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  1. #6
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    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Schöner Beitrag, Vienna.

    Kann mich dem ziemlich so anschließen, deswegen möchte ich am liebsten in den australischen Outback auswandern

    Am besten finde ich, dass die Leute ständig nach einem Recht für ihren Lärm suchen und meinen, es wäre völlig normal, dass man dauernd die komplette Geräuschkulisse ihres Lebens mitbekommt, seien es ihre Partys (eine Party in der Woche bis in die Morgenstunden ist doch wohl erlaubt), ihr Getrampel (man muss doch in seiner Wohnung gehen können), das Getobe der Kinder, die vom Schrank auf den Boden springen (Kinder müssen sich doch austoben, jederzeit, und wer das nicht super findet, ist ein Kinderhasser), ihre Musik rund um die Uhr (man muss doch bis 22 Uhr ungehindert in seiner Wohnung mal Lärm machen können), ihr Gehupe und Gegröhle und der mega aufgedrehte Bass im Auto (im Auto muss man doch mal machen können, was man will), und sowieso ist man immer der Buhmann, weil wenn man sich so dran stört, soll man halt in den Wald ziehen und nicht in eine Stadt (als ob man sich das ausgesucht hätte )

    Derjenige, der sich mehr Ruhe wünscht, ist eigentlich immer im Unrecht, weil eine gewisse Lautstärke heutzutage als normal gilt.

    Aaaaaber: Die andere Seite ist, dass man sich meist genau dann an dem Lärm stört, wenn man selber sich zu sehr zurücknimmt und mit dem eigenen Leben was nicht im Lot ist. Meiner Erfahrung nach ist das wirklich so. So habe ich wirklich störend laute Geräusche meiner Nachbarn eine Zeit lang kaum wahrgenommen, weil ich sehr ausgelastet war und andere Dinge im Kopf hatte. Als ich dann eine Zeit lang Urlaub hatte und mich langweilte und nicht genug rausging, fingen diese Geräusche dann an, mir so auf den Sack zu gehen, dass ich ausgezogen bin.

    Manchmal hilft es wirklich, sich zu vergegenwärtigen, dass Menschen nicht BÖSE sind, sondern nun mal existieren und Lärm und Dreck machen, genauso wie sie eine vielfältige Palette von Gefühlen haben (auch die scheinbar empathielosen, die sind nämlich meist keine stumpfen Holzklötze, sondern haben einfach Angst und schlagen deswegen um sich, der Geier weiß, was schlimmer ist) und die meisten durchaus bemüht sind, ihr möglichstes zu geben. Eine Freundin sagte vor einiger Zeit zu mir einen Satz, den ich nicht vergessen habe. Sie ist so ein Typ, der andere um Hilfe bittet und sich auf andere verlässt, also das krasse Gegenteil von mir, und ich sagte mal zu ihr, dass ich es bewundernswert fände, dass sie so offen auf andere zugeht. Daraufhin antwortete sie: Die meisten Leute helfen gerne.

    Total banal, aber weil ich den Menschen das vorher kollektiv abgesprochen hatte, habe ich mal drüber nachgedacht und finde, dass das schon stimmen könnte. Ich leb zwar immer noch nach dem Motto "Verlass dich auf jemanden und du bist verlassen", aber ich glaube, die meisten Leute lassen einen aus eigener Unfähigkeit hängen. Scheitern halt an ihrer Menschlichkeit. Und hier den ersten Stein zu werfen, das trau ich mir nicht zu, weil ich selber keinen Deut besser bin.

    Manchmal ist es ganz hilfreich, sich das ins Gedächtnis zu rufen, damit man sich nicht ewig in seinem Hass ergeht.

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  3. #7
    Gast
    Gast

    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Vielen Dank für Deine wahren Worte, Schlafes Bruder. Du sprichst mir aus der Seele.

    Ich glaube auch, dass man umso empfindlicher auf seine Mitmenschen reagiert, je unausgeglichener man sich fühlt und je unzufriedener man mit seinem Leben ist. Das meinte ich ja auch schon mit "dem Platz im Leben". Und vielleicht ist es gerade die Schere zwischem Ideal ( wie man sich selbst gerne verhalten würde) und der Realität ( wie man sich dann tatsächlich verhält und auch oft scheitert), die so schmerzt und die einen dann auch gleich an allen anderen zweifeln lässt. ;-)

    Zu dem Satz Deiner Freundin, dass die meisten Menschen gerne helfen: ich glaube schon, dass das stimmt--bedingt. Wenn jemand einen Unfall hat und Hilfe braucht, würden die meisten Menschen helfen. Aber ich glaube, dass sich diese Hilfe oft nur auf Unverbindlichkeit und Einmaligkeit gründet. Das bedeutet: Helfen---ja, aber ohne sich einzulassen und ohne ein Risiko einzugehen. Vielleicht geht das auch gar nicht anders, so wie wir leben, und da will ich mich auch selber nicht ausschliessen.

    Ich habe eine Freundin, die Deiner nicht ganz unähnlich zu sein scheint, und sie läuft so ganz optimistisch, enthusiastisch und ohne Netz und doppelten Boden durch das Leben, obwohl sie wie jeder andere auch, schlechte Erfahrungen machen musste. Sie hat mal gesagt: "Freunde? Wofür braucht man denn Freunde? Ich hab doch mich selbst". Das meint sie gar nicht böse, denn sie hat eine Menge Freunde, sie ruht einfach ganz in sich selbst, egal was passiert. Das finde ich bewundernswert. Vielleicht was zum Abgucken.

    Viele Grüße,
    Vienna

  4. #8
    Gast
    Gast

    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Ich empfinde ähnlich bloß halte ich die Menschheit für so verdorben, dass ich gar nicht mehr helfen will.
    Und dabei bin ich erst 13.

  5. #9
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    Standard AW: Misanthrop - die Welt ist schlecht!

    Zitat Zitat von Wilfred Beitrag anzeigen
    Hallihallöchen liebe Leute,

    ich habe noch nie darüber gesprochen oder mir wirkliche Gedanken darüber gemacht, bis heute. Ich sehe wirklich die Schönheiten auf der Welt, zumindest in der Natur empfinde ich jede Kleinigkeit als wunderschön.
    Ganz anders aber bei Menschen. Ich hasse die meisten regelrecht. Und ich erkenne, dass mein Weltbild und meine Einstellung eigentlich total krass, wenn nicht sogar krank, ist.

    Ich weiß nicht, woher das kommt, macht es die Erfahrung oder sonstiges, ich kann es mir nicht erklären. Es gibt nur wenige Menschen, die ich für mich selbst als "gut" zu definieren vermag. Der Rest sind Idioten und totale Vollpfosten, zumindest sehe ich das so.
    Ich kann Menschen, die nicht empathisch sind, überhaupt nicht ausstehen. Ich hasse sie, und davon gibt es leider zu viele auf dieser Welt.

    Und hier befinde ich mich wieder im Zwiespalt: Schon in meinen Kindheitstagen kristallisierte sich das "Helfer-Syndrom" klar heraus. Ich möchte Jugendlichen und Kindern helfen, die wie ich, nie einen Mentor hatten und denen es absolut schlecht geht. Die alleine nicht mehr zurecht kommen und die wirklich Hilfe brauchen. Nicht nur Jugendlichen, sondern andere Menschen, die WIRKLICH Hilfe brauchen, möchte ich helfen.

    Es ist wie verhext. Ich hasse Menschen und möchte Menschen helfen. Der Grat zwischen "Gut" und "Böse" bei mir ist nicht gerade groß, die meisten sehe ich eben als zweiteres an, als schlecht.

    Das Problem ist, dass ich damit in meiner Umwelt nicht zurecht komme. In der Arbeit sind sowieso alle Idioten (niemand dort hat je was von Empathie gehört) und in meinem Wohnort gibt`s auch kaum bessere Leute. Andernorts geht es mir da nicht anders.
    Ich bin mit mir selbst im Zwiespalt und daran zu denken, dass meine Einstellung gegenüber anderen so krass ist, gibt mir wirklich zu bedenken.

    Jetzt frage ich euch: Ist das normal? Oder sollte ich etwas dagegen tun? Kennt das jemand, dem es so ähnlich geht wie mir?
    Ich danke schon im Voraus für Antworten und entschuldige mich, sollte dieser Text etwas verwirrend sein, ich hatte heute soviele Gedanken, es war mir kaum möglich, all diese in Worten zu fassen, und das auch noch in einem relativ kurzem Text.
    Wie geht es dir heute?
    Ich finde es an vielen Personen schrecklich wie sie mit dem Wind schwenken. Wie eine fahne. Ich habe das Gefühl es ist keiner Mehr in der Lage sein eigenes tun und handeln, Gedanken und Empfindungen ehrlich zu repräsentieren. Fehler werden verneint, Meinungen werden auf den aktuellen gegenüber abgestimmt.
    Ich glaube nicht dass du im Zwiespalt warst/ bist. Du hasst nur die Menschen, welche keinerlei sozialen Kompetenzen besitzen und willst denen die darunter leiden den rücken stärken.
    Da ich gerade selber in einer Phase bin in der ich nicht weiter weiß, und deine Empfindungen schon ein paar Jahre zurück liegen, möchte ich gerne wissen wie es sich entwickelt hat.

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