Anzeige
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 5 von 8

Thema: Gilles de la Tourette-Syndrom

  1. #1
    Registriert Avatar von Kaleidoskop
    Registriert seit
    22.07.2009
    Beiträge
    484
    Danke gesagt
    22
    Dank erhalten:   69

    Standard Gilles de la Tourette-Syndrom

    Kleiner Ausflug in die nähere Vergangenheit .
    Ich stelle dies bewußt erst ein mal unkommentiert hier rein .
    Bin auf die Idee gekommen , durch den Beitrag über ADHS hier im Forum

    Diagnose
    Die Vorstellung in unsere Sprechstunde erfolgte mit der Frage , ob bei der Tochter ein Tourett-Syndrom bestehe . Die Mutter habe darüber kürzlich einen ausführlichen Zeitungsbericht gelesen . Zur längeren Vorgeschichte wird angegeben , daß erstmals im Alter von 8 J. unweigerliche Bewegungen wie Augenblinzeln eingetreten seien . Seinerzeit sei eine augenärztliche Untersuchung ohne auffälligen Befund erfolgt . Im gleichen Lebensjahr seien verschiedene Geräusche wie Schniefen , Schnaufen und Räuspern aufgetreten . Als Erklärung sei stets angenommen worden , daß eine " chronische Erkältung " bestehe . Im weiteren Verlauf hätten sich die Symptome in Art und Auasprägung deutlich gewandelt . Im Sommer 2002 sei ein heftiges Kopfschütteln eingetreten . Dieses habe sich jedoch spontan wieder verbessert . Im Sommer 2003 sei ein häufiges Wiederholen eigen gesprochener Silben aufgetreten . Aktuell bestünden Bewegungen wie Kopfschütteln , Grimassieren , Spreizen der Hände , Zuckungen des Fußes , Augenverdrehen und Zähneknirschen sowie Lautäußerungen mit Räuspern , Schniefen und Wiederholen der Silben .Die Ausprägung derzeit sei Mittelstark . Auf Nachfrage wird zudem ein weiterer komplexer Tic im Sinne eines Wiederholens von Geräuschen anderer ( Echolalie ) berichtet .Zudem beschreibt die Mutter auf Nachfrage verschiedene , gering ausgeprägte Zwangshandlungen wie ein Kontrollieren sowie ein " Genaurichtiggefühl " mit einem Anordnen von Stiften .Einmalig sei es zu einem Berühren der heißen Herdplatten gekommen , hier ist eine minimale autoaggressieve Handlung anzunehmen .Auffällig sei zudem , daß das Kind sehr leicht Wutausbrüche habe . Zudem werden Einschlafstörungen beschrieben .
    Eigenanamnese:
    Schwangerschaft , Geburt und frühkindliche Entwicklung unauffällig ,
    im Alter von 11 Monaten großflächige Verbrennung mit nachfolgender Hauttransplantation .
    Soziale Situation : Kind besucht die 4.Klasse einer Regelgrundschule , sei eine gute Schülerin , nachmittags verbringe sie viel Zeit mit der mutter . Der Vater kommt aus Gambia , die Ehe ist seit zwei Jahren veschieden . Zum leiblichen Vater kein Kontakt keine Geschwister , Mutter Sozialhilfe .
    Hänseleien wegen der beschriebenen Symptome sind in geringer Ausprägung aufgetreten .
    Durch Rückzug nach Hause vermeide das KInd jedoch die Situationen im Umgang mit Freunden . In der Schule offenbar keine Schwierigkeiten diesbezüglich .
    Familienanamnese :
    Bei dem Vater besteht ebenfalls ein Augenzwinkern , Stottern und Zwangshandlungen .Großmutter , mütterlicherseits habe eine schwere Depression gehabt , der Großvater mütterlicherseits sei im Verhalten cholerisch und aggressiv gewesen , es habe ein
    " Fingerverkrampfen " bestanden .
    Untersuchungsbefund :
    Während der Vorstellung fallen in deutlicher Ausprägung einfache motorische Tics mit einem heftigen Kopfschütteln auf , sowie weitere motorische Tics mit Mundaufreißen , Grimassierungen , Augenverdrehen und Fingerspreizen , in geringer Ausprägung einfache vokale Tics mit Räuspern und Schniefen . Der übrige neurologische und psychische Befund ist regelrecht .
    Beurteilung :
    Beim Kind ist aufgrund von Anamnese und Untersuchungsbefund zweifelsfrei die Diagnose eines Tourette - Syndroms zu stellen . Alle formalen Kriterien hierfür sind erfüllt : Bestehen von motorischen vokalen Tics , Fluktuationen im Verlauf , Symptombeginn vor dem 21. Lebensjahr . Symptomdauer länger als ein Jahr . Kein Hinweis auf eine symptomatische Ursache .
    Das Tourette - Sydrom ist nach heutigem Kenntnisstand eine organisch bedingte Erkrankung die durch eine Fehlfunktion in Regelkreisen der Basalganglien bedingt ist .Es gibt Hinweise auf eine Störung im dopaminergen System . Eine erbliche Ursache gilt als sicher , auch wenn bis heute kein entsprechender Gendefekt nachgewiesen werden kann . Der Verlauf des Tourette - Sydroms ist chronisch , typisch sind jedoch spontane Fluktuationen , situative Einflüsse und eine Altersabhängigkeit mit zumeist stärkerer Ausprägung der Tics im Pubertätsalter .
    Das Tourette -Sydrom ist häufig von Verhaltensauffälligkeiten wie Aufmerksamkeitsstörung , Hyperaktivität , Zwang , Angst , Depresssion oder Störung der Impulskontrolle und Autoaggression begleitet . Es ist nach neuerer Untersuchung davon auszugehen , daß eine geringe Ausprägung derartiger Zwangshandlungen für eine vergleichseise günstige Verlaufsprognose spricht .
    Wir informierten die Mutter über die diagnostische Einschätzung .Und empfehlen zunächst keinerlei medikamentöse Behandlung ....

    So sieht eine schriftliche Diagnose von der Medizinischen Hochschule Hannover dann aus .
    Mir kamen damals die Tränen , weil dies so gut wie keine Hilfe für uns war .Hier wurde die med. Diagnose aus Hannover nicht akzeptiert . Demnach hätte meine Tochter in die Kinder und Jugendpsychiatrie gehört . Aufgrund der Beurteilung von Kinderarzt , - neurologe als schwer symbiotisch erkranktes Kind .

  2. Anzeige

  3. #2
    Gast
    Gast

    Standard AW: Gilles de la Tourette-Syndrom

    hallo Kaleidoskop ,
    wieso hast Du denn nicht gemerkt daß mit dem vater von dem das Kind ist was nicht stimmt ?
    Das klingt ja beinahe so als hättest Du nen ziemlichen freak geheiratet . ich meine du hast den ja freiwillig ausgesucht . oder war das Kind nicht gewünscht aus versehen . gibt ja auch vergewaltigung , aber ihr seit verheiratetgewesen .
    Hat der denn nichts gesagt , oder habt ihr nicht über so was gesprochen .
    Also ich hab bei dem gedanken was übles zu vererben immer angst .
    Ich würde vorher mich bei einer molekulargenetischen beratungsstelle informieren .
    Das ist übel weil das Kind ja auch farbig ist und dann noch eine so seltene krankheit hat . Das tut mir leid , wie geht es denn jetzt ? Ich meine es gibt ja auch noch viel schlimmeres , wenns danach geht . Hals und Beinbruch , nichts für Ungut !

  4. #3
    Registriert
    Autor/in dieses Threads
    Avatar von Kaleidoskop
    Registriert seit
    22.07.2009
    Beiträge
    484
    Danke gesagt
    22
    Dank erhalten:   69

    Standard AW: Gilles de la Tourette-Syndrom

    hallo Gast ,

    bin nicht im entferntesten davon ausgegangen , daß das Augenzwinkern , welches der Vater manchmal hatte , ein Symptom einer Erkankung sein könne . Habe dies für einen Ausdruck von Nervosität gehalten , irgendwie Streß . Manchmal hat er so gestottert , aber ich rede auch sehr schnell und vergallopiere mich da manchmal mit den Silben . Das hat mir auch nicht zu denken gegeben . Er kam sehr gut mit seinen Leuten klar , war da immer Redelsführer , allein weil er so schnell sprach , kein Analphabet , was auch schon was heißt für dieses Land , hatte nen freundliches Wesen und nen Gesicht wie tracy chapman ( inzwischen ein mehr als peinlicher Vergleich ) . Die " Beterei " fünf mal am tag fand ich zwar lächerlich , aber er hatte sonst nichts Aggressieves an sich .
    Schockiert hat mich allerdings , daß seine Reaktion , als meine Tochter mit der Hand in dem Kochenden tee aus der thermoskanne stand , gleich null war . Er stand im Türrahmen daneben und meinte nur , sie stehe im Tee . Ich konnte gar nicht so schnell reagieren , um dies noch ungeschehen zu machen . Rannte mit dem brüllenden Kleinkind zum kalten Wasserhahn und sah zu wie die Hand zu einem Ballon immer breiter wurde , das zierliche Händchen . Der Vater rubbelte wie ein Irrer den Teppich trocken .
    Da habe ich das erst mals vermutet , daß mit dem Mann was nicht stimmt . Aber es meinten ja noch Alle . Haushaltsunfall , kann eben passieren . Schwangerschaft und elf Monate alleinige sehr gute Arbeit , und in fünf Sekunden , in welchen ich eben nicht daneben stand , ruiniert der Mensch mir die körperliche Unversehrtheit .
    Ich bin davon ausgegangen , keinen ( geistes ) Kranken geheiratet zu haben . So kann man sich täuschen . Besser wären wir ohne dem dran gewesen . Gehört aber auch zu den Dingen , welche man erst weiß , wenn´s zu spät ist . Bin dann ja noch zwei mal jeweil´s für nen viertel jahr in dieses Land gereist und mußte mir wohl auf diese Art auch noch den Rest der Illusion einer anderen , besseren Welt , nehmen . Wie peinlich im Nachhinein .
    Das dafür nicht TV etc. ausgereicht hatte .
    Die Mutter vom Vater meiner Tochter war fett , klein , meines Erachtens hatte sie auch irgendwas mit der Schilddrüse , Stoffwechselerkrankung und alle Frauen aus der Familie ebenso . Oh Gott , hab ich immer gedacht , hoffentlich wird sie nicht klein und fett ! Das war mein größter Alptraum !
    Aber mit so etwas wie tourette habe ich überhaupt nicht gerechnet , wußte bis dato nicht mal , daß es das gibt .
    Was für ein verhängnisvoller Irrtum .

  5. #4
    Monarose
    Gast

    Standard AW: Gilles de la Tourette-Syndrom

    Hallo Kaleidoskop,

    die Diagnose hat dich sicher getroffen, aber du bist nicht hilflos, sondern kannst dein Kind unterstützen. Habt ihr angemessene Medis mit auf den Weg bekommen? Sind die Lehrkräfte informiert? Ich empfehle dir diese Seite, wo auch einige Eltern von Tourette-kids unterwegs sind: Behinderte Kinder, behindertes Kind :: REHAkids Das Forum für besondere Kinder :: Das Forum für behinderte Kinder.

    Liebe Grüße&alles Gute!

    Monarose

  6. #5
    Gast
    Gast

    Standard AW: Gilles de la Tourette-Syndrom

    Wie Monarose schon erwähnt ,

    hat Dein Kind eine Behinderung mit der es nicht allein ist .
    Gibts inzwischen auch einige Selbsthilfegruppen zu dem Thema .

    Tourette kann eine massive Einschränkung im Leben darstellen .

    Bei Vielen Betroffenen verwächst sich das wieder .
    Die fallen vielleicht hin und wieder durch so zappeln oder räuspern noch unangenehm auf . Aber was ist das , verglichen mit schweren körperlichen oder psychischen Behinderungen .
    Solltest achtsam sein , daß aus einer Auffälligkeit keine massive Behinderung wird .
    Das wirds nämlich erst durch ein boshaftes , borniertes , schadenfrohes , verständnisloses Umfeld .
    Wie siehts damit aus und wie kommst Du damit zurecht . Die Kinder haben damit wohl eher weniger Probleme . Es sei denn sie werden massiv gemobbt , was ja wohl bei euch nicht der Fall ist . Oder ?
    Ich habe noch mal eine etwas indiskrete Frage . Ist mir so aufgefallen beim Lesen . Wie kommt es , daß Du die genetischen Ursachen allein bei dem vater suchst ?
    Wundert mich etwas . Gehören doch immer zwei Anlagen dazu , welche unglücklicherweise zusammenkommen , oder .
    Beinahe wie nen sechser im Lotto , nur leider nicht so erfreulich .
    Schau doch mal bei Deiner Familie auch genauer hin . freundliche Gruß ein Gast

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Leide ich an dem Tourette-Syndrom??
    Von jennybine im Forum Ich
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 13.02.2017, 21:59
  2. Tourette Syndrom ?
    Von Wunschkind im Forum Gesundheit
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 22.06.2013, 02:03
  3. Tourette Syndrom bei meinem Sohn...
    Von jenny81 im Forum Gesundheit
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 24.01.2011, 06:58
  4. Leide ich unter dem Tourette-Syndrom?
    Von Gast im Forum Gesundheit
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 10.11.2009, 13:52

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige