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Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: einmal Opfer immer Opfer !?

  1. #1
    wüstensand
    Gast

    Standard einmal Opfer immer Opfer !?

    Hallo,

    ich wurde in meiner Kindheit emotional missbraucht.
    Nun bin ich 30 Jahre alt und mir passiert es immer mal wieder, ich kann oft nicht auseinander halten, was ich will,w as der andere will, was jemand darf, wo für mich Schluß ist oder wo ich zu empfindlich bin oder ähnliches.
    Ich kenne es sogar das ich meinen Willen verliere, wenn ich erpresst werde (zum Beispiel dadurch das man sich mir gegenüber dann unangenehm benimmt, weil ich einen anderen Willen habe) das führt dann dazu das ich keinen "Spaß" mehr an meinem eigenen Willen habe und ins Wanken komme.

    !Ich schaffe öfter Distanz zwischen mir und anderen Menschen, dabei ist es nicht entscheidend, ob jmd sich mir positiv nähert oder anders, denn ich kann es wie schon angedeutet leider oft gar nicht unterscheiden!!


    Nun möchte ich natürlich nicht ewig allein bleiben oder mich unwohl fühlen unter Menschen, sondern lernen, meinen eigenen Willen und mein eigenes Gefühl zu festigen und überhaupt deutlich wahrzunehmen.
    Dummerweise sind die wenigen Beziehungen die in meinem Leben bestehen noch immer geprägt von grenzüberschereitenden Handlungen anderer. Ich bin also überempfindlich und übe das "nein" mit Einbrüchen und riesen Gewissensbissen. Ich fühle mich nicht sicher und irgendwie allein, das niemand an meiner Seite ist und ich nur akzeptiert bin, wenn ich mache was man von mir verlangt wird und das ich ansonsten von allen abgesondert werde, wie ein Löwenbaby in der Wüste zurückgelassen werde.

    Also wie kann ich anfangen mehr an mich zu glauben, denn ich brauche diese Menschen nicht, die so mit mir umgehen und wenn sie mich dann aussortieren, soll es mir doch egal sein, denn so ist doch nicht jeder Mensch und ich werde auch allein klar kommen können....?
    Das klingt vielleicht etwas übertrieben, aber ich habe da regelrechte Todesangst, das mir etwas angetan wird, wenn ich nicht spure.
    Ich neige mitlerweile auch mal zu Aggressionen, weil es mich einfach rasend macht, wenn andere mich einfach ungefragt in ihre Pläne mit einbeziehen oder versuchen mich zu übergehen, ihre Launen an mir auslassen oder mir vermitteln sie könnten Ansprüche an mich stellen u.ä, ich möchte aber natürlich nicht ständig ablehnend rüberkommen...

    Also versteht ihr mein Problem, weiß jemand Rat, unterstützende Hinweise, Verhaltensregeln oder Übungen?

    Dankbar für Antworten

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  3. #2
    bathroom
    Gast

    Standard AW: einmal Opfer immer Opfer !?

    Kommt drauf an, ob DU dich daraus befreien willst, wenns nicht anders geht, mit Hilfe.

  4. #3
    Lenja
    Gast

    Standard AW: einmal Opfer immer Opfer !?

    Zitat Zitat von wüstensand Beitrag anzeigen
    Dummerweise sind die wenigen Beziehungen die in meinem Leben bestehen noch immer geprägt von grenzüberschereitenden Handlungen anderer.
    Hallo Wüstensand,

    wenn solche Grenzüberschreitungen in meinen Beziehnungen auftreten, empfinde ich sie immer als ein Versuch des Anderen, mich, meinen Willen für sich zu vereinehmen, dem eigenen Willen zu unterordnen. Und wenn es ihm mal gelingt, spüre ich, wie die natürliche, "gesunde" Distanz zwischen uns aufgehoben wird und ich mit ihm "verschmelze". Ich werde wie ein Teil von ihm und kann mich selbst und meinen eigenen Willen nicht mehr richtig spüren.

    Doch zu große Distanz in Beziehungen wiederum, kann zur Einsamkeit und gegenseitigen Entfremdung führen, habe ich festgestellt. Jeder kann zwar sich selber, den eigenen Willen gut spüren, doch den Anderen - leider nur kaum.

    Das Optimale liegt, glaub ich, wie immer, in der Mitte zwischen den beiden Extremen: der Verschmelzung und der Entfremdung. Für mich ist das die gegenseitige Verbundenheit.

    Ich stelle mir sie, als unsichtbare, kürzere oder längere Fäden vor, die mich mit den Anderen verbinden, doch auch gleichzeitig erlauben, die nötige Distanz zwischen uns zu halten, so dass wir uns voneinander unterscheiden können, unsere Andersartigkeit und Abgetrennheit wahrnehmen können. Solche Beziehungen sind auch meiner Meinung nach "haltbarer" und gleichzeitig bereichernder.

    Alles Gute dir
    Lenja

  5. Für den Beitrag dankt:

  6. #4
    wüstensand
    Gast

    Standard AW: einmal Opfer immer Opfer !?

    ich kann mir gut vorstellen das ich mich manchmal selbst zum Opfer mache, weil ich zu viel schweige, weil ich mich oft nicht genug einbringe und den Rückzug antrete. Es kostet mich viel Kraft und Überwindung auf Menschen zuzugehen, mich überhaupt einzulassen, z.B. wenn für mich etwas nicht in Ordnung oder nicht ganz klar ist. Genauso fällt es mir aber auch schwer anderen positive Gefühle zu zeigen. Auch mich selbst als Persönlichkeit (vor heutzutage, wo ich schon so viele Aggressionen aufgestaut habe) zu zeigen fällt mir doll schwer.
    Und oft bin ich so unsicher, das ich gar nicht rausgehen mag und der Gedanke mit mehreren Menschen zusammen sein zu müssen mir die Kehle zuschnürt.
    Die Gefühle die da hochkommen, wenn ich über meinen Schatten springe sind hart, wirklich hart. Ich muss dagegen ankämpfen weglaufen zu wollen und dann habe ich jetzt oft das Problem nicht unbedingt den richtigen Ton zu treffen und mein Gegenüber mit meinen (unrealistischen) Ängsten zu konfrontieren und wenn es nur so unterschwellig ist. Ich bin echt schwierig und weiß manchmal nicht auf welche meiner Sorgen ich reagieren muss.
    Ich denke ich reagiere dann manchmal etwas zu spät und dann ein bißchen zu heftig (nicht stark heftig, leicht unsachlich vllt)

    Ist etwas nicht ganz klar und ich muss zwischen den Zeilen lesen, lese ich irgendwann etwas Bedrohliches.
    Dabei weiß mein Verstand meist das es nicht sein kann.
    Es kann höchstens mal sein das jemand seinen Vorteil sucht, aber eben nicht davon ausgeht das es mir schadet. wenn ich mich nicht äußere. Mir werden eben Entscheidungen abgenommen...weil ich unsicher bin. *peinlich* Ich bin nicht klar und schiebe Entscheidungen vor mir her...

    Dazu kommt das ich schnell reizüberflutet bin unter Menschen. Es kommt mir manchmal so vor als würden mir die Gefühle der anderen als Aufforderung an mich regelrecht gegen den Kopf geknallt und dann bin ich oft erstmal durcheinander, damit beschäftigt meine Mitte wiederzufinden....und obwohl der andere gar nichts sagt habe ich schon das Gefühl überrumpelt zu werden.
    Ich spüre andere manchmal mehr als mich selbst, schon komisch und schräg....

    (tut gut das mal aufzuschreiben)

  7. #5
    wüstensand
    Gast

    Standard AW: einmal Opfer immer Opfer !?

    Zitat Zitat von Lenja Beitrag anzeigen
    Hallo Wüstensand,

    wenn solche Grenzüberschreitungen in meinen Beziehnungen auftreten, empfinde ich sie immer als ein Versuch des Anderen, mich, meinen Willen für sich zu vereinehmen, dem eigenen Willen zu unterordnen. Und wenn es ihm mal gelingt, spüre ich, wie die natürliche, "gesunde" Distanz zwischen uns aufgehoben wird und ich mit ihm "verschmelze". Ich werde wie ein Teil von ihm und kann mich selbst und meinen eigenen Willen nicht mehr richtig spüren.
    Ja, genau das passiert mir ständig. Ich denke das es meine Schuld ist, bzw meine Schwäche das ich durch meine Unsicherheit geradezu "Einladungen" verteile, ich merke das schon lange und arbeite daran und es frisst mich manchmal echt auf.
    Ich schaffe es mal, dann schaffe ich es mal wieder nicht, dann reagiere ich zu spät und steck schon in der Scheiße und pooh- ich weiß ich bin das Problem. Ich stehe nicht mit beiden Füßen auf der Erde!
    Ich arbeite dran und bin immer wieder mal so durch den Wind, finde mich selbst nicht. Ich hoffe das das kein Lebensprojekt ist, denn so macht es mir keinen Spaß mit anderen Menschen zusammenzusein, es ist zu anstrengend, wenn ich ständig drauf achten muss, anstatt mich einfach einlassen zu können und Gemeinsamkeit genießen kann. (das sind Ängste vor irgendeiner Art von Übergriff auf mich, auch recht stark, ich spüre es körperlich)
    Die ersten Minuten sind meist am schlimmsten, ich muss mich in einer neuen Situation immer erst wieder einfinden, auch wenn ich zum selben Ort gehe, mit den gleichen Menschen zusammen bin. Ich muss mich immer erst suchen und abgrenzen, also den Boden unter den Füßen finden, bevor ich in Kontakt gehen kann. Das heiß nichts anderes als das ich immer so meine fünf Minuten (oder mehr) brauche in größeren Menschenmengen...das funktioniert einigermaßen.
    ???Verstehen tue ich mich da aber nicht so ganz.
    Meine eigene Unsicherheit nervt mich und macht mir da Leben schwer.

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