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Thema: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schlecht

  1. #296
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Zitat Zitat von Niele255 Beitrag anzeigen
    Ich kann weder meinen Status mal eben ändern, noch meine Vergangenheit.
    An der Vergangenheit kannst du in der Tat nichts ändern, an deinem jetzigen Status aber schon. "Mal eben" zwar nicht. Aber die anderen haben ihren Status auch nicht "mal eben" erreicht, sondern mussten in den meisten Fällen auch etwas dafür tun. Die einen mehr, die andren - mit dem reichen bzw. spendablen Papi oder Opi - eben weniger. Auch du kannst deinen Status allmählich verändern, wenn du es wirklich willst und es dir die damit verbundenen Anstrengungen wert ist. Ist dir dieser Weg in Anbetracht der Rahmenbedingungen deines Lebens aber zu mühselig, musst du dir eingestehen, dass es dir persönlich wohl doch nicht so wichtig ist. Ohne "die anderen" wärst du eigentlich ganz zufrieden, nur der Vergleich mit ihnen führt dazu, dass du dich schlechter fühlst.

    Du schreibst, wenn du dich von den Menschen distanzieren würdest, die du beneidest, stündest du am Ende ganz allein da. Das heißt aber doch, dass du dich ausschließlich mit Menschen umgibst, denen es besser geht als dir. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es keinen einzigen Menschen in Deutschland geben soll, dem es vergleichbar gut geht wie dir oder schlechter. Vielleicht solltest du jetzt damit anfangen, dir allmählich einen anderen Bekanntenkreis aufzubauen.

    Der andere Weg ist, dir bewusst zu machen, dass du unter Berücksichtigung deiner Herkunft, Lebensgeschichte etc. vielleicht gar nicht (so viel) weniger erreicht hast als die beneideten anderen. Vielleicht sogar mehr. Wenn diese Leute schon vom Elternhaus her viel bessere Startbedingugen hatten (damit meine ich beileibe nicht nur das Finanzielle oder Bildungsmäßige, sondern z.B. auch den physischen und psychischen Gesundheitszustand der Eltern, die Qualität der Ehe/Partnerschaft der Eltern, die ganze familiäre Atmosphäre, ob jemand vielleicht früh seine Eltern verloren hat oder aufgrund einer Scheidung nur mit einem Elternteil aufgewachsen ist, ob es liebevolle, ihren Kindern zugewandte Eltern waren, ob man bereits in der Kindheit/Jugend schwere Schicksalsschläge oder Sorgen verkraften musste etc.), dann ist es doch kein Wunder, dass sie (scheinbar) mehr "erreichen". Wenn zwei Läufer auf einer 400 m-Bahn laufen sollen, der eine fängt beim Punkt 0 m an und der andere bereits beim Punkt 200 m, dann ist derjenige, der bei 200 m anfängt, zwar wahrscheinlich schneller am Ziel als der erste, aber dafür brauchte er insgesamt ja auch nur 200 m zurückzulegen, während der erste die ganze 400 m-Strecke bewältigen muss. Verstehst du, was ich meine? Vielleicht ist der, der bei 0 m angefangen hat, sogar schon bei 300 m angelangt zu dem Zeitpunkt, zu dem der, der bei 200 m angefangen hat, die 400 m-Grenze überschreitet. Bedeutet aber, dass der bei 0 m Gestartete in derselben Zeit eine viel längere Strecke geschafft hat als der bei 200 m Gestartete, auch wenn er am Ende immer noch 100 m hinter diesem liegt. Vielleicht ist derjenige, der die 400 m-Grenze erreicht, auch von anderen mehr angefeuert worden oder hat sich sogar gedopt.

    Diese Überlegung mache ich mir ganz oft bewusst. Ich bin nämlich auch eher ein 0 m-Starter (ohne Doping ) und habe mir schon oft Angebereien von 200 m- oder gar 300 m-Startern (oder deren Eltern) anhören müssen, die ja ach so stolz auf ihre Leistungen (oder die ihrer Kinder) waren. Manchmal sind diese Leute aber sogar so ehrlich und selbstkritisch, dass sie zugeben, von Anfang an privilegiert gewesen zu sein. Warum soll ich sie dann beneiden und unsympathisch finden? In Wirklichkeit bin doch sogar ich diejenige, die unter Berücksichtigung der Startbedingungen mehr geschafft hat.

    Mal ganz davon abgesehen, dass das ohnehin nicht das ist, was den Wert eines Menschen ausmacht. Vielleicht solltest du dich mal mit der Frage intensiver beschäftigen und auch die spirituelle Dimension dabei nicht ganz außer Acht lassen.
    Geändert von Lavender C. (10.08.2018 um 08:15 Uhr)

  2. Für den Beitrag dankt: NeoMatrix

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  4. #297
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Guten Morgen Lavender,

    besten Dank. Deine Beiträge inspirieren mich immer wieder, und du schreibst als würdest du mich schon Jahre kennen.

    Was ich unterschreiben kann: "ohne die anderen wärst du eigentlich ganz zufrieden"....
    In gewisser Hinsicht geht es dabei wohl auch um gesellschaftlichen Druck, also das was die Anderen oder auch die Medien vorleben. Irgendwann war ich an einem Punkt der mir suggeriert hat, du kannst da nicht mithalten, du bist gescheitert.

    Bestimmt gibt es Menschen die ähnlich wie ich sind, da scheine ich aber nun mal die besondere Gabe zu haben immer auf solche zu treffen die Erfolge vorweisen können. Wie weiter vorne schon jemand schrieb: wenn man Angst vor Zipfelmützen hat, wird man irgendwo welche sehen.

    Auch hast du recht was die Lebensgeschichte angeht: Da war z.B. die Scheidung der Eltern, Rosenkrieg, Umzug in fremde Stadt, Verlust von Freunden usw. Das hat meine schulischen Leistungen beeinträchtigt. Der eine geht eben leichter damit um, der andere nicht. Dann war da eben noch Pech was Ausbildungsbetrieb und die weiteren Entscheidungen anbelangte.
    Während ein anderer halt mal gleich durch einen bekannten bei Daimler untergekommen ist.
    Ich wurde auch von den Eltern nicht besonders gefördert, meine Mutter zog weg, mein Vater war beruflich so eingespannt, dass ich stets mir selbst überlassen war. Mit der neuen Partnerin kam ich überhaupt nicht klar, weil ich plötzlich in den eigenen 4 Wänden immer aufpassen musste was ich tun oder lassen soll.

    Aber das kann man nicht mehr zurückdrehen.

    Der Wert des Menschen - hm - wenn mir jemand diese Frage stellt, würde ich glaub spontan andere Dinge aufzählen wie Geld, Autos, Häuser oder sonst was. Wahrscheinlich kann ich dir deine Frage sogar mit Nein beantworten, wenn es darum geht ob ich mit aller Gewalt zu einem gewissen Mehr-Status kommen will/muss. Einige zahlen dafür sicher auch einen gewissen Preis.

    Es ist eben so verdammt schwierig in diesem Umfeld zu bestehen, und es drehen sich nunmal die Dinge immer überwiegend um Leistung und Erreichtes.

  5. Für den Beitrag dankt: Lavender C.

  6. #298
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Zitat Zitat von Niele255 Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich kann ich dir deine Frage sogar mit Nein beantworten, wenn es darum geht ob ich mit aller Gewalt zu einem gewissen Mehr-Status kommen will/muss. Einige zahlen dafür sicher auch einen gewissen Preis.
    Du brauchst dir doch nur nur die aktuelle Berichterstattung über Jan Ullrich und Til Schweiger zu Gemüte zu führen. Beide können sich nicht benehmen. Ullrich ist offensichtlich schwer drogensüchtig, jetzt sogar in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht, da er eine akute, erhebliche Gefahr für andere und wahrscheinlich auch für sich selbst darstellt. Den braucht man wirklich nicht zu beneiden. Das alles trotz oder vielleicht sogar wegen seiner früheren Erfolge. Sein Absturz zieht sich schon über so viele Jahre, dass ich erhebliche Zweifel daran habe, dass er da jemals wieder herausfindet. Er hätte schon viel früher professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müssen, ist schon seit mindestens einer Dekade immer wieder unangenehm aufgefallen und straffällig geworden. Auch hatte er keinen Grund, sich mit Alkohol volllaufen zu lassen und auch noch Amphetamine zu nehmen. Er besaß ein Millionenvermögen, Villen im Ausland, hatte eine vorzeigbare Frau (und betonte in jedem Interview, wie glücklich er doch mit ihr sei), hat drei Söhne und aus einer früheren Beziehung eine inzwischen 15-jährige Tochter. Da sind andere Menschen viel übler dran und gehen trotzdem tapfer mit ihrem Schicksal um. Nehmen keine Drogen und lassen sich auch sonst nichts zuschulden kommen. Dürfen sich aber zum Dank dafür obendrein die Angeberstorys über ach so außergewöhnlich und vielseitig talentierte, erfolgreiche Leute anhören.

    Schweiger benimmt sich auch wie ein Prolet. Schon allein seine primitive, schnoddrige Ausdrucksweise, dabei betont er immer, er hätte sein Abitur mit 1 Komma noch was bestanden. Wer weiß, welche Mittelchen er sich einwirft oder in der Vergangenheit eingeworfen hat. Der braucht sich über Ullrich auch nicht so erhaben zu fühlen.

    Die beiden mögen Extremfälle sein, aber du kannst darauf wetten, dass sich hinter den Kulissen der Erfolgsfassaden, die andere Menschen pflegen, vielfach auch Abgründe auftun. Nur ahnt das niemand, und wenn es keine Promis sind, berichtet auch die Boulevardpresse nicht darüber. Kein Mensch ist so perfekt, dass er nur Erfolge und Hochbegabungen zu verzeichnen hat, aber keine Schwächen, Niederlagen, Schicksalsschläge und Probleme kennt. Und diejenigen, die am meisten betonen, wie toll bei ihnen angeblich in jeder Beziehung alles läuft, haben oft am meisten zu verbergen. Mich kotzt so viel Verlogenheit nur noch an und ich entziehe mich dem, soweit es mir möglich ist.

    Das Schlimmste ist, dass erschreckend viele Menschen keine Rücksicht mehr auf andere nehmen und auch kein Interesse mehr am Ergehen anderer haben, von Hilfsbereitschaft ganz zu schweigen. Man denkt nur noch an sich selbst und vielleicht noch die allerengsten Familienangehörigen. Kontakte zu anderen außerhalb dieses erlauchten Kreises pflegt man nur noch, weil man sich persönliche Vorteile davon verspricht oder ein Publikum für seine Erfolgsgeschichten braucht. Es mag zynisch klingen, aber manchmal glaube ich, es liegt daran, dass hier schon seit 1945 kein Krieg mehr war. Den meisten Menschen geht es einfach zu gut.
    Geändert von Lavender C. (11.08.2018 um 11:02 Uhr)

  7. Für den Beitrag dankt: NeoMatrix

  8. #299
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    Standard AW: Neid und Unwohlsein in Gegenwart von erfolgreicheren "Freunden". Fühle mich schle

    Zitat Zitat von Lavender C. Beitrag anzeigen
    Kein Mensch ist so perfekt, dass er nur Erfolge und Hochbegabungen zu verzeichnen hat, aber keine Schwächen, Niederlagen, Schicksalsschläge und Probleme kennt. Und diejenigen, die am meisten betonen, wie toll bei ihnen angeblich in jeder Beziehung alles läuft, haben oft am meisten zu verbergen. Mich kotzt so viel Verlogenheit nur noch an und ich entziehe mich dem, soweit es mir möglich ist.
    Sehr gut geschrieben und Du hast meine vollste Zustimmung.

    Allerdings kann man das auch auf die "Normalbevölkerung" beziehen. Promis interessieren mich überhaupt nicht, weil ich mich schon seit Jahren von dem Konsum- und Verblödungsmedien komplett abgekapselt habe.

    Dafür sehe ich ein solches Verhalten leider immer wieder in meiner Familien und einigen Menschen im Dorf. Es ist wirklich schwer, so etwas nicht an sich heranzulassen, weil man sich auf so engem Raum kaum aus dem Weg gehen kann. Da hilft eigentlich nur ein Umzug. Genau dieser würde auch nächsten Sommer anstehen - im Rahmen einer beruflichen Veränderung. Bis dahin wird noch jede Menge Durchhaltevermögen gefordert sein, so viel Heuchlerei und Selbstbeweihräucherei zu überstehen.

    In meinem konkreten Fall, ist es ganz schlimm zu Weihnachten, wenn man "auf Knopfdruck" gute Laune machen soll. Normalerweise gehe ich Weihnachten nicht zur Familie hin, aber man ist doch dünnheutiger als sonst und ich jedenfalls kann so etwas deutlich fühlen.

  9. Für den Beitrag dankt: Lavender C.

  10. #300
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    Zitat Zitat von NeoMatrix Beitrag anzeigen
    Allerdings kann man das auch auf die "Normalbevölkerung" beziehen.
    Ganz meine Meinung.

    Zitat Zitat von NeoMatrix Beitrag anzeigen
    Dafür sehe ich ein solches Verhalten leider immer wieder in meiner Familien und einigen Menschen im Dorf. Es ist wirklich schwer, so etwas nicht an sich heranzulassen, weil man sich auf so engem Raum kaum aus dem Weg gehen kann. Da hilft eigentlich nur ein Umzug. Genau dieser würde auch nächsten Sommer anstehen - im Rahmen einer beruflichen Veränderung. Bis dahin wird noch jede Menge Durchhaltevermögen gefordert sein, so viel Heuchlerei und Selbstbeweihräucherei zu überstehen.
    Ja, in Dörfern scheint dieses Verhalten am stärksten ausgeprägt zu sein. Die schlimmsten neureichen Angeber, die ich kenne, leben auch in einem Dorf und haben auch nie woanders gelebt. Die leben nur für den guten Ruf ihrer Familie und ihre Selbstbeweihräucherung, ihre Statussymbole, den Vergleich mit anderen und das Übertrumpfen anderer - egal, ob es um berufliche oder private Erfolge und Errungenschaften geht. Alles, was sonst noch so in der Welt vorgeht, interessiert sie bestenfalls am Rande, und obwohl sie durch Urlaubs- und Dienstreisen schon einiges von der Welt gesehen haben, scheint ihr Horizont die Ausmaße einer Untertasse nicht zu überschreiten. Alles, was von ihrer eigenen Art der Lebensgestaltung abweicht, wird niedergemacht, ins Lächerliche gezogen oder im günstigsten Fall ignoriert. Selten habe ich in dieser Altersgruppe intolerantere Menschen kennen gelernt. Rollenvorstellungen wie in den 1950er Jahren. Ätzend! Da würde ich es nicht aushalten.

    Bestimmt tust du den richtigen Schritt, wenn du dich im nächsten Jahr aus diesem Umfeld entfernst. Zwar haben Leute auf dem Lande oft mehr Gesellschaft, Festivitäten und Nachbarschaftshilfe, Bauen ist auch wesentlich günstiger - aber zu welchem (immateriellen) Preis! Da kriegten mich keine zehn Pferde hin.
    Geändert von Lavender C. (11.08.2018 um 15:07 Uhr)

  11. Für den Beitrag dankt: NeoMatrix

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