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Thema: Gewalt in der Kindheit

  1. #6
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    Standard AW: Gewalt in der Kindheit

    Eine Mutter die so einen Kerl nicht sofort anzeigt und verlässt, stattdessen im Gegenteil dies noch durch Lüge schützt und unterstützt, wird meiner Meinung nach selber zum Täter und verdient das Wort "Mutter" nicht, da man mit diesem eine fürsorgliche, verlässliche Person im allgemeinen Verbindet.

    Solche Hämatome entstehen nicht durch einen Treppensturz, das muss jedem klar sein.
    Das du in Anbetracht der Situation aus Angst gelogen hast auch. Es hätte von Seiten der Lehrerschaft einer Anzeige wegen Kindesmisshandlung bedurft.
    Finde ich ebenfalls fahrlässig. Aber insbesondere früher wurde da gern mal weggesehen, gab ja auch Zeiten wo es als "normal" galt Kinder zu schlagen - was es natürlich nicht ist.

    Leider wurdest du von allen "Vertrauenspersonen" im Stich gelassen, was natürlich in Folge dessen zu Vertrauensverlust führt.

    Nach Außen hin wird in solchen Familien immer großen Wert auf den "Äußeren Schein" gelegt, es soll ja niemand mitbekommen. Da die Kinder es nicht anders kennen, es eben alltäglich ist, kennen sie nur diese "Normalität", in der werden sie auch so lange wie möglich gehalten, um sie weiter ungestraft misshandeln zu können.
    Die Erwachsenen wissen dass es falsch ist, das es ne Straftat ist, um selbst einer Strafe zu entgehen durch Entdeckung versuchen sie dem Kind die Schuld aufzuladen, sie sagen es so lange bis man es glaubt, neben der Angst die man ohnehin hat.

    Durch die aufgezwungene Lüge wurdest dir dann noch zusätzliche Schuld aufgezwungen, dass du "selber schuld" seist, ungeschickt, und du hast ja gelogen...
    Das hat natürlich gravierende Auswirkungen, besonders da man als Kind ja total abhängig von den Erwachsenen ist, man kann ja nicht einfach gehen.

    Du hast also Traumata erlebt, die immer weiter gingen, deine Schwester offenbar auch, was dann auch wieder ein zusätzliche Trauma für dich ist.
    Mein Beileid zu ihrem Verlust.

    Hast du mal eine Traumatherapie gemacht?

    Wenn du mehr Informationen dazu sammeln möchtest dann solltest du unter "Kindheitstrauma" oder "Trauma in der Kindheit" oder etwas vergleichbarem suchen, gibt da zahlreiche Informationen, über die Entstehung und die Auswirkungen solcher Traumata.

  2. Für den Beitrag dankt: logig

  3. #7
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    Standard AW: Gewalt in der Kindheit

    Sorry für die lange Abstinenz, ich war sehr eingespannt. Depression/Ablenken/Sport

    Vielen Dank für die Antworten!
    @Morningstar
    Ich stehe auf zwei verschiedenen Wartelisten für eine Psychotherapie. Dauert wohl noch circa 3-4 Monate bis es soweit ist. Werde die Punkte aber ansprechen. Du hast das gut zusammengefasst, mir fehlte das Vertrauen zu Erwachsenen mit entsprechenden Auswirkungen auf das weitere Leben.

    Denke inzwischen auch, dass dieses Erlebnis bzw dieser Werdegang in der Kindheit/Jugend dazu geführt hat, dass ich gegenüber Frauen ein - grundsätzlich unberechtigtes - Misstrauen entwickelt habe, das mich in meinen Beziehungen zurück warf. Konnte den Zusammenhang zu dieser Misshandlung nicht selbst herstellen, ich dachte immer dass das Unterbewusstsein nur zeigt, dass es zwischen meiner Freundin und mir nicht passt. Und ich war blind dafür, wenn es passte, eben weil das Unterbewusstsein ständig dieses Unbehagen produzierte, sobald eine Beziehung "verbindlicher" wurde.

    Diese Bindungsstörung/Bindungsangst sorgte für das Scheitern der letzten Beziehung und als Folge habe ich mich überhaupt das erste Mal ernsthaft mit der Ursache auseinander gesetzt.

    Tod der Schwester, nach knapp 30 Jahren habe ich meinen Vater erstmals besser kennen gelernt, dazu das Ende der langjährigen Beziehung. Das waren bei mir die Zutaten für meine Depression. Dabei ist sonst "alles gut". Konnte mir z.B. bis Dato nie vorstellen, warum Menschen die eigentlich alles haben depressiv werden. Jetzt weiss ich es. Ich habe aktuell noch 20 Tage Urlaub, das Girokonto läuft über, nur keine große Lust zu verreisen, keine Lust etwas zu kaufen. Und ich war sonst derjenige, dem kein Reiseziel zu weit war...

    Ich treibe viel Sport (Krafttraining, Laufen) habe eine gute Arbeitsstelle, ein paar Freunde, viel finanziellen Spielraum, Hobbys usw... all dies reichte trotzdem nicht um das alles so zu verarbeiten. Im September begann ich Citalopram zu nehmen, aber nur circa acht Wochen lang... Habe es Anfang November abgesetzt, die melancholischen Phasen kommen häufiger zurück, die Stimmung allgemein gedrückt, ich möchte es nur trotzdem ohne Citalopram schaffen. Schauen und wir Mal. Groß was zu verlieren habe ich nicht

  4. #8
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    Standard AW: Gewalt in der Kindheit

    Zitat Zitat von Speedmaster Beitrag anzeigen
    Denke inzwischen auch, dass dieses Erlebnis bzw dieser Werdegang in der Kindheit/Jugend dazu geführt hat, dass ich gegenüber Frauen ein - grundsätzlich unberechtigtes - Misstrauen entwickelt habe, das mich in meinen Beziehungen zurück warf.
    Bei Männern hast du dieses Misstrauen nicht? Von den männlichen Bezugspersonen hat dir ja auch keiner beigestanden? Aber das ist kein Problem für dich, oder auch?

    Zitat Zitat von Speedmaster Beitrag anzeigen
    Dabei ist sonst "alles gut".
    Muss grade schmunzeln, das ist so ein Standardsatz, den sagen Menschen mit Problemen (Depression, Trauma, ...) immer gern um weiteren Nachfragen zu entgehen.
    "alles gut" heisst noch lange nicht: "Alles Gut!"

    Zitat Zitat von Speedmaster Beitrag anzeigen
    Konnte mir z.B. bis Dato nie vorstellen, warum Menschen die eigentlich alles haben depressiv werden. Jetzt weiss ich es.
    Man weis es immer erst, wenn es einen selbst einholt.

    Menschen die "eigentlich alles haben" denen fehlen aber auch oft entscheidende Sachen. Merkt halt nur keiner.

    Manchen Kindern wird gesagt , dass sie "doch alles haben", sich daher nicht beschweren dürfen, sich nicht schlecht fühlen dürfen... aber an den wesentlichen Sachen fehlt es ihnen: Zuwendung, Zeit, Liebe, Verständnis, Schutz...

    Wenn alles das fehlt, oder auch nur einiges davon, dann hat man eben nicht "alles", dann hat man nichts.
    Innere Leere kann mit äußerem Konsum nicht gefüllt werden.

    Eine Fassade ist eben nur, was du von außen siehst, wie leer und kaputt es innen womöglich ist, bei allem zur Schau gestellten Prunk, das sieht ja keiner - genau dazu ist ja die Fassade da.

  5. Für den Beitrag dankt: logig

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