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Thema: so viel Pech.

  1. #1
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    in der Hölle
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    Standard so viel Pech.

    Dieses Thema würde in fast alle Themen passen, aber da mir momentan meine Gesundheit zu schaffen macht,
    ist das hier wohl am ehesten geeignet.


    Es fing schon nach meiner Geburt an.
    Mein Vater verließ meine Mutter, sie wurde krank und ich lebte dann bei den Großeltern.
    Es war ganz in Ordnung bei denen, nur hab ich kaum Spielzeug gehabt und sie wollten mir auch
    nie ein paar Spielzeugautos kaufen. Ich klaute sie einfach aus dem Kindergarten.
    Als ich zu Schule kam, wurde es auch nicht besser. Am ersten Tag schon verprügelt worden.
    Später fand ich dann ein paar Freunde in der ersten Klasse und ich begleitete sie manchmal heimlich nach Hause,
    da meine Großeltern sonst wieder am ausrasten gewesen wären.
    Aber bis dahin war noch alles in Ordnung.
    Eines Tages als ich so 9 Jahre alt war kam mein Großvater deprimiert nach Hause, da die Firma bei der er als Fernkraftfahrer arbeitete pleite gegangen ist. Er fing langsam zu trinken an und wurde immer aggressiver.
    Er schlug die Großmutter oftmals, als ich nicht da war. Habe es aber einmal mitbekommen, als ich aus dem Bad gekommen bin. Habe aber niemandem davon erzählt, da ich selbst nicht geschlagen werden wollte.
    An einem Tag brachte Großvater eine Kiste Wein nach Hause. Er schenkte mir stockbesoffen ein Glas ein und wollte, dass ich rauche. Großmutter war nicht Zuhause. Ich hustete das ganze Haus zusammen.
    Kurz nach meinem 10. Geburtstag, als wir schon so einige blaue Flecken hatten und das meiste in der Wohnung zerstört war eskalierte es noch einmal gewaltig. Großvater verlor komplett die Kontrolle über sich, er hatte ein Messer in der Hand. Großmutter verbarrikadierte sich im Badezimmer und ich suchte nach einem Versteck. Die Polizei konnten wir nicht rufen, da das Telefon kaputt war und die Wohnungstür verriegelt. Ich ging in die Küche, und dann rannte er auf mich zu mit diesem Messer. Ich flog zu Boden und er hielt das Messer in der Hand, als würde er gleich zustechen. Ich blickte ihm schockiert in die Augen und mir wurde dann extrem schwindelig. Wollte nur weg, raus. Ich rannte wie noch nie ins Wohnzimmer, riss die Balkontür auf und da wir im 1. Stock wohnten wagte ich den Sprung. Hab ihn unverletzt überstanden. Großmutter hatte es auch geschafft durch die Wohnungstür zu entkommen. Wir gingen zur Polizei, aber die war zu dieser Zeit voll ausgelastet. Wie in einem Rausch wanderten wir nachts durch die Stadt und landeten dann bei meiner Mutter. Diese rief meinetwegen das Jugendamt an und mit 11 kam ich in ein Internat. Dachte, dass nun alles vorbei sein würde. Aber die anderen Kinder und Jugendlichen hatten was gegen mich. Sie pissten mir nachts ins Bett und einer ejakulierte mir im Schlaf sogar auf die Backe. Ab da realisierte ich, dass ich hier nicht willkommen war. Ich hatte das Fenster aufgehebelt und bin dann nachts durch eine fremde Großstadt gelaufen. Kein Geld, kein Essen, nur das was ich an hatte. Ich wurde wieder in das Heim zurückgebracht nachdem ich an der Bushaltestelle übernachtet hatte. Ich wurde immer gefühlskälter. Ein Jugendlicher war der, der mich am meisten hasste, er nahm auch heimlich Drogen. Er war das, der mir ins Gesicht ejakuliert hatte und ins mein Bett gepinkelt hatte. Ich spürte, wie es innerlich kochte und brodelte. Ich schlich mich nachts in sein Zimmer und klaute sein Geld. Ich hatte im Kellerabteil eine kleine Eisenstange gefunden. Ich hatte sie mit ins Bett genommen und tat nachts so als würde ich schlafen.Das Betreuungspersonal war nicht streng und kindisch. Sagte ich, was er gemacht hatte, zwangen sie ihn lediglich dazu sich bei mir zu entschuldigen. Er fand das auch noch lustig. Dieser Jugendliche kam erneut rein, hörte ihn schon kommen. Rannte mit der Stange hinter die Türe und als er seinen Kopf ins Zimmer lehnte, schlug ich zu! Traf ihn aber nur an der Schulter. War fest entschlossen ihm diese Stange auf den Kopf zu donnern. Durch ein Gespräch beim Jugendamt bekam ich dann ein großzügiges Einzelzimmer. Der Jugendliche, der diese Taten beging, musste in ne Suchtklinik. Ich hab ihm ein paar Tage zuvor in seinem Vollrausch im Hinterhofversteck mal ne Hand voll Ritalin in dem Mund gestopft und ihn ausgeraubt. Nach der Suchtklinik kam er in ein geschlossenes Wohnheim. Da war es dann ziemlich ruhig im Internat. Ich konnte endlich frei sein. Ich schloss die Schule mit mittlerer Reife ab, hatte eine Ausbildung angefangen und bin zu Großmutter gezogen.
    In der Firma hatte ich erstaunlich nette Kollegen und fand dann auch meine erste Freundin. Hatte dann noch angefangen, ehrenamtlich am Wochenende zu Arbeiten und hatte auch ordentlich was angespart.


    An einem sonnigen Morgen im Mai 2015 fuhr ich mit meiner Mutter zu einem Amtstermin, fing kurz zum schreien an und wurde bewusstlos. Kam recht schnell wieder zu mir aber irgendwie fühlte ich mich komplett anders. Ich sagte das aber dann dummerweise meiner Mutter, die psychisch krank ist und die Symptome anderer oftmals auf die eigenen bezieht. Sie fuhr mich in eine Psychiatrie und landete prompt in einem medizinischen Überwachungsraum mit Monitor.
    Alle Vitalfunktionen waren in Ordnung, aber irgednwie fühlte ich mich seltsam, als wär nichts echt und auch nichts falsch. Ich wurde körperlich immer schwächer. Ich war zu dieser Zeit eh schon etwas untergewichtig, aber dann stand ich mit meinen 1,72 mit 49 Kg auf der Waage. Überall diese Knochen. Die Psychiater und Neurologen konnten sich die ganzen Symptome gar nicht erklären und hätten sowas auch nie gesehen. Kein Hunger, verdammt viel Durst, Schwindel, Verwirrung, Angst, Zittern und Körperliche schwäche. Sie gaben mir Neuroleptika, die aber nichts brachten und die ganze Sache eher verschlimmerten, da ich noch verwirrter wurde. Ich kann mich an kaum noch etwas erinnern. Aber ich weiß noch, wie ich mir beim Zigarette anzünden den Daumen halb angekokelt habe und manchmal auch die Zigarette verkehrtherum in den Mund führte. Manchmal schrie ich und war extrem lichtscheu.
    Den ganzen Sommer verbrachte ich auf der geschlossenen Psychiatrie, ohne feste Diagnose. Im Winter wurde es dann schnell besser. Mur wurden aber noch Neuroleptika verschrieben und war den ganzen Tag ein Zombie. Das ganze wiederholte sich auch im Sommer 2016 und 2017. Immer ohne Diagnose, mein ganzer Körper wurde untersucht. Habe im vergangenen August die Neuroleptika weggelassen und ich gewann wieder an Kraft. Und auch nur im Sommer.

    Durch die ganzen Aufenthalte zerbrachen alle meine Beziehungen und Kontakte. Meine Familie behandelt mich seitdem wie einen irren. Ich habe niemanden, mit dem ich reden oder Spaß haben kann. Keiner ruft an und sie haben mich vergessen. Reagieren nicht auf Antworten. Niemand nimmt mich Ernst und ich habe nichts zu verlieren. Lebe jetzt von einer kleinen EU-Rente und wohne in einem 17m² Loch mit meiner Großmutter, die mich immer anmault, genauso wie meine Mutter, die denkt ich wär komplett Banane.

    Ich versuche momentan mir ein neues Leben aufzubauen, aber dauernd werden mir von irgendwelchen Psychiatrischen Gutachten, meiner Familie, die mich nicht unterstützt bei der Sache und von den Ämtern Felsen in den Weg gelegt. Ich bin allein, keiner will mehr mit mir reden. Und versuche mich durch Videospiele bei Laune zu halten, was aber irgendwie immer weniger funktioniert. Geld hab ich nie genug und bin verschuldet. Und eine Krankheit, die keiner kennt. Mein altes Zeug fällt auseinander. Kriege nichts mehr auf die Reihe. Mein während der Arbeitszeit und der ruhigen Zeit im Internat Dauerlächeln, die Energie und meine Begeisterung sind nicht mehr existent. Kann weder lachen, noch weinen. Sitze den ganzen Tag alleine in meinem Loch, oft gestört durch meine Großmutter die reinplatzt zum motzen und gehe ab und an mal zum Supermarkt. Mein Gesicht ist wie festgeforen. Habe immer den selben monotonen Gesichtsaudruck und meine freundliche Stimme wurde zu einem monotonem oder gar jähzornigem Gebrabbel. Habe kein Interesse mehr an irgendwas. Will nur meine Ruhe, Ruhe von allem.Kann nicht mehr schlafen. Augen sind stark gerötet und meine Augenringe haben eine Großfamilie. Habe durch das Zuhause sitzen kein Zeitgefühl mehr. Denke jetzt gerade, dass es mitten in der Nacht ist. Das kann keine Option sein. In meinem Zimmer hier liegt zwar kein Müll aber überall liegen Sachen herum. Habe kein Interesse diese Aufzuräumen. Durch die Neuroleptika habe ich auch extrem zugenommen, obwohl kaum gegessen. Von 49kg direkt hochkatapultiert auf 110kg. Seit dem Absetzen geht es aber wieder stark zurück und verliere pro Monat gute 5kg ohne Sport oder sonstwas.

    Nächsten Sommer wird diese Krankheit mit 100% wieder anfangen und die in der Psychiatrie mich dann vermutlich gegen meinen Willen behandeln. Freiwillig lasse ich mich nicht mehr mit nutzlosen Psychopharmaka ohne Diagnose vollpumpen.

    Ich weiß, dass ich Hilfe suchen sollte, aber wen soll ich suchen ? Wer kann mir helfen ? Ich muss mir da selbst helfen! Niemand kann es! In eine Psychiatrie werde ich deswegen sicherlich nicht gehen, da Psychopharmaka bei mir nicht anschlagen und von SSRI-Antidepressiva bekomme ich Wasserfüße und erektile Dysfunktionen. Die Therapie-Gruppensitzungen helfen auch nicht, da ich das was die reden schriftlich als Fachbuch hier habe und das auch nicht weiterhilft. Wie sollen Gespräche über irgendwelche Transmitterhaushalte sowas in den Griff kriegen.

    Bis auf ein paar Zigaretten am Tag nehme ich keine Drogen, Zombiepillen oder etwaige Betäubungsmittel.

    Falls ihr das ganze bis zum Ende gelesen habt, bin ich schon Dankbar.

  2. Für den Beitrag dankt: pecky-sue

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  4. #2
    xEclipse
    Gast

    Standard AW: so viel Pech.

    Bei der Vorgeschichte wäre es ja weder abwegig, noch verwunderlich, dass deine Beschwerden psychischer Natur sind. Und das meiste was du da schreibst, klingt ehrlich gesagt ja auch danach.
    In deinen Gutachten muss doch auch irgendwas diesbezüglich stehen, die müssen doch irgendein Bild ergeben?

  5. #3
    Registriert Avatar von Kolya
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    Standard AW: so viel Pech.

    Das ist ja wohl echt der Hamma, was Du alles so erlebt hast.

    Warst Du schon mal in einer Kurklinik? Das würde ich mal anstreben.

    Warum ist die Situation im Sommer kritischer als im Winter oder habe ich das nicht richtig verstanden?

    Wie wäre es mit einer Tagesklinik?

    Nein, an Deiner Stelle würde ich ein Beratungsstelle aufsuchen mit der Frage, was Du schrittweise machen kannst um wieder im Leben Fuß zu fassen und wer Dir dabei helfen kann.

    Das könnte ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik sein oder eine Tagesklinik.

    Die häusliche Konstellation mit Deine Großmutter finde ich mehr als suboptimal. Ich will kein Altersrassismus allerdings würde ich mir für einen jungen Menschen, junge Menschen im Umgang wünschen, die Dir Inspiration geben und Deinen Ehrgeiz in Richtung "Leben" anregen.

    Betrachte es als eine Reise in Dein Inneres bei der sich im "äußeren" viel tut. Es ist ein verdammt langer Weg, aber er wird sich lohnen. Nicht jetzt, nicht morgen, viell. in 5 Jahren oder in 10 Jahren, aber besser später als nie.

    Deine Ängste sind therapierbar, in dem Du Dich ins Leben begibst, Mißerfolge akzeptierst und Dich über jeden kleinen Erfolg triumphierst.

    Mache Dich auf Deinen Weg...suche Dir Hilfe und setze diese Hilfe täglich um.

    Du schaffst das, wenn Du es willst und wenn Du Dich auf den Weg machst...

    Alles Gute und viel Motivation im Jahr 2018

    Kolya

  6. #4
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    Standard AW: so viel Pech.

    Du hast eine gute Ausdrucksweise, gute Rechtschreibung, die mittlere Reife und eine abgeschlossene Berufsausbildung.

    Auf dieser Grundlage würde ich aufbauen.

    Kolya

  7. #5
    Deliverance
    Gast

    Standard AW: so viel Pech.

    Hey,

    Da musstest du echt viel durchmachen, dafür bist du aber auch sehr weit gekommen, finde ich.

    In die Psychiatrie geht man eigentlich nur, um sich nicht umzubringen und sich körperlich einmal abchecken zu lassen.
    Zumindest empfand ich meine Aufenthalte immer so - nur Medis, falsche Diagnosen, abschalten und zur Ruhe kommen für ein paar Tage.
    Die Psychiatrie ist eben keine Dauerlösung, Sondern der erste Schritt nach vorne.

    Vielleicht wäre für dich auch eine psychosomatische Klinik als Kur oder eine Tagesklinik empfehlenswert, da ist die Diagnostik auch effektiver.

    Vielleicht geht auch betreutes Wohnung, entweder in einem Wohnheim oder in einem Appartment, wo du einmal die Woche besucht wirst.
    Ich denke auch, dass du von deiner Oma weg musst.


    Psychische Erkrankungen sind durchaus vererbar - wenn es nicht körperlich ist, ist die Chance auf eine psychische Erkrankung mit deiner Vorgeschichte hoch.
    Aber die meisten Sachen sind Gut behandelbar - die Grundlagen wie schulabschluss Und Ausbildung hast du ja schon und das ist großartig

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