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Thema: Freundschaften, die lebenslang halten

  1. #31
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    Standard AW: Freundschaften, die lebenslang halten

    Lebenslange Freundschaften sind ein Glücksgriff.
    Die meisten möchten es heutzutage unkompliziert oder sind weg, wenn es einem mal längere Zeit schlecht geht.
    Insofern sagen viele sie wären ein Freund, doch wer es wirklich ist bewahrheitet sich erst, wenn es drauf ankommt. Wer dann da ist, kann als Freund bezeichnet werden. Ob es dann für eine lebenslange Dauer bestimmt ist, bewährt sich danach noch weiter.

    Ich hatte auch mal eine Freundin, die davon sprach ein lebenlang mit mir befreundet sein zu wollen. Als ich mal Hilfe brauchte, hatte ich es bitter bereut sie aufgesucht zu haben. Ich sag nur emotionale Erpressung, die mich da erwartet hatte.

    Insofern, heutzutage sind alte Werte wie Loyalität, Ehrlichkeit, Zusammenhalt usw. selten geworden.
    Vielmehr kämpfen wir damit, dass sich trotz Social Media etc immer mehr Menschen einsam fühlen. Geht durch alle Altersgruppen.

  2. Für den Beitrag danken: beihempelsuntermsofa, Metallworker, Ratte, Regis, Sarnade

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  4. #32
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    Standard AW: Freundschaften, die lebenslang halten

    Zitat Zitat von Charlette2 Beitrag anzeigen
    Vielmehr kämpfen wir damit, dass sich trotz Social Media etc immer mehr Menschen einsam fühlen. Geht durch alle Altersgruppen.
    Für dieses Gefühl der Einsamkeit sind (A)Soziale Medien eher ein Katalysator.
    “Civilized men are more discourteous than savages because they know they can be impolite without having their skulls split, as a general thing.”

    Robert E. Howard

  5. #33
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    Standard AW: Freundschaften, die lebenslang halten

    Heute ist Kontaktpflege leichter denn je, doch es wird keine solche mehr wirklich betrieben. Dass sich Menschen hinsetzen und Briefe schreiben oder Postkarten wie früher ist sehr selten.
    Damals hat man sich noch Zeit genommen seitenlange Briefe zu schreiben. Heute hat man nicht mal die Zeit für ein Ja oder Nein kurz per Sms. Da können Tage und Wochen ins Land ziehen.
    Sogar im Geschäftsleben ist das scheinbar normal geworden Mails nicht zu beantworten. Bei mehreren Immobilienmarklern erlebt. Interessiert man sich für eine Whg erhält man nicht mal eine Absage. Fragt man nochmal nach, kommt entweder auch nichts oder eine Ausrede.

    Das meinte ich mit trotz sozialer Medien, Werkzeuge, die die Kommunikation erleichtern.

    Ohne Komtaktpflege können aber keine Freundschaften entstehen. Erst recht keine lebenslangen.

    Unsere Gesellschaft ist dahingehend verkümmert.

    Insofern braucht es viel Glück, dass man auf Menschen trifft, die sich Zeit nehmen und auch an Lösungen arbeiten. Heutzutage wird schon bei Meinungsverschiedenheiten alles weggeschmissen.
    Insofern ist die erste Hürde überhaupt, dass eine Bindung entsteht. Dann dass sich diese in Konfliktsituationen als Freundschaft bewährt. Und schon da scheitert es in vielen Fällen.
    Geändert von Charlette2 (11.09.2019 um 13:52 Uhr)

  6. Für den Beitrag dankt: Sarnade

  7. #34
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    dort wo ich Freunde habe...
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    Standard AW: Freundschaften, die lebenslang halten

    Zitat Zitat von Charlette2 Beitrag anzeigen

    Unsere Gesellschaft ist dahingehend verkümmert.
    .
    Wobei sich da wieder die Frage stellt ob sie auch früher verkümmert wäre hätte es da schon Internet und Co gegeben...
    Leben ist, was dir passiert, während du andere Pläne machst.( J.Lennon)

    Imagine all the people living life in peace. You may say I'm a dreamer ...

    Die Hoffnung stirbt zuletzt...

  8. Für den Beitrag dankt: Sarnade

  9. #35
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    Standard AW: Freundschaften, die lebenslang halten

    Ich glaube an langjährige Freundschaften. An ein Gefühl von Zusammengehörigkeit. An Zuneigung und emotionale Verbindung. Ich bin da tief im Vertrauen. Das war nicht immer so. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, daß gerade das Vertrauen in das Band der Freundschaft diese schützt und weiterleben läßt. Mißtrauen führt dazu, das leicht etwas persönlich genommen wird, z.B. eine Zeit in der der Kontakt nicht so eng ist, als persönliche Zurückweisung erlebt wird. Vertrauen in den sicheren Boden der Freundschaft über Jahre, Entfernungen und unterschiedliche Lebensphasen und Lebenssituationen hinweg, ist für mich die Grundlage dafür, daß da auch nichts bewiesen werden muß. Die Freundschaften sind einfach. Und sie gehören zu meinem Leben. Keine Freundschaft ist wie die andere, aber jede ist Glück, wertvoll und ein Anker in meinem Leben.

    Eine meiner engsten Freundschaften besteht seit über 30 Jahren. Wir sind sehr gegensätzlich und unsere Leben verliefen unterschiedlich. Ich bin partnerlos mit Tieren lebend, freiheitsliebend und chaotisch. Sie ist immer organisiert, hat eine tolle Karriere gemacht, glückliche Ehe mit einem tollen Mann, mit dem ich auch gut befreundet bin und Mutter von zwei Kindern. Meinen Patenkindern. Wir sehen uns nicht so oft. Vielleicht alle 1 oder 2 Monate. Dann frühstücken und quatschen wir bis in den Abend. Oder ich schneie spontan zum Abendessen bei ihr rein. Früher haben wir viel mit den Kindern zusammen unternommen. Ansonsten überschneiden sich unsere Interessen nicht. Aber in uns ist das tiefe Wissen, daß uns unsere Freundschaft wichtig ist, sie dauerhaft trägt und wir einander im Leben begleiten. Da hat es durchaus auch schon Konflikte gegeben. Und das ein oder andere Mal hat eine von uns Mist gebaut. Zuletzt ich, als ich trotz Zusage ihren Umzug vergessen und ihr nicht geholfen habe. Da bin ich echt dankbar, daß meine Freundin so sozialkompetent ist, sich trotz Enttäuschung zu melden und zu sagen, ich bin total sauer auf Dich, aber ich stelle trotzdem unsere Freundschaft nicht grundsätzlich in Frage.

    Eine andere Freundschaft besteht auch seit fast 30 Jahren. Da ging es turbulenter zu, weil ich lange Jahre in ihn verliebt war, was aber von seiner Seite nicht erwidert wurde. Das war nicht einfach für uns zu händeln. Das ging nur mit großer Offenheit und immer wieder Einfühlen von beiden Seiten. Auch mit mehreren langen Kontaktpausen. Aber wir haben seine Partnerschaften, Ehe, Scheidung, das Großwerden der Kinder und meine untetschiedlichsten Lebensstationen miteinander erlebt. Seit vielen Jahren ist unsere Freundschaft wie Geschwister. Heute bin ich auch mit seiner Ex-Frau sehr befreundet. Er übrigens auch noch. Was uns verbindet ist auch in dieser Freundschaft die Sicherheit, daß wir einfach füreinander da sind und unsere Leben miteinander verbunden sind. Wir sind uns unendlich vertraut. Heute weiß ich, daß genau diese Vertrautheit, die irgendwie von Anfang an gegeben war, meine Verliebtheit begünstigte. Es war so sicher, meinen besten Freund zu lieben. Da mußte ich mich nie auf eine echte Liebesbeziehung einlassen, vor der ich wohl unbewußt Angst hatte. Heute haben wir Zeiten intensiven Kontakts, in denen wir uns häufig sehen und Zeiten, in denen über Monate nur mal gelegentlich ein paar Whatsapp Nachrichten ausgetauscht werden. Aber keiner von uns ist besorgt deswegen. Eben weil die Freundschaft sich schon über Jahrzehnte bewährt hat. Und wir spätestens über das Theaterspielen immer wieder zueinanderfinden. Entweder zu Auftritten oder Probenwochenenden.

    Sehr schön ist, daß aus dieser Freundschaft eine weitere enge Freundschaft zu der Tochter dieses Freundes entstanden ist. Aus dem Wochenendübernachtungsgast ist eine junge Frau geworden und es hat sich eine eigenständige Freundschaft über die Generationengrenzen hinweg entwickelt. Ich war selbst erstaunt, als das deutlich würde, daß das heute eine Freundschaft auf Augenhöhe trotz 30 Jahre Altersunterschied ist. Das ist gerade dabei sich zu etablieren und auf dieser neuen Ebene zu festigen. Da muß ich gerade lernen und sie spricht das ganz klar an, daß nicht mehr sie immer auf mich zukommen möchte so wie früher "wann kann ich denn mal wieder zu Dir kommen", sondern auch ich gefordert bin mich zu melden wie bei meinen anderen Freundinnen auch.

    Dann gibt es Freunde am anderen Ende des Landes, mit denen ich vor Jahrzehnten ganz eng war. Telefonate, Besuche, Familienfeiern. Und irgendwann hab ich mich nicht mehr gemeldet. Weiß selbst nicht mehr warum. War nicht mehr erreichbar. Meine Freunde haben 16 Jahre lang auf meinem Geburtstag auf den Anrufbeantworter gesprochen. Ich bin nie ran gegangen. Irgendwann die Kurve nicht mehr bekommen und mich geschämt, daß ich mich so lange nicht gemeldet hatte, daß ich mich trotz der lieben Worte nicht traute. Aber meine Freunde gaben nicht auf. Schrieben Urlaubskarten und Weihnachtsgrüße. Und als mein Vertrauen ins Leben und in mich selbst in den letzten Jahren immer stärker wuchs, habe ich mich dann eines Tages doch getraut den Hörer abzunehmen. Und meine Freunde haben mir keine Vorwürfe gemacht, sondern nur gesagt: "endlich. Wie schön. Wir haben dich doch so gern." Jetzt besuchen wir uns jeder einmal im Jahr für einige Tage und sind ansonsten über Whatsapp verbunden. Und auch mit der Schwester bin ich heute ganz eng. Das war so ein großzügiges Geschenk, daß mir meine Freunde durch ihre jahrelange Treue und Zuneigung gemacht haben. Ich hab das einfach all die Jahre nicht glauben können. Und jetzt ist das Teil meiner Lebenserfahrung und hat mich wahnsinnig ins Vertrauen gebracht, daß Freundschaften echt halten können. Das wirkt sich natürlich auch auf meine anderen Freundschaften und meine eigene Großzügigkeit als Freundin aus. Wenn man das erlebt hat, daß selbst ein so starker Kontaktabbruch eine Freundschaft nicht gefährdet, sondern diese wieder aufleben kann, das hat viel in mir verändert. Heute pflege ich Freundschaften viel mehr und vertraue auf die Großherzigkeit meiner Freunde, kann besser zu eigenen Fehlern stehen und natürlich vermeintliche Fehler von Freunden ganz anders annehmen. Nie wieder würde ich mich verschämt, ängstlich oder verletzt abwenden, sondern offen Gefühle äußern und Misstimmungen klären.

    Und dann hab ich noch das große Glück, vor 4 Jahren 3 neue Freundinnen auf einen Schlag gefunden zu haben. Kennengelernt haben wir uns über eine zweijährige schamanische Heilerausbildung. Heute sind wir echte Seelengefährtinnen. 2 von ihnen sehe ich min. alle 2 oder 3 Wochen. Die 3. wohnt leider weit weg. Wir besuchen uns so oft es geht. Mit allen bin ich mehrmals in der Woche fast täglich in whatsappkontakt oder wir telefonieren.

    Und dann gibt es noch die weiteren Freundschaften. Menschen, die ich selten sehe, weil sie weit weg wohnen oder viel reisen. Aber auch da hilft Whatsapp, um am Leben des anderen teilzuhaben und in Verbindung zu bleiben bis zum nächsten Treffen.

    Jahrzehntelang hatte ich nur wenige Freunde. Jetzt sind es so viele, daß ich meine Wochenenden verteilen muß. Weil ich wochentags kaum Zeit habe, nur für die 2 Freundinnen hier im Ort mal zum Spazierengehen oder einen kurzen Abendplausch, verlagert sich alles auf die Wochenenden.

    Ein ganzer Tag oder ein ganzes Wochenende miteinander verbracht schafft mehr Nähe und Verbindung. Ein Tag miteinander wandern, Ausflug, Städtetour, Kochen, Malen, Theaterspielen, Reden und Beisammensein, das festigt die Freundschaft.

    Bevor ich auf meine Reise im Sabatjahr gegangen bin, hat ein Schamane mir empfohlen, mit jedem Freund einen eigenen Abschiedstag zu machen. Von morgens bis nachts zusammenzusein und etwas zu Unternehmen. Die Freundschaft feiern und dafür dankbar zu sein. Ich hab das gemacht. Alle Freunde besucht und mit jedem einzeln einen Tag lang das Wunder unserer Freundschaft genossen. Es ist unglaublich, was für berührende und innige Tage das waren. Und wir alle haben dadurch gelernt, wie wichtig solche Tage der Freundschaft sind. So daß wir das nach meiner Rückkehr beibehalten haben. Und meine Freunde machen das jetzt auch ganz bewußt mit ihren Freunden.

    Vertrauen ist wichtig für Freundschaft. Aber auch, daß sie immer wieder gespürt wird. Und ihr Raum und Zeit eingeräumt wird.

    Ich kann heute sagen, ich bin gesegnet mit wunderbaren Freundschaften. Und ich zweifele nicht mehr an deren dauerhaftem Bestand.
    Geändert von bird on the wire (11.09.2019 um 17:31 Uhr)

  10. Für den Beitrag danken: beihempelsuntermsofa, miasma, Sarnade

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