Mutter geschlafen, da ich es alleine nicht ausgehalten habe in meiner Wohnung.

Ich habe Angst vor diesem einem Jahr nur Lernen...
Ich habe Angst zu versagen und in einem Jahr, dann im Alter von 26 oder 27 mit "Abitur und Führerschein" da zustehen und sonst nix zu haben. Ich beführchte dann quasi mit 26 oder 27 "unter der Brücke" zu landen...
Der Druck ist jetzt schon so groß und ich habe noch nichtmal angefangen zu lernen (Der Wiederholungs-Kurs den ich machen wollte beginnt im Oktober).
Ich kann mir nicht vorstellen diese große Masse an Lernstoff jemals zu können und 5-6 Jahre verschwendet zu haben ohne einen Abschluss zu erziehlen...
Ich habe Angst die falsche Entscheidung getroffen zu haben was das Studium angeht... Nicht das mich Jura nicht interessiert, aber evtl. ist es doch zu schwer...
Ich bemittleide mich selber, dass ich nicht zuerst eine Ausbildung gemacht habe und evtl. danach ein Studium...
Im Falle eines scheiterns habe ich nix....
Mit tut meine Mutter leid, da ich wieder so traurig und antriebslos bin, was natürlich auch meine Mitmenschen merken und belastet...

Es ist eine Art Teufelskreis... Ich habe Angst vor dem einen Jahr lernen aber die Angst blockiert mich schon jetzt bevor es überhaupt losgeht...