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Thema: Suche Opfer der sog. Festhaltetherapie

  1. #6
    Registriert Avatar von weidebirke
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    Standard AW: Suche Opfer der sog. Festhaltetherapie

    Aber ist sowas nicht einfach eine Gewalt, die das Deckmäntelchen eines pädagogischen Konzepts dafür missbraucht?

    Normalerweise geht es nicht darum, ein Kind bis zur völligen Erschöpfung zu fixieren und gar Körpergewicht einzusetzen. Es geht darum, ein Kind zu begrenzen, Stabilität, Wärme und körperliche Zuwendung, ja, Umarmung erleben zu lassen, wenn es nicht bei sich ist und austillt.

    Dass das nicht in jeder Situation passt (für mich ist das auch keine Therapie, sondern eine pädagogische Intervention), nicht zu jedem Kind und nicht zu jedem Elternteil, versteht sich doch von selbst.

    Missbrauch macht nicht das Konzept schlecht, sondern ist und bleibt, was es ist: Gewalt. Und da ist es egal, wie die Täter es nennen.
    Wer die Welt verändern will, gehe zuerst durchs eigene Haus.

  2. Für den Beitrag danken: beihempelsuntermsofa, Kurti, pecky-sue

  3. #7
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    Standard AW: Suche Opfer der sog. Festhaltetherapie

    Hallo Weidebirke,
    nach dem, was ich über die Festhaltetherapie weiß, ist das nichts weiter als ein gewaltsames Brechen der Kinder. Welcher Indikation sollte das Anwenden einer solchen "Therapie" zugrundeliegen? Die Kinder die ich damals gesehen habe waren ganz normale Kinder, mit ganz normalen Verhaltensweisen. Das sie anfingen um sich zu schlagen, zu beißen und zu kratzen, zu schreien und sich nach ihren Möglichkeiten irgendwie aus solch einer misslichen Lage befreien zu wollen fing erst in dem Moment an, wenn sie zu Boden gedrückt wurden und mit Gewalt fixiert werden sollten. Oft gegen zwei Erwachsene, die sich abwechselten und so genügend Kraft hatten so ein Kind über Stunden so festzuhalten. Vorher waren sie trotzig, wollten etwas für sich durchsetzen und haben durch weinen und schimpfen versucht ihren willen durchzusetzen. Aber wir sprechen hier über zwei kinder, die damals absolut in der Trotzphase waren, 3 und 4,5 Jahre alt.
    Für mich ist diese "Festhaltetherapie" kein pädagogisches Konzept, sondern ein gewaltsames Mittel, den Willen der Eltern durchzusetzen und die Kinder durch brechen ruhigzustellen. Da will jemand schnelle Resultate und sich nicht mit Kindern auseinandersetzen.

  4. Für den Beitrag dankt: Oli1990

  5. #8
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    Standard AW: Suche Opfer der sog. Festhaltetherapie

    Das es sowas überhaupt gibt ist der hammer.meine exmänner hatten im streit auch immer das bedürfnis mich "festzuhalten"und das gefühl war schrecklich!!!

  6. Für den Beitrag dankt: Mega

  7. #9
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    Standard AW: Suche Opfer der sog. Festhaltetherapie

    -Trigger-
    !!!!!!!!



    Nur zur Erklärung:
    Ich hab gestern ein bisschen darüber gelesen. ist schon krass: Also ich habe es so verstanden, dass die Therapie auf der Annahme beruht, dass die Abwerhaltung des Kindes- also das schreien und sich wehren- nicht auf dem Unbehagen des Festgehaltenwerdens berhuhen (was eigentlich jeder vernünftige Mensch erkennen sollte) sondern auf dem Aufbrechen unbewusster Verlassenheitskonflikte. Deswegen werden die Eltern angewiesen gegen ihren normalen Impuls das Kind weiter zu halten (denn es braucht ja "Halt" in diesem inneren Konflikt) Irgendwann soll sich dann angeblich der Konflikt lösen und das Kind soll die Umarmung als wohltuend erfahren und urängste abbauen.
    Also soweit der Ansatz. Deswegen wird ja geleugnet, dass es sich um Gewalt handelt. Denn es it ja alles aus Liebe (dass auch aufgezwungene Liebe Gewalt ist, scheint da keinen zu stören)

    Wie man auf eine derart hirnrissige Idee kommen kann ist mir aber schleierhaft. JEDER Mensch weiß doch, dass es unnatürlich und beängstigend ist, über Stunden festgehalten zu werden (auch egal ob man zB Hunger bekommt, oder aufs Klo muss).
    Das ist ja eine ganz andere Größenordnung, als wenn man zB ein Kind im Trotzanfall festhält, damit es sich nicht weh tut und es dann so lang an sich kuschelt, bis es sich beruhigt.
    Stundelanges Festhalten ist doch abartig. Wie kann man nur auf sowas kommen.

    Juristisch gesehen ist das ganze offenbar eindeutig Gewalt!

  8. Für den Beitrag danken: Fadeaway, grisou

  9. #10
    Christa
    Gast

    Standard AW: Suche Opfer der sog. Festhaltetherapie

    Ja, das Thema kenne ich auch..... Leider.
    Zu dem Zeitpunkt war mein drittes Kind, um das es hier geht, ca 2 Jahre alt.
    Und die Befürchtung stand im Raum, es könne autistische Züge haben und ich sollte es mal mit der sog. "holding"-Therapie versuchen.
    Ich habe es versucht - 2 Wochen, dann habe ich den Wahnsinn abgebrochen. Denn es hat alles andere als Hilfe bewirkt.

    Letztendlich wirklich geholfen hat diesem Kind sein 2 Jahre älterer Bruder, der einfach fröhlich - unbedarft auf es zugegangen ist, der einen Spielkameraden wollte und ihn sich einfach auf kindlich-natürliche Art holte.
    Dieser große Bruder hat das Kind, das in die Isolation des Autismus abzurutschen drohte, da herausgeholt auf ganz simple Art und Weise: Indem er ihn nahm, wie er war, aber dort nicht ließ.

    Okay, es war erst der Ansatz von Autismus, die Befürchtung. Wie es bei krassen Formen ist, kann ich nicht beurteilen und maße es mir auch nicht an!
    Aber bei unseren Jungs hats funktioniert. Heute ist dieses damals als autistisch gefährdete Kind Sozialarbeiter und hat selbst Familie. Und ich denke immer noch, dass er dies zT seinem großen Bruder verdankt.
    Aber ganz sicher nicht dieser krassen holding - Thera....

  10. Für den Beitrag dankt: grisou

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