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Thema: Zivilcourage in der Praxis?

  1. #11
    Lutz
    Gast

    Standard AW: Zivilcourage in der Praxis?

    Danke für eure Ratschläge ... habe das Ganze auch noch mal nüchtern durchdacht und das was Eska und Frank vorgeschlagen haben, zuerst die Polizei zu rufen und dann den Täter darauf aufmerksam zu machen ist wohl das beste was man in diesem Moment tun kann. Hätte ich vielleicht auch getan wenn ich bei klarem Verstand gewesen wäre. So hatte ich einfach darauf gebaut, dass die beiden Frauen spätestens als es wirklich ernst wurde zum Telefon griffen - was wohl der größte Denkfehler war: Sich darauf zu verlassen, das andere das Richtige tun...

    Das mit dem Selbstverteidungskurs hab ich auch in Erwägung gezogen - im "normalen" gesellschaftlichen Umfeld, das ich kenne (mittelgroße Stadt mit geringer Kriminalität), ist man auf solche Situationen einfach nicht gefasst. Aber nach diesem Erlebnis und dem, was man teilweise hier und anderswo lesen muss, bekommt man doch einen anderen Blickwinkel.

    Letztendlich hoffe ich, dass ich trotz meines idiotischen Verhaltens schlimmeres abwenden konnte. Jedenfalls werde ich für mich einigen Lehren daraus ziehen und mit viel Optimismus tut es vielleicht auch der Täter. Bestimmt erwartet niemand, dass man den Helden spielt, und ich glaube darum geht es dabei auch nicht. Nur würde ich hoffen, dass wenn z.B. meine Freundin in eine solche Situation geraten würde, jemand einschreitet, selbst wenn er dabei ein gewisses Risiko in Kauf nimmt. Sicher muss das jeder für sich selbst und der Situation angepasst entscheiden, und es ist besser, sich, wie Frank schon sagte, darüber klar zu werden, bevor die Situation entsteht. Unvorbereitet und unter starkem Stress reagiert doch schon recht seltsam

  2. #12
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    Standard AW: Zivilcourage in der Praxis?

    ...im großen und ganzen kann ich meinen vorredener nur zu stimmen...
    ich befand mich auch mal in der situation in der ich hilfe gebraucht hätte,ich als opfer habe im haus geschrien,habe sogar bei den nachbarn geklingelt,aber die haben die tür nur einen kleinen spalt geöffnet, obwohl es nciht zu überhören war das ich hilfe brauchte...isie hatten dann wohl doch ein schlechtes gewissen,denn nach ein paar minuten kamen sie hoch und fragten ob ich hilfe brauch..da war es allerdings schon zu spät...
    ich persönlich weiß wenn ich hilfeschreie oder suchende bzw.irretiere blicke auffange bin ich da,für jeden.jetzt werdet ihr sicherlich sagen..naja...aber das ist mein voller ernst,ich möchte nicht da sitzten und grübbeln wie es gewesen wäre wenn ich geholfen hatte,sondern ich möchte da sitzen und sagen können ja ich habe geholfen und wenn es nur ein anruf bei der polizei wäre.ich wünschte mir wenn viele so denken würden und nciht weg schauen würden. LG mondblume

  3. #13
    Tyra
    Gast

    Standard AW: Zivilcourage in der Praxis?

    Hallo,

    Zivilcourage will auch erstmal gelernt sein und erfordert schon ein wenig Selbstbewusstsein und Menschenerfahrung. Ich habe mehrfach ähnliche Situationen erlebt in denen ich de-eskalativ eingegriffen habe.
    Ein böser Blick ist in Fällen wo Aggression in der Luft liegt oft nicht so klug, denn er wirkt provozierend und wenn die Wellen bereits schon hoch schlagen, da jemand aggromäßig abgeht, sollte man lieber kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Besser ist es sachlich-neutral aber dennoch fest zu bleiben und somit de-eskalativ einzugreifen.
    Es sei denn es besteht akute Gefahr und jemand geht direkt mit einem Messer auf einen anderen los...dann ggf. nach einem Gegenstand suchen und den Angreifer versuchen auszuschalten oder laut aber wirklich laut, das die Erde bebt "Stopp" rufen oder sowas....meist hilft eine kleine Ablenkung. In einem Fall den meine Schwester erlebt hatte, hat sie den Täter, der auf eine Frau losging auf diese WEise kurz abgelenkt und dem Opfer zugebrüllt es soll weglaufen...zum Glück ist das Mädel dann auch getürmt...
    Sehr gut ist es für den Fall der Fälle zu wissen wie man sich selber seiner Haut erwehren kann. Ich weiss das durch Kampfsporterfahrung und gehe daher bereits ohne große Angst vor...was sich sehr positiv auswirkt, denn ein Aggrotyp hat Respekt vor einem selbstbewusst wirkenden Menschen, der eine Situation managen kann und sich nicht einschüchtern läßt.
    Natürlich muss man auch gucken wen man da vor sich hat..wenn das son Gangmacho ist..mit Messer in der Hand ist es besser auf Abstand zu bleiben, das ist klar...
    Im Falle von Unsicherheit oder auch Gefahr für einen selber würde ich auch dazu raten direkt die Polizei zu rufen. Kommt halt immer auf die Situation an.

    Ich stimme dem Zitat im EuFrank-Post ebenfalls zu, sehe ich auch so. Und es stimmt auch dass man für sich in sich drinnen klar haben muss was geht und was nicht, ein klares und deutliches NEIN gegen Gewalt in sich tragen muss um auch überzeugend eingreifen zu können.

    Ich finde es gut, dass du überhaupt eingegriffen hast und idiotisch finde ich dein Verhalten gar nicht. In solchen Situationen geht ja alles blitzschnell vonstatten, da verhält man sich oft auch mal ein wenig idiotisch...habe ich auch oft getan...aber ich sage mir immer: ruhig mal ein klein wenig iditiotisch handeln als gar nix tun.

    Tyra
    Geändert von Tyra (01.06.2007 um 10:05 Uhr)

  4. Für den Beitrag dankt: supernaut

  5. #14
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    Standard AW: Zivilcourage in der Praxis?

    Hallo Lutz

    ich weiss nicht, ob du hier noch mitliest, aber ich war auch schon mal in so einer Situation. Aus meiner Sicht hast du in der akuten Situation genau das Richtige getan - und vor Allem warst du damit erfolgreich:

    Du hast der Frau in einer akuten Notlage geholfen und du bist selbst mit heiler Haut davon gekommen.

    Mach dir keine Gedanken darum, was du hättest anders machen können, in so einer Stresssituation entscheidet jeder Mensch intuitiv. Und wenn man handelt, dann tut man meist instinktiv das Richtige - auch wenn man es bewusst nicht registriert. Zum überlegen oder abwägen fehlte dir einfach die Zeit.

    Es wird darum gute Gründe geben, warum du nicht versucht hast mit dem Täter zu kämpfen. Es wäre womöglich zu üblen Folgen gekommen - egal ob für dich selbst, für den Täter oder für Dritte. Ein Patentrezept gibt es für solche Momente nicht und es ist für einen Normalsterblichen auch schwer sich auf so etwas vorzubereiten - es kommt nämlich mit Sicherheit anders als man denkt. Man kann dann nur sich selbst vertrauen.

    Ich denke du solltest sehr zufrieden mit dir sein, dass du die Zivilkourage hattest in so einer kritsichen Situation einzugreifen !! Das tut leider noch lange nicht Jeder.

    Was du noch hättest tun können, wäre die Polizei zu rufen, sobald du aus der Gefahrenzone heraus warst und dich als Zeuge zur Verfügung zu stellen. Ich denke, dann würde es dir nun auch besser gehen - weil du dein Erlebnis direkt jemandem hättest mitteilen können. Das lenkt von dem Stress ab.

    Alles Gute und mach beim nächsten mal wieder das Richtige, Ben

    PS:
    Denk mal drüber nach, wie dankbar dir die Frau ist, der du geholfen hast.

  6. #15
    Gast
    Gast

    Standard AW: Zivilcourage in der Praxis?

    hallo lutz

    ich finde es auch schon super, dass du nicht einfach vorbei gelaufen bist und dieser frau da geholfen hast. und ich schliesse mich tyra an. es braucht auch übung, selbstbewusst auftreten, richtig reagieren. solche situationen passieren blitzschnell. da hat man gar nicht viel zeit zum nachdenken. da reagiert man selber auch einfach nur. da muss man üben, damit man in solchen situationen auch einfach reagieren kann. wie beim nothelferkurs. damit die handgriffe sitzen. ohne eine halbestunde lang zu überlegen.

    irgendwo habe ich mal gelesen, dass es nicht hilft, darauf zu warten, dass andere das richtige tun, mitdenken, mithandeln. jeder denkt vielleicht der andere tut was, und schlussendlich stehen einfach nur alle da. man muss die leute anweisen. sagen, wer was tun soll.

    einmal wurde ich - es war nicht so gefährlich, aber es ging in die richtung - frühmorgens am zug von jemandem blöd angemacht. ich war noch ruhig und sagte nur, lass mich in ruh. mehr nicht. wendete mich ab und redete weiter mit einer freundin, die im zug war. daraufhin wurde der sauer. fing an mich zu beschimpfen. in einer sprache, wo er nicht dachte, dass ich sie verstand. ich wurde daraufhin dermassen sauer, dass ich aggro wurde. das ist eine doofe erfahrung, die ich gemacht habe. wenn ich mich provozieren lasse, nicht cool bleiben kann. alles hat sich aufgeschaukelt. er kam näher, deutete an, dass er handgreiflich werden wollte. doofer machtkampf. schon seltsam, was aus dem nichts entstehen kann. einerseits wollte ich den kerl nicht einfach machen lassen. mich einfach beschimpfen lassen. bin kein frustabladeplatz. kommt, macht mich doof an. wird dann sauer, wenn ich sag, lass mich in ruh. es war 7 uhr früh am bahnhof. lauter leute. alles lief vorbei. keine ahnung, was die dachten. meine freundin bekam schiss, wollte mich in zug reissen, sagte lass ab. aber irgendwie ging mir das ab. schliesslich hatte ich nichts gemacht. ich glaube, wir hätten uns geprügelt. bis mir aus dem nichts die idee kam. ich sagte, ich hol die polizei, und dann hast du stress am hals. das hat dann auch geholfen.

    schlimm ist, dass man emotional mitgeht. es ist, wie die anderen sagen. man muss üben. sich so situationen stellen, damit man auch sicherer wird. lernt kühlen kopf zu bewahren. selbstbewusst.

    auf alle fälle, hast du eingeschritten. das solltest du dir zugute schreiben. viele latschen vorbei.

    gruss
    gast

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