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Thema: Trennung in der Psychiatrie?

  1. #1
    Omi
    Gast

    Standard Trennung in der Psychiatrie?

    Mein Schwiegersohn ist vor einigen Tagen von der Polizei festgenommen, weil er gedroht hat, seine Töchter (meine Enkelinnen, 1 + 3 Jahre alt) umzubringen - und das nicht zum ersten Mal! Meine Tochter hat er auch geschlagen, mit einer Gaspistole und einem Messer bedroht, als sie schwanger war, wollte er ihr das Baby aus dem Bauch schneiden, am ersten Geburtstag meiner jetzt 3jährigen Enkelin wollte er die Kinder aus dem Fenster werfen! Er ist schizophren (das ist keine spöttische Aussage, bei ihm wurde diese Krankheit schon vor Jahren diagnostiziert, er ist aber in ständiger psychiatrischer Behandlung und nimmt die Psychopharmaka regelmäßig). Gott sei Dank ist den Kindern nichts geschehen, weil die Polizei im richtigen Moment aufgetaucht ist! Nun ist das Schwieger"monster" in der geschlossenen Psychiatrie, wird zunächst für mindestens 6 Wochen dort bleiben. Ich habe telefonischen Kontakt zu ihm.

    Meine Tochter ist mit meinen Enkelinnen in einem Frauenhaus - weit weg. Sie hat sich von ihm getrennt, heute haben wir ihre Sachen aus der ehelichen Wohnung geholt. Ihr ist klar, dass sie nicht wieder zurück geht, hat die Schlüssel auf den Tisch gelegt, die Türe hinter sich zugezogen, die alte Handykarte mit seiner Nummer mit einem Messer zerkratzt (nein, sie weiß sie nicht auswendig) - ich bin soooo stolz auf sie! Endlich ist sie aus dieser Hölle raus und kann ein neues Leben anfangen!

    Vor einigen Stunden habe ich mit ihm telefoniert. Er hat "Rotz und Wasser" geheult, es tut ihm so leid. Ich solle meiner Tochter sagen, dass er sie und die Kinder doch liebe und dass er Angst habe, sie zu verlieren. Er wüsste, dass er krank ist, er könne nichts dafür, wenn er so "austickt".

    Ich halte auch nur Kontakt zu ihm, weil ich Angst habe, dass er zu mir kommt und alles kleinhaut, wenn er rauskommt und seine Familie sucht. Ehrlich gesagt, habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn anlüge und behaupte, ich wüsste gar nicht, wo meine Tochter und die Kinder sind. Ich sagte ihm, dass sie in einer Art Schutzprogramm sind und habe behauptet, sie hätte ihr Handy abgeben müssen. Aber ich bin nicht sicher, ob er mir glaubt, dass selbst ich nicht weiß, wo sie und die Kinder sind. Ich habe ihm versprochen, ihn morgen wieder anzurufen und er sagte, er sei froh, mal eine vertraute Stimme zu hören. Ich sollte meiner Tochter sagen, sie solle ihn doch dringend mal anrufen (das habe ich ihm aber nicht versprochen!).

    Nun meine Frage(n): Wäre es besser, dem Schwiegermonster noch in der Psychiatrie beizubringen, dass seine Frau und seine Kinder weg sind (natürlich nicht, wohin sie sind!)? Dort ist er zumindest unter Kontrolle, wenn er ausflippt (und das wird er!). Oder soll er erst nach seiner Entlassung feststellen, dass die halbe Wohnung leer ist? Und überhaupt: Wer sollte ihm das mitteilen? Ich, weil nur ich Kontakt zu ihm habe? Ich bin mir nicht sicher, ob jemand von der Klinik mit mir redet - ich bin ja "nur" die Schwiegermutter...

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  3. #2
    Registriert Avatar von lise
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    6.102
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    406
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    Standard AW: Trennung in der Psychiatrie?

    Hallo Omi!

    Deine Angst wird wohl begründet sein.
    Ich an deiner Stelle würde es ihm JETZT sagen,so kann er sich in der psychiatrie "abreagieren",und vielleicht bringt ihn das noch ein paar extra Tage ein.

    Danach würde ich mich aber auch nicht mehr bei ihm melden.




    Ich wünsche euch guten Mut,das ist noch nicht ausgestanden.




    Lieben Gruss
    Lise

  4. Für den Beitrag dankt:

  5. #3
    marla
    Gast

    Standard AW: Trennung in der Psychiatrie?

    Hallo Omi,

    eine schwere Situation in der Deine Familie grade steckt, aber gut, das Deine Tochter und die Kinder weit weg sind. Es wird schwer werden für sie ein neues Leben anzufangen, mit ständiger Angst er könne sie finden.

    Aber ich wünsche Euch allen viel Kraft und Mut diesen Weg weiterzugehen.

    Ich würde ihm auch so lange er noch in der Psychatrie ist sagen, das sie weg ist. Dort kann er dann austicken wie er will.

    Lise hat Recht, wahrscheinlich bringt ihm das Verlängerung ein, aber jeder Tag wo er da drin ist, ist für Euch ein Tag der Ruhe und Sicherheit. Naja ein bissle halt.

    Lieben Gruß
    Marla

  6. Für den Beitrag dankt:

  7. #4
    Moderator Avatar von Sisandra
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    Standard AW: Trennung in der Psychiatrie?

    Hallo Omi,

    Auch ich denke, wenn er quasi unter Aufsicht erfährt, was Sache ist, ist es für ihn und auch für euch besser. Er hofft jetzt auf etwas hin, was nicht mehr sein wird. Stellt er das erst fest, wenn er wieder draußen ist, dann kann es zu völlig unkontrollierbaren Reaktionen kommen.

    Vielleicht kann deine Tochter ihm einen Brief schreiben, diesen an dich schicken und du packst ihn dann in einen anderen Umschlag und schickst ihn in die Psychiatrie. In dem Brief kann sie ihm erklären, dass sie gegangen ist und warum.

    Alles Gute euch allen.

    Gruß
    Sisandra

  8. Für den Beitrag dankt:

  9. #5
    Gast
    Gast

    Standard AW: Trennung in der Psychiatrie?

    Hallo!

    Natürlich ist die Situation total verfahren und es liegt auf der Hand, was zu tun ist. Ich gratuliere deiner Tochter zu diesem guten Schritt, eine Trennung jetzt wirklich durchzuziehen. Ich muss ihr auch Respekt aussprechen, denn sie scheint es mit ihm schon so lange versucht zu haben. Das Kindeswohl muss an erster Stelle stehen und momentan sind die Kinder ja auch noch klein, so dass vielleicht weniger Narben zurückbleiben, sie eher vergessen können. An eurer Stelle würde ich mit den Kindern an einen Ort ziehen, den er sich nie vorstellen könnte, in eine große Stadt in einem anderen Teil Deutschlands. Ich würde auch versuchen, den Namen zu ändern. Ich denke, dass das auf Antrag bei den Ämtern gehen müsste, wenn man erklärt, dass die Kinder in Gefahr sind, dass er gedroht hat, sie zu töten. Ich würde da ganz offen sein und das mit dem Herausschneiden der Kinder aus dem Mutterleib auch ganz ausführlich schildern. Ich würde angeben, dass er trotz seiner Medikamente Ausfälle hat, deren Verlauf und Ausgang nicht einschätzbar sind.
    Ich denke, dass es sehr hart ist, aber es ist doch auch nicht angebracht, von ihm als Monster zu reden. Es mag dir helfen, mit der Situation klarzukommen, seine Drohungen und Taten sprechen auch für sich, aber er ist krank. Er kann sich nicht kontrollieren, da er ständig Halluzinationen hat, seine Wirklichkeit eine andere ist. Wenn du beispielsweise Tag und Nacht mit Stimmen konfrontiert werden würdest, die dir befehlen zum Besten aller deine Kinder umzubringen, weil sie meinetwegen sonst deine Frau und dich irgendwann aufessen etc., würdest du dann nicht rasend werden vor Wut, wenn diese Erklärung dir vollkommen logisch erscheinen würde? Schizophrene denken so, da macht alles Sinn, egal wie idiotisch es ist. Lass ihn leben, er ist fürs Leben auch gestraft und setze alles daran, deine Familie zu schützen. Ich wünsche euch viel Kraft!

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