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Thema: Traumafolgestörungen/Beziehungsunfähig?

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    Standard Traumafolgestörungen/Beziehungsunfähig?

    Hallo liebes Forum,

    Ich bin neu hier und suche einfach mal Rat.
    Mein Freund, 35, leidet unter schlimmen Traumafolgestörungen der Kindheit zwischen dem 1 bis 4. Lebenjahr.
    Er wurde von seinem Stiefvater auf übelster Weise misshandelt. Er litt und Hilflosigkeit und Todesangst...
    Mit 5 Jahren wurde er vom Jugenamt befreit und kam in eine sehr, sehr liebevolle Familie, die ihm alles gegeben haben .

    Es ist nun so das mein Freund immer wieder Probleme in Liebesbeziehungen hatte bzw . hat..Die erste Zeit ist es immer schön und nach einiger Zeit dreht sich das Rad .. Die Gefühle verschwinden und der Körper wehrt sich gegen diese Person...und geht total auf Abwehr..und mein Freund weiss auch gar nicht warum...
    Nun ist es so, das ich mich auch sehr mit diesem Thema Entwicklungstrauma, Ängste usw.. beschäftigt und eingelesen habe...
    Meine Theorie dazu ist:
    Mein Freund ist , aufgrund der Kindheitserlebnisse, ein sehr unsicherer Mensch..
    Er grübelt sehr viel, denkt sehr viel nach und macht sich Gedanken über tausenden von Dingen. Es kommt soweit das er sich selbst aus kleinsten Unsicherheiten des Alltags ein Riesenproblem und innerlichen Stress macht ( Katastrophengedanken) .

    Ich denke dadurch werden im Vorfeld schon innere Mechanismen des Gehirns in Gang gesetzt, die mit dem Erlebten der Kindheit abgeglichen werden ., weil er es selbst nicht regulieren und steuern kann ...
    Aus diesen Unsicherheiten bilden sich dann Ängste die man selbst nicht mehr zuordnen kann und kleinste Reize des Unterbewussten werden losgelöst ...
    Er steht auch ständig unter Dauerstress und innerer Anspannung....
    Und irgendwann wenn der Höhepunkt der inneren Angst erreicht ist , so denke ich , geht der Körper auf totale Abwehr und auf Entfremdung , weil scheinbar die Emotionen und Gefühle mit dem Erlebten abgeglichen und verknüpft werden , obwohl ich ja als Person nichts dafür kann..
    Zu meiner Person... ich bin unheimlich verständnisvoll, mitfühlend, rücksichtsvoll ... ja eigentlich ..die Liebe in Person ...
    Und er auch ... Es passt alles so perfekt und es ist alles so traurig wie es ist.
    Er ist seit 6 Wochen in einer Akutstation einer Traumaklinik, die ihm eigentlich bis jetzt null gebracht hat ...

    Da er sich nun komplett von mir entfernt hat, möchten wir im Moment auf Abstand gehen bis er wieder normal auf mich zugehen kann..

    Ich hoffe sehr auf Austausch oder ähnliche Erfahrungen

  2. #2
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    Standard AW: Traumafolgestörungen/Beziehungsunfähig?

    Hallo maempe,

    ein Kind lernt die emotionalen Grundfertigkeiten, wie z.B. sich den eigenen Gefühlen bewusst sein, Gefühle durch Mimik und Sprache ausdrücken, Gefühle der anderen erkennen und verstehen, mit den Gefühlen umgehen können und sie reflektieren..., im Alter von 0 bis 3 Jahren.
    Nach der Entwicklung der emotionalen Grundfertigkeiten werden diese Fähigkeiten bis ins Schulalter weiterentwickelt.

    Ein Kind braucht von Geburt an den Schutz und die Sicherheit einer zuverlässigen Beziehung, damit es sich "resilient" entwickeln kann.
    Dein Freund konnte aufgrund seines alters die Übergriffe als solches nicht richtig einordnen -geschweige sich verteidigen.

    Du hast nichts von seiner Mutter geschrieben, aber ich bin in der Annahme, dass sie eine passive Rolle eingenommen hat. Wenn Väter sich aggressiv verhalten und evtl. Alkohol oder Psychopharmaka im Spiel sind kommt es zu einer Dekompensation.
    Die mütterliche passive Rolle (vielleicht durch Depressivität) ist ein großer Risikofaktor für die kognitive und psychosoziale Entwicklung des Kindes.
    Wenn sich eine Mutter hier komplett zurück hält, heißt das für das Kind, dass sie ihre Fähigkeit sowohl die Bereitschaft blockiert, die Signale und Bedürfnisse (Schutz, Geborgenheit usw.) wahrzunehmen.
    Daher sind die Voraussetzungen für eine sichere Bindung nicht gegeben.

    Mitunter ist das auch ein Grund, weshalb er sich nicht binden kann.

    Sein Glück ist, dass er zu einer liebevollen Pflegefamilie gekommen ist.

    Jugendliche die schon von Klein auf in dieser Opferrolle waren, haben aufgrund der jahrelangen Demütigungen ein mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Im erwachsenen Alter sind diese Jugendlichen dann, laut mehreren Statistiken, auch Ausübende von Gewalt, sobald sie sich jemanden Schwächeren überlegen fühlen und
    ihre Frustration abreagieren können.


    Lieber Gruß
    Eva

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