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Thema: ich habe keine Ahnung, was mit mir los ist.

  1. #1
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    Standard ich habe keine Ahnung, was mit mir los ist.

    Hallo, Leute.

    Ich hab ein Problem. Zumindest befürchte ich das.

    Vorweg: ich bin in der Pubertät, ich bin erst 14 Jahre alt, die Hormone spielen verrückt, usw., das ist mir klar, dennoch bin ich aber der Meinung, das irgendwas mit mir nicht stimmt.
    Außerdem wird der Text nicht besonders übersichtlich und strukturiert sein, weil ich mich selbst nicht mit dem Problem auskenne.

    Mich dazu durchzuringen, um Hilfe zu bitten, fällt mir aus unerfindlichen Gründen ziemlich schwer. Es ist kompliziert, meine Sorgen zu beschreiben.
    Teilweise bade ich in Selbstmitleid und fühle mich so richtig beschissen. Andererseits rede ich mir selbst oft ein, ich wäre absolut sorgenfrei und würde mir selbst etwas vorspielen.

    Ich habe oft das Gefühl, mich in verschiedene Personen aufgespaltet zu haben. Mein Wahrnehmungsvermögen ist nicht getrübt, ich sehe die Realität so, wie sie ist, jedoch kämpfen tief in meinem Inneren einige Ich’s gegen einander und versuchen, mit ihrer Meinung über meine Persönlichkeit, Recht zu behalten, so lächerlich es auch klingt.
    Mir ist natürlich klar, dass ich eine Person bin, ich halluziniere auch nicht, oder Ähnliches, allerdings werde ich aus mir selbst nicht schlau.

    Ich sag’s noch einmal: ich bin in einem „schwierigen Alter“, ja, aber es nimmt einfach zu eigenartige Formen an.


    Man hört doch immer von Menschen, die versuchen, sich selbst zu finden oder dergleichen. Ich versuche das schon lange (ich weiß nicht, wann das anfing, ich nehme das alles schlecht wahr) und es gelingt mir nicht. Ich rede nicht von meinem inneren Frieden, sondern von meiner Persönlichkeit. Ich habe oft das Gefühl, für jede Menschenart eine Facette bereit zu haben. Ich weiß nie, ob ich das bin oder etwas Einstudiertes, weil ich es irgendwie unbewusst wechsle.
    Oft denke ich darüber nach, welche Eigenschaften ich habe. Und was ich als äußerst befremdlich empfinde: mir fällt keine einzige ein. So sehr ich mir auch den Kopf zerbreche. Keine positiven. Keine negativen. Zwar flüstert mir mein Gehirn einige zu, die ich jedoch sofort wieder verwerfe, weil ich kein geeignetes Bild von mir habe und immer glaube, sie passen nicht zu mir. Ich kann es nicht beschreiben. Während ich das hier tippe.. fühle ich mich leer. Beinahe schon gelangweilt, als hätte ich hiermit absolut nichts zu tun. Meine Gefühlsregungen treten irgendwie in den falschen Momenten auf.

    Ich kann meine Meinung zu mir nicht formulieren. Sobald ich mich mit meinem Problem befasse, fühle ich nichts mehr. Rein gar nichts, als wäre es eine andere Person, über die ich schreibe und für die ich nicht einmal Mitgefühl empfinden kann. Es ist, als beträfe es mich gar nicht. Ich merke selbst, wie zusammenhanglos das hier klingen muss, deshalb nenne ich einfach Beispiele für Verhaltensweisen meinerseits, die ich merkwürdig finde.

    - Ich fahre mit meinem Fahrrad nach Hause. Ich komme gerade aus der Schule, es ist keine spezielle Stimmung vorhanden, ich bin sozusagen neutral. Da entdecke ich ca. 50 m vor mir dieses Mädchen und es ist irgendwie eine unangenehme Situation, weil ich keine Ahnung habe, ob ich sie grüßen soll/ob sie mich kennt, usw.. Jedenfalls lächle ich sie an, sie tut dasselbe, ich kann ihr nur für diesen Moment in die Augen sehen, schaue automatisch sofort wieder weg und fahre so schnell ich kann weiter.
    Und da ist sie: die emotionale Welle. Ich kralle meine Fingernägel in meine Handflächen, schließe meine Augen fest, habe das Gefühl, mir wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Der Anfall dauert geschätzte 2 Sekunden, sofort danach sage ich mir, ich solle mich beruhigen, es sei nichts passiert, ich bin nicht negativ aufgefallen, es ist alles in Ordnung. Ich rede mir innerlich gut zu, dass niemand etwas bemerkt hat, dass ich keinen Grund habe, mich aufzuregen und so weiter.
    (Das ist der Punkt, an dem ich erkenne, dass etwas los ist. An dem ich mein Problem für einen kurzen Moment zu fassen bekomme, um es danach wieder zu verlieren. Das ist der Grund, warum es so schwer ist, darüber zu sprechen. Ich weiß selten, was ich sagen soll. Diese emotionale Welle.. ich ertrage sie nicht. Ich kann mich selten so genau an diese Anfälle erinnern, Verdrängungsmechanismus vielleicht.. Alle Emotionen kommen gleichzeitig hoch und ich kann es für den Augenblick nicht kontrollieren.)

    - Ich lerne jemanden in meinem Alter neu kennen. Die Freundin einer Freundin. Wir beginnen ein Gespräch. Naja, Smalltalk, „welche Schule besuchst du?“, diese Art von Unterhaltung. Währenddessen beginnt eine unerklärliche Nervosität. Ich habe das Gefühl, dieser Situation nicht gewachsen zu sein, obwohl ich weiß, dass sie keine Auswirkungen auf mein Leben haben wird. Ich rede mir ein, ruhig zu bleiben, was mich nur noch angespannter macht. Keine Ahnung, ob das etwas damit zu tun hat, aber ich verstehe Dinge oft akustisch nicht (vermutlich die Nervosität). Bei diesem Kennenlernen (und so etwas ist schon oft passiert) traue ich mich nicht, nachzufragen, nicke und lächle einfach, bilde mir jedoch gleichzeitig ein, mein Gegenüber könnte mich deswegen absolut eigenartig finden, mich durchschauen und sehen, was ich für ein erbärmlicher Mensch ich bin.
    Sobald die Unterhaltung beendet ist und ich wieder alleine bin, es geschieht fast immer dann, wenn ich mich am Heimweg befinde, verfluche ich für meine Unfähigkeit. Ich ertrage mich selbst nicht, ich habe das Gefühl, mir alles versaut zu haben. Die Stimme/mein (anderes) Ich in meinem Kopf erzählt mir, dass ich absolut kein liebenswerter Mensch bin, verachtet mich, weil ich keine Kontakte aufbauen kann. Ein anderer, kleinerer Teil von mir, versucht, mich zu beruhigen, sagt mir, dass es doch nicht schlimm war, dass der Gesprächspartner mein Auftreten schon in diesem Moment vergessen hat und dass das doch nicht weiter wichtig ist. Und dem allerallerallerwinzigsten Ich, kaum vorhanden, ist die ganze Sache einfach furchtbar peinlich. Jedenfalls beschäftigt mich das oft 2-3 Stunden lang. Und wieder ist es eine Woge der Gefühle, die mich überrollt.

    Ich besuche die wöchentliche Firmstunde. Das mag jetzt wahnsinnig typisch Teenie-Mädchen klingen, aber in meiner Gruppe sind 1-2 Jungen, die „interessant“ sind, nicht dass ich mir etwas mit ihnen vorstellen könnte, nein, ich möchte eine Herausforderung für sie sein, es ist die Aufmerksamkeit, die ich gleichzeitig nicht ertrage. Jedenfalls konzentriere ich mich völlig darauf, gleichzeitig ihnen, den anderen und meinen Firmgruppenleitern zu gefallen. Ich weiß genau, welches Ich ich einsetzen muss, um mich bei den Jungs interessant zu machen. Ich weiß genau, welches Ich ich anwenden muss, um lustig, entspannt und nett bei den anderen Gruppenmitgliedern rüberzukommen. Ich weiß genau, welches Ich ich zum Vorschein lassen kommen soll, um bei meinen Gruppenleitern wie ein liebes, intelligentes Mädchen zu wirken.
    Ich konzentriere mich dort völlig auf die Kombination dieser drei Ichs. Es ist nicht einfach, es ist eine Herausforderung, das spüre ich. Ich wette mit mir selbst, wie lange ich es schaffe, die Fassade aufrechtzuerhalten. Ein kleiner Teil versucht mir zu verstehen zu geben, das es Wahnsinn ist, was ich da mache und oft langfristig plane. Aber ich lasse mich nicht von mir aufhalten.

    Versteht mich nicht falsch, ich möchte euch keine Schizophrenie meinerseits einreden und ich glaube gern, dass jeder Mensch ein paar seltsame Gedanken hat, aber es ist dieser ständige Kampf gegen mich selbst, den ich nicht verstehe und welcher mich oft dazu gebracht hat, mich selbst zu verletzen. Es ist eine Art Ventil, da sich mit der Zeit einfach zu viel ansammelt..

    Zu meinen Freunden: ich habe welche, ich verstehe mich gut mit ihnen, jedoch frage ich mich oft, ob es richtig ist, was ich da tue. Ich kann mit ihnen lachen und auch über tiefgründigere Themen sprechen, allerdings fühle ich mich oft nicht wirklich wohl, was aber an meiner Einstellung zu mir selbst liegt, deshalb glaube ich gar nicht, dass das wahnsinnig relevant ist.
    Mein Familienleben ist relativ harmonisch, ich habe eine 23-jährige Schwester und einen 16-jährigen Bruder, meine Eltern sind zwar ziemlich konservativ, aber in Ordnung. Ich habe keine traumatischen Erlebnisse hinter mir, was das betrifft.

    Nachdem ich das alles losgeworden bin, empfinde ich nichts. Weniger als das. Ich bin total neutral, was mich wundert. Als ob ich über jemand anders schreiben würde und es mir egal wäre. Weil mein Problem so schwer zu fassen ist und ich es schwer beschreiben kann.
    Ich weiß, es hört sich sicher lachhaft an, aber es bildet teilweise schon eine große Belastung und ich wäre froh, wenn ihr das ernstnehmen würdet.
    Entschuldigt übrigens, dass ich hier einen halben Roman veröffentlicht habe, aber ich habe versucht, alles Brauchbare niederzuschreiben. Vielleicht ist es ein wenig unverständlich, das tut mir leid.

    Ich weiß nicht, was ich mir eigentlich erhoffe, aber vielleicht hat irgendjemand von euch Erfahrungen damit bzw. einen guten Ratschlag zur Hand. Ich freue mich über jede Antwort!

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  3. #2
    Polarlicht
    Gast

    Standard AW: ich habe keine Ahnung, was mit mir los ist.

    Hallo caro

    Nun ich denke du hast es selbst schon recht gut beschrieben was das Problem sein könnte. Du befindest dich in einem "schwierigen Alter" und machst dir über soviele verschiedene Dinge sorgen das es dich beinahe erdrückt. Da du gerade auf dem Weg der Selbstfindung bist ist so ein Gefühlschaos durchaus normal. Es ist zwar kein sonderlich guter Tipp aber warte einfach ab wie es sich entwickelt , ich kann zumindest nichts unbedenkliches in deinem Text feststellen worüber du dir sorgen machen musst.

  4. #3
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    Standard

    Hey, Polarlicht, danke für deine Antwort.

    Ja, die Pubertät, ich denke schon, dass es in irgendeiner Weise damit zusammenhängt, aber ich mache mir Sorgen um mich selbst.
    Es fällt mir verdammt schwer, Gefühle für andere aufzubringen. Mein Mitgefühl, meine Freude für andere muss ich im Prinzip erzwingen. Ich beobachte, wie andere Leute reagieren und setze eine kopierte Maske auf.
    Natürlich, vollkommen gefühlskalt bin ich - glaube ich - nicht, aber ich weiß nie, ob es automatisch kommt oder gefaked ist, was ich tue. Es klingt so wahnsinnig lächerlich, wenn ich darüber nachdenke.

  5. #4
    Polarlicht
    Gast

    Standard AW: ich habe keine Ahnung, was mit mir los ist.

    Hast du denn schon mit jemandem intensiv über deine Gefühlslage gesprochen? Ich vermute irgendwie das du mit dir selbst nicht zufrieden bist , ist da etwas dran? Sollte es nicht besser werden wende dich bitte an jemanden dem du vertraust. Will dir keine Angst machen oder so aber nur um sicher zu gehen das es keine frühe Depression ist die sich da entwickelt. So ähnlich hat es bei mir auch angefangen.

  6. #5
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    Standard

    Ich habe mit niemandem darüber gesprochen. Ich mache das selten - nie, obwohl ich verdammt viel zu sagen hätte. Warum?
    Weil es schlussendlich absolut armselig klingen würde. Weil ich 10minütigen Trost bekommen würde, aber keine wirkliche Hilfe, weil das niemand so richtig ernst nehmen würde. Weil mich niemand ernst nimmt.

    Ich bin verdammt unzufrieden mit mir selbst. Das ist noch milde ausgedrückt. Ich hasse mich, meine Art und meine Handlungen so sehr, dass es mir wieder egal ist, weil irgendwann die Resignation eingesetzt hat. Ich bin einfach ein Arschloch, aus.
    Es ist schwierig, überhaupt darüber zu sprechen, weil ich mich, während ich mich damit auseinandersetze, wieder total erbärmlich finde. Mich und meine Einstellung zu mir, die ja andererseits berechtigt ist. Das Ganze klingt verwirrt und das ist es irgendwie auch.

    Ich bin gerade am Überlegen, ob ich das hier abschicke. Ich weiß nicht, wie lächerlich das hier klingen muss.

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