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  1. #1
    Wilfred
    Gast

    Standard Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Hallihallöchen liebe Leute,

    ich habe noch nie darüber gesprochen oder mir wirkliche Gedanken darüber gemacht, bis heute. Ich sehe wirklich die Schönheiten auf der Welt, zumindest in der Natur empfinde ich jede Kleinigkeit als wunderschön.
    Ganz anders aber bei Menschen. Ich hasse die meisten regelrecht. Und ich erkenne, dass mein Weltbild und meine Einstellung eigentlich total krass, wenn nicht sogar krank, ist.

    Ich weiß nicht, woher das kommt, macht es die Erfahrung oder sonstiges, ich kann es mir nicht erklären. Es gibt nur wenige Menschen, die ich für mich selbst als "gut" zu definieren vermag. Der Rest sind Idioten und totale Vollpfosten, zumindest sehe ich das so.
    Ich kann Menschen, die nicht empathisch sind, überhaupt nicht ausstehen. Ich hasse sie, und davon gibt es leider zu viele auf dieser Welt.

    Und hier befinde ich mich wieder im Zwiespalt: Schon in meinen Kindheitstagen kristallisierte sich das "Helfer-Syndrom" klar heraus. Ich möchte Jugendlichen und Kindern helfen, die wie ich, nie einen Mentor hatten und denen es absolut schlecht geht. Die alleine nicht mehr zurecht kommen und die wirklich Hilfe brauchen. Nicht nur Jugendlichen, sondern andere Menschen, die WIRKLICH Hilfe brauchen, möchte ich helfen.

    Es ist wie verhext. Ich hasse Menschen und möchte Menschen helfen. Der Grat zwischen "Gut" und "Böse" bei mir ist nicht gerade groß, die meisten sehe ich eben als zweiteres an, als schlecht.

    Das Problem ist, dass ich damit in meiner Umwelt nicht zurecht komme. In der Arbeit sind sowieso alle Idioten (niemand dort hat je was von Empathie gehört) und in meinem Wohnort gibt`s auch kaum bessere Leute. Andernorts geht es mir da nicht anders.
    Ich bin mit mir selbst im Zwiespalt und daran zu denken, dass meine Einstellung gegenüber anderen so krass ist, gibt mir wirklich zu bedenken.

    Jetzt frage ich euch: Ist das normal? Oder sollte ich etwas dagegen tun? Kennt das jemand, dem es so ähnlich geht wie mir?
    Ich danke schon im Voraus für Antworten und entschuldige mich, sollte dieser Text etwas verwirrend sein, ich hatte heute soviele Gedanken, es war mir kaum möglich, all diese in Worten zu fassen, und das auch noch in einem relativ kurzem Text.

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  3. #2
    Gast - Elvis
    Gast

    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Hallo,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Mir geht es ähnlich. Die meisten Menschen kann ich nicht leiden, weil nicht nachvollziehen kann, dass sie immer zu an den eigenen Vorteil denken oder anderen absichtlich weh tun, anderen nicht helfen wollen, damit es ja keiner besser hat als man selbst. Viele Menschen sind berechnend und viele Freundschaften sind keine echten Freundschaften. Das ist auch der Grund, warum ich dann lieber alleine bin. Ich helfe sehr gerne anderen Menschen, auch auf der Arbeit lehre ich neue Mitarbeiter alles, was ich auch kann ohne Hintergedanken. Ich weiß, dass es andere Kollegen nicht so machen. Sie haben Angst, der Status des anderen könnte sich bessern. Es gibt Menschen, die würde nie etwas für andere tun nur damit sie sich ja nicht gut fühlen oder besser als man selbst. Das du dich von solchen Menschen distanzierst ist absolut nachvollziehbar. Kinder und Jugendliche sind unschuldig und hilflos, wobei es auch da bei manchen schon Berechnung und fieses Handeln gibt. Das ist wohl der Grund, warum du jungen Menschen eher helfen möchtest. Die wenigstens haben soviel Menschenkenntnis, dass sie andere durchschauen können. Du kannst es wohl und akzeptierst diese Menschen von Anfang an nicht.

    Da es mir genauso geht wie dir, kann ich dir nur sagen, halte dich weiterhin fern von diesen Menschen und komme damit klar, dass du überwiegend alleine sein wirst im Leben.

  4. #3
    Registriert Avatar von Rakue.
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    Danke gesagt
    1
    Dank erhalten:   3

    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Hay,

    ich kann dich 100% ig verstehen, wirklich.
    Diese Art der Sicht über Menschen ist nicht häufig,
    aber es gibt 'Menschen' die echt genauso denken.

    Meiner Meinung nach sind Menschen Lebewesen, zu dessen 'besten' eigenschaften
    Machtgier und gegenseitige Zerstörung gehört.

    Ich schätze ich bin um einige Jahre jünger als du
    und ich sehe das trotz allem genauso.

    Es ist nach der Meinung der Gesellschaft abnormal,
    soweit ich das schon gehört habe,
    aber Menschen sind Massenprodukte und denen muss man sich nicht anschließen.

    Liebe Grüße,
    Rakue.
    Bedenke, das Schweigen manchmal die beste Antwort ist.

  5. #4
    LVchen
    Gast

    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Man sollte sich meiner Meinung nach Menschen suchen, die das abdecken, was man sich wünscht... und wenn das dann eben dazu führt, dass man nur 2-3 richtige Freunde oder Kontakte hat. Reicht doch.
    Ist zumindest besser, als sich ständig verstellen bzw. heucheln zu müssen.
    Ich habe auch nicht viele, weil mir mangelndes Verständnis, mangelnde Empathie auf den Keks gehen und weil ich auch nicht so die Partymaus bin.

  6. Für den Beitrag dankt:


  7. #5
    Gast
    Gast

    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Hallo liebe alle,

    ich bin durch die Suche auf euren Thread gestossen. Ich kenne persönlich die Gefühle, die ihr beschreibt. Gerade heute ertappe ich mich dabei einen richtigen Hass auf Menschen zu entwickeln. Nun habe ich mich mal gefragt, woher das kommt, denn eigentlich bin ich ein netter und feinfühliger ( empathischer?) Mensch, der keiner Fliege was zu leide tun kann... und dann bin ich auf ein Buch gestoßen, dass sich mit Hochsensibilität ( also einer starken Reaktion auf Reize, die für andere normal oder kaum spürbar sind) und Introvertiertheit beschäftigt. Mir ist durch das Buch bewusst geworden, dass wir in einer Welt leben, die von jedem Menschen erwartet, kontaktfreudig, spontan und gesellig zu sein-- die extraviertierte Persönlichkeit, alles andere gilt als " komisch" und unnormal.

    Ein kurzer Abriss über introvertiert und extravertiert. Extravertierte Personen entspannen am besten mit anderen Menschen, sie feiern gerne, reden gerne, brauchen stärkere Reize (laute Musik, Action, viele Menschen, viele Eindrücke etc) als der Introviertierte-- wenn sie allein sind, fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Der Introvertierte hingegen braucht das Alleinsein, um aufzutanken, er zieht einen Abend allein einer Party vor, und hat oft nur 2 oder 3 gute Freunde, mit denen er lieber tiefere Gespräche als Smalltalk führt. Er reagiert auch oft stärker auf Reize von aussen ( Lärm, Licht, Gedränge etc). Parties und Menschenkontakt findet er oft anstrengend, und muss sich nach einer Weile davon regenerieren, sich zurückziehen.
    (All dass sind jetzt sehr vereinfachte Verallgemeinerungen, denn jeder Menschen hat natürlich verschiedene Anteile von beiden. Ich persönlich bin wohl eher introveritiert; Menschenkontakt stresst mich teilweise so stark , als würde man von mir verlangen, nackt durch die Fußgängerzone zu spazieren.)

    Ich will damit nur sagen, dass ich nach dem Lesen des Buches glaube, dass meine zeitweiligen starken ablehnenden Gefühle Menschen gegenüber daher kommen, weil ich als Introvertierter in einer extravertierten Welt lebe. Ich habe ständig das Gefühl, ich hätte keinen Raum für mich, an dem ich so sein kann wie ich bin, ruhebedürftig und nachdenklich; ständig muss ich mir anhören " ach komm doch mit auf die Party, sei doch nicht so eine Diva", ständig habe ich das Gefühl ich habe keinen Rückzugsort, weil mir die Leute um mich herum auf den Zeiger gehen mit ihrem lärmenden Leben, ihren Parties nebenan, ihrem Rumgelaber, der lauten Musik, dem Gedränge auf den Strassen, dem Gegröle und Geschreie, zu viel, zu laut, zu eng etc. Ich empfinde das als übergriffig, noch nicht mal zuhause soviel Freiheit zu haben, dass ich NICHTS von anderen mitkriegen muss, wenn ich nicht will. Und darin liegt bei das Problem. Ich fühle mich so als hätte ich keinen Raum, hätte kein Recht so zu ticken wie ich ticke, und wäre grundsätzlich falsch und müsste dringend anders werden. Vielleicht geht es ja dem einen oder anderem hier ähnlich? Ich denke wenn man ständig dieses Gefühl von aussen mitbekommt: "Mach doch mit, sei doch nicht so, warum bist du nicht so, spring doch mal über Deinen Schatten, reiss Dich zusammen, sei kein Spielverderber..." und man vielleicht ausserdem noch viel sensibler auf alles drumherum reagiert, kann das vielleicht schon mal dazu führen, dass man die Menschen hasst.

    Therapieren? ich weiss nicht, vielleicht nur bedingt. Ich glaube man ist, was man ist, und genausowenig wie man beschliessen kann, seine Nase 5 Zentimeter wachsen zu lassen, kann man auch versuchen, jemand anderes zu sein. Vielleicht hilft eine Therapie nur, um sich besser kennenzulernen, um zu merken, ich bin so und so und ich brauche das und das und dann besser für sich zu sorgen. Ich gehöre eben zu den 25% der Menschheit, die introvertiert ist, lärmempfindlich und viel Zeit für sich brauchen, um sich wohl zu fühlen. Ich brauche das Alleinsein und die Ruhe wie das Atmen. Aber ich bin trotzdem sozial, treffe mich auch mal gern mit Freunden und Familie, ich bin ein guter Zuhörer und versuche Menschen zu helfen, die mir nahestehen. Ich mache mir Sorgen und nehme Anteil. So misantrophisch kann ich dann doch eigentlich nicht sein, oder?

    Und es gibt ja auch nicht " DIE Menschen", sondern viele verschiedene Individuen. Persönlich "die Anderen" kennenlernen hilft manchmal, um die eigenen Hasswogen zu glätten ;-)

    Nun ja, vielleicht hilft es ja einigen "Menschenhassern" hier weiter... Das Buch über Introvertierte heisst übrigens " Still- Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt".

    Liebe Grüße,
    Vienna

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