Ich weiß natürlich auch, dass die freie Wahl eingeschränkt bis gar nicht möglich sein kann. Bei Betroffenen , die irgendwann selbst zum Täter werden können, hängt dies natürlich auch von der Schwere und zeitliche Länge des Traumageschehens und ihren positievn Erfahrungen ab. Wenn ich aber ein Durchschnitt von Betroffenen als Querschnitt nehme,dann glaube ich schon, dass die Menschen, die diesem Querschnitt entsprechen schon die freie Wahl haben, welchen Weg sie einschlagen.

Demnach ist Dein Veto berechtigt, so dass ich zumindest die zusätzliche Erklärung abgeben muss.

Warum sehe ich dies so streng? Ich habe schon oft erlebt, dass Ausreden wie Alkohol zru Rechtfertigung von Taten benutzt wurden. Auch juristisch kann dadurch eine Strafmilderung in Kraft treten. Dies finde ich absolut falsch, zumindest bei Menschem , die wissen, dass sie unter Alkohol zur Gewalt neigen. Natürlich haben die meisten von ihnen die Möglichkeit ihre unter Alkohol begangenen Sraftaten als Straftat zu verstehen, so dass sie im nächternen Zustand durchaus dagegen angehen können, indem sie das Trinken lassen und sich einen Therapieplatz suchen...nur zu sagen, ich ahtte getrunken, tut mir leid, ist eine Verarschung seiner eigemem Person und des Betroffenen.

Einmal verhinderte ich einen Missbrauch, wie ich hier an anderer Stelle schrieb. Dabei ging es um einen versuchten Missbrauch von einem Bekannten an einer Bekannte, die sich nicht mehr wehren konnte ( waren aber keine K.O.-Tropfen im Spiel). Ich wurde vom Täter gebeten, ihr nichts zu sagen, weil er hoffte, dass sie sich nicht erinnern könne. Unbeachtet der Tatsache, dass sie sich erinnern konnte und ich auch mit ihr darüber sprach, hatte er also nichts anderes im Kopf als die Tat vertuschen zu wollen und ich sah kein Anzeichen bei ihm, sich ändern zu wollen. Bei ihm war natürlich auch Alkohol, im Spiel. Und wenn ich höre, dass Alkohol oftmals als Ausrede benutzt wird und ich bedenke, dass ich auch einem im Kahn hatte und trotzdem meiner Bekannten helfen konnte, dann finde ich solche Ausreden einfach zum Kotzen!!! 99,9% (die Zahl könnt ihr nun wörtlich nehmen oder nicht) haben in solchen Situationen die Wahl, ob sie zum Verbecher werden oder nicht und welchen Grund die 0,1% dafür haben, das sie es nicht können , interessiert mich dann nicht, wenn es um die Hilfe für die Betroffene geht.

Ich selbst zähle mich zu diesem Querschnitt.

Zitat Zitat von Weltkind Beitrag anzeigen
Die Sicht der freien Wahl kann ich nachvollziehen. Sehr lange dachte ich ebenso. Gerade WEIL man selbst ja auch eine Entscheidung traf/trifft.
Doch inzwischen sehe ich das differenzierter.

Heute denke ich, von mir auf andere zu schließen wäre nicht richtig und nicht fair. Denn bei jedem Menschen liegen andere Grundlagen vor.

Wäre es so leicht mit dieser freien Wahl, dürfte es im Grunde kein Falsch, kein Ungerecht, dann dürfte es ganz vieles nicht geben. Denn wer würde sich bei freier Wahl für das Schlechte entscheiden?
Vermutlich nur ein paar wenige Soziopathen.

Freie Wahl gibt es meines Erachtens nicht. Wir sind ein Produkt aus vielen prägenden Einflüssen, dem Umfeld, den Umständen, der Intelligenz, dem EQ, den Genen, biochemischen Abläufen...und bei jedem Einzelnen, auch bei Geschwistern, unterscheidet sich dies stark.
Dies alles beeinflusst, steuert uns und unser Verhalten.
So wird fiktiv der eine Pfarrer und sein Bruder ein Mörder - beide wuchsen in denselben Verhältnissen auf.

Welch starken Einfluss hat, was auf Genen transportiert wird, ist z. B. im Bezug auf Süchte ganz gut erforscht.
Die frei Haus gelieferte Disposition, ein paar Charakterschwächen, Selbstzweifel, ein wenig starkmachendes Elternhaus...bei sich bietender Gelegenheit springt der Betroffene an. Kleine Veränderungen innerhalb dieses Zusammenspiels, z. B. beim Genpol, schon kann das Ergebnis ein ganz anderes sein.

Das ist ausdrücklich keine Entschuldigung und kein Freibrief! Die Verantwortung für sein Tun muss dennoch jeder tragen.
Nur kann ich es nicht so leicht sehen, diese "freie" Entscheidung.

Eine bewusste Entscheidung fällt auch beim Affekt weg. Wo vielleicht in klaren Momenten anders gehandelt wird, läuft es da aus dem Ruder. Biochemie. Impulskontrolle.