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Thema: Wie kann ich für mich den richtigen Mittelweg finden?

  1. #1
    Gast
    Gast

    Standard Wie kann ich für mich den richtigen Mittelweg finden?

    Hallo Ihr,

    ich bin 31 Jahre alt, weiblich.

    Es geht darum das mir immer mehr bewusst wird mich im Dschungel des sozialen Miteinanders nicht so richtig zurechtzufinden!
    In den letzten Jahren sind bei etliche Bekanntschaften und Beziehungen zerbrochen und in Jobs hatte ich auch diverse Probleme.
    Es geht um das Problem Schüchternheit und mangelndes Selbstvertrauen.
    Als Kind war ich zuerst nur zurückhaltend und in mich gekehrt. Ich war eher unauffällig und konnte mich stundenlang allein beschäftigen. An anderen Kindern hatte ich relativ wenig Interesse.
    In der Grundschule wurde mir schnell bewusst das ich abgelehnt wurde. Ich wurde immer schüchterner und ängstlicher, ließ aber auch manchmal meinen Aggressionen freien Lauf, indem ich massiv den Unterricht störte.
    Ich hatte Probleme damit einzusehen, das ich Dinge lernen sollte die mich überhaupt nicht interessierten!
    In der weiteren Schulzeit versuchte ich mich soweit wie möglich anzupassen doch leider merkte ich immer mehr das ich anders war als andere. Wobei ich mein "Anderssein" nicht richtig definieren kann. Ich war nicht so locker wie andere und irgendwie gelang es mir nie spotan mit anderen Spaß zu haben oder mich zu freuen.
    Daran war sicher meine Schüchternheit schuld, aber ich fühlte mich immer von innen ausgebremst und blockiert.
    Wenn ein Ausflug anstand oder eine Weihnachtsfeier und alle begeistert grölten und klatschten, saß ich schon fast teilnahmslos dabei. Ich verstand auch nie den Ehrgeiz den andere beim Mannschaftssport entwickelten oder wie sie Mitschüler bei Leichtathletik anfeuerten.
    Klassenfahrten waren mir verhasst, weil ich es schlimm fand den ganzen Tag mit Menschen, die ich teilweise verachtete, um mich zu haben.
    Wenn sie abends noch fröhlich feierten, kapselte ich mich ab und legte mich ins Bett.
    Ich wurde gemobbt weil ich die Langweilerin war.
    Irgendwann wurde mir bewusst das es so nicht weitergehen konnte und ich beschloss offener auf andere zuzugehen.
    Doch anscheinend wählte ich den falschen Weg, denn die Art und Weise, wie ich es tat, kam überhaupt nicht gut an!
    Wenn ich jemandem meine Meinung sagte, hieß es das ich frech und unverschämt wäre.
    Ich bemühte mich um Diplomatie, aber anscheinend habe ich kein Händchen dafür.
    Manchmal machte ich mir mit einem einzigen Satz alles kaputt, so dass derjenige mit mir danach nie wieder etwas zu tun haben wollte. Dabei hatte ich es meistens gar nicht böse gemeint, aber es kam so an.
    Ich war bis zu einem gewissen Zeitpunkt geduldig bis ich mir dachte, ich muss jetzt mal was sagen. Doch ich schaffte es trotz Bemühen nicht höflich mein Anliegen oder meine Kritik vorzubringen und wurde verletzend.
    Damit habe ich mir auch mal zwei Arbeitsstellen versaut, weil zwei Vorgesetzte mich als Fremdkörper empfanden und ich irgendwann pampig wurde und mir alles verscherzte.
    Es ist bei mir auch so das ich Probleme habe mich an einem Arbeitsplatz zu integrieren.
    Wenn ich Menschen kennenlerne, beginne ich schnell sie zu analysieren. Dabei musste ich leider schon oft feststellen das viele mich einfach nur nerven, weil ich ihr Reden und ihr Getue als furchtbar oberflächlich empfinde.
    Es fällt mir schwer mich da reinzudenken, was an Urlaubsfotos oder Hochzeitsvorbereitungen interessant sein soll das man das überall in der Firma herumzeigt. Oder wenn ein Baby herumgetragen wird und jeder verzückt "oh wie süß" ruft!
    Natürlich mache ich mich damit unbeliebt wenn ich so desinteressiert dabei sitze.
    In der Mittagspause gehe ich oft allein spazieren oder gehe einkaufen.
    Es ist nicht so das mich andere grundsätzlich egal sind aber ich weiß oft nicht was ich sagen soll.
    Denn ich habe oft die Erfahrung gemacht das es meistens oft nicht erhört wird, wenn ich was zum Gespräch beitrage. Oder man guckt mich ganz missmutig an.
    Überhaupt nicht mag ich es wenn mich jemand beim Arzt im Wartezimmer anquatscht oder ein Auto hält und jemand nach dem Weg fragt. Denn ich möchte nicht zu einer Kommunikation gezwungen werden und habe oft Probleme den Weg dann zu erklären.
    Dazu habe ich das Problem, das Leute mir oft was einreden wollen was nicht so ist, wahrscheinlich weil ich trotzdem noch schüchtern rüberkomme.
    Wenn z.B. ein Mann was von mir will, ich aber klar mache das ich kein Interesse habe, kommt oft der Spruch:"Du bist doch nur zu schüchtern und traust Dich nicht!"
    Oder wenn ich zu einer privaten Feier eingeladen werde und nicht recht weiß, ob ich da hinsoll, aus Höflichkeit aber nicht absagen will. Dann heißt es auch das ich nur zu schüchtern bin. Dabei will ich gar nicht, weil ich nicht weiß worüber ich mit Fremden reden soll! Ich sitze dann da rum, sage nichts und starre verschiedene Leute an weil ich ja nicht die ganze Zeit gegen die Wand gucken kann. Schiele immer wieder auf die Uhr wann endlich kurz vor Mitternacht ist und ich mich endlich als eine der ersten verabschieden kann.

    Hoffentlich ist mein Text nicht zu wirr und ihr könnt mein Problem nachvollziehen.
    Ich bin den meisten Menschen wohl zu zurückhaltend, ecke aber oft durch undiplomatisches Verhalten an.
    Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen wie ich das ändern kann?

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  3. #2
    adele
    Gast

    Standard AW: Wie kann ich für mich den richtigen Mittelweg finden?

    Hallo Du,

    hier hast du eine sehr gute Plattform gefunden, wo du mit Menschen in Kontakt kommen kannst und ganz anonym üben kannst, mit anderen zu reden- oberflächlich Small Talk aber auch tiefergehende Gespräche; mit netten Menschen und auch mit nicht so netten. Und mit ganz normalen, die manchmal nett sind und manchmal nicht ;-) Auch mit Kritik umgehen und wie man Sachen sagt, die die anderen nicht so gerne hören - eben alle die Dinge, die man so im sozialen Leben braucht.

    Ich würde dir raten, melde dich hier an und versuch dich einzubringen. Da kannst Du sehr viel lernen, um dich im Dschungel des sozialen Miteinander (gutes Bild!) zurecht zu finden.

    Ich persönlich kann Dein Problem sehr gut nachvollziehen, bin selbst auch nicht so kompatibel und ecke dann oft an. Aber ich bin nicht schüchtern und da ecke ich dann noch mehr an , anecken ist unangenehm aber irgendwie auch lehrreich und in der Summe immer noch besser als so durchzuflutschen - finde ich jedenfalls.

    Hoffe DIch bald hier zu lesen :-) Adel

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