Hallo liebe Forenleser,

mein 'Problem' steht eigentlich schon im Titel meines Beitrags. Ich führe eigentlich ein Leben, was glücklich und zufriedenstellend ist (sowohl privat als auch beruflich bzw. studiere ich; bin 23 Jahre alt).
Vor ca. sieben Jahren, erkrankte ich aufgrund traumatischer Erlebnisse an Posttraumatischer Belastungsstörung sowie damit einhergehenden Depressionen. Da ich dies zuerst nicht wahrhaben wollte und in der Therapie nicht richtig mitmachte, wurde alles irgendwie immer schlimmer bis hin zu Zwängen und Ängsten. Das Trauma habe ich in langjähriger Therapie und Klinikaufenthalt aufgearbeitet, somit verschwanden auch die Depressionen. Mit der Zeit wurden auch die Zwänge und Ängste immer weniger. Ich hatte Phasen, in denen ich gar keine Zwänge und Ängste hatte, und dachte, dass ich wieder gesund bin... bis es dann aus heiterem Himmel wieder losging. Was ich nicht verstehe, ist, dass es immer dann kommt, wenn ich Zeit zum Entspannen habe und alles in Ordnung ist. Ich hatte mich in der Therapie ab einem gewissen Zeitpunkt so angestrengt, immer mitgemacht und jetzt ist es wieder da; ich verstehe es nicht. Durch die Therapie habe ich den Umgang mit den Zwängen & Ängsten gelernt, Entspannungstechniken, Übungen etc. Dennoch hilft momentan kaum etwas. An manchen Tagen weine ich deswegen nur und kann gar nicht einschlafen, weil ich Angst habe, nie wieder richtig gesund zu werden. Ich habe vor knapp einem Jahr meine Medikamente absetzen können, nun nehme ich aber wieder eins ein, welches mir damals auch geholfen hat. Es wirkt, aber macht noch müder, als ich eh schon bin.
Es macht mich einfach so traurig, weil ich so viel erleben und erreichen möchte im Leben, aber ständig durch diesen Mist ausgebremst werde. Meinen Alltag kann ich bewältigen, lebe auch alleine, jedoch brauche ich für alles, z.B. beim Haushalt wegen der Zwänge oder bei Arbeiten für die Uni immer total lange, weil ich immer durch die Zwangsgedanken abgelenkt werde. Am Montag traf ich mich mit Freundinnen und musste mich wirklich in manchen Momenten beherrschen, nicht loszuweinen. Es gibt gar keinen Grund, aber trotzdem bin war ich so traurig.

Nun meine Frage: Hat jemand von euch ähnliche Schwierigkeiten, dass Zwänge und Ängste (und evtl. auch Depressionen) immer wieder kommen, auch wenn alles total gut ist? Wie geht ihr damit um? Würdet ihr mir raten, noch mal in Therapie zu gehen? Habe auch schon an eine Selbsthilfegruppe gedacht, aber bin mir diesbezüglich noch unsicher (Hat damit evtl. jemand Erfahrungen? Ich weiß, jede Gruppe ist anders, aber dann weiß ich schon mal, was eventuell so auf mich zukommen könnte).

Vielen Dank im Voraus fürs Lesen des Texts und auch schon mal für eventuelle Antworten!

Liebe Grüße!!