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Thema: Sexueller und verbaler Missbrauch in der Kindheit wird geleugnet

  1. #1
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    Standard Sexueller und verbaler Missbrauch in der Kindheit wird geleugnet

    Hallo,

    ich weiß grad gar nicht, wie ich das Thema beginnen soll. Es geht darum, dass ich sehr bruchstückhafte Erinnerungen an sexuellen Missbrauch durch meinen Vater habe. Das alles fand in frühester Kindheit statt und endete als ich ungefähr 8 Jahre alt war. Das Verhältnis zu meinem Vater ist seit jeher sehr angespannt, was vor allem daran liegt, dass er mich von kleinauf (es begann nach dem der sexuelle Missbrauch aufhörte) immer wieder verbal erniedrigte und beleidigte.

    Seitdem sind einige Jahre vergangen und ich bin mittlerweile erwachsen. Die Beziehung zu meinem Vater ist aber nach wie vor sehr gestört und belastend. Er verhält sich so, als wäre all das nie geschehen. Auf den sexuellen Missbrauch habe ich ihn noch nie angesprochen, dafür schäme ich mich zu sehr .... doch auf seine verbalen Aussetzer angesprochen, leugnet er immer alles und meint entweder, das hätte er so nie gesagt (ergo bilde ich es mir also nur ein) oder dass ich ihn schließlich durch mein Verhalten so provoziert hätte und es daher mit anderen Worten quasi selbst Schuld bin.

    Ich möchte den Kontakt zu ihm am liebsten ganz abbrechen, man liest und hört ja immer wieder, dass man des eigenen Seelenfriedens Willen vergeben sollte, aber ich komme einfach nicht darüber hinweg, wie er mich früher behandelte und was er mir damit alles angetan hat.

    In den vergangen Jahren habe ich mich mehr und mehr von ihm zurückgezogen und distanziert - dabei stellte ich fest: je weniger Kontakt ich zu ihm habe, desto besser geht es mir und desto wohler fühle ich mich.
    Er hingegen macht mir deswegen Vorwürfe und erwartet allem Anschein nach, dass ich mich wie eine "normale" Tochter verhalte, sprich Zeit mit ihm verbringe, mich mit ihm unterhalte usw.

    Das kann ich aber nicht. Ich fühle mich in seiner Gegenwart jedes Mal total unwohl und erstarre innerlich. Wie gesagt, den Kontakt habe ich auf ein Minimum reduziert, nur manchmal lässt es sich nicht vermeiden und in solchen Situationen kommt dann oft wieder alles hoch. Er geht auf die 80 zu, ist vom Verstand her aber noch sehr klar im Kopf. An mangelndem Erinnerungsvermögen liegt es also ganz sicher nicht, zumal man gerade sowas wohl auch nicht einfach so vergisst.

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht nicht, was ich mir von diesem Thread erhoffe, aber es tut gut, sich das mal alles von der Seele zu schreiben.

    Vielleicht melde ich mich später nochmal zu Wort, habe jetzt auf die Schnelle erstmal nur ganz ungefiltert runtergeschrieben, was mir gerade so durch den Kopf geht.


    Liebe Grüße

  2. Für den Beitrag dankt: Gerechtigkeitssuchender

  3. #2
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    Standard AW: Sexueller und verbaler Missbrauch in der Kindheit wird geleugnet

    Hallo Mindful,

    du hast jedes Recht der Welt dich vor dem Kontakt mit diesem Menschen zu schützen und die Entscheidung zu treffen, dass du das nicht willst und nicht kannst.

    Dieser Vergebungsanspruch den man immer wieder um die Ohren gehauen bekommt, der steht erst mal gar nicht zur Debatte.
    Vergeben kann man in schwerwiegenden Fällen wie diesen meistens erst, wenn auch eine Konfrontation stattgefunden hat. Für so eine Konfrontation muss man aber auch selbst innerlich an dem Punkt sein, dass man dem gewachsen ist.
    Da dein Vater aber auch schon zu feige ist, sich mit seinen verbalen Unverschämtheiten konfrontieren zu lassen, wird er den Missbrauch noch viel mehr leugnen.
    Für deine Schamgefühle, die ja eigentlich er haben sollte, würde ich dir empfehlen bei Wildwasser oder einer ähnlichen Einrichtung Unterstützung zu suchen.
    Eigentlich hat dieser Mann es verdient, dass du ihm deine ganze Wut entgegenschleuderst, vor allem, wenn er auch noch die Dreistigkeit besitzt, dir Vorwürfe zu machen, wenn du seine Gegenwart meiden willst.
    Aber an dem Punkt bist du einfach noch nicht und das allerwichtigste ist, dass du dich in deinen Gefühlen und Empfindungen ernst nimmst, dich unterstützt und unterstützen lässt.
    Und wenn du entscheiden solltest, dass du ihn gar nicht mehr sehen willst, wäre das übrigens auch in Ordnung.
    Er würde auf jeden Fall wissen weshalb das so ist, was auch immer er dir da vorschauspielert.

    Wie ist denn deine Mutter mit dem Thema umgegangen? Wie geht der Rest der Familie damit um?
    Wird das von allen geleugnet bzw. als Nichts-davon-gewusst getarnt?

    LG

  4. Für den Beitrag danken: Gerechtigkeitssuchender, mindful, ~scum~

  5. #3
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    Standard AW: Sexueller und verbaler Missbrauch in der Kindheit wird geleugnet

    @ mindful

    Ich befürchte er schauspielert noch nicht mal und mit Vergessen hat das auch nichts zu tun. Ich denke er empfindet wirklich nichts Unrechtes. Solche Menschen haben kein Schuldgefühl oder Gewissen, denn das würde sie doch daran hindern soetwas zu tun. Mit dem Vergeben, Vergessen und Verzeihen hab ich selbst die größten Schwierigkeiten mit, denn ich kann es nicht. Meine Wut war und ist für mich auch heilsam, um nicht daran kaputt zu gehen. Halt dich von ihm fern, soweit du kannst. Er wird dich zwar doch immer wieder einholen, aber du musst dir das nicht auch noch im persönlichen Gegenüber geben. Er wird sich und dir nichts eingestehen, sondern dich durch seine bloße Anwesenheit noch mehr malträtieren. Selbst sein Tod würde nichts ändern, glaub mir!!! Sorry für den letzten Satz, persönliche Erfahrung.

  6. Für den Beitrag dankt: Gerechtigkeitssuchender

  7. #4
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    Standard AW: Sexueller und verbaler Missbrauch in der Kindheit wird geleugnet

    Moin @mindful,
    es ist gut den Abstand, die Distanz zu wahren, wenn es dir damit besser geht.
    Auch wir brauchten seinerzeit den Abstand/ die Distanz, damit es uns besser ging und wir waren froh darüber, dass es uns auch noch leicht gemacht wurde. Denn direkt hatten sie sich nie gemeldet. Doch wir mussten mit den Beschwerden umgehen lernen, die durch andere an uns heran getragen wurden, was für ein schlechtes und undankbares Kind wir doch sind. Was uns einfällt....

    Doch trotz allem oder auch gerade dadurch, dass ein Brief der geschrieben von uns wurde, weil es zu dem Zeitpunkt, als wir die Distanz brauchten, noch auf nur vorübergehend angedacht war, doch dieser wurde und Bruchstückweise und neu zusammen gesetzt, als bösartig, unverschämt, undankbar ...., durch andere vorgehalten.

    Doch dies trug nur umso mehr dazu bei, dass es immer mehr erkennbar wurde, was eigentlich alles gewesen ist...

    Wir waren sehr froh darum uns vor diesen Menschen zu schützen, in dem wir auf Abstand gingen und blieben, es verstärkte das Gefühl von Sicherheit und tun zu dürfen, was für uns gut ist....

    Achte gut auf dich und deine Bedürfnisse. Schau das du Menschen um dich herum hast, die dich unterstützen.
    Es ist besser für das eigene Wohlbefinden seinen Weg zu gehen, auch oder gerade auch ohne diese Menschen, die verantwortlich für das waren, die uns Schmerz.... zugefügt hatten.

    Ja wir dürfen uns schützen und wir dürfen es uns gut gehen lassen und Rücksichtnahme und normales Verhalten, hätten diese Menschen uns zukommen lassen müssen, dann dürfen sie sich auch wünschen, das wir uns ihnen gegenüber "normal" Verhalten. Denn tun wir es so nicht, Abstand halten zum eigenen Schutz? Ist dies nicht ein normales Verhalten?

    Wünschen dir viel Achtsamkeit und mögest du gut für dich Sorgen...

    LG
    Mittendurch
    Wenn ich die Ruhe und den Frieden in mir finde, dann muss ich diese nicht mehr bei anderen suchen.
    Friede auf Erden, ersetzt nicht den Frieden in mir, aber ergänzt diesen.

  8. Für den Beitrag dankt: Gerechtigkeitssuchender

  9. #5
    Deliverance
    Gast

    Standard AW: Sexueller und verbaler Missbrauch in der Kindheit wird geleugnet

    Hallo mindful,

    das liest sich schrecklich :/

    Ich kann dich gut verstehen - meine Mutter hat mich psychisch und physisch schwer misshandelt und sie hat es nie eingesehen, geschweige denn dafür entschuldigt.
    In ihren Augen waren wir Kinder alles Schuld - wir waren böse und sie musste uns dafür bestrafen. Wir hätten das verdient und ich habe das auch jahrelang geglaubt.

    Täter rechtfertigen sich vor sich selbst und vor ihren Opfern - dass wir selbst daran schuld sind, es so wollten, dass es normal ist, dass es ihr Recht Als Elternteil ist, dass es so sein muss.

    Und dann wird geleugnet - wir erfinden die Vorfälle, weil wir Einrichtungen blühende Phantasie haben, verrückt sind und dem Täter schaden wollen

    Leider ist das ziemlich normal, was dein Vater da macht glaub dir selbst und nicht ihm - niemand hat sowas verdient!!!

    Ich denke, du wirst nie die Entschuldigung bekommen, die du brauchst - vielleicht kurz vor seinem Tod, wer weiß, aber ansonsten ist es eher unwahrscheinlich.

    Nimm dir deinen Frieden und brich den Kontakt weiter ab - dein Vater hat dir genug angetan, lass dich nicht weiter quälen. Du hast jetzt die Wahl!
    Du bist jetzt erwachsen und unabhängig - du hast das alles überlebt und bist stark geworden, auch wenn du dich oft schwach und hilflos fühlst.

    Ich wünsche dir alles Gute!

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