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Thema: Die Trumpisierung der Welt ?

  1. #61
    Registriert Avatar von Arktur
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Zitat Zitat von Fenris85 Beitrag anzeigen
    Sich selbst als Weltbürger zu definieren ist in meinen Augen sowieso ziemlich schräg, weil die Wertvorstellungen aller Menschen doch extrem weit auseinander gehen. Man könnte sich also nur auf einen minimalsten Nenner einigen, wenn überhaupt, und das ist mir einfach zu wenig.
    Zum Glück muss man sich nicht an deinen persönlichen Ansichten orientieren, welche Sichtweisen als "schräg" zu definieren sind.

    Ich selbst sehe übrigens eine Einordnung als Weltbürger nicht als einzige, ausschließliche Kategorie an, an der ich mich orientieren würde. Ich würde sagen, ich habe da eine mehrschichtige Sichtweise: und zwar fühle ich mich gewissermaßen gleichzeitig als Bayer, Deutscher, Europäer und Mensch (letzteres könnte man auch als Weltbürger bezeichnen). Der Vorteil daran ist für mich, dass der Umgang mit anderen Menschen und die Aufenthalte in anderen Regionen und Ländern bei mir tendenziell weniger starke Fremdheitsgefühle auslösen. Wobei ich sicher dennoch in Ländern wie Indien, Pakistan oder Malawi "fremdeln" würde, und in Ländern mit stark religiös geprägter Kultur hätte ich als Ungläubiger natürlich Probleme.
    Geändert von Arktur (08.11.2018 um 14:10 Uhr)
    Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
    Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
    Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

  2. Für den Beitrag dankt: ~scum~

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  4. #62
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Zitat Zitat von Arktur Beitrag anzeigen
    [...]fühle ich mich gewissermaßen als [...] Mensch (letzteres könnte man auch als Weltbürger bezeichnen)
    So in etwa habe ich mir das vorgestellt. Man muss sich ja nur über die Begriffe einig werden. Ich würde z.B. Menschheitszugehörigkeit niemals mit der Zuordnung als Weltbürger gleichsetzen. Denn wo ich die Existenz einer Menschheit bejahe kann ich ein Weltbürgertum nicht ausmachen.
    Folglich kann ich jeden Menschen und mich selbst als der Menschheit zugehörig ansehen, aber nicht als Weltbürger.

    Bürger kommt für mich von bürgen, jemand der für etwas einsteht. So wie jeder mit der deutschen Staatsangehörigkeit seinen Anteil an den Staatsschulden hat und im Falle des Falles auch dafür haftbar gemacht werden könnte, in der Theorie. Oder zum Wehrdienst herangezogen, den Gesetzen unterworfen ist usw.
    Ich wüsste aber nicht wofür ein Weltbürger einsteht und haftet oder welche übergeordnete Wertegemeinschaft das sein sollte. Man ist sich ja innerhalb vieler Länder schon über die gemeinsamen Wertevorstellungen nicht einig, wie soll das dann erst in größerem Maßstab funktionieren.
    Ein Bürger müsste per Definition für mich auch nicht einmal ein Mensch sein, solange er/sie sein Scherflein dazu beiträgt. Mensch zu sein ist für mich etwas biologisches, Bürger ein juristischer Begriff.
    Ich kann mich entscheiden kein Bürger Deutschlands mehr zu sein, aber ein Mensch werde ich vermutlich immer bleiben. Zumindest bis wir die Sache mit dem Aufstieg geregelt bekommen ^^

    Wenn also jemand sagt er/sie sei Weltbürger, dann interpretiere ich daraus er/sie würde sich wünschen dass es so etwas wie eine weltumspannende Wertegemeinschaft aller Menschen gäbe, für die dann einzustehen wäre, und fühlt bzw. handelt bereits so, als ob es das gäbe, in der Hoffnung es wird mal so kommen.
    Den Wunsch kann ich verstehen und hätte auch gar nichts dagegen wenn die Menschheit dieses Ziel eines Tages erreicht, sofern es gute Werte sind, einzig ich glaube weder dass es bereits so ist noch dass das der richtige Weg ist um dahin zu kommen.

    Ich glaube dagegen dass man mit einem guten Beispiel einer funktionierenden Wertegemeinschaft vorangehen und die anderen durch sein Vorbild inspirieren sollte. Respektive sich andere zum Vorbild nehmen und daraus lernen, sodass jeder sich vom anderen immer die besten Seiten zum Vorbild nimmt und sich in allen Bereichen die bestmögliche durchsetzt.
    Wer dann, von sich aus und freiwillig, unserem Vorbild folgen möchte, muss dies aus eigenem Antrieb und Bemühungen tun und sich zu aller erst mit den sich daraus ergebenen Pflichten einverstanden erklären und diese umsetzen. Integration ist daher für mich auch immer eine Bringschuld.
    Keinesfalls darf man im vorauseillendem Gehorsam seine eigenen Werte zurückstecken und sich mit einer Nivellierung auf dem niedrigsten gemeinsamen Nenner zufrieden geben oder Rechte einräumen, ohne vorher auf die Pflichten zu bestehen. Denn dann gibt es irgendwann niemanden mehr der das System trägt, da keiner mehr zu den Pflichtenträgern gehören möchte.


    Edit:
    Um das zu verdeutlichen: Wenn wir Menschen mit einer anderen Wertevorstellung als wir davon überzeugen möchten dass es eine gute Idee dass nicht der Stärkere Recht hat, dann müssen wir einen Staat aufbauen der damit besser funktioniert als jene, wo das nicht der Fall ist.
    Und dann müssen wir von allen die von den sich daraus ergebenen Vorzügen profitieren möchten abverlangen und durchsetzen (!), dass sie diese Art der Konfliktlösung ebenfalls anerkennen und praktizieren. Erst der nächste Schritt ist dann die Partizipation (=Staatsbürgerschaft).
    Aber allen die Partizipation, Zugang zum Sozialstaat und alle Rechte geben, und dann zu erwarten dass sie sich unseren Werten anpassen, obwohl dazu kein Grund besteht, kann in meinen Augen nicht funktionieren.
    Geändert von Fenris85 (08.11.2018 um 16:08 Uhr)
    Krieg ist darin schlimm dass er mehr böse Menschen schafft als er derer nimmt

  5. Für den Beitrag danken: Ondina, Yang

  6. #63
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Zitat Zitat von Fenris85 Beitrag anzeigen

    Ich glaube dagegen dass man mit einem guten Beispiel einer funktionierenden Wertegemeinschaft vorangehen und die anderen durch sein Vorbild inspirieren sollte. Respektive sich andere zum Vorbild nehmen und daraus lernen, sodass jeder sich vom anderen immer die besten Seiten zum Vorbild nimmt und sich in allen Bereichen die bestmögliche durchsetzt.
    Die Europäer und Asiaten haben solche Staaten doch vor Jahrzehnten bzw teilweise Jahrhunderten aufgebaut und keiner machts nach... Teilweise haben die Europäer vor über 100 Jahren und die Chinesen heute den Afrikanern sogar ihre Staaten aufgebaut und nachdem sie gegangen sind bzw gehen werden, bricht wieder alles zusammen...
    Liberia hat z.B. die gleiche Verfassung wie die USA und es ist ein Höllenloch aus Gewalt und Korruption.

    Wie kann man sich diese Naivität bewahren?

  7. #64
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Zitat Zitat von Nikro Beitrag anzeigen
    Die Europäer und Asiaten haben solche Staaten doch vor Jahrzehnten bzw teilweise Jahrhunderten aufgebaut und keiner machts nach... Teilweise haben die Europäer vor über 100 Jahren und die Chinesen heute den Afrikanern sogar ihre Staaten aufgebaut und nachdem sie gegangen sind bzw gehen werden, bricht wieder alles zusammen...
    Liberia hat z.B. die gleiche Verfassung wie die USA und es ist ein Höllenloch aus Gewalt und Korruption.

    Wie kann man sich diese Naivität bewahren?
    Was wäre dein Gegenvorschlag, die anderen zu ihrem Glück zwingen? Wenn sie nicht wollen, dann eben nicht. Entweder eine Gesellschaft ist in der Lage selbst einen funktionierenden Staat, Bildung, Wohlstand etc. hervor zu bringen, oder eben nicht. Es ist doch gerade mein Argument dass Einflüsse von außen eben nicht helfen. Man kann es vormachen, beweisen durch Erfolg und zeigen wie es geht, aber das wars dann auch.
    Wenn sie so leben möchten wie wir mit den Vorteilen, dann müssen sie eben auch ein Verhalten an den Tag legen, welches maßgeblich zu diesem Lebensstil geführt hat. Und das ist dann eben auch die Mindestvoraussetzung, wenn sie hier her kommen möchten.
    Man kann nur sich selbst ändern, nicht alle anderen. Und wenn man in einer besseren Welt leben möchte, dann muss man eben bei sich selbst anfangen.

    Dass die ehemaligen Kolonien oder auch dort wo Aufbauarbeit geleistet wurde, nach dem sie an die Bevölkerung dort wieder übergeben wurden, fast alle wieder zugrunde gerichtet wurden ist mir bekannt. Gerade deswegen argumentiere ich ja dass das der falsche Weg war. Sie müssen den Weg selbst wählen, oder aber sie wollen eben nicht so leben. Wer sind wir ihnen das aufzwingen zu wollen. Aber mit diesen Wertvorstellungen ist nun einmal keine Zivilisation nach westlichem Vorbild zu machen und deswegen möchte ich diese hier auch nicht haben.
    Krieg ist darin schlimm dass er mehr böse Menschen schafft als er derer nimmt

  8. Für den Beitrag dankt: Ondina

  9. #65
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    Standard AW: Die Trumpisierung der Welt ?

    Zitat Zitat von Fenris85 Beitrag anzeigen
    Den Wertverlauf des Euros anhand seiner Relation zum Dollar, der Leitwährung, zu bestimmen ist so nicht ganz korrekt. Wenn andere Länder wie China sich zu einer alternativen Leitwährung zusammenschließen würden würde der Kurs nämlich ganz anders aussehen. Die Amerikaner drucken nämlich haufenweise Geld, sprich staatsverschuldung. Bloß weil also jemand anders genau so schnell oder sogar schneller fällt als man selbst, heißt das nicht dass man absolut gesehen nicht trotzdem (ziemlich schnell) fällt.
    Der Euro hat seit seiner Einführung etwa 47% an Wert gegenüber der alten DM verloren.
    Es ist zwar richtig, dass der Euro an Wert verloren hat, aber das hätte die DM auch.
    Den Euro gibt es seit 2002, also seit nun 16 Jahren. Unterstellst du eine Inflation von 3% (zu DM Zeiten lag die teilweise sogar noch deutlich drüber), dann hätte die DM auch gut 40% an Wert verloren.

    Du deutest an, dass EURO und Dollar schnell Wert verlierende Währungen seien. Das stimmt nicht. Beide Währungen sind im globalen Vergleich sehr stabil und haben eher eine eher gesunde wirtschaftfördernde Inflation.

    Welche Währungen sind denn besser? Türkische Lira, mexikanischer Peso, afrikanischer Rand, russischer Rubel - die 10% und mehr im Jahr verlieren. Oder japanischer Yen - der unter Deflation leidet? Oder gar der staatlich kontrollierte Chinesische Yuang?

    EURO und USD sind die besten Währungen der Welt.

    Zitat Zitat von Fenris85 Beitrag anzeigen
    Du missverstehst, ich habe nicht gegen Globalisierung argumentiert, sondern gegen den Umgang damit. Außerdem ist das Abwandern der Firmen ganz normaler Kapitalismus.
    Mein Argument war dass Schutzzölle Sinn machen, damit man sich nicht gegenseitig mit Umweltschutz und Arbeitsbedingungen immer weiter unterbietet. Erst wenn die anderen Länder Natur und Arbeitnehmer mindestens genau so sehr achten wie wir, erst dann wird ihnen der Zugang zu unserem Binnenmarkt wieder erleichtert.
    Einverstanden, da liegen wir auf einer Wellenlänge. Das Ideal wäre die Durchsetzung von Umweltschutz und fairen Arbeitsbedingungen überall auf der Welt.

    Ich sehe es aber kritisch wenn man sagt "wir handeln erst mit euch wenn ihr unsere Standards einhaltet". Was wäre aber die Konsequenz?
    - Länder, die nicht die technischen Möglichkeiten besitzen nach unseren Standards zu produzieren, würden vom Weltmarkt abgeschnitten.
    - Soziale Standards müssten überhaupt erstmal definiert sein. Wie viel Lohn ist denn in Bangladesh gerecht?
    - Produkte würden auf der ganzen Welt teurer, für uns aber auch in den armen Ländern.
    - in einigen Ländern müssten sich Kultur und Politik dafür auf den Kopf stellen eine solche Änderung geht nicht über Nacht

    Sehen wir doch grad in Russland: Kaum dass die EU den Handel einschränkt, orientiert sich Russland um ... nach China. Und jetzt kann man mal überlegen, ob das zu besseren Arbeitsbedingungen führt wenn China der neue Käufer von russischen Produkten ist. Vermutlich tritt das Gegenteil ein.

    Ich denke daher die einzige Möglichkeit ist, darauf hin zu wirken, dass Umweltschutz und Arbeitsbedingungen sich verbessern, aber dies nicht durch Zölle absolut zu erzwingen, bzw. Zölle ja, aber eher als Ausnahme.

    Sprich besser: technische und humanistische Kooperationen, Förderprogramme, Handelsverträge, Freihandel, nachhaltiger Konsum...
    Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.
    Als Kind bin ich von einem Pony gefallen, was sagt mir das? ^^

  10. Für den Beitrag danken: _Tsunami_, ~scum~

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