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Thema: Borderline - Bitte um Mithilfe!

  1. #1
    Registriert Avatar von Jule18
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    Standard Borderline - Bitte um Mithilfe!

    Hallo!

    Ich wurde vor Kurzem gegebeten einen Erfahrungsbericht über Borderline zu schreiben, da ich ja selbst daran erkrankt bin. Mein eigentlicher Artikel steht, nur fehlen mir noch andere Stimmen und Meinungen von Betroffenen oder Angehörigen - ich bin beides.
    Der Artikel wird auch im Internet zu finden sein, weshalb ich euch hiermit bitte einige kleine Erfahrugen mit der Persönlichkeitsstörung F60.31 zu schildern, falls ihr Lust und Laune habt.

    Bitte schreibt über euren Beitrag als erstes, ob ihr Betroffene/-r oder Angehörige/-r seid und dann eure Erfahrung oder einfach nur das, was ihr erwähnenswert und wichtig findet (Entstehung, Therapie und Umgang von euch und euren Umfeld?)! Ich wäre euch für eure Mithife sehr dankbar und sobald der Artikel dann im Netz zu finden ist, setze ich euch hier natürlich den Link rein! Hinweis: Gut besuchte Seite, viele werdens lesen!!

    Liebsten Dank und schöne Grüße!

    Jule
    If you can't convince me - confuse me!

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  3. #2
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    Standard AW: Borderline - Bitte um Mithilfe!

    Okay, ich werds mal versuchen, vielleicht lenkt mich das ein bißchen ab. Ich bin weiblich, 23 und selbst Betroffene von Borderline. Seit Ende 2002 steht diese Diagnose, manchmal wie ein Unheilstern, über mir und meinem Leben.

    Ich habe seit meiner Kindheit psychische Probleme. Bereits als Kind habe ich meine Eltern beklaut, gelogen, keine Hausaufgaben gemacht usw. Als ich langsam ins Teenie-Alter kam, fing ich an, zu idealisieren, in Traumwelten zu leben. Hinzu kamen starke Depressionen. Ich verflüchtigte mich in meine Welten, suchte mir Anerkennung, indem ich log usw. Irgendwann mit 15 / 16 kam hinzu, dass ich mir auch Bestätigung bei Männern holte. Immerhin - gab ich ihnen, was sie wollten, bekam ich zumindest manchmal ein bißchen Liebe. Irgendwann in dem Zeitraum fing ich auch an, mich selbst zu verletzen, erst mit schlagen und starkem kratzen, später wurde es zum oberflächlichem einritzen der Haut, mittlerweile schneide ich sehr viel tiefer. Heute habe ich Probleme in vielen Bereichen, ich bin kaufsüchtig, habe eine Essstörung, habe wie gesagt mit Selbstverletzung zu tun, erlebe extreme Stimmungsschwankungen (meine Stimmung kann von einem Moment auf den anderen kippen). Ich bin unfähig, Beziehungen und Freundschaften angemessen zu pflegen, ich idealisiere und werte ab, die wenigen beständigen Beziehungen in meinem Leben haben immer wieder unter Stimmungsschwankungen und schwarz-weiß-Denken zu leiden. Außerdem bin ich nicht in der Lage, Grenzen zu setzen und / oder Konsequenzen zu Fehlverhalten mir gegenüber zu ziehen, da ich ausgeprägte Verlustangst habe. Ich schaffe es meist erst, wenn ich "Ersatz" gefunden habe. Hinzu kommt dieses quälende Gefühl innerer Leere, dass ich nichts mit mir anzufangen weiß, obwohl ich so viel zu tun hätte... Absolute Antriebslosigkeit, was Pflichten angeht, Verdrängungsmechanismen, probleme wegschieben (lieber gar nicht dran denken) und in den Tag hineinleben. Mangelnde Impulskontrolle in manchen Situationen. Dann die Angst, die immer wiederkehrt. Vor den einfachsten Situationen. Ich kann überhaupt nicht mit Kritik umgehen und stelle mich Problemsituationen deswegen am liebsten erst gar nicht. Joah, so spontan, ich glaub das waren so die Hauptpunkte meiner Symptomatik.
    Ursachen? Mhmm. Ich bin ein schlechter Psychologe. Bei manchen Dingen kann ich mir etwas zusammenspinnen, aber meistens werden meine Gedankengänge dann so absurd, dass es alles so nicht sein kann...
    Mit der Therapie ist so eine Sache. 2001 war ich zum ersten mal stationär in einer Psychotherapeutischen Klinik über 2,5 Monate, danach 2 Monate dort in der Tagesklinik. Ja, es hat mir ein Stück weit geholfen, muss ich wirklich sagen, allerdings ist über die Jahre vieles wieder verschütt gegangen. 2002 folgte ein weiterer Klinikaufenthalt in der Psychiatrie. Er brachte mir gar nichts und ich bekam das erste mal die Diagnose Borderline. Im Sommer 2005 dann wieder tagesklinisch, aber in der Psychiatrie, es brachte mir nicht viel, außer ein paar wenige Gedankenansätze, die meine blühende Fantasie wieder in absurde Formen bringt.
    DBT soll die effektivste Therapie sein. Ich weiß es nicht, bisher habe ich diese Therapie nicht gemacht. In meinem Kopf hat sich durch meine Erfahrungen festgesetzt, dass Verhaltenstherapie in meinem Fall nichts bringt. Ich will und muss dahinter schauen, danach guggen, woher es kommt. Das Problem an der Wurzel ziehen. Nur das blöde ist, dass genau das Jahre dauert... Tief im Inneren hoffe ich immer, dass ich irgendwann in die psychosomatische Klinik gehe und danach bin ich lebensfähig. Nicht ohne Probleme, aber zumindest soweit stabil, dass ich endlich in der Lage bin, eine Ausbildung zu machen und arbeiten zu gehen. Dass ich das alltägliche Leben schaffe. Und das schaffe ich seit vielen Jahren nicht, ich hänge nur in den Seilen. Die Psychiatrie konnte mir nicht helfen. Wie auch immer, manchmal denke ich, ich bin ein hoffnungsloser Fall...
    Wie geht mein Umfeld damit um? Gute Frage... Wegen der Selbstverletzungsgeschichte - das offensichtlichste - bekomme ich entweder Ignoranz oder Vorwürfe. Ein Teil meines Umfeldes weiß nicht einmal was davon. Und die anderen Sachen? Tjoah, ich weiß es selbst manchmal nicht, wie sie es mit mir aushalten. Zumindest die wenigen, die mir langfristig etwas bedeuten. Und das sind nicht viele. Alle anderen werden immer wieder ausgetauscht...

    Ich weiß nicht, ob dir mein Text was bringt, ob es das ist, was du brauchtest, auf jeden Fall hat es MIR jetzt grad gut getan das alles mal aufzuschreiben

  4. #3
    Registriert Avatar von kirschbluete
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    Standard AW: Borderline - Bitte um Mithilfe!

    Hallo,
    leider habe ich keine Erfahrung mit Borderline, aber ich bin z.Z. am überlegen, ob ich nihct selbst daran leide. Besonders nach dem Lesen eurer texte, hatte ich das Gefühl, dass es mir genauso geht.
    Habe kaum wirkliche Freunde, kann mich anderen gegenüber nicht öffnen, wenn ich einaml eine Beziehung zu einem menschen aufgebaut habe, klammere ich und habe rißen Angst ihn zu verlieren; bin ständig unzufrieden mit mir und meinem Leben; habe auch eine Zeit lang geritzt; sehe mich bei vielen Dingen nicht in der Lage sie anzupacken, was beruflich ein großes Hindernis ist; bin denk ich irgendwie beziehungsunfähig, bzw. hatte mit meinen 26 Jahren noch nie einen Freund,.....

    Wie seit ihr draufgekommen, dass ihr an Borderline leidet?
    Berühre nie ein Herz, wenn Du nicht in der Lage bist es zu lieben und zu schützen...Du könntest es so sehr verletzten, das es nie mehr lieben kann!

  5. #4
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    Standard AW: Borderline - Bitte um Mithilfe!

    Liebe Kirschbluete,

    Wie ich darauf gekommen bin, an Borderline zu leiden? Ich dachte bis 2005 als ich in der Tagesklinik war, dass die Ärzte mir bisher "nur" depressive Episoden diagnostiziert hatten. Borderline kannte ich gar nicht und da bei den Aufenthalten vorher nie jemand mit mir über meine Diagnose gesprochen hat, konnte ich das auch schlecht. In dieser Tagesklinik lerne ich eine junge Frau kennen, ein Jahr älter als ich, Borderlinerin. Wir führten viele lange Gespräche und entdeckten viele Gemeinsamkeiten. Ich fing an, mich über Borderline zu informieren, und merkte, dass vieles wie die Faust aufs Auge auf mein Leben passt. Ich fing allerdings an, diese Person zu idealisieren, bis es soweit war, dass ich Borderline haben WOLLTE. Ein paar Wochen später bekam ich dann die Diagnose. Letztendlich konnte ich mich nicht damit abfinden, weil ich dachte, ich hab mich durch diese Idealisierung in etwas hineingesteigert und vielleicht Verhaltensweisen angenommen, die Borderline-typisch sind, nur, damit mir genau das diagnostziert wird. Irgendwann brach der Kontakt zu dieser Frau ab, sie war nicht mehr interessant für mich. Ein paar Monate später fand ich durch Zufall den Entlassungsbericht von meinem Klinikaufenthalt 2002, den ich nie bei meinem Arzt eingereicht hatte. Mich traf es wie ein Schlag - damals schon hieß es Borderline. Ich wusste es nur nicht, weil es mir nie jemand gesagt und erklärt hatte und ich vorher von keine Ahnung hatte.
    Heute ist es ein stetiger innerer Kampf. Meine Ärzte sind weiterhin fest der Meinung, es ist Borderline. Denk ich mit dem Kopf, sehe ich es genauso. Aber mein Gefühl schwankt. Es gibt Momente, in denen ich mir sicher bin und Momente, in denen ich denke, alles Schwachsinn. Manchmal denk ich sogar, ich hab zwar meine Defizite, aber ich bin gesund, vielleicht, weil ich nicht so tief und so oft schneide, wie manch anderer. Vielleicht weil ich es nicht wahrhaben will, Probleme zu haben. Und manchmal fühl ich mich so elending, dass ich es einsehe, starke Probleme zu haben...
    Ein wenig wirr, ich weiß nciht, ob du etwas mit meiner Antwort anfangen kannst...

    Wünsch dir alles Liebe!

  6. #5
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    Standard AW: Borderline - Bitte um Mithilfe!

    Hallo,
    ich habe mir gestern nach meinem Beitrag hier, noch stundnelang Borderline-Homepages angesehen; vieles kommt auch mir zimelich bekannt vor, aber schwer zu sagen, on ich es jetzt habe oder nicht.
    Manchmal denke ich, dass etwas mit mir nicht stimmen kann (mit 26 noch nie einen Freund gehabt, auch sonst kaum Freund oder Kollegen, Stimmungsschwankungen, Schwierigkeiten über gefühle u.ä. zu reden, usw.) aber dann sieht man, dass es anderen "normalen" auch so geht, und man denkt, dass es trotzdem nicht sowas ist.

    Hab jetzt auch Angst, dass ich mich zuviel in das alles hineinsteigere... und wenn man zum Psycho-Doc geht... die finden doch immer irgendetwas, und ich weiß nicht ob das gut ist, oder ob ich einfach probieren soll alles so normal wie möglich zu machen, und mir nciht den Kopfdarüber zu zerbrechen ob ich was haben könnte....
    Berühre nie ein Herz, wenn Du nicht in der Lage bist es zu lieben und zu schützen...Du könntest es so sehr verletzten, das es nie mehr lieben kann!

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