Anzeige
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 6 bis 10 von 14

Thema: Nach "Therapie" geht es mir schlechter

  1. #6
    Registriert
    Registriert seit
    30.04.2019
    Ort
    Erde
    Beiträge
    841
    Danke gesagt
    5
    Dank erhalten:   231

    Standard AW: Nach "Therapie" geht es mir schlechter

    Mal ehrlich, stell dir mal vor jeder mit Liebeskummer und einem abgelaufenen Arbeitsvertrag rennt zum Psychotherapeuten. Der hat doch nachher selbst Depressionen. In Zeiten von Corona gibt es auch sonst keine Probleme. Fang an zu malen, zu puzzeln oder lies ein Buch. Lenk dich einfach ab oder mach ein Ehrenamt, beschäftige dich als Erntehelfer, trag was zur Gesellschaft bei, statt rumzujammern.

  2. Anzeige

  3. #7
    Registriert
    Registriert seit
    30.04.2019
    Ort
    Erde
    Beiträge
    841
    Danke gesagt
    5
    Dank erhalten:   231

    Standard AW: Nach "Therapie" geht es mir schlechter


  4. #8
    Registriert
    Registriert seit
    05.01.2020
    Ort
    BW
    Beiträge
    315
    Danke gesagt
    123
    Dank erhalten:   277

    Standard AW: Nach "Therapie" geht es mir schlechter

    Hallo querido,

    eine der wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen im Leben ist, dass man oft mehr kann, als man selbst glaubt oder vermutet. Du hast schon so vieles in Deinem Leben gelernt und Dich entwickelt, aber dass Du irgendwann auf Dich allein gestellt sein wirst, das tut weh. So geht es nahezu allen Menschen. Das nennt man flügge werden und ist selten ein Spaß. Und erst recht entspricht es den Vorbildern aus Filmen oder Geschichten. Bei den meisten Menschen, die ich kenne, ist es eher ein Schlag ins Genick, auf dem man gerne verzichten würde.

    Aber ich habe auch erfahren dürfen, dass nahezu jeder Mensch andere Menschen braucht, weil wir alleine selten erfolgreich sind. Der Supermarkt braucht Dich als Kunden genau so, wie die Ergotherapeutin. Wenn die Ergotherapeutin einen schlechten Job macht, dann gehört es dazu, dass Du das zurückmeldest, denn auch sie sollte aus ihren Fehlern lernen und muss ihren Weg immer wieder korrigieren, so wie Du und ich auch.

    Wenn ich das richtig sehe, bin ich mehr als doppelt so alt wie Du. Und doch stehe ich fast an jedem Tag mit den selben Ängsten und Hoffnungen auf. Werde ich meinen Job richtig machen? Bin ich gut genug? Was ist, wenn ich Mist baue? Auch diese Corona-Krise hat wieder einmal gezeigt, wie fragil und zerbrechlich unsere Existenzen sind und erst recht, wie sehr wir auf einander angewiesen sind. Vieles macht mir Angst. Da bist Du nicht alleine. Aber so viele Ängsten kann ich mich nur dann stellen, wenn ich all meinen Mut zusammen nehme. Ich sehe mich ganz bestimmt nicht als Vorbild. Dazu habe ich in meinem Leben schon zu viele falsche Entscheidungen getroffen. Aber ich lebe noch. An vielen Tagen möchte ich mich am liebsten verkriechen, bin sauer auf mich und die Welt, aber das nützt alles nichts. Ich muss solche Gedanken immer wieder weg schieben, seit so vielen Jahren.

    Eine erfolgreiche Therapie kann nur eines bewirken: dass Du Deinen Mut zusammen nimmst und Deinen nächsten Schritt in Angriff nimmst. Sie wird Dich nicht von Deinen Ängsten befreien können, sie wird Dir nur Wege zeigen können, wie Du sie soweit verstehen kannst, dass Du noch einen Schritt gehen kannst, und dann noch einen. Aber leicht wird es womöglich nie. Auch wenn es oberflächlich danach aussehen mag, leicht ist es für die meisten Menschen nicht.

    Dich in der Ergotherapie zu parken, war vielleicht keine gute Idee. Auf der anderen Seite zeigt es Dir, dass es ohne Deine Mithilfe und Deine Entscheidungen nicht geht. Nicht andere wissen immer besser, was gut für Dich ist. Das musst Du selbst herausfinden und vorantreiben. An manchen Tagen klappt das, an anderen nicht. Aber es gibt ja auch noch den Morgen des nächsten Tages.

    Viele Worte um den einzigen Rat, den ich Dir geben kann: nimm an, wer, was und wie Du bist. Und dann geh einen Schritt. Funktioniert der, dann geh den nächsten. Und wenn es nicht funktioniert, dann finde heraus, warum nicht und geh einen anderen Schritt.

    Dazu wünsche ich Dir alles Gute, denn vielleicht begegnen wir uns einmal und dann bin ich womöglich froh darüber, dass Du einen Schritt geschafft hast, den ich noch nicht gehen konnte und freue mich über Dein Vorbild und Deine Hilfe.

  5. #9
    Registriert Avatar von Werner
    Registriert seit
    13.10.2003
    Beiträge
    10.796
    Danke gesagt
    2.014
    Dank erhalten:   4.828
    Blog-Einträge
    30

    Standard AW: Nach "Therapie" geht es mir schlechter

    Zitat Zitat von tonytomate Beitrag anzeigen
    Mal ehrlich, stell dir mal vor jeder mit Liebeskummer und einem abgelaufenen Arbeitsvertrag rennt zum Psychotherapeuten. Der hat doch nachher selbst Depressionen. In Zeiten von Corona gibt es auch sonst keine Probleme. Fang an zu malen, zu puzzeln oder lies ein Buch. Lenk dich einfach ab oder mach ein Ehrenamt, beschäftige dich als Erntehelfer, trag was zur Gesellschaft bei, statt rumzujammern.
    So kann nur jemand schreiben, der selbst
    noch nie Depressionen hatte oder zumindest
    jemand in seiner Nähe, der davon betroffen
    war.

    Würde die Seele ebenso bluten wie der Rest
    vom Körper, wäre die Wahrnehmung seelischer
    Leider eine ganz andere.

    Und ein Psychotherapeut hat nicht "nachher
    selbst Depressionen", wenn jemand ihn um
    Unterstützung bittet. Genausowenig wie ein
    Chirurg ein gebrochenes Bein hat, nur weil er
    einem anderen einen Gips anlegt

  6. Für den Beitrag danken: Arktur, Bergkristall000, Fantafine, Sil the evil Bitch

  7. #10
    Registriert Avatar von Sil the evil Bitch
    Registriert seit
    22.02.2018
    Ort
    Bielefeld
    Beiträge
    2.903
    Danke gesagt
    1.427
    Dank erhalten:   1.979
    Blog-Einträge
    1

    Standard AW: Nach "Therapie" geht es mir schlechter

    Zitat Zitat von Werner Beitrag anzeigen
    So kann nur jemand schreiben, der selbst
    noch nie Depressionen hatte oder zumindest
    jemand in seiner Nähe, der davon betroffen
    war.

    Würde die Seele ebenso bluten wie der Rest
    vom Körper, wäre die Wahrnehmung seelischer
    Leider eine ganz andere.

    Und ein Psychotherapeut hat nicht "nachher
    selbst Depressionen", wenn jemand ihn um
    Unterstützung bittet. Genausowenig wie ein
    Chirurg ein gebrochenes Bein hat, nur weil er
    einem anderen einen Gips anlegt
    Naja Tony hat nicht ganz Unrecht. Es gibt viele Leute die unnötig zu Psychologen gehen und Therapieplätze für schwere Fälle besetzen. Ob es bei unseren TE zutrifft, können wir natürlich nicht urteilen.

    Außerdem können Therapeuten sehr wohl Depressionen kriegen. Heißt auch Burnout und kommt bei allen helfenden Berufen vor.

    Fest steht allerdings, dass gerade das Vertrauen zwischen Patient und Therapeut in Schieflage ist und dringend abgeklärt werden müsste.
    Nichts ist heutzutage mehr verpönt als der Gedanke für sein Glück selbst verantwortlich zu sein.

    Der moderne Mensch will sich lieber in Elend suhlen, anstatt sein Glück zu suchen, ist ihm zu anstrengend.

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 09.06.2019, 10:36
  2. Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 26.01.2019, 21:26
  3. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 13.11.2017, 22:30
  4. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 14.10.2010, 08:08
  5. Therapie "Ja" oder "Nein"?!
    Von Rosalila im Forum Therapie
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 14.04.2010, 16:03

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige