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Thema: Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

  1. #1
    Registriert Avatar von Werner
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    Standard Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

    Eines der häufigsten und am emotionalsten diskutierten Themen hier im Forum ist der Umgang mit dem Glauben bzw. der eigenen Religion.

    Da taucht schon die Frage auf, ob Religion eher ein Teil des Problems oder ein Teil der Lösung ist - also eher nützt, hilft oder schadet?

    Mich würde interessieren, welchen Umgang mit Religion oder Glauben ihr für euch oder bei anderen als "gesund" erlebt - also was man z.B. einem Kind als Beispiel und Vorbild empfehlen könnte?

    Ich selbst bin evangelisch-christlich aufgewachsen, dann mit meinen Eltern in eine relativ liberale Freikirche "umgezogen" und mit 18 dort ausgetreten, weil für mich zu viele theologische Fragen unbefriedigend beantwortet wurden. Inzwischen stehe ich allen Glaubenssystemen sehr kritisch und gleichzeitig offen gegenüber, würde für mich aber derzeit ausschließen, einem einzigen davon allein anzuhängen.

    Hilfreich ist Glaube für mich dann, wenn ich ein Stück aus einem großen "Glaubensgebäude" einzeln und zur jeweiligen Situation passend herauspicken und verwenden kann ohne gleich dort einzuziehen ...

  2. Für den Beitrag danken: JaneDoe, pete, Sissy73

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  4. #2
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    Standard AW: Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

    Ich bin - auf Betreiben meiner ausgesprochen katholischen Oma - katholisch getauft worden und musste auf ihren Wunsch hin auch diese ganze "Karriere" (Kommunion, Firmung) durchlaufen.

    Die sonntäglichen Kirchgänge und all die verstaubten Zwänge der kath. Kirche haben für mich nie mehr bedeutet als einen lästigen Zwang.

    Später dann habe ich erfahren, dass ich nach kath. Kirchenrecht unehelich bin, da ich aus der 2. Ehe meiner Mutter stamme. Das hat mich dann dazu bewogen, mich etwas intensiver mit dem Thema "katholische Kirche" auseinanderzusetzen und letztlich vor über 10 Jahren auszutreten, da ich mich mit einer so frauenfeindlichen, verkrusteten und reaktionären Organisation weder identifizieren konnte noch wollte.
    Wann genau ist aus "S*x, Drugs and Rock´n´Roll" eigentlich "Veganismus, Laktose-Intoleranz und Helene Fischer" geworden?

    Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit.

    "Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe." (R. M. Rilke)

    "Der Mensch lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben benachteiligte."
    (Francesco Terarca)

  5. Für den Beitrag danken: PadraigOfGlencoe, Werner

  6. #3
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    Standard AW: Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

    @ Acromantula: Und - ist irgend etwas von all dem übriggeblieben, das dir manchmal hilft oder das du deinen Kindern weitergeben würdest?

  7. #4
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    Standard AW: Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

    Zitat Zitat von Werner Beitrag anzeigen
    @ Acromantula: Und - ist irgend etwas von all dem übriggeblieben, das dir manchmal hilft oder das du deinen Kindern weitergeben würdest?
    Nein.

    Das eínzige, das übriggeblieben ist, ist die Gewissheit:

    Sollte ich mal Kinder bekommen, werde ich sie garantiert nicht taufen lassen und im Korsett einer Religion aufwachsen lassen.

    Hilfe in Notsituationen finde ich vielfältig - bei meinem Partner, meinen Freunden - aber niemals bei der Kirche.
    Wann genau ist aus "S*x, Drugs and Rock´n´Roll" eigentlich "Veganismus, Laktose-Intoleranz und Helene Fischer" geworden?

    Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit.

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  8. Für den Beitrag danken: Skynd, Werner

  9. #5
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    Standard AW: Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

    Zitat Zitat von Werner Beitrag anzeigen
    Hilfreich ist Glaube für mich dann, wenn ich ein Stück aus einem großen "Glaubensgebäude" einzeln und zur jeweiligen Situation passend herauspicken und verwenden kann ohne gleich dort einzuziehen ...
    Sehr schön formuliert. Mir geht es auch so. Hätte es nur nicht so treffend schreiben können - zumindest nicht in einem Satz

    Allerdings bin ich ob der Religionen und dem Herauspicken auch immer wieder sehr verunsichert.
    Ich weiß, es liest sich jetzt völlig bescheuert - aber ich habe ab und an ein schlechtes Gewissen. So, als würde ich etwas Verbotenes tun und dafür bestraft werden - eben weil ich NICHT an einem Glauben 'hänge'.
    Anscheinend hab ich doch von irgendwem, irgendwas einen Knacks abbekommen...
    Ob nun durch den Religionsunterricht, den Konfirmandenunterricht, durch meine Beschäftigung mit den Religionen oder was auch immer.

    Als noch recht junge Frau bin ich mal quasi von 3 vernagelten Glaubenstanten verflucht worden, weil ich mich gewagt habe zu sagen, daß ich schon glaube, daß es die Person Jesus gegeben habe, aber ich ihn eher als Kräuterkundigen und guten Rhetoriker sehe, der seine Schäfchen zu beeindrucken und zu begeistern wußte.
    Man darf dabei auch nicht den damaligen Kontext übersehen.

    Mir sind z.B. die 'Naturreligionen', Wicca, Druidentum, Schamanismus sowie der Buddhismus sehr sympathisch.

    Warum sollte es nur einen Gott geben?? Bin zwar keine Emanze, aber warum keine Göttin/Göttinnen?

    Die Große Erdmutter, eine urzeitliche 'Glaubensperson', die in fast allen Religionen übernommen wurde. Ob in der Antike oder in der Neuzeit - halt mit anderen Namen.

    Einige uralte Bräche sind gerade von den christlichen Kirchen übernommen worden.
    Irgendwie ist doch alles verwoben - übernommen, addaptiert worden.

    Deswegen halte ich es eigentlich für völlig legitim, sich bei den verschiedenen Religionen 'zu bedienen'.

    Der Hinduismus z.B. hat so viele Göttinnen und Götter, daß die Hindus da selber kaum durchblicken.*g*
    Wenn man bedenkt, daß im Christentum massig Heilige herumschwirren, die sämtliche Wehwehchen abdecken... was kann dann falsch daran sein, für sich selber einen Weg durch und mit den verschiedenen Glaubensrichtungen zu finden.

    Bedenkt man dann noch, daß das Christentum das Alte Testament hinten über kippen läßt und sich meist nur noch auf das NT versteift...

    Auge um Auge, Zahn um Zahn ist halt nicht mehr en vogue, sondern demütiges Prügeleinstecken wird gepredigt.

    Dann doch vll. lieber die Voodoo-Puppe, in die man Nadeln stechen kann - auch wenn es nichts bringt - es erleichtert.
    Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
    Mahatma Gandhi

    ------(,,,)^.^(,,,)------

    Das kleine Stückchen zwischen gestern und morgen,
    ist das einzige, was wir haben.
    -------------------------

    "Das Gegenteil von normal ist nicht krank, sondern außergewöhnlich".
    Prof. Manfred Lütz

  10. Für den Beitrag danken: Micky, ~scum~

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