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Thema: Die Trumpisierung der Welt ?

  1. #66
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Die deutsche Bevölkerung musste einen massiven Kaufkraftverlust durch den Euro hinnehmen und muss es noch weiterhin, eben weil die anderen Länder den Euro schwächen und nicht abwerten können.
    Stabile Währungen sind z.B. der kanadische und australische Dollar oder der Schweizer Franken. Sie betreiben eine Geldpolitik wie ich sie beschrieben habe und setzen auf Binnennachfrage, das macht die Volkswirtschaften so robust und damit attraktiv.
    Ich empfehle hier Vorträge von Prof. Hans-Werner Sinn.
    Das würde hier gerade echt viel zu weit führen.

    Zitat Zitat von Andreas900 Beitrag anzeigen
    Ich sehe es aber kritisch wenn man sagt "wir handeln erst mit euch wenn ihr unsere Standards einhaltet". Was wäre aber die Konsequenz?
    - Länder, die nicht die technischen Möglichkeiten besitzen nach unseren Standards zu produzieren, würden vom Weltmarkt abgeschnitten.
    - Soziale Standards müssten überhaupt erstmal definiert sein. Wie viel Lohn ist denn in Bangladesh gerecht?
    - Produkte würden auf der ganzen Welt teurer, für uns aber auch in den armen Ländern.
    - in einigen Ländern müssten sich Kultur und Politik dafür auf den Kopf stellen eine solche Änderung geht nicht über Nacht
    Nicht ausschließen, Zölle würden dafür sorgen dass unter schlechten Bedingungen hergestellte Produkte bei uns genau so teuer sind wie Einheimische. Kaufen könnte man beides, aber natürlich würden die Meisten dann vor allem auf die Qualität schauen und, gute Investitionen vorausgesetzt, die im eigenen Land produzierten Waren kaufen. Hier werden dann die hiesigen Unternehmen gestärkt, wir haben eine gute Binnennachfrage, sichere Arbeitsplätze und durch Vermeidung von langen Transportwegen schonen wir Umwelt und verringern das Verkehrsaufkommen.
    Handel würde vor allem dort entstehen was nicht hier produziert werden kann, z.B. weil es nicht hier wächst, wir das Know How nicht haben oder weil die Herkunft des Produktes als Marke eine Rolle spielt. Weil es dazu keine inländische Konkurrenz gibt könnten ansonsten billig produzierende Länder diese Produkte entsprechend teuer und damit gewinnbringend anbieten.
    Das ist der Punkt wo ich der These mit der Ausbeutung der Dritten Welt zustimmen muss. Und eben nicht weil sich dort Firmen ansiedeln wegen günstiger Arbeitskräfte, das ist viel mehr eine Chance für die Leute dort.
    Warum wohl hört man in unseren Medien zwar von einem Skandal, wenn hiesige Unternehmen im Ausland wenig Lohn zahlen (meistens etwa das doppelte des dortigen Durchschnittslohns), aber wenn afrikanische Staaten über Schutzzölle nachdenken dann ist "der freie Welthandel" bedroht? Eben weil die Finanzelite kein Interesse daran hat dass die auf eigenen Beinen stehen können.

    Länder mit entsprechend billiger Produktion würden ebenfalls bevorzugt im eigenen Land verkaufen, ist ja viel günstiger als die Produkte die wir anbieten, außer wir überzeugen durch entsprechend bessere Qualität, wie in deinem Autobeispiel.
    Derzeit machen wir, insbesondere in der dritten Welt, durch die Überschwemmung des Marktes mit günstigen Produkten aus der Massenproduktion, die Entstehung von dortigen Unternehmen völlig kaputt. Diese Länder haben, gerade wegen ihrem unbeschränkten Zugang zum Markt, keine Chance. Afrika wäre gut beraten solche Schutzzölle zu erheben damit eine Inlandsnachfrage entsteht, aber durch entsprechende Knebelverträge, und ich vermute auch Korruption, wird das verhindert, damit die westliche Gesellschaft auch weiterhin dort ihre Absatzmärkte hat.

    Das Stichwort muss "Hilfe zur Selbsthilfe" lauten. Ich rate Afrika also das gleiche wie das was Trump jetzt und die EU schon sehr lange tut. Ich glaube nicht daran dass es gelingt mit guten Zureden die von mir beschriebene Negativspirale aufzuhalten, solange es gleichzeitig ökonomisch belohnt wird sich nicht daran zu halten.
    China wird ja praktisch gezwungen genau so zu handeln, gerade wenn sie in der Qualität nicht mithalten können. Und ein kommunistisches Regime, in dem das Kollektiv alles und der Einzelne nichts zählt, hat natürlich auch noch mal mehr Möglichkeiten das durchzusetzen.
    Krieg ist darin schlimm dass er mehr böse Menschen schafft als er derer nimmt

  2. Für den Beitrag dankt: Ondina

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  4. #67
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Zitat Zitat von Fenris85 Beitrag anzeigen
    Die deutsche Bevölkerung musste einen massiven Kaufkraftverlust durch den Euro hinnehmen und muss es noch weiterhin, eben weil die anderen Länder den Euro schwächen und nicht abwerten können
    Kannst du das belegen?

    Die Kaufkraft der Deutschen steigt doch historisch betrachtet seit Jahrzehnten:

    https://www.handelsblatt.com/politik...cNaiumxUXA-ap1

    In der Zeit von 1948 bis 2001 hat die DM rund 80 % an Kaufkraft eingebüsst. Nach der Euro-Einführung hat die Währung nur ca. 19 % an Kaufkraft verloren, jedoch in Währungsparität gegenüber dem Dollar gewonnen. In 1948 war eine D-Mark nur 0.30 US-Dollar wert, 1949 nur noch 0.24 US-Dollar, heute ist ein Euro 1.09 US-Dollar wert. Mehr als vier mal so viel.

    https://www.cyber-watch.ch/allgemein...um-die-d-mark/

    Und was den Schweizer Franken angeht: Der ist für die Schweiz eine schlechte Währung. Nach meinem leckersten Lieblingsindex, dem Big-Mac-Index , den der britische "Economist" auf Basis des weltweit verkauften Hamburgers berechnet, ist der Franken rund 60 Prozent gegen den Euro überbewertet.

    Weil die Schweizer Volkswirtschaft so klein ist, trifft extreme Nachfrage nach dem Franken auf ein beschränktes Angebot – und führt zur Übertreibung der Währung. Hinter einer Währung sollte eine Wirtschaftsleistung stecken. Der Wert des Franken hat die Schweizer Wirtschaftsleistung aber längst überholt!
    Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.
    Als Kind bin ich von einem Pony gefallen, was sagt mir das? ^^

  5. Für den Beitrag dankt: ~scum~

  6. #68
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Danke für den Link, das Handelsblatt hat oft gute Artikel.

    Zitat Zitat von Andreas900 Beitrag anzeigen
    Kannst du das belegen?
    Die Antwort steht doch indirekt sogar in dem von dir verlinkten Artikel. Die Löhne sind um das 14-fache gestiegen, man bekommt in den Bereichen wo es eine große Produktionssteigerung gegeben hat 4 mal so viel wie damals, aber dort wo diese Steierung nicht stattfinden konnte kostet es 16 mal so viel wie damals.
    Das bedeutet dass die Menschen trotz extremster Steierung der Produktivität durch EDV, Automatisierung usw. ein immer kleineres Stück vom Kuchen abbekommen.
    Das ist auch ganz logisch, da wir ein Schuldgeldsystem haben indem die Schulden der einen das Vermögen der anderen sind und Zinsen mit Zinseszinsen das ganze exponentiell wachsen lassen.

    Geldschenkungen an Griechenland, um unsere eigenen Exportegewinne zu bezahlen, oder Eurobonds wirken wie Brandbeschleuniger. Mehr Schulden = mehr Geld, deswegen stehen diese Währungen in den von dir genannten Kennzahlen, und Deutschland beim Export, so gut dar. Es steckt aber nichts anderes als eine Form von Konkursverschleppung dahinter, da an Griechenland ausstehende Forderungen auf der Haben-Seite bilanziert werden, obwohl sie niemals zurück gezahlt werden können.
    Gleichzeitig können die anderen Länder mit unseren Exporten niemals konkurrieren, weil der Euro für Deutschland wie gesagt zu schwach, für die anderen aber viel zu stark ist.

    Zitat Zitat von Andreas900 Beitrag anzeigen
    Weil die Schweizer Volkswirtschaft so klein ist, trifft extreme Nachfrage nach dem Franken auf ein beschränktes Angebot – und führt zur Übertreibung der Währung. Hinter einer Währung sollte eine Wirtschaftsleistung stecken. Der Wert des Franken hat die Schweizer Wirtschaftsleistung aber längst überholt!
    Durchaus korrekt, weil der Franken so eine gute Währung ist hat eine Massenflucht aus dem Euro und dem Dollar hin in diese Währung stattgefunden, was für mich ja gerade für dessen Qualität steht. Das wurde so skurril dass der Buchungsvorgang für die Banken dort, welche ihre Angestellten ja in Franken bezahlt haben, teurer wurde als der daraus hervorgehende Gewinn. Wenn ich mich recht erinnere hat man ja daraufhin beschlossen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Ich weiß nicht mehr genau was sie getan haben, ich glaube so eine Art Aufwertungsgrenze. Wäre noch mal interessant heraus zu finden.

    Der Vorteil einer hoch bewerteten Währung ist das vergleichsweise günstige Einkaufen, also eigentlich genau das was ein Land wie Deutschland tun möchte, weil wir selbst so wenig Rohstoffe haben (von Uran und Kohle mal abgesehen). Dieses Land ist mit 232 Einwohnern pro km² sogar so dicht besiedelt dass wir Holz importieren. Zum Vergleich, in Österreich sind es nicht einmal halb so viele. Leider wird dieses Holz aus dem Regenwald geholt, nur um hier dann verbrannt zu werden, aber das ist ein anderes Thema...
    Eine starke Währung ist quasi die Belohnung für einen Exportüberschuss und sorgt dafür dass die Bevölkerung selbst mehr im Ausland nachfragt und dort als Touristen unterwegs sind, wodurch die anderen Länder dann wieder eine Chance haben ihre Bilanz auszugleichen.
    Und dieser Mechanismus wurde durch die Einführung des Euros für die EU Länder ausgehebelt, dazu noch der beschriebene Brandbeschleuniger.

    Was dagegen stimmt ist dass es uns trotzdem besser geht als noch vor ein paar Jahrzehnten. Aber ganz sicher nicht wegen des Euros, sondern trotzdem. Der Grund dafür ist dass der technische Fortschritt für eine kurze Periode mehr Wohlstand geschaffen hat, als das exponentiell wachsende Schuldgeldsystem dem Durchschnittsbürger genommen hat. Dennoch bekommt der Bürger eben deutlich weniger vom Kuchen, relativ gesehen, als früher. Man sieht es gut daran wie sehr Arm und Reich immer weiter auseinander gehen und sich die Mittelschicht quasi auflöst, weil man es entweder auf die eine oder andere Seite "schafft".

    Leider gibt es, gerade hier bei uns, einen Trend zu Umverteilungsideen und Vergemeinschaftung von Schulden (=Brandbeschleuniger, hier sind sie sich einig mit der Finanzelite) linker Parteien, was ich, wie beschrieben, für den falschen Weg halte.


    Während ich das geschrieben habe dämmert mir gerade dass wir aneinander vorbei geredet haben ^^
    Betrachtet man die Kurse hast du Recht. Ich bin die ganze Zeit von der bereinigten Kaufleistung relativ zur allem was an Waren und Dienstleistungen produziert wurde ausgegangen.
    Sprich, es wurde zwar mehr Wertschöpfung betrieben, aber die Geldmenge ist eben in der gleichen Zeit noch viel viel mehr gestiegen als die Werte. Damit ist das Geld relativ gesehen weniger wert. Also das Verhältnis Geldmenge zu Wertsteigerung.
    Wobei man sich das hier natürlich auch wieder schönrechnen kann, wenn man sagt dass ein Laptop mit 10 mal so viel Leistung zum halben Preis ja auch 20 mal so viel wert sei wie früher... Aber dafür musste in den ja heutzutage auch weniger Arbeitsleistung investiert werden (vermutlich halb so viel, wenn sich der Preis halbiert hat), und das ist für mich der entscheidende Punkt. Wie viel von der erbrachten Arbeitsleistung, also der zu verteilende Kuchen, kommt beim Normalbürger an. Und das sinkt eben dramatisch.

    Die Kurse beruhen eben, wie gesagt, in meinen Augen auf Konkursverschleppung wegen nie zu erfüllenden Forderungen, weshalb es daher irgendwann zwangsläufig zum Crash kommen muss. Der wiederum ist ja ebenfalls erwünscht, da, wie hoffentlich jeder weiß, so gut wie alle großen Investitionsvermögen in so genannten Finanzkrisen gemacht wurden. Es scheint sogar der einzige Sinn dieser Krisen zu sein legal große Mengen an Geld umzuverteilen.
    Und rate mal von wem das Geld genommen und an wen es verteilt wird
    Wenn die Linken also mal wieder für Schuldenvergemeinschaftung und mehr Staatsschulden eintreten, dann entspricht das exakt dem Wunsch der Finanzelite, welche auf die nächste große Umverteilungs-finanzkrise hofft. Nur scheinen die Linken das irgendwie nicht zu verstehen, dabei ist das doch gar nicht so schwer...

    Hoffe ich konnte ausdrücken was ich meine, ich weiß dass ich manchmal Begriffe etwas unscharf und umgangssprachlich verwende, ich beschäftige mich mit diesen Themen rein privat und mache beruflich etwas völlig anderes. Eine Richtigstellung ist daher gern gesehen und erwünscht, man lernt ja nie aus.
    Krieg ist darin schlimm dass er mehr böse Menschen schafft als er derer nimmt

  7. Für den Beitrag danken: Ondina, Portion Control

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