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Thema: Verhaltensprobleme

  1. #1
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    Standard Verhaltensprobleme

    Hallo Forum,
    Ich bin weiblich und 19 Jahre alt.
    Ich habe schon länger psychische Probleme und zweifle an meinem Verhalten/ meinen Gedanken, aber seit einigen Wochen ist es sehr extrem.
    Ich habe große Probleme, mich mit anderen Menschen zu unterhalten, weil ich die meisten schon nach einigen Minuten nicht mehr interessant finde. Überhaupt habe ich nur einen guten Freund, der ungefähr auf meinem Niveau ist, was kulturelle Bildung/ naturwissenschaftliches Interesse, etc. angeht.
    Ich habe mein Abitur mir 1,0 in Mathematik, Physik und Chemie abgeschlossen und habe mich u.A. in Tübingen und Heidelberg für ein Medizinstudium beworben, wurde auch auf beiden Universitäten angenommen.
    Ich lese sehr viel und interessiere mich für zahlreiche Themen, aber das ist wieder ein Problem: sobald ich mich längere Zeit mit etwas beschäftige, langweile ich mich und ich springe ständig von einer Aktivität zur anderen.
    Ich stehe deswegen ständig vor mehreren Schwierigkeiten: ich komme mit anderen Personen nicht aus, beinahe jeder langweilt mich, selbst von meinen nächsten Freunden habe ich mich distanziert und ich verspüre auch nicht den Drang, mit jemandem zu sprechen.
    Ich fühle mich, sobald ich mit jemandem spreche, als wäre derjenige weit unter mir, egal, ob es um Allgemeinwissen, Interessen, Hobbies oder Reaktionsvermögen und Wortgewandtheit geht.
    Ich fühle mich deswegen aber auch wie ein absoluter Außenseiter. Als ich auf dem Gymnasium war, haben mich einige Lehrer darauf angesprochen, aber ich selbst habe nie die Lust verspürt, mich enger mit meinen Klassenkameraden anzufreunden o.Ä.
    Es ist auch nicht so, dass ich introvertiert bin; ich liebe es, aus dem Haus zu kommen, ins Kino oder in ein Restaurant zu gehen, zu sehen und gesehen zu werden. Außerdem finde ich leicht und Gespräch, selbst mit völlig Fremden, aber diese langweilen mich schon bald wieder.
    Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich komme mir vor wie ein Freak, weil alle ständig etwas zusammen unternehmen und lachen, während ich überhaupt kein Verlangen danach habe.
    Weiter fühle ich mich manchmal, als explodiere mein Kopf, weil ich alle Eindrücke aufnehme und länger über sie nachdenken will, gleichzeitig aber auch an die Zukunft oder an die Lieblingsstelle in einem Buch denke.
    Ich hoffe, mein Problem ist einigermaßen klar geworden.
    Danke an alle, die diesen ellenlangen Text gelesen haben und dann auch noch eine Antwort schreiben.

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  3. #2
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    Standard AW: Verhaltensprobleme

    Einige dieser Verhaltensauffälligkeiten kenne ich von mir, wenn auch nicht so extrem. Ich glaube einfach, dass ich mich für viel zu viel interessiere, als dass ich es jemals schaffen kann. Ich habe mir ein Piano gekauft, weil ich Musik mag. Ich habe stundenlang bei Youtube Piano Covers gehört und wollte das auch. Dann saß ich selbst davor für eine Weile und es wurde plötzlich langweilig. Nicht, weil ich es nicht hätte lernen können - ich bin eh ein unheimlicher Autodidakt. Sondern, weil es mich plötzlich nicht mehr interessierte. Genauso geht es mit mit der Fotografie. alles hochinteressant, in der Praxis dann aber ist die Begeisterung flöten. Ich interessiere mich auch für Astronomie, Physik etc. Um als Informatiker auch zu verstehen, was die Nullen und Einsen in der Realität so machen. Tja, dann nehme ich mir ein Buch, lese es und irgendwann - bumm - ist wieder was anderes interessanter. Manchmal wünschte ich mir wirklich, dass so ein verdammter Tag 50 Stunden hat. Wobei es dann in der Praxis wahrscheinlich doch wieder gut ist, dass er nur 24 hat.
    Ich hatte nicht so gute Abinoten wie du. Bei mir haben diese ganzen Sprünge eher dazu geführt, dass ich mich mit allem beschäftigt habe, nur nicht direkt mit dem was in der Schule dran war. Ich hab schon immer nur das gelernt, was mich interessiert. Analysis, her damit. Stochastik? Verpiss dich!
    Ich kenne auch das Gefühl, wenn man sich denkt: eigentlich weiß ich ja viel mehr als die Person mit gegenüber. Aber ich bewerte Menschen auch nicht danach. Und obwohl ich selbst kein Lehrer bin versuche ich dann mein Wissen doch immer mit den anderen zu teilen. Nicht damit sie staunen, was ich alles weiß, sondern weil ich an dem Gesamtzustand der Gesellschaft eigentlich ein wenig ändern will. Vielen reicht es ja heute nach der Hauptschule auf ALG II zu hocken, "frühshoppen" zu gehen und in der Kneipe rechtspopulistisches Geschwafel von sich zu geben, ohne sich zu reflektieren, dass die eigene Unzufriedenheit eigentlich aus ihnen selbst kommt.

    Naja, ich weiß nicht was mein Monlog dir bringen soll, Lösungen habe ich nicht parat. Aber braucht es denn eine Lösung? Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass wir alle so sind, wie wir sind. Solang wir zufrieden sind ist alles ok.

  4. #3
    Registriert Avatar von Schroti
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    Standard AW: Verhaltensprobleme

    Mach einen Intelligenztest bei einem Psychiater, schicke das Ergebnis zu MENSA, wenn es über 130 liegt und bitte um Aufnahme.
    Du wirst dann sehr schnell NICHT mehr das Gefühl haben, alle anderen seien dir unterlegen.
    Es wird dir gut tun.

  5. Für den Beitrag dankt:

  6. #4
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    Standard AW: Verhaltensprobleme

    Erstmal Danke. Was die Abinoten angeht, ich habe die nicht zum Angeben erwähnt, sondern eher, um zu zeigen, dass ich viel schaffe, wenn ich mich länger als ein paar Tage drauf konzentriere. Das ist aber auch so ziemlich das einzige, was ich je lange durchgehalten habe.
    Was die Idee mit MENSA angeht, werde ich wahrscheinlich machen. Ich hoffe dass, wenn ich aufgenommen werde, ich nicht wieder schnell das Interesse verliere, nicht mal unbedingt, weil die Anderen mir zu „dumm“ sind, sondern einfach, weil alles Neue schnell seinen Reiz verliert.

  7. #5
    Registriert Avatar von juka
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    Standard AW: Verhaltensprobleme

    Wäre naheliegend, dass du eine Hochbegabung hast. Auf jeden Fall fällt es so einem Menschen leicht neue Inhalte schnell aufzunehmen. Und die darauffolgende Langeweile ist auch nicht untypisch. Ansonsten würde mir jetzt so spontan noch ADHS oder Autismus/autistische Züge einfallen. Wie sieht es denn mit deinem Gefühlsleben aus. Bist du empathisch und kannst die Gefühle anderer verstehen? Warst du schonmal verliebt? Was interessiert dich an einem Menschen, wenn du ihn kennenlernst? Hast du eine emotionale Verbindung zu deinem Elternhaus?

    VG, J.

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