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Thema: Ich würde gerne mein Leben so leben, wie ich will, darf aber nicht

  1. #1
    Gast
    Gast

    Standard Ich würde gerne mein Leben so leben, wie ich will, darf aber nicht

    Hallo,
    ich bin 22 Jahre alt und studiere Wirtschaftsrecht. Ich hasse es!
    Habe mich nach dem Abitur für dieses Studienfach entschieden, weil ich es mir einfach ganz anders vorgestellt habe. Klar, ich hätte mich vielleicht im Vorfeld besser informieren sollen, aber das ist mir jetzt bewusst. Eigentlich komme ich generell im Moment nicht zu recht.

    Angefangen hat alles in der 11. Klasse auf dem Gymnasium. Wusste, dass ich die Klasse nicht schaffe und habe mich dann - heimlich, nach meinem 18. Geburtstag - an der Fachoberschulee angemeldet (heimlich, weil mein Vater das nie unterstützt hätte). Als mein Vater dies erfahren hat, war er stinksauer, enttäuscht, hat mich als zu dumm für das Abitur bezeichnet usw.
    Das Ende vom Lied: ich habe mein Abitur auf der Fachoberschulee mit einem Durchschnitt von 2,3 bestanden. Also Durchschnitt.
    Statt dass sich mein Vater darüber freut, sagt er, ich habe nur ein zweitklassiges Abitur. Klar, es ist "nur" Fachabi, aber ich kann damit an jeder FH studieren.
    Das Problem war dann, mir zu überlegen, was ich nach der Schule machen möchte.
    Hatte lange keine Ahnung und wollte eigentlich verschiedene Praktika machen, um Einblicke in unterschiedliche Berufe zu bekommen. Doch jeden Beruf, in den ich reinschnuppern wollte, hat mein Vater sofort abgelehnt. Da verdienst du später nichts, dazu hast du kein Talent usw.
    Das mit dem Verdienst sollte eigentlich kein Kriterium dafür sein, sich für einen Beruf zu entscheiden. Doch ich werde wohl später einmal ein Erbe in Form von 25 Wohnungen antreten, die alle vermietet und in Stand gehalten werden müssen. Dazu muss ich Geld verdienen, denn die Mietpreise sind bei uns in der Region sehr niedrig. Die Wohnungen werden sich wohl gar nicht rentieren, eher werd ich draufzahlen. Dazu kommt, dass ich noch den Kredit für die Komplettsanierung der Wohnungen abbezahlen muss, wenn meine Eltern nicht mehr sind.
    So, jetzt sollte ich wie mein Vater etwas in der Baubranche machen, dass ich vielleicht einiges dann selbst in die Hand nehmen kann. Leider fehlt mir dazu das mathematische und technische Verständnis und Interesse.
    Ich stand also nach dem Abitur sehr unter Druck und musste mir etwas überlegen. Wenn kein Ausbildungsberuf für meinen Vater gut genug ist, dann eben ein Studium... Aber welches? Aus Verweiflung habe ich mich für Wirtschaftsrecht entschieden.
    Naja, nach dem 1. Semester hatte ich einen Nervenzusammenbruch, Schlafstörungen und Depressionen... Denke ich, konnte mich aber nicht behandeln lassen, weil solche Sachen laut meinem Vater nur Modeerscheinungen sind. Psychische Krankheiten meine ich. Ich hasse das Studium so sehr, dass ich nicht lernen kann. Aus Angst daran zu denken. Ich schiebe das Lernen in der Prüfungsphase so lange vor mir her, wie irgend möglich. Ich habe Angst in die FH zu gehen, will aber auch so wenig wie möglich daheim sein, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen... Ich muss auch das Thema Studium zu Haus komplett meiden, da er sonst durchdreht und mich anschreit. Ich solle mich auf meinen Arsch setzen und lernen.
    Ich habe ihm nach dem 1. Semeter gesagt, dass ich gerne eine Ausbildung machen würde... Es war ihm wieder nichts gut genug. Jetzt bin ich im 3. Semester, weiß, dass ich das Studium nicht schaffen werde, kann aber nicht einfach aufhören.
    Ich will was aus mir machen, doch ich weiß nicht wie. Konnte ja dank meines Vaters bisher keine Berufserfahrung sammeln.
    Meine Stütze sind zur Zeit nur meine Mutter und mein Freund. Die beiden unterstützen mich und würden mir auch gerne helfen, nur leider kommen sie gegen meinen Vater nicht an. Mit meinen Freundinnen kann ich darüber nicht reden... Sie verstehen mich nicht. Sie durften nach der Schule die Berufe lernen, die sie wollten. Sie verstehen nicht, warum ich das nicht auch einfach macht.
    Ich ja auch nicht... Ich will es meinem Vater recht machen. Ich glaube, er hätte lieber einen Sohn, der in seine Fußstapfen tritt. Das bin ich aber nicht und somit bekomme ich 0 Wertschätzung, geschweige
    denn irgendeine Form von Zuneigung. Ich will, dass er irgendwann stolz auf mich sein kann. Ich wollte schon oft ausziehen, doch dazu fehlt mir das Geld... Ich will einfach einen Beruf erlernen, der mir Spaß macht und von dem ich eines Tages gut leben kann. Doch ich weiß einfach nicht, wie ich ihn davon überzeugen kann, dass ich kein Studium brauche um später nicht am Hungertuch zu nagen... Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Früher oder später werde ich mein Studium beenden müssen, weil ich es nicht schaffen werde. Und dann? Dann hab ich nichts. Weder einen Vater, der mich akzeptiert, noch ein Gehalt.
    Will auch nicht weg von hier, denn ich habe hier eben die beiden Menschen, die mir überhaupt noch Halt geben.
    Ich weiß nicht, ob mein Problem rübergekommen ist, hoffe es aber. Ich weiß auch gar nicht so recht, was ich mir hier erhoffe. In erster Linie will ich wahrscheinlich etwas Balast loswerden und hoffe auf irgendwelche Tipps...
    Ich würde gerne eine Ausbildung zur Industriekauffrau machen... Oder Medienkauffrau bei einer Zeitung. Hunde liebe ich über alles, nur leider kann ich auch nicht zur Polizei gehen und den Beruf der Polizeihundeführerin anstreben, da mein Vater 1. einen Hass gegen alle Beamten hat und ich 2. wohl auch nicht die körperlichen Voraussetzungen erfülle. Bin nichtmal 1,60 groß und auch nicht sportlich genug... Was man jedenfalls von den Einstellungstests so hört.


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  3. #2
    Cora68
    Gast

    Standard AW: Ich würde gerne mein Leben so leben, wie ich will, darf aber nicht

    Naja, da Du es Deinem Vater sowieso nicht rechtmachen kannst (und auch nicht musst) - ist es doch eigentlich egal, welche Ausbildung oder was auch immer Du anstrebst - Hauptsache, Du stehst möglichst bald auf eigenen Füßen und kannst diesem Tyrannen (auch wenn's der eigene Vater ist) aus dem Weg gehen...

  4. Für den Beitrag dankt:

  5. #3
    Registriert Avatar von Peachly
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    Standard AW: Ich würde gerne mein Leben so leben, wie ich will, darf aber nicht

    Warum so kompliziert? Mach entweder das, was dein Vater will oder das, was du willst.
    "Es gibt eine Theorie, die besagt, daß, falls jemals irgendwer herausfindet, wozu und warum das Universum da ist, es augenblicklich verschwindet und durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt wird. Es gibt eine andere Theorie, die davon ausgeht, daß sich jenes bereits ereignet hat." (Adams)

    "Wer Toleranz für Intoleranz fordert soll doch bitte ein bisschen Toleranz für meine Intoleranz gegenüber seiner Intoleranz aufbringen. Wo kommen wir denn sonst hin?" (keine Ahnung)

  6. #4
    Monarose
    Gast

    Standard AW: Ich würde gerne mein Leben so leben, wie ich will, darf aber nicht

    Klar darfst du leben, wie du willst.

    Such dir einen Ausbildungsplatz und zieh aus.

    Dein Vater ist ein aufgeblasener, kleiner Despot und wird sich nicht ändern.

    Wahrscheinlich kuscht deine Mutter auch und er denkt, er sei Gottvater persönlich...

    Lach ihn aus.

    Auf seine Buden bist du nicht angewiesen.

    Verkauf den Scheiß, wenn es soweit ist.

    Und lebe endlich!

    Meine Güte, du bist erwachsen!

  7. Für den Beitrag danken: spamburger

  8. #5
    Mr. Pinguin
    Gast

    Standard AW: Ich würde gerne mein Leben so leben, wie ich will, darf aber nicht

    Du hast (noch) eine ziemlich starke emotionale Abhängigkeit zu deinem Vater. Er ist aber kein Übermensch und hat kein Recht über dein Leben zu bestimmen. Lass dich nicht einschüchtern und mache, was du als richtig für dich hältst. Sonst hast du nur weiter Stress und bist unglücklich, und so ein Leben tröpfelt schnell dahin. Also Ausbildung suchen und ausziehen. Was der daheim weiter rumschreit, kann dir egal sein.

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