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Thema: Gewalt gegen sich selbst.Was kann ich dagegen tun?

  1. #1
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    Standard Gewalt gegen sich selbst.Was kann ich dagegen tun?

    Hallo Leute,
    ich habe gerade dieses Forum entdeckt und denke mal dass ích mich mit meinem Problem an euch wenden kann.

    Und zwar geht es um die Beziehung mit meinem Freund.Wir beide sind jetzt sein einem jahr und ein paar Monaten zusammen(kennen uns allerdings schon länger).Als wir zusammengekommen sind lief alles ganz gut.Er war damals zwar in einer schwierigen Lebenssituation(sein Vater ist gestorben),aber er hatte einen guten Job,Freunde etc.
    Seit September letzten Jahres allerdings hat er einen neuen Job der ihn sehr stresst.Er ist total reizbar und flippt wegen total sinnlosen Dingen aus.Das bekomme nicht nur ihc zu spüren,sondern auch seine Mutter und alle anderen Menschen die ihm sehr nahe stehen.
    Und jetzt das schlimmste:Früher hatte er die Angewohnheit einfach nur seine Sachen zu zertrümmern,aber seit einiger Zeit schlägt er sich selbst sobald er ausflippt,bis ihm irgendwann mal schwindlig wird.Er sagt dass er lieber seine Aggressionen an sich selbst auslässt,anstatt an anderen(letzteres verlangt auch keiner).Es kommt so rüber als ob er andere Menschen für seine Fehler verantwortlich machen wollen würde indem er ihnen zeigt dass er wegen den Auseinandersetzung Schmerzen hat.
    Ich habe oft versucht ihn dazu zu bringen zu versuchen in stresssituationen ruhig zu blieben(ich selbst bin ein ,,mir-geht-alles-am-arsch-vorbei-mensch") doch leider scheint das nicht zu klappen.
    Deswegen würde mich interessieren was ihr in meiner Situation machen würdet.ich denke wenn ich ihm androhe schluss zu machen tut er sich wirklich was schlimmes an(nicht so wie die leute die das nur erzählen),ich meine er schlägt sich ja auch so fast bis er bewusstlos ist.Aber wenn ich ruhig bleibe(was ich eigentlich immer mache),regt er sich darüber auf weil mich seine Probleme angeblich nicht interessieren).
    Ich habe auch schon an therapie gedacht aber ich weiß nicht ob er mit seinen 17 jahren da nicht ein bisschen zu jung ist.
    Naja ich freue mich schon auf eure Antworten.
    Lg Oli4ka

  2. #2
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    Standard AW: Gewalt gegen sich selbst.Was kann ich dagegen tun?

    hallo,

    dein Freund schreit nach Hilfe. Er ist vermutlich mit seiner Lebenssituation total überfordert. Und weiss sich einfach nicht mehr zu helfen. Und vermutlich hasst er sich selber für das was er tut. Holt euch Hilfe. Der Hausarzt kann euch einen Therapeuten empfehlen. Er sollte auf jeden Fall eine Therapie machen, damit er sein Leben wieder sortieren und ordnen kann.

    Holt euch professionelle Hilfe. Einen anderen Weg gibt es in der Situation nicht mehr.

    Gruss Tarea

  3. #3
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    Standard AW: Gewalt gegen sich selbst.Was kann ich dagegen tun?

    da stimme ich zu!

    und zu den situationen...
    schau nicht einfach zu. ist doch klar, dass er denkt dich interessiert es nicht. halt ihn fest. halt seine hände fest so doll du nur kannst, damit er aufhört sich zu schlagen. er brauch deine hilfe!!!

  4. #4
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    Standard AW: Gewalt gegen sich selbst.Was kann ich dagegen tun?

    zu viel Aufregung und Aufstand ist nicht gut, zu wenig, also eine alles-geht-mir-am-arschhaltung ist auch nicht gut und ist ggf. Mitauslöser für die Aufregung deines Freundes. Der deutet diese Art der Kommunikation/Haltung falsch und dann geht der Stress los. Du hast ja geschrieben dass er deine ruhige Haltung als Ignoranz deutet...hier hilft es mit ihm offen zu reden, zu reden und nochmals zu reden und ihm klar zu machen, dass er dir nicht egal ist, du jedoch überfordert bist mit seinen Ausrastern, auch Schiss hast und echt nicht weisst wie du richtig reagieren sollst. Und ihn fragen was er von dir erwartet. Und dabei gucken, dass er nicht zu viel von dir erwartet. Und ruhig ein wenig über die Definition zu Normalverhalten reden...denn als normal würde ich sein Verhalten nicht bezeichnen..es ist abgewichen und daher besteht Handlungsbedarf und zwar von seiner Seite her.
    Ganz wichtig dabei ist, dass du es nicht zulassen solltest, dass er seine Probleme auf dich abwälzt...immer nur Hilfe zur Selbsthilfe geben und hübsch abgegrenzt bleiben!! Für ihn da sein, aber auch gewisse Bedingungen an ihn und die Partnerschaft stellen, ungute Verhaltensweisen offen angehen und ihn motivieren, dass ER an seinen Problemen arbeitet und sich ggf. professionelle Hilfe holt....auf keinen Fall ins Helfersyndrom verfallen und dich in die Rolle der Liebesretterin, Mama oder Psychotherapeutin drängen lassen, die du nicht erfüllen kannst und damit auf Dauer überfordert wärest.

    Ich rate euch bzw. in erster Linie ihm wie die beiden Vorschreiberlinge auch zu Direkter Suche nach professioneller Hilfe. Wird Zeit dazu.
    Er braucht dringend Therapie und dazu ist es von Vorteil so jung wie möglich einzusteigen, damit sich ungünstige Verhaltensgewohnheiten nicht zu lange festsetzen...je länger man eine Gewohnheit praktiziert desto schwieriger wird der Ausstieg! Mit jedem Male mit dem er in gewohnter Weise agiert oder reagiert erhöht sich die Wahrscheinlichkeit dass er das wieder und wieder tun wird. Daher ganz schnell was unternehmen!

    Ich rate immer zu einem ganzheitlichen Programm: systemische oder kognitive Verhaltenstherapie und im Falle von Aggressionen...egal ob autoaggressiv, also gegen sich selber oder normal aggressiv gegen andere zu Sport...sehr viel Sport zum Ausgleich. Kampfsport ist sehr gut grad bei Autoaggressionen oder allgemein Problemen mit Aggression.
    Es ist ja völlig natürlich und auch in Ordnung, dass jeder Mensch Aggressionen hat, nur der richtige Umgang damit will halt erstmal gelernt sein. Eine Verhaltenstherapie kann dabei sehr hilfreich sein.

    Deine Beobachtung dass er anderen Vorwürfe mit seinem Verhalten machen will ist sehr zutreffend..er bewirkt durch die Autoaggression sowas wie negative Aufmerksamkeit, ggf. weil er es schon immer so gewohnt ist auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erlangen, was natürlich NICHT in Ordnung ist und geändert werden sollte. Natürlich steckt hinter diesem Verhalten noch viel mehr dahinter und ist auch eine Art Hilfeschrei...aber nur ein guter Psychologe kann ihm da wirklich weiterhelfen, der ihm Wege zeigt seine Emotionen angemessener (und möbelschonender) zu artikulieren und angemessener mit seinem Frust und Aggros umzugehen. Autoaggression ist sowas wie ne Mischung aus Hilfeschrei/Ohnmachstmittel aber auch Machtmittel ggü Außenstehenden...Therapie ist natürlich ARBEIT und auch nur Hilfe zur Selbsthilfe und kein Wundermittel und es liegt hauptsächlich an der Einsicht, Bereitschaft deines Freundes da gut mitzuarbeiten und sich helfen lassen zu WOLLEN, damit eine Therapie Erfolg hat. Du kannst da entscheidend motivieren, indem du ihn bei dieser Arbeit unterstützt und ihn für gute Mitarbeit durch Aufmerksamkeit belohnst...etc...solltest dich dazu auch vom Therapeuten beraten lassen um einige Fehler zu vermeiden. Bei mangelnder Einsicht und bockigem Verhalten, indem er sich gegen professionelle Hilfe etc. sperrt, und wenn dir das alles zu viel wird hast du natürlich das Recht die Freundschaft zu beenden....aber dann bitte vernünftig und ohne Androhungen oder so. Ich halte es grundsätzlich nicht für eine gute Idee, wenn du die Rolle der aufopferungswilligen Retterin übernimmst, er muss sich selber in den Griff kriegen und retten, sonst wird das alles nix.

    Also die gute Nachricht ist: dein Freund kann durchaus eine Menge tun um seine und auch eure Situation wesentlich zu verbessern. Ich würde da schon diesen Anspruch an ihn stellen. Sag ihm dass du ihn lieb hast, dir Sorgen machst und dich seine Verhaltensweisen, die nicht normal sind, erschrecken und er sich da dringend helfen lassen sollte. Es geht hier um ihn, aber natürlich auch um dich und eure Freundschaft...für die er schon was tun sollte. Ich würde das ohne Zip und Zap als Grundbedingung für eine weitere Partnerschaft und Freundschaft liebevoll, aber bestimmt einfordern. Das wäre zu seinem aber auch zu deinem Besten..denn nicht selten kann ein Verhalten wie du es geschildert hast auch umschwappen in gegen dich gerichtete Aggression...Bei Selbstgefährdung und auch möglicher Fremdgefährdung sollte man eindeutig: STOPP oder VETO sagen und direkt was dagegen tun, damit solche Verhaltensweisen auf keinen Fall zur dauerhaften Gewohnheit werden. Irgendwo sieht es so aus, als wäre er noch sehr unreif und auf der Suche nach Grenzen...wenn die ihm niemand setzt kann er in seinem TUN eskalieren. Du hast da schon als seine Freundin eine Art Mitverantwortung da auch Grenzziehungsarbeit mitzuleisten..denn sein Verhalten betrifft ja auch mittelbar oder unmittelbar dich mit. Du kannst ruhig offen sagen, dass du dich durch sein Verhalten irgendwie emotional erpresst und verunsichert und unwohl fühlst, dir keinen Reim drauf machen kannst und gerne wissen würdest warum er so agiert...mal ruhig zusammen ein wenig analysieren..am besten unter Anleitung mit Therapeuten...

    Tyra

    Wenn der Job STressauslöser ist, das Problem oder die Probleme analysieren und gucken ob man was dagegen tun kann. Fakt ist, dass das ganze Leben immer wieder stressig ist und man halt ständig gucken muss wie man angemessen mit dem Stress umgeht. Einigen Stress kann man jedoch vermeiden oder minimieren durch geänderte Grundhaltung und verändertes Verhalten etc..sowas lernt man ganz gut in Verhaltenstherapien in denen man Tipps erhält wie man mal andere Aspekte beleuchtet, wie man an Problemen arbeitet und STress angeht etc. Wird Zeit für deinen Freund, dass er das lernt. Seine derzeitige Art des Umgangs ist burschikos ausgedrückt Mist, selbstgefährdend und produziert weiteren Stress in eurer Beziehung, was an sich nicht sein sollte und sein muss. Auf Dauer schiesst er sich mit dem derzeitigen Verhalten sozial ins Aus. Und das sollte man ihm offen klar machen.

    Ich bin auch ein total aggressiver Mensch, habe jedoch einen Freund und kann mir Ausraster nicht leisten..irgendwo muss man sich da halt entscheiden...ob man jederzeit den WEg des geringsten Widerstandes geht und einen auf wilder unsozialisierter Mensch machen will, wie ein wildgewordener Pavian Sachen oder sich selber zertrümmert und dann alleine bleibt oder sich halt verhaltensmäßig anpasst, ggf. mit therapeutischen Anleitung lernt seine Aggros anders und weniger umfeld- oder selbstgefährdend zu artikulieren und sich bemüht eine Freundschaft zu erhalten. Er sollte sich da ebenfalls entscheiden und seine Probleme angehen, damit er da genügend Kontrolle reinkriegt.
    Geändert von Tyra (01.08.2007 um 11:19 Uhr)

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