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Thema: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schlecht

  1. #301
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Ich würde an deiner Stelle bewusst Ausschau halten nach Menschen, die etwas bescheidener und bodenständiger leben. Vielleicht kannst du dich in der Freizeit sozial engagieren, und sei es auch nur, dass du und deine Freundin in einem Tierschutzverein aktiv werdet oder ab und zu einen Hund aus dem Tierheim ausführt oder etwas Ehrenamtliches macht, das hilfsbedürftigen Menschen (z.B. Kindern, Senioren, Flüchtlingen) dient. Arrogante, nur an ihrer Karriere interessierte Menschen engagieren sich nicht in solchen Bereichen, da es ihnen persönlich nichts "nützt", was Kontakte zu einflussreichen, angesehenen Menschen etc. betrifft. Ihr würdet bei den ehrenamtlichen Helfern aber vielleicht auf mehr Menschen treffen, die zu euch passen, weil es ihnen nicht darum geht, mit Statussymbolen zu prahlen und möglichst viele Titel, Geld etc. anzuhäufen.

    Ich würde mir an deiner Stelle außerdem Hobbys zulegen und pflegen, bei denen man eben nicht typischerweise höhere Söhne und Töchter sowie Angeber trifft, die unter sich bleiben wollen. Tennis, Segeln und Golf scheiden damit schon mal aus. Such' dir etwas, was sich auch Bürokaufleute, Arzthelferinnen und einfache Handwerker ohne Weiteres leisten können. Wenn ich die Zeit hätte, würde ich mir einen Hund anschaffen und mich mit anderen Hundebesitzern treffen. Es gibt doch z.B. Trainingsplätze für Hunde, wo die Tiere miteinander spielen können, erzogen und vielleicht sogar ausgebildet werden. Natürlich würde ich mir keine "Mode"-Hunderasse anschaffen, die gerade in Angeberkreisen oder vor allem bei wohlhabenden Menschen verbreitet ist.

    Kann aber auch gut sein, dass du lernen musst, ein Stück Einsamkeit zu ertragen. Ich habe auch nicht viele Freunde und Bekannte, da ich zwar Akademikerin und finanziell sogar recht gut abgesichert bin, aber dennoch nicht das typische Leben eines "Erfolgsmenschen" führe. Ich habe weder eine eigene Familie noch besitze ich die gängigen Statussymbole wie Eigenheim mit Garten, "dickes" Auto, mehrmals jährlich teure Reisen, Trendfood mit erlesenen Zutaten statt solider Hausmannskost etc. Stamme auch nicht aus einem reichen, privilegierten Elternhaus, musste mir alles mühsam selbst erarbeiten, habe es auf dem Weg dorthin aus verschiedenen Gründen nicht leicht gehabt, und in vielen Dingen (auch privat) hat auch einfach das nötige Quäntchen Glück gefehlt. Ich fühle mich auch oft als Einzelgängerin und Außenseiterin. Aber was hätte ich von einem großen Bekanntenkreis, alles typische arrivierte Akademiker, in dem ich mich ständig wie ein Fremdkörper fühlen würde? Die Typen lassen dich das ja auch immer wieder auf kränkende Weise spüren, wenn sie meinen, dass du nicht zu ihnen passt. Da bin ich lieber allein und habe nur sehr wenige Bekannte, die ich ab und zu treffe, in deren Gesellschaft ich mich dann aber wenigstens auch wirklich wohl fühle.
    Geändert von Lavender C. (12.08.2018 um 15:00 Uhr)

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  3. #302
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Kürzlich las ich in der Online-Ausgabe einer Zeitung einen Beitrag "Arm und Reich in Madrid an einem Tisch". Da wird von dem erwirtschafteten Gewinn des Restaurants "Robin Hood" abends armen Leuten kostenlos eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt. Es gibt auch einen Solidaritätsautomaten. In den können die reicheren Gäste tagsüber ein paar Euros einwerfen. Obdachlose können dafür kostenlos duschen, einen Kaffee oder ein Brot erhalten oder Ähnliches. https://www.welt.de/vermischtes/article161510967/Hier-zahlen-Reiche-und-Arme-essen-umsonst.html
    www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/spanien-restaurant-robin-hood-100.html

    Solche Sozialprojekte sollte man in Deutschland auch einführen. Immerhin gibt es hier ja auch schon seit 25 Jahren die Tafel-Bewegung und Suppenküchen. Statt nur mit ihren Studienabschlüssen, beruflichen Erfolgen und Statussymbolen zu protzen, sollten die selbsternannten Supermenschen auch hier in Deutschland lieber mal einen auch für sie spürbaren Geldbetrag für solche Projekte abgeben.

    Besser noch: Sie sollten sich solche Projekte mal vor Ort ansehen und die armen Leute vielleicht mal selber für zwei oder drei Wochen bedienen, auch wenn sie dafür ihren dringend notwendigen Erholungsurlaub in Neuseeland oder auch nur den Skiurlaub in Lech "opfern" müssen. Vielleicht würden sie dann begreifen, wie privilegiert sie dank glücklicher Umstände sind und wie taktlos es ist, dies weniger vom Schicksal verwöhnten Menschen auch noch ständig unter die Nase zu reiben.

    Und Menschen, die bei solchen Projekten ehrenamtlich mitwirken, setzen im Leben bestimmt andere Prioritäten als das Ziel, möglichst viele materielle Güter anzuhäufen und ihre Mitmenschen auf der Erfolgsleiter auf die Plätze zu verweisen.
    Geändert von Lavender C. (12.08.2018 um 20:33 Uhr)

  4. #303
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Hallo Lavender,

    von einem Akademier hätte ich die Zeilen deines vorletzten Posts tatsächlich nie erwartet.

    Vielleicht habe ich einfach ein völlig anderes Werteverständnis, das in dieser Gesellschaft aber keinen Platz mehr hat. Manchmal dachte ich mir auch schon ob es der Sinn des Lebens sein kann, Jahrzehnte der Karriere hinterherzulaufen wenn man am Ende doch nichts mitnehmen kann.

    Es geht immer nur um Konsum, was man ist und was man hat.
    Warum eigentlich?

    Sind die Menschen heute nicht mehr in der Lage sich auf eine grüne Wiese voller gelber Blumen zu legen und sich daran zu erfreuen? Vielleicht macht mich auch dieses System krank, und leider lebt es mir mein Umfeld nunmal besonders vor. Wie gesagt, ich fühle mich jeden Tag in einer Art Wettbewerb, mit der Gewissheit stets den Kürzeren zu ziehen. Da verliert man ehrlich gesagt auch irgendwann die Lust und liegt manchmal einfach nur da um über die Sinnhaftigkeit zu grübeln.

  5. Für den Beitrag dankt: Lavender C.

  6. #304
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Ja, in Dörfern scheint dieses Verhalten am stärksten ausgeprägt zu sein. Die schlimmsten neureichen Angeber, die ich kenne, leben auch in einem Dorf und haben auch nie woanders gelebt. Die leben nur für den guten Ruf ihrer Familie und ihre Selbstbeweihräucherung, ihre Statussymbole, den Vergleich mit anderen und das Übertrumpfen anderer - egal, ob es um berufliche oder private Erfolge und Errungenschaften geht. Alles, was sonst noch so in der Welt vorgeht, interessiert sie bestenfalls am Rande, und obwohl sie durch Urlaubs- und Dienstreisen schon einiges von der Welt gesehen haben, scheint ihr Horizont die Ausmaße einer Untertasse nicht zu überschreiten. Alles, was von ihrer eigenen Art der Lebensgestaltung abweicht, wird niedergemacht, ins Lächerliche gezogen oder im günstigsten Fall ignoriert. Selten habe ich in dieser Altersgruppe intolerantere Menschen kennen gelernt. Rollenvorstellungen wie in den 1950er Jahren. Ätzend! Da würde ich es nicht aushalten.
    Genau das kann ich auch bestätigen: Genau so ist das Verhalten der allermeisten Dorfbewohner. Schlimm. Aber was will man da machen? Entweder man macht das alles irgendwie mit, zieht sein ganzes Leben die Ohren auf durchzug, oder man zieht weg. Letzteres werde ich nächstes Jahr machen.

    Bestimmt tust du den richtigen Schritt, wenn du dich im nächsten Jahr aus diesem Umfeld entfernst.
    Ich habe darüber schon viele Jahre konkret nachgedacht. Habe Vor- und Nachteile gegeneinanderabgewogen, habe geschaut, wie ich mich verändern kann (privat wie beruflich)... und nun ist für den nächsten Sommer eine berufliche Veränderung in konkreter Aussischt. Sie passt genau in mein Profil und deckt sich auch noch mit meinen privaten Interessen. Hinzu kommt, dass ich aufgrund meines Alters auch nicht mehr lange die entsprechende staatliche Förderung erhalten würde, sodass ich diese Chance definitiv wahrnehmen werde.

    Ich habe nicht die Illussion zu glauben, in einer Großstadt, ca. 300 km von meinem Heimatdorf weg, leben nur superliebe Menschen. Aber es wird definitiv ein anderer Menschenschlag sein, weil es a) Stadtbewohner sind und b) eine ganze andere Region.

    Zwar haben Leute auf dem Lande oft mehr Gesellschaft, Festivitäten und Nachbarschaftshilfe, Bauen ist auch wesentlich günstiger - aber zu welchem (immateriellen) Preis! Da kriegten mich keine zehn Pferde hin.
    Genau.

    Wobei diese Gesellschaft auch nervig sein kann, wenn einen die Nachbarn bzw. Dorfbewohnern mit ihrer Neugierde und Klatsch und Tratsch nerven. Generell sind mir solche Menschen, die vorneherum einen auf nett und lustig machen und dann in meiner Gegenwart über eine x-beliebige Person am herziehen, äußerst suspekt. Genau jene ziehen dann auch in deren Gegenwart über mich her.

    Von den Dorffesten halte ich nicht viel. In meinen Augen ein reines Saufgelagere und Herumgehure. Ich bin schon mein ganzes leben Anti-Alkoholiker und werde das auch bleiben. Auf solchen Dorffesten wird aber immer nur getrunken und wer, dort nüchtern ist, gehört einfach nicht dazu.

    Die Nachbarschaftshifle kann in der Tat gut sein. Es kommt halt auf die Nachbarn an. Aber meistens wollen sie dann als "Gegenleistung" Mitspracherecht in privaten Angelenheiten haben. Das geht mir persönlich immer ziemlich auf die Nerven.

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