Anzeige
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 6 bis 8 von 8

Thema: Hochsensibel-Fluch oder Segen

  1. #6
    Gast
    Gast

    Standard AW: Hochsensibel-Fluch oder Segen

    manche menschen müssen einfach demonstrieren, dass sie grösser, besser und stärker sind. weil sie unsicherer sind. sie legen ein dominantes verhalten an den tag und müssen sich täglich beweisen, dass sie über jemandem stehen. nur dann fühlen sie sich bestätigt und das leben gibt einen sinn.

    ich habe damals die stadt in der ich lebte verlassen. es war eine grosse stadt, und bis ich einen weg von a nach b zurückgelegt hatte, bekam ich so viel input, dass ich wieder völlig gefüllt war von diesen impressionen und diese in meinem kopf rumgeisterten und meine gefühle beeinflussten. ich muss manchmal bewusst einfach auf den boden schauen. weder rechts noch links. aber bei riesengrossen plakaten, die mich überall ansprangen, fiel mir das zum beispiel schwer. oder auch lärm. ich bin jemand, der viel ohropax benutzt. menschen, die sich vor mir darstellen, die sich vor mir aufpflanzen, stressen mich enorm. ich spüre ihre energie, ihre aggression. ich sauge viel auf. ich sehe auch viel. wenn ich mit anderen unterwegs bin, fällt mir das auf. dass die meisten, das links und rechts gar nicht so wahrnehmen.

    damals dachte ich, ich sei einfach schwächlich, unfähig. heute weiss ich, dass ich mich selber nicht geschnallt und deshalb sinnlos gestresst habe.

    ich glaube nicht, dass das bei mir einfach so aus dem nichts kommt. ich weiss nicht, ob das einfach genetische veranlagung ist, so eine eigenheit meines gehirns, oder viel mehr erziehung. meine mutter ist eher sensibel, aufopfernd, ängstlich und hat "viel gefühl" (ich kann das grad nicht anders ausformulieren). ausserdem war es ein totales no go über andere schlecht zu reden. mitgefühl, gemeinschaftssinn waren für meine eltern wichtig. dass ich dinge teile, altruistisch bin, gastfreundschaftlich, etc. ausserdem war ich als kind viel alleine, auch unter erwachsenen, und war eher für mich und nahm vieles aus meinem umfeld war, ohne darauf reagieren zu können. gewisse moralische überzeugungen meiner eltern haben dazu geführt, dass ich mühe habe mit gewissen dingen. oder auch meine eigene persönliche geschichte. wie ich dinge erlebt habe, wie ich mit angst umgegangen bin, mit gefühlen, etc. ich denke, das prägt alles. und es ist nicht nur biologisch zu ergründen. aber schlussendlich weiss ich es nicht.
    wenn ein kind von klein an schon relativ selbständig ist, sich auch ein wenig durchkämpft, weniger verschüchtert ist, wird es wenn es erwachsen ist, eher anders drauf sein. das gehört irgendwie dazu. wie ein junges tierrudel, das spielerisch die verschiedenen dominanz- und unterwürfigkeitsgesten lernen.
    ich denke, dass die eltern nicht alle gleich drauf sind. und deshalb kinder unterschiedlich erzogen werden. ich denke, das führt zu missverstädnissen und konfusion. aber eigentlich auch nur dann, wenn man meint, alle anderen müssten so sein, wie man selber. wenn man so tut, als gäbe es eine norm. die realität sieht anders aus. wenn die erwachsenen schon miteinander sich nicht immer verstehen, sehr unterschiedlich leben, jeder in seinem familiensystem eingeschlossen ist, man als kind in der schule nicht die verschiedenen charaktere, seinsarten kennengelernt hat, ist man umso hilfloser, wenn man als erwachsener dann auf "andere" menschen trifft.
    ich glaube, auch hier, hat das mit ner gewissen einstellung zu tun. das verständis vom menschen. manche lästern über alle, die halt irgendwie anders sind. manche nicht. in den familien wird viel vermittelt. dann auch in der schule.
    kommt halt drauf an, welche geistige gedanken man eingeflösst bekommt, welche moral eingeimpft. und dann, wie menschen damit umgehen.
    manche stossen sehr schnell an grenzen, weil sie glauben, andere müssen so sein, wie sie, und wenn sie es nicht sind, sind sie blöd oder schlecht, oder was auch immer.
    es gibt eltern, die ihre kinder viel mehr fordern und nötigen. es gibt mütter, die ihre kinder extrem behüten. man sieht das dann ja in der schule, wie die kinder halt drauf sind. dann später als erwachsene.
    ich glaube, dass meine sensibilität einerseits darauf beruht, dass ich eher ängstlich bin, eher mich nicht in den vordergrund stellen darf, ist zwar ok, aber die gruppe und die anderen sind auch sehr wichtig.

    ich will das gar nicht als grosse gabe oder als was besseres hinstellen!

    ich bin wie ich bin. wie mein gegenüber. ich mag mich nicht verurteilen, ich mag das andere nicht verurteilen. klassieren. spezifizieren, zu viel reininterpretieren, schubladisieren. ich finds schön, wenn man sich kennenlernen kann. aber für manche war ich dann zu "schwach". ich persönlich sah darin keine stärke, sich wie ein egomane aufzuführen, andere plattzuwalzen und sich selber immer darstellen zu müssen. ich fands interessanter miteinander was zu machen, den austausch zu haben. und nicht diese dauerkonkurrenz. voll ätzend.

    so wie manche denken, mit einem grösseren auto kriegt man mehr beachtung, gabs solche, die nen scheiss drauf gaben und sich ganz anderen dingen widmeten. so gibt es viele verschiedene menschen, mit ganz unterschiedlichen überzeugungen im kopf und unterschiedlichen gefühlszuständen.

    eigentlich ist es für mich schöner, interessanter wenn menschen unterschiedlich drauf sind. ich finds bereichernder, spannender, wenn man das zulassen kann.

    ich denke, es gibt wahrscheinlich viele verschiedene gründe, die dazu führen, dass man im moment grad ist, wie man ist. auch wenn mans nicht sieht, nicht erkennt.

    gewisse dinge musste ich auch "nachholen". und ich wollte mich nicht als was besonderes hinstellen. also aus der not eine tugend machen.
    es gibt momenten, wo ich denke, verdammt, wieso kann ich nicht so resolut und dominat wie die andere zicke auftreten?
    ich versuch mich aber auch nicht selber zu vergewaltigen. mich anzunehmen wie ich bin, mit allen schwächen und stärken, was manchmal erst in konkreten situationen offenbar wird. grundsätzlich find ich es gut, dass ich ein gefühl für andere bekommen habe. also nicht immer ich ich ich ich ich ich.

    aber manchmal wird meine zurückhaltung auch ausgenutzt. sobald jemand sieht, dass ich eher zuhöre, eher dem anderen raum lasse, entwickelt die person ne gewisse dominanz. dann muss ich die menschen irgendwie wieder rauskicken. weil diese verwechseln das mit ner gewissen unfähigkeit, schwäche, unsicherheit. ich merk das einfach, wie sich jemand neben mir gebart. es gibt menschen, die lassen mir den raum, die wahren die grenzen, sehen es nicht als freibrief an, den anderen für sich einzuverleiben. manche schätzen das sogar! wenn sie ein gegenüber haben, das zuhört, ruhig ist, entspannt ist.

    aber ich denke, dass diese dominanten, ewigs im mittelpunkt stehen müssenden menschen, das auch nicht einfach so von sich aus machen, weil sie das so wollen. ich glaube, wir sind alle seelisch, geistig, das produkt aus dem umfeld. von unseren eltern. manche haben sich von klein an verteidigt.

    ich glaube, dass eigentlich alle menschen sensibel sind. im sinne von, dass sie spüren und wahrnehmen. manche haben gelernt auszuteilen und so zu überleben, manche haben gelernt, eher im hintergrund zu sein und zu beobachten.

    und dann spucken noch viele andere überzeugungen im menschen.

    gemäss watzlawick, der sagt, man kann nicht nicht kommunizieren (sobald man geboren wurde, ist man drin im leben, man hat input, man hat output), denke ich, man kann nicht nicht fühlen. die frage ist, wie geht man damit um? wie interpretiert man es?

    und dann können es vielleicht auch einfach nur eigenheiten des eigenen gehirns sein. aber das sieht man ja nicht. leider. so wie menschen, die farbenblind sind. genpool. und dann auch die erlebnisse. ich glaube, das ist eine vermutung, dass angst eine wichtige rolle darstellt. angsterlebnisse und wie man damit umgegangen ist. das prägt.

    ich versuche zu viele plakate und eindrücke zu meiden. weil es mich killt, overkill. oder zu dominante menschen, die ihre aggressionen nicht drosseln können. das nervt mich. das stresst mich. nicht, dass ich nicht aggressiv werden kann, aber wenn man dauernd so drauf ist, find ich das voll mühsam.

    ich habe das damals nicht gecheckt. da wurde ich negativ abgestempelt. heute.. achte ich darauf, und lernen wo nötig mich abzugrenzen, einfach um das wissen darum, dass es mich beeindruckt. du machst sport, das ist superhilfreich, denke ich! super.

    und wegen analysieren, hoffe ich dass du menschen triffst, die das auch machen (gibt genug solche). ich kann auch nicht mit leuten rumhängen, die nur über mode quatschen. ich finde es interessant, dinge anzuschauen, nachzudenken, zu analysieren, etc.

    singen ist auch so etwas, wo man sich vergisst. und in einer gruppe zu singen, macht auch voll spass. wenn man aktiv etwas macht, kann man nicht mehr denken, das gehirn schaltet aus, automatik-modus. wenn ich mich der tätigkeit ganz hingeben kann, wenn sie mich mit allen sinnen voll in beschlag nimmt.

    eigentlich gibt es viele sachen, die machen, dass man nicht wie der denker von rhodin eben rumdenkt. kreativ sein, sport machen, erlebnisse mit anderen menschen, etc.

  2. Anzeige

  3. #7
    !esperanza!
    Gast

    Standard AW: Hochsensibel-Fluch oder Segen

    Danke für eure netten Antworten!

    Danke Shaddowangel, für diese Internetadresse. Ich werde sie mir mal anschauen und vielleicht ist da etwas für mich dabei!

    Sonnenkind, ich finde es schön, wenn man bemerkt, man ist nicht alleine mit diesem Gefühl! Ja du hast recht, ich glaube man muss damit lernen zu leben und die positiven Seiten dieses doch irgendwie "Anderssein" auf Gefühlsebene auszunützen und nicht die schlechten Überhand bekommen zu lassen.
    Aber es ist irgendwie befreiend, einen Namen dafür zu kennen.
    Alles beschriebene trifft irgendwie so exakt auf mich zu:
    -ich beobachte gerne
    -habe ein ausgeprägtes Kältegefühl
    -Laute Musik (Diskos usw) sind für mich schlimm
    -ich liebe es Gespräche anderer (auch fremder) Leute aufzunehmen
    -ich merke genau wenn es Leuten nicht gut geht und versuche ihnen zu helfen
    und schaffe es auch meist sie aufzuheitern und ihre Schmerz oder Trauer zu
    nehmen
    -ich spürche die Gefühle die von Leuten ausgehen
    -bin perfektionistisch veranlagt
    -bin wissbegierig und möchte auch immer das WARUM wissen
    -bin eher introvertiert aber kann auch gut aufblühen
    -nach neuen Situationen (zb neuer Arbeitsplatz oder Kurs) bin ich am Ende des
    Tages komplett müde
    -ich liebe Tiere (sie können einen irgendwie ohne Worte verstehen usw...)
    Ich könnte diese Liste noch beliebig vortsetzen, aber es ist toll zu wissen das es vielen Leuten so geht wie mir und das ich auf keinen Fall unnormal bin.
    Ja du hast recht, so Leute wie wir haben es vielleicht schwerer aber wenn man den richtigen Weg findet damit umzugehen lebt man umso stärker und schöner!
    Es ist einfach nicht immer leicht damit umzugehen. Ich glaube ich habe noch so einiges zu lernen......

    Dolphin, danke für deine Antwort!
    Ja wenn man nur weiß wie man es positiv nutzen kann dann ist es schon toll. Ich muss einfach nur noch mehr lernen damit positiv umzugehen.
    Ja mit dieser Eigenschaft kann man auch Dinge erreichen, die andere nicht schaffen, aber so wie du sagst, es ist alles ein Lernprozess.

    Ja Sigi, diese zwei Richtunge kenne ich auch schon ein bisschen. Aber es ist nur ein schmaler Grad dazwischen und man muss immer gut aufpassen das mit nicht von der positiven Richtung in die negative Richtung rutscht......
    Wenn ich das so alles lese, dann geht es mir schon besser und fühle mich nicht mehr einsam. Aber ich muss sagen, ich habe Glück auch eine Person persönlich zu kennen, die genau so fühl wie ich.....nur habe ich ihr noch nicht erzählt das ich denke das unsere Charaktereigenschaft auch einen Namen hat.

    Lg Esperanza

  4. #8
    Gast
    Gast

    Standard AW: Hochsensibel-Fluch oder Segen

    hey esperenza!

    ich hab das gerade gelesen und möchte dir mut machen dein leben zu leben!
    mir geht es genauso und ich habe gelernt damit umzugehen! und wenn man weiß wie man es positiv einsetzen kann, diese sensibilität wirst du sehen wie toll sich dein leben entwickeln wird!
    du bist nicht alleine damit, glaub mir.

    ich wünsche dir viel glück!

    glg karin

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Unsterblichkeit - Segen oder Fluch ?
    Von Lena7 im Forum Leben
    Antworten: 38
    Letzter Beitrag: 28.06.2016, 18:52
  2. ELEKTROKRAMPFTHERAPIE ! FLUCH oder SEGEN !?
    Von ohne Aussicht im Forum Therapie
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 24.02.2012, 20:23
  3. Gesetzl. Betreuung, Fluch oder Segen?
    Von Vermisst im Forum Gesundheit
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 27.09.2011, 19:39

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige