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Thema: Wie soll ich das alles aushalten???

  1. #6
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    Standard AW: Wie soll ich das alles aushalten???

    Ich muss in 1.5 Monaten nach Wien zu einer Gerichtsverhandlung wegen dem Delogierungsverfahren. Mein Anwalt hat geschrieben dass es sehr wichtig ist, dass ich komme. Heute habe ich den Flug gebucht und anschliessend Weinkraempfe gehabt. Ich kann die sexuelle Belaestigung und die Beschimpfungen nicht vergessen und ich merke, dass ich nicht damit zurechtkomme. Vielleicht wuerde es mir besser gehen wenn mir in Wien jemand helfen wuerde aber ich weiss genau dass ich dort bestenfalls bestraft werde wenn ich mich wehre. Ich weiss nicht mehr was ich tun soll.
    Mir wird ganz schlecht bei dem Gedanken diesem Zellhaufen, welcher sich faelschlicherweise zur Spezies Mensch zaehlt, bei Gericht gegenuebersitzen zu muessen und gezwungener Massen ruhig zu bleiben.
    Wenn ich einfach nicht komme geht meine Wohnung verloren und mein Sohn wird obdachlos.
    Meine Wohnung ist sehr billig und ich habe nicht genug Geld um meinem Sohn eine andere Wohnung zu bezahlen.
    Eine verzwickte Situation, nicht wahr?
    Ich weiss einfach nicht wie ich diesen Wientripp ueberstehen soll ohne dort auszurasten.

  2. #7
    Tyra
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    Standard AW: Wie soll ich das alles aushalten???

    Hallo,

    hast du niemanden (Partner, Freund, FReundin etc.) der dich nach Wien zu dieser Sache begleiten könnte?
    Und kann nicht dein Sohn (18? = erwachsen) nicht mal selber nach ner neuen Bleibe gucken? Ist doch alt genug dazu mal Verantwortung für sich selber zu übernehmen, damit du dich nicht übernimmst mit all den Problemen...
    Ich finde du lädst dir da (frauentypisch) ein bißken zu viel für dich selber auf...es gibt Zeiten da muß mal die Sippschaft mit ran oder Freunde müssen einspringen etc. Trau dich ruhig da mal Hilfe für dich einzufordern!
    Insgesamt und auch auf längere Sicht würde auch eine Stärkung deines Selbstvertrauens ne gute Sache sein (Kampfsportart + psychologische Beratung, da Panikattacken schon nicht mehr im Rahmen der normalen Stressreaktion liegen etc.) Ich selber habe auch eine Entwicklung vom ängstlichen Nervenbündel zu einer recht toughen Kämpferin (wenns sein muß...ansonsten butterweich) durchgemacht....Und ich würde diesen Polizeischnöseln in Wien mal ein Bißken Dampf unterm Hintern machen....wer hat denn da solche Macht dich zu bestrafen und wie konkret kann man dich bestrafen?? Es ist doch nicht strafbar sich gegen sexuellen Mißbrauch zur Wehr zur setzen! Oder diesem Vermieter mit ner Kamera zu Leibe rücken und ihm ne Veröffentlichung beim Lokalsender anzukündigen oder sonstwas...
    Falls du dich überlastet und überfordert fühlst rede mit jemand Vertrauten darüber. Freunde oder Partner sind dazu da sich untereinander zu helfen. Oder gehe ersatzweise zu ner Beratungsstelle.
    Devise: delegieren und entlasten.....und tu dir zwischendurch mal wat Gutes: am WE entspannen mal an nix Belastendes denken, nicht ständig über Kommendes grübeln, sondern sich an einem Tag hinsetzen die Verfahrenssache durchgehen, sich ne Kampf- und Verhaltenstaktik zurechtlegen und dann erstmal abwarten bis die Situation da ist.
    Trau dir ruhig mal ein bißken mehr zu, du schaffst das schon!
    Worum gehts denn konkret in diesem Delogierungsverfahren? Was ist das eigentlich genau? Ne Räumungsklage? tja da wäre ja ein gutes Kampfmittel die sexuelle Belästigung des Hauseigentümers gewesen, wenn diese zur Anzeige gekommen wäre oder kommen würde......

    Gruß
    Tyra

  3. #8
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    Standard AW: Wie soll ich das alles aushalten???

    Hallo Samiramis,
    wirklich traurig Deine Geschichte.
    Trotzdem kann ich nicht verstehen, da ihr alle erwachsene Menschen seid, dass ihr dem ganzen Haufen Ärger nicht den Rücken kehrt.
    Die Kinder, die ja nun auch schon erwachsen sind, dürften doch auch selber ihr Leben in den Griff bekommen, oder seid Ihr alle abhängig von einander?
    Warum geht nicht jeder seinen Weg, beruflich oder schulisch und zeigt dem Wien den "langen Finger"? Du arbeitest eh im Ausland, warum können die Kinder nicht auch ins Ausland gehen, um zu arbeiten? Irgendwo wird es doch einen Platz geben, an dem man sich ohne Probleme hinpflanzen kann. Und ob ich in Wien lebe, das mir weh tut, oder im Ausland, wo ich mich wohl fühle, stellt sich hier doch nicht die Frage was ich tun soll.
    Und wie Du Ihr das aushaltet verstehe ich wirklich nicht.
    Auf deine gestellte Frage kannst nur du eine Antwort finden. Findest du keine, musst du es noch weiter aushalten. Wie lange, wirst du dann merken.Hoffentlich ist es dann nicht zu spät für alle. Ich habe am eigenen Leib gespürt, was es bedeutet ausgegrenzt zu werden, hilft dir keiner, musst du dir selber helfen. Und gibt es nur den Weggang, musst du weggehen.
    Viel Glück, bei all deinen Entscheidungen und alles Liebe.
    Sirius

  4. #9
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    Standard AW: Wie soll ich das alles aushalten???

    Hi, Tyra, danke fuer deine Antwort.
    Mein Sohn hat erst vor in diesem Jahr ein Visum bekommen und aufgrund seiner Hautfarbe ist es fuer ihn sehr schwer einen Job in Wien zu finden. Da werden alle anderen vorgezogen. Deshalb braucht er meine volle Unterstuetzung. Abgesehen davon, dass er alle Rechte als mein Sohn hat ist es rechtswidrig dass ich ein Delogierungsverfahren habe nur weil ich im Ausland bin. Bevor ich diesen Schritt unternahm erkundigte ich mich ueberall und es wurde mir von namhaften Stellen zugesichert, dass ich sogar meine Wohnung 2 Jahre leerstehen lassen kann.
    Nun sieht alles anders aus.
    Ich habe mich immer gewehrt und beschwert und bei der Polizei sagte man mir dass ich nicht ernst genommen werde weil ich mich so viel beschwert habe.
    Leider hatte ich derart schlimme Erlebnisse, dass ich nicht umhinkonnte mich zu beschweren und die Polizei zu verstaendigen.
    Wenn es um Rassismus geht beschuetzt die Polizei immer die Weissen und verhaftet leider die afrikanischen Opfer und ihre Angehoerigen.
    Mein Exmann wurde beinahe verhaftet als er von einem weissen Auslaender niedergeschlagen wurde und dem Taeter ist nichts passiert. Damals liessen sie uns auch keine Anzeige machen. Was dieser Weisse dann zu mir sagte schlug dem Fass den Boden aus und ich beschwerte mich sehr ueber diese Auslaendergruppe. Er war nicht der einzige der mir und meinem Exmann damals Schlimmes zufuegte. Wir bekamen keine Hilfe, ich wurde als Rassistin bezeichnet.
    Im Alter von 21 Jahren erlebte ich eine Beinahevergewaltigung und ein Polizist sagte zu mir: Was worst n a so bled und bist mit m X in die Wohnung gangen?
    Das war alles was ich damals an Unterstuetzung bekam und das kommt auch wieder hoch seit der sexuellen Belaestigung durch den Hauseigentuemer.
    Mein Lebensgefaehrte unterstuetzt mich wo er kann aber er darf nicht in den Gerichtssal. Ich muss diesem A... dort nur mit der Unterstuetzung meines Anwaltes gegenuebersitzen. Ich glaube ich werde dort quer ueber den Tisch kotzen.
    Mein Anwalt macht nur Mietrecht und die sexuelle Belaestigung hat er noch gar nicht erwaehnt obwohl ich das von ihm forderte.
    Ich darf in Wien gar nicht zu viel reden sonst werde ich noch verhaftet.
    Es laeuft alles in eine ganz falsche Richtung. Leider kann ich nichts dagegen tun. Wenn ich darauf hinweise, dass ich eigentlich das Opfer und nicht der Taeter bin bekomme ich nur veraechtliche Blicke.
    Es ist allen egal dass ich so sehr traumatisiert bin dass ich meine Heimat verlassen musste.

  5. #10
    Tyra
    Gast

    Standard AW: Wie soll ich das alles aushalten???

    Hallo Semiramis,

    wenn die Lage in Wien tatsächlich so mies für euch alle ist, solltet ihr diese Stadt + das Land verlassen und dahin gehen, wo es besser ist.
    Ein buddhistisches Sprichwort sagt: "Du mußt das Buch schließen". Es gibt in buddhist. Tempel die Statue einer Frau, die die Weisheit darstellt. Sie trägt zwei Gegenstände: ein Buch und ein Messer. Das Buch für den Geist und ein Messer um Dinge abzuschneiden (symbolisch!!)
    Ein entscheidender Teil der WEisheit liegt darin, abbrechen zu können, zu wissen, was man beenden muß, und wann und wie man es tun muß.
    Man kann etwas auf zwei Arten beenden: durch produktive Zerstörung oder unproduktive Zerstörung.
    Beispiel einer unproduktiven Zerstörung: eine sehr erfahrene Bergsteigerin ging bei einer Tour voraus um die Gegend zu erkunden. Sie bemerkte das Rieseln kleiner Steine über ihrem Kopf, ging aber dennoch weiter. Im nächsten Moment brach eine Lawine los und begrub sie unter sich. Alle anderen der Tour überlebten.Sie konnte nicht sagen: " Ich habe Angst, fühle mich unsicher, laßt uns umkehren sondern sie war weiter gegangen als es sinnvoll war.
    Die Kraft des Abschieds liegt nicht in unproduktiver Zerstörung, sondern produktiver Zerstörung. Produktive Zerstörung ist der klare Schnitt, der ein Ergebnis und einen Abschluß mit sich bringt. Man muß wissen, wann man einen Partner....oder einen Ort verlassen muß, der einen nicht würdigt - das ist ein produktiver Abschluss, aus dem ein neuer Anfang wachsen kann.
    (frei zitiert nach Harriet Rubin: Macchiavelli für Frauen --->empfehlenswert!)

    So würde ich die Sache sehen. Die Welt ist groß und falls ihr in Wien so überhaupt nicht klarkommt: es gibt in Europa bestimmt günstigere Orte die dich und deine Familie besser zu würdigen weiß.
    Insgesamt sehe ich abe an dir, dass du für dich evtll. eine Konkrete Hilfe, z.B. psychologische Beratungbenötigen könntest. Manchmal gerät man über die eigenen Gedanken in Zwangslagen oder etwas schiefe Abhängigkeitsvorstellungen, die einem das Leben nur unnötig erschweren. Du hast ja schon eine Menge direkter und indirekter Gewalterfahrungen gemacht. Damit muß man erstmal umgehen können und das auch verarbeiten. Ich kenne das selber von mir früher. Und nach einigen Therapiestunden macht es plötzlich klick und man sieht plötzlich dort Lösungen, wo man vorher nur Mauern gesehen hat. Sehr sehr oft sind es auch die eigenen Voreingenommenheiten die bewirken, dass bestimmte Ereignisse zustande kommen. Das ist die nicht zu unterschätzende Macht der self-fulfilling prophecy...wenn ich nämlich steif und fest daran glaube, dass dieses oder jenes oder alles in meinem Leben schief geht....dann geht es auch schief, weil ich mich selber ungünstig verhalte...
    Konkret auf eure Situation bezogen würde ich sagen, dass ihr zur Entstressung eurer Situation weg aus Wien und Österreich geht. Was hält euch eigentlich da noch?

    Gruß
    Tyra

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