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Thema: Das Leid vom Affen, der kein Affe sein wollte

  1. #1
    Gödel
    Gast

    Standard Das Leid vom Affen, der kein Affe sein wollte

    Deutschland, Frühling 2018,

    wie auch anderen Orts auf diesem Planeten und vorrangig in Industrienationen überschwemmen sich die Menschen nach wie vor im Internet mit Hasskommentaren, fühlen sich allein, entfremden sich oder finden überhaupt keinen Anschluss an die graue inhomogene Masse eines Kulturraums.

    Vergleicht man politische Entscheidungen in Systemen, individuelle damit verbundene Ansichten und Haltungen, sowie kulturelle historische Entwicklungen wird schnell klar, dass unsere Gesellschaft mehr und mehr versagt, den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen Sorge zu tragen.

    Die Menschen werden von klein auf, auf das Vergleichen mit anderen und das Bessersein getrimmt. Wer kann, der versucht sich dem zu entziehen, oder befasst sich mit dem, worin er gut ist. Doch die Meisten können es nicht. Die Folge, Viele bekommen Vermittelt, dass ihr Handeln wertlos oder gar schlecht ist.
    Statt konstruktiver Kritik wird man aber Abwertungen durch Meidung üble Nachrede, Lügen und kurz gesagt Mobbing ausgesetzt. Der Volksgeist Krankt daran.

    Sucht man nach den Ursachen, findet man eine Vielzahl von Facetten. Und je weiter man in der persönlichen Entwicklung zurückgeht, um so deutlicher werden die Kerben die Kinderseelen geschlagen werden, und später die Basis für falsche Entscheidungen und emotionale Verkrüppelung bilden.

    Wie einige andere hier auch, wurde ich als Kind gemobbt. Und ich weiß, dass aus kleinen Arschlöchern große Arschlöcher werden, und aus jungen Arschlöchern, alte Arschlöcher. Das Unvermögen und der Unwillen, sich in andere hineinzuversetzen und die mangelnde Konfrontation mit den Auswirkungen der eigenen Taten werden dann oft noch durch die Vorbilder, schlechter Lehre, dumme Eltern, die Falschen freunde, etc. belohnt.

    Das führte zu allen Zeiten nicht nur dazu, dass sich die Gesellschaft spaltet, und in Extremfällen Amokläufe nach sich zieht, sondern auch dazu, dass einige Menschen unter lebensunwürdigen Bedingungen leben müssen. Das was sich in sensible Menschen einbrennt, hält oft ein Leben lang. Ist man davon betroffen, ist man sensibilisiert, und versteht die rauen Sitten der unsensiblen und emotional minderintelligenten Mitmenschen schnell als Angriff.

    Je nach dem eigenen Charakter und den Möglichkeiten im Umfeld führt das zur Isolation, oder wie in meinem Fall dazu, dass man sich anders versteht als andere. Erkennt man das nicht, läuft man unter Umständen und ohne es zu merken der Illusion nach, die unerfüllten Wünsche und verbotenen Gefühle einer schweren, wenn nicht sogar kaputten Kindheit, ausleben zu können.

    Sicher kann man die Medaille wenden, und auch in den rüden Menschen ähnliche Muster finden. Doch das Problem bleibt - eine gesellschaftliche Spaltung, in der falsches Verhalten Belohnt wird.

    Wo stehen wir und wo soll oder kann das alles hinführen?

    Bspw wird unser Bildungswesen wird immer heruntergefahren, was zur folge haben wird, dass der europäische Wirtschaftsraum in den nächsten Jahrzehnten schaden nimmt. Bildung wird damit zum Luxusgut, dass man sich leisten können muss. Zudem wird es Bildungsmigration nach sich ziehen. Wer die nötigen Qualifikationen hat, geht also dahin wo das Geld ist. Ein Teufelskreis entsteht, und Massenarmut droht.

    Irgendwann geht dann auch dem Staat das Geld aus, wenn weiterhin die falschen politischen Entscheidungen in Brüssel und Berlin getroffen werden. Auch hier ist neben Korruption mangelnde Empathie und fehlende realwertige Bildung die Ursache.

    Ein weiterer Schatten den unser beschädigtes System wirft, ist der, dass Bildung mit Zertifikaten gleichgesetzt wird. Damit werden intelligenten Menschen, die aus schlechten Verhältnissen kommen, oder für die die Bedingungen im Leben, die sie nicht verantworten, einfach nicht stimmten.

    Weiterhin wird der Malus, falsches Verhalten zu belohnen auch hier deutlich, dass sensible Menschen zu Zielscheiben werden, weil sie sich anders verhalten. In den Schulen und Universitäten, aber auch im späteren Arbeitsleben werden diese dann schlechter bewertet, weil die Andersartigkeit teils als potentielle Bedrohung verstanden wird.

    Und so entstehen über alle Bildungs- und Gesellschaftsschichten Fraktionen, unter denen einige einfach nur unbewusst vor sich hinleben, anderen willentlich oder unwillentlich schaden; und eben auch solche in denen Individuen mehr erkennen, sich aber hilflos fühlen; und eben auch die, in denen das Leben die Hölle auf erden ist.

    Starke Verquickungen mit dem Kapitalismus und Erwartungen anderer bestehen.

    Das waren nur einige wenige Facetten von unzähligen.

    Mein persönliches Fazit ist, ich gehöre einer sozialen Nische an, in der ich mich alleingelassen fühle, weil ich mich kaum mit Gleichdenkenden vernetzen kann.

    Wie seht ihr die Sache? Habt ihr ähnliche oder ganz andere Gedanken?

  2. Für den Beitrag dankt:

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  4. #2
    Mr. Pinguin
    Gast

    Standard AW: Das Leid vom Affen, der kein Affe sein wollte

    Zitat Zitat von Gödel Beitrag anzeigen
    ; und eben auch die, in denen das Leben die Hölle auf erden ist.

    Starke Verquickungen mit dem Kapitalismus und Erwartungen anderer bestehen.

    Das waren nur einige wenige Facetten von unzähligen.

    Mein persönliches Fazit ist, ich gehöre einer sozialen Nische an, in der ich mich alleingelassen fühle, weil ich mich kaum mit Gleichdenkenden vernetzen kann.

    Wie seht ihr die Sache? Habt ihr ähnliche oder ganz andere Gedanken?
    Da können wir uns die Hand reichen. Sehe mich auch in so einer "sozialen Nische", als skuriler und zumeist unerwünschter Fremder und ja, ich nehme Menschen vielfach als furchtbar mitleid- und gnadenlos wahr.

    Ist es schlimmer als früher? Der Kapitalismus mit seiner Leistungsorientierung trägt da sicher viel mit dazu bei, dass es so zugeht, wie es zugeht. Gestern habe ich eine Doku übers alte Rom gesehen, Aufstände der Barbaren und so. Hab dann irgendwann wegschalten müssen, weil ich es nicht mehr ausgehalten hab. Aber die Römer müssen sich damals wirklich aufgefüht haben wie die letzten Schwerstverbrecher, wie sie über ein Volk nach dem anderen hergefallen sind, die Bevölkerung versklavt haben und metzeln und vergewaltigen scheint da was absolut beiläufiges gewesen zu sein. Die ganze Ökonomie bei denen war darauf aufgebaut, dass sie immer wieder jemanden gefunden haben, den sie ausplündern konnten und insofern musste das römische Imperium immer weiter wachsen. Sowas gabs vergleichsweise dann erst wieder von '33-'45, jedoch hat das Reich dann nicht mehr wie das der Römer 1000 Jahre lang gehalten...

    Also, es ist schlimm, mit der Empathielosigkeit und der Rücksichtslosigkeit und das die einen abschöpfen und die anderen unter die Räder kommen und als Versager im System vor sich hindümpeln müssen. Aber im Vergleich, was schon mal war, in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden, ist es wohl nicht schlimmer. Aber vielleicht bin ich auch gerade am beschönigen, weil die Dokus ja immerhin sehr reisserisch sind und die Faszination des Menschen für Drama und leider auch Gewalt ansprechen. Und dass heutzutage auch Kriege vom Zaun gebrochen werden und sich Menschen darin wie Bestien verhalten, ist ja auch kein Geheimnis...

    Es ist eben alles Licht uns Schatten und ein paar verlorene Lämpchen im Meer des Dunkel gibt es immer noch. Vielleicht haben wir auch nur ein Problem mit dem Vernetzen und es gibt viel mehr Lämpchen als wir meinen... Ja weiß auch nicht.

  5. Für den Beitrag dankt:

  6. #3
    Gödel
    Gast

    Standard AW: Das Leid vom Affen, der kein Affe sein wollte

    Danke für deinen Beitrag Mr. Pinguin.

    Deine Umschreibung des Römischen Reiches erinnert sehr stark an das Verhalten der USA, seit ihrer Gründung.
    Dabei ist es egal ob diese zu physischen oder wie aktuell zu ökonomischen Waffen greifen.

    Mir stellt sich die Frage nach einem Leitgedanken, unter dem man etwas ändern könnte. Vorhin habe ich auf youtube eine Arte-Reportage gesehen, in der es darum ging, wie in Kamerun WWF-Spenden mehr oder weniger veruntreut werden, und damit nicht dort ankommen, wo sie hinsollten.

    Ähnliche Bilder zwingen sich überall auf. Dabei ist es ist schon egal wo man hinsieht.

    Vielleicht ist auch der Gedanke das Problem. Mir fällt es schwer, die Augen zu verschließen. Doch allein verstehe ich es nicht, irgendetwas zu bewegen.

  7. Für den Beitrag dankt:

  8. #4
    Mr. Pinguin
    Gast

    Standard AW: Das Leid vom Affen, der kein Affe sein wollte

    Es war doch alles so wunderbar mir der Enspannungspolitik, mit dem Ende des Eisernen Vorhangs und dem Beenden des Wettrüstens. Und dann lässt man es alles wieder aufflammen und spricht schon von einem neuen Kalten Krieg.

    Die Augen kann man nicht verschließen. Man fühlt sich so ohmächtig.

  9. #5
    Gödel
    Gast

    Standard AW: Das Leid vom Affen, der kein Affe sein wollte

    Ich denke, der kalte Krieg war nie völlig verschwunden. Allein die wirtschaftliche Erschließungen der Bau von Bergbau-, Öl- und Erdgasanlagen hat es seitens Russlands stiller gemacht. In den USA waren es die Stellvertreterkriege in anderen Ländern.
    Doch spätestens seit 2013, PAK-Ta und ARMATA wird es wieder lauter. Die NATO rüstet vermeintlich in Norwegen mir einem Raketenschild statt in Infrastruktur zu investieren....

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