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Thema: therapie

  1. #1
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    Standard therapie

    hallo leute,

    meine freundin ist wegen sex. missbrauch in therapie. die dauert jetzt 2,5 jahre.

    sie hat den kontakt zu ihrem vater wieder aufgenommen und stellt ihn heute als herzensguten menschen hin, der er aber nicht ist. all dies ist mir klar, sie idealisiert diesen menschen und bringt ihm ein ambilaventes verhalten gegenüber. soweit kann ich damit mittlerweile umgehen. ist im endeffekt ja nur eine "phase"..

    problem an der sache ist, dass sie z.b. meinen vater ( rheinische frohnatur die immer für meine mutter, meine drei geschwister und mich dagewesen ist und auch heute noch in jeglicher situation ist ) als problemmenschen darstellt.

    in gewisser weise, kann ich das verstehen. er sagt seine meinungen offen und ohne umschweife den menschen direkt ins gesicht. das ist ein verhalten mit dem meine freundin nicht klarkommt. sie hat daher ihren therapeuten auf ihr problem angesprochen und der hat festgestellt, dass mein vater mit der sexuellen ausstrahlung meiner freundin nicht umgehen kann und daher sein verhalten nicht ihrem anpasst.

    da fällt mir natürlich nichts mehr zu ein ((-: das ist in meinen augen so lächerlich !!!

    für mich steht aber seit dieser aussage fest, dass meine freundin in ihrer scheinwelt keine möglichkeit hat auszubrechen. das tut mir leid für sie, nur mittlerweile ist der punkt erreicht, an dem ich nicht mehr kann, da auch für mich mehr kaputt geht als das es schön ist.

    wie paradox ist es einen sorgsamen familienvater auf sex. hintergründe anzusprechen, wenn der eigene vater zwei töchter missbrauchte und was dann vor kurzem rauskam auch seine frau während der ehe sex. unter druck gesetzt hat.

    ich kann diese therapie nicht nachvollziehen. das ist doch nicht der weg einen menschen zu heilen. der mensch ( meine freundin ) wird doch nur noch mehr in die "scheiße" geritten, indem er diese aussagen des therapeuten nach aussen vertritt. dieser mensch wird dazu geformt, jeden menschen so zu ändern, dass er nach ihrem bild ein toller mensch ist.

    kann mir von euch vielleicht jemand erklären, wie eine solche therapie von statten geht und ob das alles so normal ist ?

    sollte ein therapeut urteile über andere menschen äussern, auf grund von hören sagen ?

    sollte ich den kontakt zum therapeuten meiner freundin suchen ( par email evtl. ) um mal einiges klarzustellen, von dem er nichts zu wissen scheint ?

    danke für eure einschätzungen

  2. #2
    Günter
    Gast

    Standard AW: therapie

    Hallo herriger

    Du darfst Dich natürlich nicht an ihren Therapeuten wenden. Er ist ihr Therapeut. Ihre Vertrauensperson, bei der sie sich darauf verlassen kann, dass kein anderer Mensch aus ihrer Umgebung Einfluß nimmt. Du würdest sie damit hintergehen.

    Wenn es ein guter Therapeut ist, würde er gar nicht auf Dich eingehen. Damit würde er sie hintergehen.

    Wenn Du Dich unwohl damit fühlst, dass dort Dinge ablaufen, die Du für falsch hältst, dann mußt Du mit ihr darüber sprechen. Wenn Du mit ihrem Therapeuten sprechen möchtest, solltest Du sie um Erlaubnis fragen. Es ist ihr Therapeut.

    sie hat daher ihren therapeuten auf ihr problem angesprochen und der hat festgestellt, dass mein vater mit der sexuellen ausstrahlung meiner freundin nicht umgehen kann und daher sein verhalten nicht ihrem anpasst
    Der Therapeut wird das nicht festgestellt haben. Sie wird das für sich festgestellt haben. Vielleicht empfindet sie Deinen Vater tatsächlich als anzüglich (rheinische frohnatur) und weiß nicht damit umzugehen. Weißt Du es?

    sollte ein therapeut urteile über andere menschen äussern, auf grund von hören sagen
    Aber bitte. Aufgrund von "hören sagen"? Wohl eher aufgrund vom dem, was Deine Freundin ihm gesagt hat. Willst Du jetzt zu dem Therapeuten gehen, und Deine Meinung kundtun, damit er auf Dich hört? Aufgrund Deines eigenen von "hören sagen"?

    Außerdem ist es das Urteil Deiner Freundin, nicht das Urteil ihres Therapeuten. Dieser Mann wird vermutlich nur soweit Einfluß darauf genommen haben, dass er versucht hat, zu unterstützen, dass sie herausfinden kann, warum sie sich bei Deinem Vater unwohl fühlt. Und das wird wohl so sein. Soll sie jetzt auch eine rheinische Frohnatur werden? Sie ist es halt nicht.

    Und was in Frauen vor sich geht, die in ihrer Kindheit oder Jugend mißbraucht worden sind, wissen wohl nur diese Frauen selbst. Einer Bekannten von mir ist das widerfahren. Heute ist sie der einzige Mensch, der sich um ihren Vater kümmert. Muß ich das verstehen? Ich kann es nicht verstehen.

    Günter
    Geändert von Günter (02.06.2006 um 18:20 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: therapie

    hi günter,

    es geht hier nicht darum, dass ich meine freundin auf biegen und brechen meinem umfeld anpassen möchte. es geht vielmehr darum, dass ich, wie du es auch beschreibst, denke, dass dort irgendwas gesagt wird, es aber ganz anders ankommt als es gedacht ist.

    wie ein mensch leben möchte bleibt einzig und alleine ihm überlassen, gar keine frage.

    nur wenn elementare dinge wie ein ambivalentes verhalten an den tag gelegt wird, stellt sich mir die frage ob man das nicht kundtun sollte.

    sicher habe ich sie darauf angesprochen, nur leider komme ich nicht durch.

    zum anderen kann ich deine haltung durchaus verstehen, verstehe aber bitte, dass diese frau ein kind von mir möchte und da denke ich, sollte ich sehr wohl etwas weiter denken als die aussage: lass das ihr problem sein ! ( frei umschrieben )

    in einer beziehung betrifft es immer zwei und irgendwann drei. wenn eine solche tat unbetsraft und ungesühnt bleibt, ohne irgendwelche sozialen oder rechtlichen folgen, kann ich das nicht verstehen. es gibt denke ich genug menschen die zur polizei gehen würden wenn sie es denn wüssten. einzig und alleine aus schutz vor menschen die da noch kommen mögen. alle anderen verschließen meiner meinung nach die augen.

    meine freundin hat diesen schutzgedanken leider nicht. darum ist er bei mir wohl unterbewusst viel ausgeprägter. wachsamkeit ist für mich bei jedem treffen da, ohne das ich es will. ich habe mir auch die mühe gemacht den täter zu treffen und habe weihnachten bei ihm verbracht.

    im übrigen geht es nicht darum mein hören sagen kund zu tun sondern lediglich meine person betreffend mal klar zu machen, was ich denke. eine schublade ist schnell auf und zu gemacht.

    hoffe du verstehst meine ausführungen. vielen dank für deine sichtweise.

    grüße

  4. #4
    Tyra
    Gast

    Standard AW: therapie

    Hallo herriger,

    die Krux bei sexuellem Missbrauch ist ja ein S-M-Machtverhältnis....ein Dominator bestimmt über seinen Sexsklaven oder so ähnlich. Ein solches in der Kindheit erfahrenes und gleichsam ankonditioniertes Rollenverhalten prägt natürlich auch nachhaltig das Weltbild des Opfers.
    Normal fände ich an sich eher Wut gegen den Vater und ihn auch als das zu sehen was er ist: einen Soziopathen, also Menschen der sich nicht an allgemeine soziale Regeln hält, einen Triebtäter und keineswegs (nur) herzensguten Menschen oder so was....Wenn sie ihren Vater nur positiv sieht und seine Schandtat an ihr total ausblendet sehe ich hier immer noch Hörigkeit und Unterwürfigkeit?? Ich kenne deine Freundin ja nicht so vom Typ her...ist sie mittlerweile auch dominanter, selbstbestimmter im Alltag, oder eher passiv und läßt sich lenken? Normal fände ich wenn sich deine Freundin ihres Wertes bewußt wäre und sehen würde, dass der Täter= ihr Vater es nicht wert ist noch länger an ihn zu denken, geschweige denn Kontakt mit ihm zu haben. Was erwartet sie sich davon? Erklärungen? Die kriegt sie nur von einem Therapeuten und gewiss nicht vom Straftäter, der bestimmt leugnet oder nur Ausreden parat hat, die ihr nur wieder das Hirn pürrieren, sofern sie nicht gelernt hat sich genügend abzugrenzen aus dem Machtbereich ihres ehemaligen Dominators.

    Kinder lieben ihre Eltern und oft ist ja bei sexuellem Mißbrauch so, dass der Täter diesen Mißbrauch dem Opfer als ganz normale Liebe verkauft....und Kinder glauben ja erstmal das was ihnen ihre Eltern sagen...Kleine Mädchen "verknallen" sich in einer bestimmten Entwicklungsphase ja auch oft in ihre Papis, und wollen die später heiraten...aber das GAnze läuft auf der Kindebene natürlich total asexuell ab...kindlich eben...was der Triebtäter jedoch knallhart kalkuliert ausnutzt. Dieser vom Täter implantierte Glaube an ein pervertiertes Bild normaler Liebe kann so stark sein, dass es lange Zeit anhält. Vielleicht für immer, wenn sich das Opfer nicht knallhart mit der Angelegenheit auseinandersetzt und zulässt bzw. daran mitarbeitet ein tatsächlich normales Weltbild in sich aufzubauen...in dem die sexbetonte Liebe des Vaters als unnormal gesehen wird...und klar gesehen wird, das Papi das Kind für seine Triebbefriedigung verarscht hat mit seiner Liebesdefinition, bzw. das ein solche väterliche Liebe pervers und strafbar ist und demgemäß zur Verantwortung gezogen werden sollte.

    Für manche ist die Wahrheit zu heftig und kränkend...viele Menschen sind zu sehr abhängig von den Ansichten anderer und tun sich schwer damit selber denken und urteilen zu lernen. DA ist dann immer ne Menge Selbsttäuschung mit im Spiel, man biegt sich die schmerzhafte Realität so zurecht, dass man sie ertragen kann. Allerdings brechen Selbsttäuschungen früher oder später immer zusammen und dann knallt die Seele erst richtig auf dem Boden der Tatsachen auf. Selbsttäuschung und Verdrängung sind Schutzmechanismen der Seele, die jedoch manchmal auch paradox wirken und anstatt zu schützen eher das Gegenteil tun: nämlich gefährden. Realität kann verletzen, aber jeder kann das aushalten und sollte das aushalten, ansonsten gefährdet man sich nur selber und wahrscheinlich auch noch andere mit.
    Eine gute Therapie kann dem Opfer Stück für Stück beibringen, wie es der ungeschminkten Realität ins Auge blicken kann...dieser Prozess ist wichtig...um sich u.a. auch aus dem Machtbereich des Täters zu entfernen, sich abgrenzen zu können und klar erkennen zu können: Papi war und ist kein lieber Papi, sondern ein Wolf im Schafspelz.

    Ich persönlich fahre die streng realistische Schiene, die manchmal hart ist, aber ich finde: offen und ehrlich über die Dinge reden bringt was, auch wenn das manchmal Schockeffekte hervorrufen kann. Scheinwelten gehören in meinen Augen zerstört....natürlich auf professionelle und gute Art und Weise, indem man ein krummes Weltbild immer wieder durch Diskussion...auch mit anderen wieder ein wenig gerade biegt, indem Austausch von möglichst vielen Meinungen stattfindet und man nicht immer wieder zu lange Zeit findet sich in seiner eigenen Denkgrütze einen vorzumachen, in sich Traumschlösser aufzubauen.

    Frage: ist der Täter bestraft worden? Wurde offen über sein Vergehen gesprochen? Ehrlich gesagt finde ich es extrem strange, dass deine Freundin immer noch Kontakt mit ihrem Vater hat und auch strange das du da anscheinend mitmachst....??Kann mir das schlecht vorstellen..so ein Tischgespräch oder Weihnachten unterm Tannenbaum und man fragt: na was hast du dir dabei gedacht und dabei gefühlt früher deine Tochter= ein Kind gevögelt zu haben? Bist du in deiner Kindheit auch mißbraucht worden oder wie bist du auf den Trichter gekommen? Also alles Fragen die an sich von Interesse wären und die ich auf jeden Fall bei Kontakt mit dem Mißbräuchler meiner Freundin direkt gefragt hätte.
    Oder wird auf happy family gemacht? So als wäre nix gewesen? Das wäre ja echt der Hammer!

    Ich fände es keine schlechte Idee, wenn ihr = du und deine Freundin mal ein gemeinsames Gespräch mit dem Therapeuten hättet...und wenn auch du mal mutig genug wärest offen und direkt über die Dinge zu reden...nur so kann man weiterkommen denke ich..Falls deine Freundin sich vehement vor der Wahrheit drückt und auch von ihrer Umwelt = dir erwartet, dass nur gelogen und gettäuscht wird, verheimlicht werden muss, würde ich dir im eigenen Interesse zum ERhalt eines normalen und aufrechten GEistes, der die Wahrheit nicht scheut und sich v.a. nicht scheut sie auszusprechen, raten dich abzuwenden*...so hart das klingt...Deine Freundin sollte sich entscheiden: Realität oder Traum. Durch manche Dinge und Traumata muss man durch...je eher desto besser denn je länger man verdrängt hat und sich selber belügt, desto heftiger wird letztlich das Erwachen werden. Voll beknackt ist dann wenn man nach zig Jahren bemerkt wie lange man sich selbst belogen hat....das alles ist verlorene und verschenkte Zeit!

    Gruß
    Tyra
    Geändert von Tyra (03.06.2006 um 15:04 Uhr)

  5. #5
    Tyra
    Gast

    Standard AW: therapie

    Nochmal konkret zu dieser Therapie: sprich mal mit dem Therapeuten...frag aber vorher nach dem Einverständnis deiner Freundin. Ich denke es ist ne andere Sache Thesen oder maßgebliche Thesen des Therapeuten aus zweiter Hand = aus dem Mund deiner Freundin oder aus dem Mund des Therapeuten zu hören. Ich denke da liegt ein Mißverstehen vor...von der einen oder anderen Seite...Schlecht finde ich es ohne konkrete Beweise die Therapie oder den Therapeuten schlecht zu machen...denn eine Therapie ist schon extrem wichtig. Natürlich kann es hin und wieder auch schlechte Therapeuten geben, dass checkt man dann konkret ab und wechselt.

    Du kannst auch zu einem anderen unabhängigen Therapeuten gehen und ihn zu deinen Eindrücken befragen, oder in einer Gewaltopferberatungsstelle fragen wie eine solche Therapie abläuft und ob die Therapie deiner Freundin normal abläuft.
    Tausch dich da mal mit Fachleuten aus.

    Die Ansicht deiner Freundin zu deinem Vater...da gibt es nen Fachausdruck zu..sie spiegelt oder so....oder transferiert d.h. interpretiert ggf. was in deinen Vater rein, was nicht da ist...bzw. bei allen Vätern auch da ist...auch bei ihrem und bei dem leugnet sie es und betont es bei deinem. Bzw. stellt an deinen Vater die Fragen die sie an sich ihrem Vater stellen will, aber nicht kann, da sie ihn als unfehlbar definiert hat....und das wiederum hat sie getan, weil sie sich selber immer noch zu sehr mit ihrem Vater verknüpft sieht und sie denkt, dass wenn sie ihn abkanzelt sich selber abkanzelt...die schuldfrage ist nicht geklärt, sie fühlt sich schuldig oder was weiss ich, sie sollte das mal mit ihrem Therapeuten, bzw. ihr könntet das mal gemeinsam mit dem Therapeuten analysieren und diskutieren.
    Ansonsten Rat für den Alltag: laßt die Väter Väter sein, haltet ne WEile Abstand zu dieser Spezies und konzentriert euch lieber mal auf ein vaterloseres Leben...dann gibt's bei der bestehenden Vorbelastung auch weniger Probleme. Und: sie sollte diesen Effekt ihren Vater schönzureden und andere Väter abzukanzeln oder so ähnlich mal mit ihrem Therapeuten besprechen....das könnte ein guter Aufhänger für einen Durchbruch zur Realität geben. Nutzt diese Chance!

    Motto: nicht spekulieren und zu viel denken, sondern MACHEN!

    Gruß No.2
    Tyra
    Geändert von Tyra (03.06.2006 um 15:10 Uhr)

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