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Thema: Muss man MB denn verarbeiten?

  1. #26
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    Standard AW: Muss man MB denn verarbeiten?

    Zitat Zitat von malou. Beitrag anzeigen
    (Erst mal Danke an alle Antworter!)

    Aber...ich weiß ja nicht.

    Was wenn das alles stimmt.

    Dann ist doch nicht gleich alles aufgeräumt, sondern erst mal wieder noch mehr Chaos.

    Um in den Metaphern zu bleiben:

    Tja, da hat man dann die letzten Puzzleteile und dann ist das Puzzle voll das hässliche Gruselbild (So Gruselmonster und ein gruseliges Unterwassertier oder Horrorbilder). Ist das dann besser?

    Oder man fixt den Bug am PC und dann läuft der PC aber dafür ist er dann extrem langsam, hat ein hässliches Desktopbild und ist voller blöder Dateien, die man nicht will.

    Also doch wieder Mehrarbeit das alles wieder angenehm zu machen.
    Eine Mehrarbeit die beim kaputten PC mit dem einen Problem nie dagewesen wäre...
    Diese Datei spukt ja gerade im System rum, hindert dich dein Word oder OpenOffice richtig zu nutzen, stört vielleicht auch den Ruhemodus und ärgert den Anwender bei der Arbeit mit dem PC.

    Wenn diese Gehirn-interne Prozess die Datei mit anderen Daten quasi als unwichtigen Teil erkennt der vergangene Ereignisse zeigt die für deine aktuelle Situation keine wirkliche Bedeutung mehr haben, dann schiebt dieser Gehirn-interne Prozess diese Datei in den "zu vergessen" Ordner. Diese Erinnerung verblasst dann immer mehr, weil sie eben nicht mehr abgerufen wird. Irgend wann ist sie ganz weg ... aber das ist ja nicht wichtig. Wichtig ist der Löschprozess aus dem Arbeitsspeicher. Die Datei (Bilder, Ton, Text) ist unwichtig liegt noch irgend wo auf der Festplatte rum ... sie ist nicht mehr von Interesse.

    Diese "Grusel-Bilder" sind ja nach der Verarbeitung weg, also verstauben in einem Ordner, werden nicht mehr angeschaut und irgend wann werden sie bei der nächsten Dachbodenausräumung an Leute verkauft die sich dafür interessieren oder landen einfach in der Mülltonne.


    Man merkt eigentlich gar nicht dass irgend etwas großartiges passiert ist. Wahrscheinlich wird dies alles auch nur während des Schlafs "sortiert" und der täglich angesammelte Informationsberg optimal in die bereits existierenden Informationen eingefügt ... und nicht passende Informationen fliegen dann einfach raus.
    Momentan scheint dieser "Gehirn-interne Prozess" diese Informationen als wichtig eingeordnet zu haben. Es muss etwas ungewöhnliches passiert sein damit die da so lange aufbewahrt werden.

    Ich würde mir wirklich wünschen dass du die Möglichkeit bekommst diese belastenden und eigentlich für dich jetzt nicht wirklich sinnvollen Informationen in den "erledigt"-Ordner zu packen.

  2. #27
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    Standard AW: Muss man MB denn verarbeiten?

    Zitat Zitat von Deliverance Beitrag anzeigen
    "Müssen" muss man doch eh nichts.

    Jeder findet da seinen eigenen Weg, zB im Glauben, in Meditation, in der Therapie, im Rausch, im sozialen Engagement, in der eigenen Familiengründung, in belanglosen Sex.

    "Den" Weg gibt es nicht - sonst würde den jeder gehen.
    Ganz nüchtern und sachlich betrachtet.
    Eine Therapie ist kein Allheilmittel, sie kann schädlich, nützlich, nutzlos oder von allem etwas sein.

    ich kenne niemanden, der nach erfolgtem (und erinnertem) MB ohne therapie und verarbeitung in der lage wäre, ein NORMALES leben zu führen. oder sagen wir besser, ein halbwegs normales, denn wer von sowas schrecklichem opfer wurde, wird wohl immer mit den daraus entstehenden dämonen zu kämpfen haben, auf diese oder jene weise.

    daher würde ich auf die frage im threadtitel so antworten :

    man MUSS es nicht verarbeiten, aber wenn man irgendeine chance haben will, "normal" zu leben, ohne dass der MB massivste auswirkungen auf das leben bis zum tode hat, muss (!) man einen guten therapeuten finden, der einem hilft, das ganze zu verarbeiten. daran habe ich keinen zweifel.

  3. #28
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    Standard AW: Muss man MB denn verarbeiten?

    Also verarbeiten oder da etwas machen möchte ich schon ganz gerne.

    Aber geht aufgrund meiner momentanen Krankenkassen-Situation ja leider nicht.

    Ich habe momentan irgendwie "Angst", dass man es bemerkt.

    Also, dass vielleicht erfahrene Männer (sei es sexuell oder zwischenmenschlich oder empathisch oder psychologisch) das bemerken.

    Dass man es mir ansieht oder fühlt oder irgendwie bemerkt, dass ich als Kind wohl wahrscheinlich mal...

    Und ich habe Angst, dass das Männer irgendwie ausnutzen könnten.

    Ich habe Angst, dass ich irgendwie dadurch "gestempelt" bin und dass man diesen Stempel sieht oder bemerkt.

    Als hätte man einen Stempel im Gesicht und Männer sehen das.

    Als könnten Männer diese Thematik riechen.

    Und das könnte ja auch gefährlich sein.

    :/

  4. #29
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    Standard AW: Muss man MB denn verarbeiten?

    Zitat Zitat von malou. Beitrag anzeigen
    Also verarbeiten oder da etwas machen möchte ich schon ganz gerne.
    Zitat Zitat von malou. Beitrag anzeigen
    Es interessiert mich irgendwie nicht mehr.
    Außerdem ist einiges so kurios, dass ich es eh keinem erzählen könnte. (...)

    Ich bin, was diese Thematik betrifft, wieder voll im Schulterzuck-Modus und verreise da lieber mit einem One-Way-Ticket nach Is-mir-egal-ien.
    Widersprichst du dir da nicht ein wenig?

    Also ich persönlich würde solchen nebulösen, bruchstückhaften Erinnerungen höchstens nachgehen, wenn ich die Möglichkeit hätte, sie objektiv zu überprüfen. Auf keinen Fall würde ich Anstrengungen unternehmen, das Ganze aufzuklären, indem ich nachträglich versuche, mich an weitere Details zu erinnern. Und das würde ich auch niemand anderem empfehlen. Ganz einfach, weil ich die Gefahr für zu groß halte, dass dabei "Erinnerungen" entstehen können, die nicht auf realen Erlebnissen basieren.

    Hier mal Auszüge aus einem Fachartikel zu dem Thema:

    Die Annahme, Erinnerungen an traumatische Ereignisse würden sich von anderen Erinnerungen qualitativ dahingehend unterscheiden, dass sie gar nicht oder allenfalls fragmentiert erinnert werden könnten, findet durch empirische Untersuchungen keine systematische Unterstützung.

    Traumatische Erlebnisse können i.d.R. besonders langfristig erinnert werden; bezüglich der Fragmentierung und Kohärenz ergeben sich entweder keine Unterschiede zu anderen Erinnerungen, oder Traumaerinnerungen sind kohärenter als Erinnerungen an andere Ereignisse. (...)


    Aus den vorhandenen Befunden leitet sich nicht ab, dass „wiederentdeckte Erinnerungen“ niemals auf realem Erlebnishintergrund basieren. Es sind einige Fälle von wiederentdeckten Erinnerungen dokumentiert, in denen das relevante Ereignis durch unabhängige Quellen belegt wurde, z. B. durch Berichte von Familienmitgliedern oder Freunden oder durch andere Dokumente (Schooler et al. 1997, Shobe & Schooler 2001). Hier handelt es sich aber um Ausnahmen, nicht um typische Erinnerungsverläufe bei traumatischen Erlebnissen. (...)


    Auch bei Jugendlichen oder Erwachsenen, bei denen Fehlerinnerungen entstehen, wird anfangs meist nach Erklärungen für Besonderheiten im Erleben oder Verhalten gesucht. Häufig liegt eine depressive oder eine Angstsymptomatik vor.

    Erklärungen, die es erlauben, äußere Umstände oder sogar schuldige Dritte zu identifizieren, sind für Patienten selbst akzeptabel. Sie entsprechen aber auch den Annahmen mancher Therapeuten, wonach ein Großteil psychischer Störungen durch traumatische Erlebnisse in der Kindheit verursacht wird. (...)


    Explizite Suche nach Erinnerungen an traumatische Erlebnisse

    In den Fällen, in denen es zu Pseudoerinnerungen kommt, wird – ausgehend von den skizzierten Prämissen – angenommen, Auslöser für die psychische Symptomatik seien frühere traumatische Erlebnisse, insbesondere sexuelle Missbrauchserfahrungen, die aktuell der expliziten Erinnerung nicht zugänglich sind. Diese Erklärungsmuster werden z. T. im Rahmen von Therapien oder Beratungen, gelegentlich auch durch Personen im sozialen Nahfeld an die Betroffenen herangetragen. Diese werden z. T. explizit ermuntert, sich auf die Suche nach Erinnerungen an die vermeintlichen Erlebnisse zu machen; in manchen Fällen werden therapeutische Techniken angewandt, die einen solchen „Wiedererinnerungsprozess“ befördern sollen.


    Die intensive Beschäftigung mit möglichen konkreten Missbrauchserfahrungen im Rahmen einer Therapie, aber auch in Internetforen oder Selbsthilfegruppen, in denen man von konkreten Erfahrungen anderer hört, kann – ähnlich wie oben für Kinder beschrieben – zu lebhaften mentalen Vorstellungen führen, die nach einiger Zeit aufgrund ihrer Lebhaftigkeit, Vertrautheit und guten Abrufbarkeit für tatsächliche Erinnerungen gehalten werden.

    Kritische Reflexionen über den tatsächlichen Erlebnisbezug werden gelegentlich regelrecht unterdrückt, und Patienten z. T. ausdrücklich aufgefordert, aufkommende Bilder als genuine Erinnerungen zu akzeptieren.

    Problematische therapeutische Methoden

    Therapeutische Techniken, die Patienten dazu anregen, sich entsprechende fiktive Situationen besonders bildhaft vorzustellen oder sich in diese hineinzuversetzen, befördern solche Prozesse, weil sie dazu beitragen, mentale Vorstellungen zu generieren, die Erinnerungen ähneln. Besonders problematisch sind in diesem Zusammenhang z. B. hypnotische Verfahren, insbesondere auch die Altersregression, Visualisierungsverfahren oder Traumdeutungen (Brainerd & Reyna 2005, Porter et al. 2012).


    Quelle: Volbert, R. (2014). Sexueller Missbrauch – Wie Pseudoerinnerungen entstehen können. Psychotherapie im Dialog, 15 (1), 82-85.
    Geändert von Winnetou (12.10.2018 um 19:49 Uhr)
    Wer an den Spiegel tritt, um sich zu ändern, der hat sich schon geändert.
    (Lucius Annaeus Seneca)

  5. #30
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    Standard AW: Muss man MB denn verarbeiten?

    Joa, aber dein Beitrag hilft mir da nicht weiter ehrlich gesagt.

    Ich bin mir inzwischen auch sicherer als zur Zeit des Eingangspostings
    Und will wie gesagt etwas machen, aber...
    es gibt eben keine Therapie für mich.

    Außerdem geht es mir momentan gar nicht gut...

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