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Thema: Mein Leben frißt mich auf (sehr lang)

  1. #1
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    Standard Mein Leben frißt mich auf (sehr lang)

    Hallo zusammen,

    ich habe momentan das Gefühl keine Kraft mehr aufbringen zu können.

    Aber das Ganze mal von Anfang an.

    Meine Kindheit war geprägt von einem alkoholkranken Vater und einer Mutter, die sich mehr un sich selber gekümmert hat als um ihre Kinder. Mein einziger Halt war meine Großmutter. Als ich 16 war, erkrankte Diese schwer und ich habe sie ein Jahr lang gepflegt. Meine Mutter konnte oder wollte das nicht, ein Heim kam aber nicht in Frage. Ich habe meine Großmutter also neben der Schule noch gewickelt und gefüttert, bis zu ihrem Tod.
    Eine kleine Hilfe war mir in dieser Zeit mein Freund um den ich auch fast zwei Jahre kämpfen mußte. Meine Eltern hatten mir jeglichen Kontakt zu Jungen verboten und kontrollierten alles und jeden.
    Da ich in mehr als merkwürdigen Verhältnissen lebte und nicht dem Ideal (ich war stark übergewichtig) entsprach, hatte ich es nicht besonders leicht einen Freund zu finden und so war ich sehr glücklich jemanden gfunden zu haben, der mich so annahm wie ich war.

    Mit ihm, so dachte ich, hätte ich den Mann an meiner Seite gefunden.
    Wir heirateten schließlich, als ich 24 war.
    Ich hatte bis dahin mein Abitur gemacht und meine Lehre abgeschlossen.
    Allerdings hat sich schon einen Tag nach der Hochzeit Alles geändert.
    Wenn ich es nicht selber erlebt hätte, dann hätte ich darüber gelacht und gemeint, so etwas gibt es nicht mehr.
    Nach sage und schreibe neun Jahren Beziehung, die natürlich nicht immer perfekt war, erkannte ich meinen Mann und vor allem seine Eltern nicht mehr wieder.
    Ich versuchte alls in meiner Macht stehende um unsere Beziehung so gut es ging normal zu führen und habe die Augen vor der Wahrheit verschlossen.
    Erst als unser erstes Kind kam, wurde die Situation so unerträglich, dass ich krank wurde.
    Neurodermitis in einer sehr schlimmen Form mit Asthma und allen möglichen Allergien plagten mich so sehr, dass ich, mittlerweile mit dem zweiten Kind schwanger, zu einer Reha mußte.
    Dort wurde vor allem in meiner Psyche gegraben und man riet mir mein Leben grundlegend zu ändern. Auch mein Mann wurde zu einem Gespräch geladen, zu dem er nicht erschien.

    Für mich stand damals schon fest, du mußt da raus, zur Not allein mit den Kindern.

    Das Geld war mehr als knapp, ich hungerte manchmal tagelang nur damit die Kinder noch essen konnten. Mein Mann fraß sich bei seinen Eltern durch und wenn ich mich beschwerte, dann meinte er, hungern würde mir bei meinem Gewicht auch mal ganz gut tun.

    1,5 Jahre nach der Geburt unseres zweiten Kindes zog ich aus. Ich hatte die Faxen damals so dick.

    Von da an ging es mir immer besser. Auch wenn mein Ex sich überall einmischte. Ich konnte meine Tür schließen und mein Zuhause genießen. Nur meine Kinder und ich. Es war ein Traum.
    Er zahlte weder Kindesunterhalt noch Unterhalt für mich. Ich bekam Unterstützung vom Sozi und die Kinder UV. Als der Kleine dann in den Kiga gehen konnte fing ich wieder an zu arbeiten (halbtags). Doch damit hatte ich beim Amt schlafende Wölfe geweckt. Ständig traten sie mir in die Hacken, ich solle gefälligst ganztägig arbeiten um aus der Beihilfe zu kommen. Mit zwei Kindern im Alter von 3 und 5. So legte man mir immer größere Steine in den Weg. Ich rannte ständig zum JA um vom Kindesvater wenigsten Unterhalt für die Kinder zu bekommen. Er hat ein Haus und hatte das Auto behalten, Möbel habe ich mir von Bekannten und Verwandten zusammen geschnorrt, damit ich überhaupt halbwegs normal leben konnte. Er hat mir nichts von den gemeinsamen Möbeln gegeben.
    Ich habe dafür ganze 5 Jahre klagen müssen.

    Langsam aber sicher krakselte ich aus dem Loch nach oben und habe mich mit so manchen Seitenhieben meines Ex arrangiert. Ich war ganz auf mich allein gestellt und ich hatte weder Unterstützung vom JA noch von meinem Anwalt, von meiner Familie mal ganz zu schweigen, selbst die ist mir immer wieder in den Rücken gefallen.

    Mein Ex und seine Eltern benutzten die Kinder immer wieder gegen mich und versuchten mir bei jeder Gelegenheit eins auzuwischen.
    Also Augen zu und durch. Egal wo ich hinging, JA/Erziehungsberatung/Anwalt, ich stieß auf taube Ohren.
    Bei der Scheidung wurden meinem Ex dann auch noch Rentenpunkte von mir zugesprochen. Selbst der Richter hat ihn nochmal gefragt, ob er nicht darauf verzichten möchte, zu Gunsten der Kinder. Was soll ich sagen, er hat natürlich nicht verzichtet. Über 5000,--€ Rente futsch.

    Nach über 4 Jahren ohne Partner lernte ich meinen jetzigen Lebensgefährten kennen.
    Es war relativ schnell klar, dass wir absolut auf einer Welle liegen, die selben Grundwerte haben und die selben Ziele verfolgen.

    Schon nach 4 Monaten zogen wir zusammen. Es war wunderschon endlich jemanden an seiner Seite zu haben, der einen verstand und immer für einen da ist. Das kannte ich vorher nicht und bin bis heute sehr dankbar für diesen Mann.

    Doch das Leben läßt mich nicht in Ruhe.

    Immer, wenn wir halbwegs zu ein bißchen Ersparten kommen könnten, passiert was.

    Unsere erste gemeinsame Wohnung war der Reinfall pur. Aufgehübschte Bruchbude und eine Vermieterin, die nichts anderes zu tun hatte, als uns den ganzen Tag auszuspionieren und an Allem rumzunörgeln. Unsere Heizungsrechnung war astronomisch und die Kinder trauten sich nicht mehr aus dem Haus, weil die 'Hexe' auf sie lauern könnte.
    Nach knapp 1,5 Jahren sind wir entnervt und fast verarmt ausgezogen.

    Hübsche Wohnung, Platz für uns Alle, einen Hund durften wir uns anschaffen und ein Gartenanteil wurde uns versprochen. Die Vermieter wohnen unter uns.
    Leider stellte sich das auch als echter Fehlgriff heraus.
    Nicht nur, dass kurz nach unserem Einzug auch noch der fast erwachsene Sohn meines LG zu uns zog (er war von seiner Mutter vor die Tür gesetzt worden, weil er fast keinen Unterhalt mehr bekam), nein, unsere Vermieter stellten sich als extrem Geräuschempfindlich heraus.
    Kaum älter als wir selbst, aber pingelig ohne Ende.
    Oh Wunder, im Winter tragen die Kinder tatsächlich Schmutz in den Hausflur (ich putze ihn mittlerweile täglich). Waschmaschinen machen durchaus ein Geräusch, genau wie spielende Kinder. Das zweite Bad dürfen wir nach 22h nicht benutzen, da die Spülung den Empfindlichen Schlaf der beiden stört, etc.....
    Vom Gartenanteil haben wir bis heute nichts gesehen.

    Mit meinem Ex habe ich seit Anfang des Jahres Streit, da die Kinder nicht mehr zu ihm wollen. Ich rede mit Engelszungen, aber sie wollen patout nicht mehr zu ihm. Er hatte einmal zu oft gegen mich und meinen LG und auch dessen Sohn geredet.
    Nun werde ich von einem Anwaltsschreiben nach dem anderen bombardiert, eine Klage vor dem Familiengericht wurde abgelehnt, da er selber seine Unterlagen nicht eingereicht hatte. Die Unterhaltsklage gegen ihn läuft ebenfalls, da mein Anwalt herausgefunden hat, dass das JA seiner Sogfaltspflicht nicht nachgekommen ist und einige Sachverhalte, die ich mehrfach angezeigt habe, nicht überprüft hatte.
    Die Klage für den Lastenausgleich läuft auch, mein Ex hat sich bisher geweigert mich aus dem Haus auzuzahlen. Es ist zwar seines, aber wir haben jede Menge ausgebaut als wir verheiratet waren.

    Ich arbeite halbe Tage, kümmere mich um drei Kinder und dem ständigen Ärger der um mich herum ist. Mein LG ist beruflich die ganze Woche unterwegs und ich muß auch für ihn das ein oder andere erledigen.
    Ich mache hier zu Hause Alles und wenn ich bei meinen LG einfach nur mal Dampf ablassen will, werde ich auch noch mit einen Schwall Verbesserungsvorschlägen bedacht.

    Ich bin am Ende meiner Kraft.
    Ständig müde, kraft- und antriebslos.
    Geldtechnisch sind wir ebenfalls am absoluten Limit und ohne meinen Halbtagsjob wären wir schon lange am Ende.

    Immer häufiger schleicht sich der Gedanke in meinen Kopf: einfach nur weg hier!

    Ich fühle mich völlig überfordert, da ich mich nie auf nur eine Sache konzentrieren kann, Alles geht immer nur so halb, nie ganz.

    Eigentlich würde ich mich liebend gerne um eine Kur bemühen, aber ich habe erst vor 9 Monaten bei einer neuen Fima angefangen.

    Ich fühle aber, dass ein Zusammenbruch nah ist. Mein Körper zeigt mir das ganz deutlich.

    Was soll ich nur tun????

    Ich kann nicht mehr!!!!!

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  3. #2
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    Standard AW: Mein Leben frißt mich auf (sehr lang)

    Zum Anfang: Ich finde dich sehr tapfer, dass du es überhaupt bis dahin, wo du jetzt bist, geschafft hast, auch wenn es dir wie nichts vorkommt. Du bist von deinem Ex weggekommen und hast jetzt einen neuen, anscheinend guten, Partner. Und das ist schon mal etwas mehr, als es viele andere in deiner Situation überhaupt haben.

    Ich kann dir leider nicht die besten Tipps geben, wie du aus diesem Loch kommen kannst (bin erst 18...). Aber vielleicht solltest du dir selbst ein klares Ziel setzten und versuchen, mit kleinen Schritten, dieses Ziel zu erreichen. Denke dabei nicht nur an deine Kinder, sondern mehr an euch alle, also auch dich miteinbezogen.

    Ich glaube auch, dass du unter Depressionen leidest. Ohne eine (halbwegs) gesunde und stabile Psyche wirst aus diesem Loch wahrscheinlich nicht rauskommen. Deswegen wäre es jetzt wichtig, dass du dich etwas um dein seelisches Wohlergehen kümmerst.

    Du schreibst, dass dein Partner einen erwachsenen Sohn hat, der bei euch lebt. Ist er berufstätig? Unterschtützt er euch? Wenn nein, dann solltest du dich vielleicht mit ihm und seinem Papa zusammensetzten und ihm deine/eure Situation erklären. Und ihn um etwas Hilfe bitten, nicht nur finanziell, vielleicht auch irgendwie mit den Kindern.

    Welcher Tätigkeit geht dein LG nach? Wäre es möglich, dass er eine andere Stelle annimmt, so dass er nicht die ganze Woche weg ist? Wahrscheinlich nicht...

    Ich habe eine Bekannte, deren Mutter großem, psychischen Druck ausgesetzt war und an ihm zerbrach. Sie wurde dann zwangseingewiesen und leidet heute noch (nach ca. 5 Jahren) an Depressionen. Und das kannst du dir mit deinen kleinen Kindern nicht leisten, deswegen ist es wichtig, dass du einen Arzt aufsuchst. Du musst gerade jetzt möglichst gesund sein.

    Hoffe, dass ich dir wenigstens irgendwie helfen konnte...
    Geändert von Handcreme (19.07.2011 um 15:27 Uhr)

  4. #3
    mutti123
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    Standard AW: Mein Leben frißt mich auf (sehr lang)

    Ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen.
    Ich kenne das auch, war dann 4 Jahre in Behandlung und bin froh, dass ich das damals gemacht habe. Sonst würde ich heute wahrscheinlich nicht hier sitzen.
    Versuch so viel Hilfe wie möglich zu bekommen und in Anspruch zu nehmen.
    Lass dich ruhig auch mal von außen beraten. Es gibt nicht umsonst solche Stellen.
    Es ist keine Schande Hilfe anzunehmen - im Gegenteil - es hilft.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall gaaaanz viel Kraft für die nächste Zeit, Durchhaltevermögen und liebe Menschen, die dir helfen.
    Fühl dich mal gedrückt.
    Liebe Grüße und Kopf hoch
    mutti123

  5. #4
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    Standard AW: Mein Leben frißt mich auf (sehr lang)

    Ich kann ebenfalls nur beipflichten such dir die Hilfe und nehm sie meinen Respekt dafür was du geleistet hast ich habe keine Kinder aber ich kann mir vorstellen was du durchmachst daher GIB NICHT AUF UND KÄMPFE WEITER irgendwann zahlt sich alles aus.

    Drück dich ganz lieb

    Und halte durch

    LG danny

  6. #5
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    Standard AW: Mein Leben frißt mich auf (sehr lang)

    Endlich mal wieder ein wenig Zeit

    Vielen lieben Dank für Eure Antworten und vorallem für die aufbauenden Worte.

    Ich war zwischenzeitlich beim Doc und habe einen Test gemacht. Depressionen habe ich keine, aber meine Anzeichen sprechen für einen Burn-out, meinte er.

    Therapeuten sind hier rar und sehr überlaufen. Um an einen Termin zu kommen kann ich bis zu einem Jahr warten.
    Mein Arzt meinte, ich solle mir ein Hobby außerhalb der Familie suchen, was sich bei uns auf dem Land auch eher Schwierig gestaltet.
    Nehme mir jetzt jeden Tag eine Stunde und gehe mit unserem Hund durch den Wald.
    Das entspannt zwar nur relativ, denn zu Hause wartet ja die Arbeit trotz allem, aber dann bleibt sie halt liegen.

    Die Kinder helfen eh im Haushalt mit, noch mehr kann ich ihnen nicht zumuten.

    Der 'Große' geht ab 01.08. in die Lehre, dann entspannt sich unsere finanzielle Lage ein wenig.
    Er wurde halt überhaupt nicht erzogen und muß Alles wieder und wieder erklärt bzw. gesagt bekommen. Damit fühle ich mich vorallem überfordert. Schließlich bin ich nicht dafür zuständig anderer Leute Erziehungsfehler grade zu bügeln.

    Ich würde mir einfach mehr Verständniss von meinem Partner wünschen, anstelle der 'Verbesserungsvorschläge' und/oder dem Satz: "Da mußt du aber schon hinterher sein!"

    Manchmal wünsche ich mir, wir könnten mal ein halbes Jahr lang tauschen.
    Ich würde mich um meine Arbeit kümmern, am WE nach Hause kommen, mich dann von meinen Kindern und meinem Partner bekuscheln und bekochen lassen, hier und da an der Ordnung, Sauberkeit und Erziehung herumnörgeln und dann am Sonntag Abend wieder zur Arbeit starten. Sicher, die ist auch nicht leicht und unanstrengend, dass steite ich nicht ab. Aber Meine 'Arbeit' ist auch nicht von schlechten Eltern.
    Wenn ich da mal um Verständnis bitte, kommen meistens Gegenklagen.

    Er hat's halt auch nicht leicht usw..

    Unsere Paarbeziehung bleibt immer mehr auf der Strecke.
    Was auch die momentanen Umstände etwas bedingen.
    Tagsüber fordern die Kinder ihr Recht, abends sitzt der Große ewig bei uns und wenn wir dann endlich Zeit hätten schläft mein LG ein.
    Reden?
    Gibt es keine Zeit mehr zu.
    Ehrlich habe ich auch keine Lust mehr mich zum x-ten Mal zu erklären.


    Aber ich arbeite weiter an meinem Glück.

    LG

    Fossa

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