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Thema: Warum misshandelnde Partner?

  1. #1
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    Standard Warum misshandelnde Partner?

    Hallo Georg,

    Mir gehen da so einige Gedanken durch den Kopf.
    Warum geraten Menschen, die in ihrer Kindheit misshandelt wurden, wieder an schlagende oder in einer anderen Weise demütigenden Partner?

    Suchen sie sich unbewusst einen Partner, der dem misshandelnden Elternteil ähnlich ist? Und warum?

    Mein erster Gedanke dazu war: Urvertrauen - Kinder haben ein Urvertrauen zu ihren Eltern - bei den Eltern fühlen sie sich sicher - sind auf deren Verhalten geprägt.
    Hat sich die verquere Struktur ins Unterbewusstesein eingeprägt: 'wo du geschlagen wirst, bist du in Sicherheit' ?

    ... *weitergrübel* - bei Pferden (entschuldige den Vergleich, aber diese Tiere haben mir schon oft über menschliches Verhalten die Augen geöffnet) ist es so, dass die rangniederen den stärkeren hinterher laufen, weil sie sich bei ihnen sicher fühlen - auch wenn sie weg gebissen oder geprügelt werden.
    Denn wer beisst und prügelt ist stark und kann die Schwächeren gegen Feinde verteidigen.
    Auch Menschen haben Urinstinkte . . .

    . . .

    die anderen Gedanken: suchen misshandelte Menschen sich misshandelnde Partner weil sie sie ÄNDERN wollen? Weil sie statt dem schlagenden Vater nun den schlagenden Partner umerziehen oder 'therapieren' wollen?

    . . .

    oder (sehr gewagter Gedanke)- bringen misshandelte Menschen ihre Partner durch ihre erlernten Verhaltensmuster dazu sie zu schlagen?
    Sind da innere Spannungen da, die sich bei dem einen durch Schlagen und beim anderen durch geschlagen werden abbauen?

    . . .
    mir persönlich leuchtet die erste Möglichkeit am meisten ein
    - aber mich verlässt jetzt die Konzentration . .

    Georg, was denkst du zu meinem Geschreibsel?

    fragt
    Brigitte
    Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens!

  2. #2
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    Standard

    dazu gibt es einige modelle

    1) Reviktimisierung:
    Man nimmt jenen Mann zum Partner, der unbewußt an den eigenen Vater erinnert. Durch das Wiedererleben traumatisierender Vater-Kind Erlebnisse in einer erwachsenen Beziehung hofft man unbewußt diese Kindheitstraumata zu verarbeiten ( funktioniert aba nit wirklich)

    2) Wenn Frau selbst sehr gewalttätig ist, dies aber nie ausdrücken durfte und konnte, sucht sie unbewußt einen gewalttätigen Mann, damit sie durch seine Agression die ihrige
    "mit-"ausleben kann

    3) Mißhandlungsopfer können das unbewußt das Gefühl haben,
    nichts wert zu sein und alleine schon für ihre Existenz bestraft werden zu müssen bzw " kein Recht auf Glück im Leben " zu haben. dann suchen sie einen mann, der ihnen genau diese haltung erfüllt und sie in ihrem gefühl bestärkt - durch agressive haltung ihr gegenüber

    4) borderline kranke kennen nur schwarz oeder weiß. sie haben gelernt, den prügelenden vater/mutter 2 zuteilen; In einen guten und einen schlechten
    Lernen sie einen guten mann kennen, sagen sie sich unbewußt: Der muß auch ganz schlechte seiten haben
    lernen sie einen agressiven kennen, sagen sie sich: Der muß auch gute seiten haben
    Und da sie nach dem motto leben:
    besser im bekannten unglück zu leben als im unbekannten glück, wählen sie den agresiven mann, weil die agression ist ihnenbekannt

    5) eigene aufgestaute, nicht verarbeitete wut und agression, die man einst selbst erlitten hat, wird ( siehe inge) auf verschiedenen ebenen weitergegeben, weil das eine druckerleichterung darstellt

  3. #3
    gemorest
    Gast

    Standard

    Grüß Euch Brigitte und Blake,

    ich kenne nun die Lebensläufe mehrerer mir nahestehender Menschen und von daher denke ich mal, daß wohl alle Deine aufgezählten Möglichkeiten in Betracht kommen.
    Ich muß aber gestehen, daß ich ziemlich aufgewühlt bin und gar nicht so richtig weiß wo und wie anfangen. (Allein schon der Gedanke daß Inge meine Schreiben für Ihre Zwecke mißbraucht lähmt und bedrückt mich). Ich will es trotzdem versuchen:

    Zu Möglichkeit 1:
    Eine ehemalige Arbeitskollegin, sie hatte einen sehr strengen, erzkatholischen und konservativen Vater, der dem Schnaps sehr zusprach und dem oft die Hand ausrutschte.
    Einen Beruf hat sie nie erlernt, die Arbeitsstelle bekam sie durch Beziehungen ihres Vaters. Ihr Partner war dem Vater in vielem ähnlich, nur gelernt hatte er nichts war auch intelligenzmäßig nicht gesegnet, aber da halfen dann ja wieder die Beziehungen.
    Er war sportlich, machtbesessen und wurde Gendarme. Obwohl nasser Alkoholiker ist er immer noch dabei. Mit dem Alkohol und der Uniform geht gleichzeitig eine fatale Veränderung in seiner Persönlichkeit vor. Er prügelt seine Frau grün und blau und beherrscht die Kinder ebenso mit Gewalt. Der älteste Sohn hat als einziger bisher den Absprung geschaft, ist ausgezogen und wurde Krankenpfleger!? Die Frau arbeitet als Altenpflegerin, zeigte uns fast jede Woche ihren geschundenen Körper. Immer wieder fragte sie mich um Rat wegen der Sauferei und der ihrer Meinung nach daraus resultierenden Gewalt ihres Mannes. Und immer wieder sagte sie: "Ja, Georg, ich gehe in die Selbsthilfegruppe, ja, ich verlasse meinen Mann"!
    Genau so oft kam sie aber und sagte, ich bin wieder bei meinem Mann. wie soll ich da noch helfen, was raten, ich verstehe es nicht!

    Zu Möglichkeit 2:
    Mein Onkel, der Vater meiner Cousine, war ein Säufer. Meine Cousine suchte sich ebenfalls einen Säufer als Mann, sie wollte sich umbringen, wenn sie ihn nicht bekäm. Alle kannten ihn und rieten ihr ab, aber Nein, sie wollte partout nur den Einen. Sie hat ihn auch geheiratet, sie glaubte, ihn ändern zu können wenn sie nur mal verheiratet wären. Mittlerweile sind sie schon über 30 Jahre zusammen und er säuft immer noch, und sie hat sich in die Esoterik geflüchtet, glaubt fest daran ein Medium zu sein und Kontakt mit den Seelen Verstorbener Kontakt zu haben, die sie beschützen und ihr einreden, daß dieses Leben eben Ihr Karma ist und ihr Mann Satan persönlich, den sie nicht ändern könnte, vor dem sie aber durch ihre positive Aura geschützt ist!
    Nun hat sie schon zum zweiten Mal einen Gehirnschlag erlitten, ist halbseitig gelähmt. Daß sie nun auch den Kontakt zu ihren "Guten Seelen" verloren hat hat sie zusätzlich in eine tiefe Depression gestürzt. Da sie das alles aber angeblich von den guten Seelen vorhergesagt bekam, gibt sie sich ihrem Karma hin und zeigt keinerlei Krankheitseinsicht, somit ist es auch nur schwer möglich ihr zu helfen.
    Du siehst, Brigitte, sie wollte es anders machen als ihre Mutter, und dachte sie wär stärker als der Alkohol und meinte einen besseren Mann zu bekommen als ihr Vater es war. Sie hat den Kampf verloren, denn er säuft immer noch, und einer seiner Söhne geht mittlerweile den selben Weg. Sowas ist dann als Fernfahrer auf der Autobahn unterwegs, selbst ein durch ihn verursachter, tödlicher Unfall hat nichts geändert! Er nicht und meine Cousine sowieso nicht.

    Zu Möglichkeit ????:
    Meine Stieftochter, heute 17 Jahre, wurde mit 8 Jahren von ihrem damaligen Stiefvater mißbraucht. Ein Verwandter hat den Mißbrauch anonym angezeigt. Der Mann wurde zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt, nach 3 Jahren wurde er wegen guter Führung und unter der Bedingung eine Therapie zu machen, vorzeitig entlassen. Schlimm genug! Doch nun nimmt meine Stieftochter, die bei ihrem Vater lebt, wieder Kontakt mit dem Vergewaltiger auf, besucht ihn regelmäßig. Nicht der Täter ist der Schuldige, sondern wie dieser auch schon immer behauptet hat, die Mutter ist schuld, daß es zu diesem Mißbrauch kam und er quasi unschuldig ins Gefängnis. Nun hat sie jeden Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen, schlimmer noch, sie hat ihr an ihrem Geburtstag gesagt daß ihre Mutter für sie tot sei!

    Versteht Ihr das? Ich nicht, deshalb meine Anregung darüber auszutauschen, vielleicht finden wir ja gemeinsam eine Antwort?

    Liebe Grüße, Georg

  4. #4
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    Standard

    Hi

    alle deine schilderungen sind in diesem bereich bekannte verhaltensweisen.

    Zu Geschichte 1: Du kannst gar nicht helfen, in dem sinne, daß es dir gelingen wird, sie endgültig vom mann wegzubekommen.
    Was sie dringend braucht ist eine fundierte psychotherapeutische
    begleitung. Wenn du sie dahin bringen kannst, dann hast du geholfen, aber sie muß es wollen.
    Man kann ein pferd zur tränke führen, aba saufen muß es selbst.

    2. das schweigen der lämmer prinzip:
    Wenn sie ihren mann ändert (kann sie nicht), dann ändert sie auch rückwirkend ihren vater bzw die tramatisierenden erinnerungen. Esoterik und blinder glauben sind fluchtwege und abwehrmechanismen.

    sowohl bei geschichte 1 und 2 muß der leidensdruck bei beiden frauen so unerträglich groß werden, daß sie von sich aus maßnahmen setzen. Wenn du was sagst, werden die nur wütend
    weil du ihnen etwas sagst, was ihre lebenslüge aufdeckt und das wollen sie nicht, weil sie wissen, daß du recht hast. und das wolen
    sie vor sich nicht wahrhaben.

    3.) Hang zur selbstbestrafung und möglicherweise eine reihe von diversen fehlentwicklungen.
    Ist oft so, daß das kind zum gewalttäter zurückgeht.
    hat viel damit zu tun, daß es unbegründeter weise schuldgefühle in sich trägt. und mit dem unvermögen, das erlebte zu verarbeiten
    Mit der hinwendung zum täter relativiert sie für sich das geschehene ( vielleicht). Und die projeziierung der schuld auf die mutter kann a) eine versteckte projeziierung einer mitschuld auf sich selbst sein, die eben an die mutter projeziert wird, weil es einfacher ist.
    b) vielleicht denkt sie, die mutter hätte es merken müssen und hätte geschwiegen. dann kann sie etwas, was sie gar nicht verarbeiten kann (mißbrauch) relativieren, indem sie sich auf eine mindere mitschuld konzentriert, die leichter zu verarbeiten ist und auf die sie verständlicherweise ihre wut und haß projezieren kann

  5. #5
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    Standard AW: Warum misshandelnde Partner?

    Darksoul, Du schreibst, Du bist schlagende Partnerin, andererseits aber auch, dass die Psychotherapie Dir geholfen hat?

    Oder ist es wie beim Alkoholiker, ob trocken oder nass, er bleibt immer Alkoholiker?

    Ein Phänomen kennt die Psychoanalyse nur zu gut, dass sind die Verhaltensmuster, die sich Dir als Kind einprägen, und die immer wieder die Oberhand gewinnen, soldange man sie nicht als Verhaltensmuster erkannt hat.

    Darksoul, bei Dir würde mir folgendes zu Deinem Verhaltensmuster einfallen.

    Als Kind konntest Du Dich nicht wehren, aber als Erwachsener schon. Also entwickeltst Du eine Affinität für die Partner, die sich schlagen lassen, ohne sich zu wehren. Das ist Dir aber nicht bewusst, für Dich ist Mann stark und bevor er diesmal zuschlagen kannst, schlägst Du zuerst, denn Du bist nicht mehr gewillt, die Ohnmächtige in diesem Spiel zu sein.

    Zweites Verhaltensmuster:
    Du hast als Kind erlebt, wie Deine Mutter geschlagen wurde, Du hast erlebt, wie Du geschlagen wurdest, aber Du hast nie erlebt, dass Deine Mutter sich gewehrt hätte oder Dir beigestanden wäre. Sie hat alles hingenommen, für sich und für Dich. Und Du hast angefangen, sie für diese Schwäche zu hassen, bewusst oder unbewusst, aber Du konntest nichts tun, damit sie endlich aktiv wird.

    Nun gerätst du, wie oben beschrieben, an einen Mann, dessen Verhaltensmuster starkes Harmoniebedürfnis ist. Also geht er jedem Konflikt mit Dir aus dem Weg, Das ärgert Dich, denn Du suchst die Konfrontation, denn Du willst Deinen Wunsch ausleben, dich nicht mehr
    ducken zu müssen, obwohl es hier gar nichts zu ducken gibt. Ganz im Gegenteil, je mehr Du auf Konfrontation gehst, desdo mehr weicht Dein Partner mit seinem Harmoniebedürfnis zurück.
    Und in dem Moment, siehst Du in ihm den Schwächling, das Weichei, dass auch Deine Mutter war und die Du dafür gehasst hast. Da Du Deinen Partner aber liebst, willst Du ihn nicht in dieser Rolle sehen, es macht Dich so wahnsinnig wütend, dass er sich nicht wehrt, dass Du ihn verprügelst. Er ist Deine Mutter,
    und Du willst mit den Schlägen nur eines erreichen, dass er sich Dir endlich entgegenstellt. Aber auf die Idee kommt er überhaupt nicht. Also wird er halt weiterverprügelt, denn jede Schwäche seinerseits lässt in Dir wieder den Hass aufkommen, den Du Deiner Mutter gegenüber empfunden hast, weil Sie sich und Dich nicht beschützte.

    Und Deine Kinder?

    Wenn sie das ganze erleben, geht es Ihnen, wie Dir als Kind. Sie sehen Dich mit großen, ängstlichen, flehenden, traurigen Augen an, die dich mahnen, die Dein eigener Spiegel sind, und das kannst Du einfach nicht ertragen, dieser unbarmherzige Spiegel, den du tausendmal zertrümmern kannst (muss nicht durch Schläge geschehen, es gibt viele, viele Möglichkeiten Kinder zu "schlagen"), der aber immer wieder, wie von Geisterhand aufs neue zusammengesetzt wird und Dich beim nächsten Gewaltakt wieder hineinsehen lässt.

    Nur ein guter Psychotherapeut kann diesen Teufelskreis der Verhaltensmuster unterbrechen, aber dazu muss er es fertig bringen, dass Du selbst Dein Verhaltensmuster erkennst und dann anfangen kannst, daran zu arbeiten. Aber diese Arbeit wird ungeheuer erschwert dadurch, dass Dir jetzt auch in vollem Umfang bewusst wirst, was Du Deiner Familie antust. Und das macht dich so fertig, dass Du immer wieder in den alten Fehler zurückfällst, viel seltener, aber immer noch, und aus lauter Hilflosigkeit und Zorn gegen Dich und alle anderen wieder gewalttätig wirst.

    Meiner Meinung nach, kann es nur dort eine relativ große Heilungschance geben, wo Du während der ersten Monate nicht mehr mit Deiner Familie zusammentriffst. Die besten Erfolge wurden hier erzielt mit Psychiatriekrankenhäusern und begleitender Gewalttherapie. Psychoanalyse ist wichtig, damit Dir die Ursache bewusst wird, Verhaltenstherapie ist notwendig um mit der Erkenntnis leben zu lernen.

    Aber eines ist sicher, es gibt Heilung. Es ist nur schlimm, wenn die Kinderseelen schon soweit sind, dass das Verhaltensmuster in sie eingebrannt ist. Deshalb sollte im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt noch eine Familientherapie angeschlossen wird, denn Mann und Kinder müssen auch erst mal lernen, mit einer gesunden Mutter umzugehen.

    Wenn ich hier dauernd "DU" schreibe, gilt das nicht nur für Dich, Darksoul, sondern auch für Georg, Brigitte und alle anderen Die sich angesprochen fühlen.

    Bist Du geheilt, Darksoul, oder gerade auf dem Weg dorthin?

    Wer hier im Forum dieses Thema anschneidet, hat die besten Voraussetzungen einer Heilung, denn er hat schon den ersten Schritt im Erkennen des Verhaltensmusters getan und die Einsicht hat begonnen.

    Ich wünsche Euch allen von Herzen alles Gute und Euren Familien ein besseres Leben, für das Ihr sorgen könnt (ich spreche von eigenen Familien, nicht von Eltern, die fallen nicht in Euren Bereich, denen könnt ihr nicht mehr helfen, aber Euch und Euren Kindern).
    Die Kunst der kleinen Schritte soll auch Euch in Eurem Tun begleiten.
    Liebe Grüße
    Luiserl

    Ach noch was vergessen: Verhaltensmuster leben wir alle. Mein Verhaltensmuster ist, dass ich immer nur mit Löwen liiert war. Wenn mich ein Mann interessierte, war es garantiert ein Löwe. Mich haben für kurze Affäiren auch andere angesprochen, aber meine Affinität sind Löwen, das 100%ige Gegenstück zu mir. Mich regeen immer wieder die gleichen Dinge auf, mich faszinieren die gleichen Dinge, es ist das typische Gegensätze ziehen sich an, aber mit Ihnen zu leben ist der Wahnsinn, bei dem Du Dich fragst, warum Du Dir das eigentlich immer wieder antun musst.

    Inzwischen ahbe ich herausgefunden, dadurch das der Löwe mein absolutes Pendent ist muss ich lernen seine Eigenschaften, die mich zur Weissglut treiben, anzunehmen, denn sie sind ja der entgegengesetzte Pol zu mir. Und meinem Partner geht es nicht anders, denn ich bin ja auch sein Gegenstück, und er muss lernen meine Eigenschaften anzunehmen und die Balance herzustellen.

    Es ist wirklich zum lachen. Mit dem ersten Löwen war ich eine ganze Weile befreundet, aber dann kging mir seine besitzergreifende art, das Verteidigenseines Territoriums, wenn einer mich nur ansprach, so auf den Keks, dass ich reissaus nahm. Eine Wassermannfrau liebt nichts so sehr wie die Freiheit.
    Mein zweiter Löwe war mein Exmann. 13 Jahre habe ich versucht, mit der Gegenseite von mir klarzukommen, dann hab ich die Flucht ergriffen.
    Und was kam dann, Kurt meine Exfreund, wieder ein Löwe, aber diesmal ein 300%iger. Also wurden mir die Dinge die ich zur Ausbalancierung brauchte zum 3. Mal vor die Nase gesetzt. Diesmal blieb ich 19 Jahre, ich wollte nicht wieder kneiffen, denn ich war nicht scharf darauf, in deisem Leben so ein Prachtexemplar zum 4. Mal vorgesetzt zu bekommen.
    In den 19 Jahren hat eine ziemliche Annäherung stattgefunden. Erwurde ein bißchen weniger ordentlich, ich ein wenig ordentlicher, er lernte Toleranz, ich lernte nicht jeden straßenköter ins Haus zu holen und zu pflegen, er lernte, die Aggressivität abzulegen, ich lernte nein zu sagen, er wear nicht mehr ganz so besitzergreifend und eifersüchtig, ich lernte etwas heimischer zu werden.
    Aber hier kamen dann andere Dinge dazu, die ein zusmmenleben nicht mehr tragbar machten, aber wir konnten Gottseidank gute Kumpel bleiben. er hat bis heute nicht aufgehört mich zu lieben und leidet darunter. Ich habe für immer diese Liebe aus meinem Leben gestrichen, weill ich nie weider abhängig sein wollte davon und aus dieser Abhängigkeit heraus, fast mein und meiner Töchter eigenen Ich aufgegeben hätte. Und schon aus Selbstschutz heraus, haben Männer keinen intimen Platz mehr in meinem Leben, weil ich bestimmt noch ein 5. mal einen Löwen vorgesetzt bekäme. Also schone ich Kurts Gefühle, indem ich alleine bleibe, was ich, ihr mögt es glauben oder nicht, seit 10 Jahren nicht bereut habe. Räumlich getrennt sind wir jetzt seit 4 Jahren, dass jeder seine eigene Wohnung hat. Kein Alltagsstress macht mir das Leben mehr zu Hölle. Vielleicht ist auch deshalb so viel Freiden und Kraft in mir, weil ich sie nicht für Kleinigkeiten verbrauche.

    Soviel zum Verhaltensmuster. Jeder einzelne von uns wird dadurch geprägt, es liegt an uns, es zu erkennen und zu ändern.

    In diesem Sinne, nochmals viel, viel Erfolg
    Euer Luiserl.
    Wenn Du gelernt hast loszulassen, bist Du wirklich frei.

    Meine Interpretation der "Illusionen" von Richard Bach.

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