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Thema: Meine Freunde sympathisieren mit meinem Vergewaltiger

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    Standard Meine Freunde sympathisieren mit meinem Vergewaltiger

    Vorab, möchte ich mich für jeden der das hier liest und ernstnimmt bedanken, denn in meinem Umfeld werde ich nicht gehört oder es ist ihnen einfach egal...

    Die ganze geschichte begann im letzten Oktober 2017 (um genau zu sein Halloween)
    ich kam gerade aus einer kurzen, sehr heftigen Beziehung mit einem bipolaren Mann, welche mit einem Polizeieinsatz endete, nachdem er mich betrunken durch die Wohnung schlug und mir dabei die Hand brach.
    An diesem Abend beschloß ich endlich wieder auszugehen, nachdem ich mich ziemlich isoliert hatte. Mein damals bester Freund und ich gingen auf eine Halloweenfeier in unserem Stammladen, dazu muss ich sagen das ich in einer relativ kleinen Stadt wohne und besagter Laden der einzige Sammelpunkt für, ich nenne es mal "Szenegänger" ist, sprich: Goth, Metall etc. So trifft man dort auch immer auf viele Bekannte und Freunde (was mir eine Sicherheit gab) so weit so gut.

    Wir hatten Spaß, tranken und alles war super, gekrönt wurde der Abend damit das ich einen sehr charmanten, attraktiven Mann kennenernte, und wie es halt so ist sind wir irgendwann bei ihm im Bett gelandet, er war zu dem Zeitpunk 32, ich 22. Aus dem Ganzen entwickelt sich eine Beziehung und ich war sehr verliebt. Nach und nach begann die Situation seltsam zu werden, er rauchte unglaublich viel und täglich Kannabis und schlief in der Regel bis 15/16 uhr. Er studierte zu dem Zeitpunkt Politikwissenschaften, und wohnte in einem Wg. Zimmer.

    Er war immer total bessesen davon, mich zu durchleuchten, sprich ALLES über mich wissen zu wollen. An diesem Punkt muss ich sagen das ich unter PTBS aufgrund mehrerer Missbräuche leide, sowie eine tendenz zu Substanzenmissbrauch habe und in meiner Pubertät stark bulemisch und bis heute in großen Abständen anorektische Phasen habe, sowie wenn mir alles zu viel wird ich mich anfange zu kratzen oder zu ritzen.
    Ich befinde mich seit Jahren in Therapie und lebe ein nomales Leben, habe meine Ausbildung beendet und bin voll berufstätig, sowie einen Großteil der Zeit sehr stabil.

    Wiegesagt wollte er alles über mich wissen und tarnte es als Interesse an meiner Person.
    Ich öffnete mich, weil er ein unglaublich guter redner war und in mir immer das Bedürfniss auslöste ihn zufrieden zu stellen.

    Irgendwann begann er mich in allem schlecht zu machen, aber wirklich in ALLEM und sich über mich zu stellen. Wir diskutierten stundenlang über Grundsätze was mich ungemein kraft kostete, wenn ich aus der situation rauswollte hielt er mich fest und malträtierte mich geradezu mit worten, schwer zu beschreiben...
    Dann ging er auf meine Psyche und Traumatas und begann mir ein falsches Selbstbild einzutrichtern ( ich wäre beispielsweise total oberfächlich, schwach und unselbstständig) und hörte nicht auf zu stochern bis ich weinte und nur noch bettelte das wir es bitte gut sein lassen sollten...

    Danach meinte er immer, er tut das nur weil er mich liebt und er im Vergleich zu meinem Umfeld ehrlich mit mir wäre. Heute weiß ich, dass er mir quasi eine Gehirnwäsche verpasst hat.
    Zeitgleich begann ich auch mit ihm täglich und in hohen mengen Kannabis zu konsumieren.
    Zur Therapie ging ich auch nicht mehr.

    Er hatte dazu einen unglaublich starken Sexualtrieb, das heißt mindestens 3 mal am Tag, was mir manchmal, z. B. nach einem langen Tag (arbeite als Kellnerin) einfach zuviel war, ich legte mich dann in seinem Arm schlafen und wurde wenige minuten später wach, als er mit dem Laptop auf sich, mich immer noch im Arm haltend, Hardcore Pornos anschaute, was mich sehr verletze. Er entgegnete nur, wenn ich nicht will muss er sich das halt woanders holen und offenbarte mir, dass er zu dem Zeitpunkt unseres kennenlernens, bzw. als wir quasi schon zusammen waren regelmäßig sex mit einer Freundin hatte, die selbst in einer offenen Beziehung lebt und welche ihn morgen bei ihm Zuhause besucht um mit ihm zu trinken und zu kiffen. Für mich brach eine Welt zusammen und ich weinte und bat ihn es nicht zutun. Er entgegnete dass sie Psychologiestudentin wäre und er einfach ihren Rat bräuchte, weil er mit mir und meiner Psyche nicht mehr klarkommt. Es entstand ein riesen Streit. Ich holte meine Tasche und wollte gehen, dabei fiel ein Messer runter und er schrie "heb das auf", ich entgegnete: "Ich ziehe meine Jacke noch an."

    !VORSICHT TRIGGERWARNUNG!
    Daraufhin kam er und drückte mein Gesicht auf den Laminatboden und brüllte mich an, dass er sich nicht von mir auf der Nase rumtanzen lässt und was ich denn denke, wer ich wäre. Ich schrie vor Schmerz weil meine Nase total auf das Laminat gequescht wurde, während er mich über den Boden zog.
    Plötzlich drängte er mich in eine Ecke und kam ganz nah an mein Gesicht und schrie mich an, ich schrie zurück das ich keine Angst vor ihm habe und ihn dafür anzeigen werde (in diesem Moment spürte ich einen unglaulichen Überlebenswillen) und versuchte mich loszureißen und aus der Tür zu rennen, allerding erwischte er meinen Arm, warf mich aufs Bett und hielt seine Hand fest um meinen Kehlkopf und drückte zu. Das nächste was ich merkte war, dass er in mir drin war und weiter zudrückte, ich kann meine Gedanken in diesem Moment nicht wirklich beschreiben, es war wie taubheit, als würde ich selbst neben mir stehen und die Situation nur als Zuschauer betrachten, ich spürte einfach wie etwas in mir drin starb und ich einfach aufgab (ich werde auf weitere Ausführungen verzichten, da ich denke das jeder Leser dem dasselbe angetan wurde, versteht was ich meine...)
    In selbiger Nacht infizierte er mich auch mit Herpes...
    Natürlich trennte ich mich danach sofort und versuchte ihn anzuzeigen, allerdings wurde ich nicht ernstgenommen, da wir ja in einer Beziehung waren und seine Mitbewohner behaupteten, bei uns ginge es immer etwas forsch zu beim Sex.
    !TRIGGERWARNUNG ENDE!

    Nach dieser Erfahrung versuchte ich nur noch mich selbst zusammenzuflicken und meine Arbeit zu bewältigen, mein damals bester Freund und ein anderer guter Freund halfen mir dabei, sie waren die einzigen Personen denen ich davon erzählte und beide waren mir ein unglaublicher Halt in dieser Zeit.

    Irgendwann lernte mein bester Freund ein Mädel in meinem Alter über Joyclub kennen und freundete sich mit ihr an, sie war polyamor, offen etc., trieb sich gern auf Sexpartys rum und war sexuell halt schon extrem offensiv. Auf mich machte sie einen symphatischen Eindruck. Ich dachte mir "leben und leben lassen"
    Wir gingen zu dritt in unseren Stammladen, wo wir auf meinen Exfreund trafen, er versuchte nett mit mir zu reden, und ich wieß ihn ab. Das ganze warf mich so aus der Bahn das ich mich kurz darauf verabschiedete und heimging.

    2 Tage später schrieb mir das Mädel auf Whatsapp, wie ich dazu stehe, wenn man mit ihren Expartnern schläft...
    Nachdem ich die Kneipe verließ, müssen sich mein bester Freund, sie und mein Vergewaltiger super verstanden haben und haben sich ordentlich betrunken, und sie schlief darauhin halt mit ihm. Ich war geschockt und rief zuerst meinen besten freund an.
    Er stammelte irgendwas von wegen er wusste nicht das er der besagte Exfreund war (obwohl er ihn schon gesehen hatte) und war selbst betrunken. Für mich brach eine Welt zusammen und ich fühlte mich hintergangen und verraten, sah es aber erstmal als meine Pflicht, das Mädel zu warnen, und wies auf seine Krankheiten hin, als auch dass er gewalttätig ist (von der Vergewaltigung sagte ich nichts, war mir irgendwie zu privat?)...
    Sie schluckte erstmal und beendete das Telefonat, am selben Abend klingelte es sturm an meiner Tür und mein ex stand da und bedrohte mich, dass ich ihm das ja nicht versauen soll mit dem Mädel, sonst würde ich sehen was ich davon hab...

    Im Endeffekt stellte er mich vor ihr als psychisch Krank dar und als notorische Lügnerin, was sie mir dann auch an den Kopf warf, ich kann nicht beschreiben was in mir vorging, es war wie ein Alptraum der nicht enden wollte.
    Ich wand mich an meinen besten Freund in der Hoffnung Unterstützung zu bekommen, Fehlanzeige. Er redete mir ins Gewissen das ich die Situation doch klären sollte damit wir alle befreundet sein können????????????? Es entstand der nächste Streit und ich konnte einfach nicht begreifen wie er 14 Jahre Freundschaft einfach wegwerfen kann, und das für ein Mädel, das er gerade einige Monate kennt und welches mit meinem Peiniger zusammen ist, niemand verstand dass ich ihn nicht in meinem Umfeld haben wollte...
    Ich entschied mich die Freundschaft zu beenden...

    Ich fühlte mich sehr einsam und im Stich gelassen, isolierte mich wieder und sah auch keinen wirlkichen Sinn morgens überhaupt noch aufzustehen, hinterfragte mich selbst und begann mir selbst die Schuld zu geben.
    Ich vertraute mich meinem anderen Freund an, welcher auch im Bilde über meine Situation war, und er stand hinter mir und fing mich auf, der einzige Mensch mit dem ich reden konnte und der mich verstand, ich war ihm so dankbar und sagte ihm das auch oft, als der Terror wieder losging ergriff er Partei für mich und kontaktierte beide (meinen Ex und das Mädel, das mittlerweile mit ihm zusammen war) über Whatsapp und machte klar, dass sie sich von mir fernhalten sollen und wie schäbig er deren verhalten findet. So etwas hat noch nie jemand für mich getan und ich war noch dankbarer.

    Mit der Zeit kam ich drüber weg und mein Leben verlief wieder in geregelten Bahnen, ich kam in den Freundeskreis meines Kumpels, in dem ich mich sehr wohl fühlte und dachte der Spuk wäre vorbei... falsch gedacht!
    Seit gefühlten 2 Monaten hörte ich nichts mehr von meinem kumpel, ich schrieb ab und zu, aber ein Treffen kam irgendwie nicht mehr zustande. Ich war zu diesem Zeitpunkt durch die Weihnachtszeit sehr eingespannt im Betrieb ( arbeite in der Gastronomie) Mittwoch schrieb ich nochmal und fragte ob wir Freitag was machen sollen und wie es ihm so ginge.

    Er erzählte mir dass er mittlerweile in einer Polybeziehung mit einem Mädchen und ihrem Freund sei (eigentlich hat er immer gegen diese Beziehungsform gewettert, aber gut. Um ehrlich zusein hielt ich nie viel von ihr ( was er auch wusste, trotzdem habe ich mich wenn sie da war immer anständig verhalten) weil sie während ihr Partner in Saarbrücken saß, sich bei meinem Kumpel einnistete und quasi vor aller Augen eine Affäre führte, sowie ihn systematisch isolierte und kontrollierte. Ich sprach trotzdem meinen Glückwunsch aus und wünschte viel Glück.
    Dann meinte er wir müssen reden, es wäre wichtig.

    Das machte mich so neugierig, dass ich wissen wollte was los ist, bis er es mir schrieb.
    Seit er in seiner Polybeziehung ist besucht er den städtischen Polystammtisch (zu dem auch mein Ex und seine Neue gehen), dort lernte er Ihn kennen (vorher hatten sie sich nie gesehen) und die beiden waren sich direkt sympatisch, im laufe des Gesprächs stellte sich dann raus wer er ...
    Um es kurz zu machen, die drei (mein Kumpel, mein Ex, seine Neue) sind jetzt richtig dicke befreundet, und deshalb hätte er sich die letzten Monate nie gemeldet und ob das für mich okay wäre und er gerne zwischen uns drei vermitteln würde, weil mein Ex ja echt kein schlechter Kerl wäre... habe seitdem den Kontakt abgebrochen, er machte auch keinerlei anstalten sich zu entschuldigen, etc. Es ist ihm einfach scheißegal, ich passe ja jetzt nichtmehr in seinen neuen Lifestyle rein.

    Das war die ganze Geschichte, danke an jeden der sich das bis zum Ende durchgelesen hat.
    Was sagt ihr dazu? Ich fühle mich im Moment wie in einem schlechten Film und denke ich verliere den Verstand, ich weine mehrmals täglich und fühle mich von der ganzen Welt verraten und hintergangen, trotzem stell ich mir langsam die Frage: " Was für ein wertloser, schlechter Mensch ich sein muss, das ich so gleichgültig behandelt werde? Liegt es daran, dass ich nicht mehr dazugehöre, weil ich diesen Polytrend nicht mitmache und eine monogame Beziehung führe?"
    Automatisch fange ich auch wieder an, an das Erlebte zu denken und bekomme Flashbacks. Gestern war es so schlimm, dass ich nach langer Zeit wieder meine Oberarme gekratzt habe, weil im Moment so viele Emotionen und Gefühle in mir zirkulieren, es ist einfach zu viel...
    Die einzigen Menschen die mir im Moment halt geben sind mein Partner und meine Mutter.

  2. #2
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    Standard AW: Meine Freunde sympathisieren mit meinem Vergewaltiger

    Hallo. Wenn ich deine Nachricht lese könnte ich weinen. Ich hab leider keinen super schlauen passenden Rat für dich aber ich konnte nicht einfach wieder wegklicken ohne dir irgendwas zu schreiben. Was du durchmachen musstet kann sich kaum einer vorstellen und es tut mir so unglaublich leid für dich. Falls du reden willst darfst du mir gerne jederzeit schreiben

  3. Für den Beitrag dankt: ~scum~

  4. #3
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    Standard AW: Meine Freunde sympathisieren mit meinem Vergewaltiger

    Liebe Firesnake,

    Du musst dich nicht schlecht fühlen im Gegenteil du kannst froh sein diese Leute aus deinem Umfeld los zu sein. Und nach all den negativen Erfahrungen wünsche ich dir nur das Beste für die Zukunft.

    Lg Pollux

  5. Für den Beitrag dankt: ~scum~

  6. #4
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    Standard AW: Meine Freunde sympathisieren mit meinem Vergewaltiger

    Vielen Dank für die warmen Worte, und das liebe Angebot zum reden. Ich merke das es mir allein schon gut tat es einfach Mal niederzuschreiben.
    Mittlerweile habe ich auch das Gefühl das ich über den Verlust wegkomme und auf einem guten Weg bin

  7. #5
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    Standard AW: Meine Freunde sympathisieren mit meinem Vergewaltiger

    Das ist schön zu lesen und ich freue mich für dich. Sollte es dennoch ein Bedürfnis deinerseits geben zu schreiben über das Problem oder auch andere Dinge, kannst du mir jederzeit schreiben. Ich wünsche dir auch weiterhin alles erdenklich Gute.

    Lg Pollux

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