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Thema: Seelenheil

  1. #6
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    Standard AW: Seelenheil

    Oder Du machst hier anonym den Testlauf, und schaust was Du hier für Antworten bekommst. Dann kannst Du Dir das mit dieser anderen Person immer noch überlegen.

  2. Für den Beitrag dankt: TomTurbo

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  4. #7
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    Standard AW: Seelenheil

    Zitat Zitat von Anonym Beitrag anzeigen
    Ich hatte von Anfang an Schwierigkeiten, über meine Probleme zu reden. Als Kind, weil ich mich geschämt habe und wusste, dass nicht normal ist, was in meiner Familie passiert. Als ich später irgendwann mal versucht habe, mich jemandem zu öffnen, ging es mir für sehr lange Zeit hundselend. Ich verstehe nicht, wieso andere Menschen es als befreiend empfinden, über ihre Last zu sprechen. Mich retraumatisiert sowas. Deswegen habe ich es EIGENTLICH lassen wollen, nochmal darüber zu reden.
    Das kann ich total verstehen, das geht mir auch so.
    Aber ich glaube eine "Last" wird leichter wenn man über sie spricht, ein Trauma ist aber mehr, redet man darüber, dann kommt alles wieder hoch, man erlebt es wieder...das ist das schwierige dabei.
    Deswegen gibt es spezielle Traumatherapie, die ist anders, man soll nicht alles genau erzählen - leider habe ich da auch meine argen Probleme mit.
    Bei manchen Sachen hilft es halt sie auszusprechen, andere kann man einfach nicht aussprechen.


    Zitat Zitat von Anonym Beitrag anzeigen
    Es geht mir gut. Alles ist gut
    Wirklich?


    Zitat Zitat von Anonym Beitrag anzeigen
    Dann bröckelt meine mühsam errichtete Mauer nicht, es fühlt sich viel mehr an, als würde sie gewaltsam eingerissen.
    Das hört sich nicht so an. Nicht wirklich.
    Die Wortwahl "gewaltsam eingerisen" hört sich nicht so an, als wenn es demjenigen (wirklich!) gut geht.


    Zitat Zitat von Anonym Beitrag anzeigen
    Ich spüre es deutlich, wenn es diesem Menschen nicht gut geht. Das Problem ist: Andersherum ist es genauso. Und diese Person spricht das dann auch liebevoll, aber sehr ernsthaft an. (Diese Person weiß btw. ganz grob, dass mein Leben nicht so geil verlaufen ist.)
    Warum ist das ein Problem?
    Das ist doch gut, oder?
    Du hast offenbar eine Person gefunden der du sehr nahe stehst, ihr seid euch beide wichtig.
    Wenn jemand so sensibel ist, das er merkt wenn es dir nicht gut geht, das ist doch gut. Lass dich darauf ein. Man muss dem anderen nicht alles genu erzählen, man muss ja nicht jede Einzelheit aus dem Leben des anderen wissen. Und wenn es dir zu viel ist, dann darfst du auch sagen "Im Moment möchte/kann ich darüber nicht reden".


    Zitat Zitat von Anonym Beitrag anzeigen
    ... sondern ein bisschen aufgedreht bin und viel lache und erzähle.
    Das ist eine Strategie die du dir aufgebaut hast. Damit niemand fragt und nur ja niemand auf die Idee kommt dass du eine Mauer gebaut hast, oder gar auf die Idee kommt in die Nähe der Mauer zu kommen.
    Damit hältst du andere (unbewusst?) auf Abstand, du signalisierts "alles ok, lasst mich in Ruhe, stellt nur keine schwierigen Fragen". Mit dem Lachen und dem aufgedreht sein legst du quasi eine Decke über deine Probleme, damit sie niemand sieht oder genauer hinschaut (inklusive dir selbst).


    Zitat Zitat von Anonym Beitrag anzeigen
    Ich will nicht reden.
    Es gibt andere Möglichkeiten sich auszudrücken, malen, Gedichte schreiben...es gibt Körpertherapie, Tiergestützte Therapie, Gestalttherapie, eben Traumazentrierte Therapie.
    Klingt vielleicht bescheuert, aber ne Zeit lang habe ich einfach alle Bilder schwarz gemalt - ist auch eine Ausdrucksform. Sprache ist toll, aber manchmal ist es leichter in Bildern zu reden (fand/finde ich zumindest), weil Sprache ihre Grenzen hat.


    Zitat Zitat von Anonym Beitrag anzeigen
    Im Moment bin ich mir nicht so sicher, ob meine Strategie wirklich richtig war. Meine psychische Verfassung zu riskieren wäre sehr unpässlich, ich kann mir kann mir gerade keine Fehler leisten.

    Ich möchte noch einmal betonen, dass es mir insgesamt sehr gut geht. Ich habe keine Depressionen mehr und bin glücklich, aber natürlich habe ich immer mal wieder verstimmte Phasen.

    Sollte ich mit dieser Person reden? Oder bleibt die Kiste lieber zu? Was ratet ihr mir?

    Danke...
    Du hast dir eine Mauer gebaut die du wie ein Korsett um dein Leben gelegt hast. Das Korsett hat dich gestützt, hat dich am "normalen" Leben teilhaben lassen, aber es begrenzt dich auch, es erlaubt dir nicht über eine gewisse Grenze hinaus zu gehen, schränkt dich ein, in deiner Beweglichkeit.
    Die Mauer gibt dir Schutz, aber sie sperrt dich auch ein, du bist einsam hinter ihr, denn was andere draußen hält, hält dich auch innen gefangen und wenn jemand kommt um an die Mauer zu klopfen, dann bricht deine Welt gleich zusammen.
    Du musst sie nicht gleich einreißen, die Mauer, aber wie wäre es mit einem Tor, das du zu deinen Bedingungen für jemanden öffnest?

    Die Person ist dir doch wichtig, oder? Sei ehrlich, erzählen brauchst du nur das was du willst und kannst und du darfst auch sagen dass es Sachen gibt über die du nicht sprechen kannst oder willst.

    Es ist ein großes Glück jemanden zu finden der ähnlich "tickt" und sich ernsthaft für einen interessiert.
    Willst du denn hinter deiner Mauer alleine bleiben? Für immer?
    Aber was für dich richtig ist, kannst nur du wissen und entscheiden.

  5. #8
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    Standard AW: Seelenheil

    Ein (psychisches) Problem wird meiner Meinung nach eigentlich immer erst zum Problem, wenn es dich oder dein Umfeld im täglichen Leben belastet. Ich kenne viele Menschen, denen man sicherlich soziale oder sonstige Phobien diagnostizieren könnte, die aber nicht behandlungswürdig (-nötig) sind, weil sie diejenigen nicht sonderlich im Leben einschränken.

    Ebenso habe ich schon Menschen kennengelernt, die Traumata erlebt haben, aber nicht in Behandlung sind deswegen. Andere, die gleiche oder gleichwertige Traumata erlebt haben, sind seit Jahren in Therapie.
    Jeder geht mit so etwas anders um.


    Manch einer baut Mauern und packt die Vergangenheit in Kisten und lebt damit gut bis zu seinem Lebensende.
    Andere leben damit vielleicht 10 oder 20 Jahre gut und dann bemerkt man plötzlich die Mauern und Kisten. Man läuft dagegen und stolpert. Manchmal bröckeln die Mauern oder die Deckel der Kisten schließen nicht mehr richtig. Dann ist irgendwann der Punkt erreicht, wo die Gegenwart in Verbindung mit der Vergangenheit zum Problem wird und man sich besser Hilfe suchen sollte. Wie diese Hilfe aussieht, ist auch von Mensch zu Mensch verschieden. Es müssen nicht immer gleich Psychotherapie oder Medikamente sein, manchmal ist es auch ein Freund, der einem zuhört.


    Wenn es dir aber besser geht, wenn du die Vergangenheit da lässt, wo sie ist, sollte das auch in Ordnung sein. Gegebenenfalls muss man dann auch Freunde mal darauf hinweisen, dass es Dinge gibt, die nicht zur Debatte stehen. Dafür muss man kein schlechtes Gewissen haben.

  6. #9
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    Standard AW: Seelenheil

    Es muß auch nicht unbedingt gut sein immer wieder im alten Schlamm zu wühlen ! Ich habe das auch schon vor Jahren erkannt. Jedes mal wenn ich mich trotzdem dazu hinreißen lassen habe ging es mir danach lange Zeit schlecht. Man sollte vergangenes nicht immer wieder hervor holen.
    Man muß es selber irgendwie spüren was einem gut tut.
    Was ich aber in erster Linie meine ist, das man die vielleicht schlimmen Dinge die mal passiert sind nicht wiederholt erzählen sollte. Ob man Menschen die damit in Verbindung stehen ansprechen sollte darauf, kann man nur selber spüren ob das der richtige Weg ist.
    Anderen die einem Leid zugefügt haben zu vergeben kann eine große Hilfe sein. Egal wie schwer es ist, sollte man das tun. Gott kann einem dabei helfen auch wenn es einem erst mal unmöglich erscheint..
    "Du wirst alsbald Erleichterung finden, wenn du mitten im
    Unglück Gott als stärker ansiehst als dein gegenwärtiges Leid."

    Glauben heißt erkennen, dass die Aufgabe die vor uns liegt nie so groß ist,wie die Kraft, die hinter uns steht.

    Gerade wenn alles unmöglich scheint sucht ER Dein Vertrauen !

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