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Thema: Psychisch angeschlagene Bekannte

  1. #1
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    Standard Psychisch angeschlagene Bekannte

    hallo zusammen

    Ich wusste nicht genau, in welche Katergorie ich es posten soll. Bei der person handelt es sich nicht direkt um eine Freundin, eher um eine Bekannte. Nenne wir sie hier S.

    Sie hat psychische probele und berichtet regelmässig davon, wie sie von der engeren Familie gedemütigt würde. Es würde ständig auf ihrem Äusseren rumgehackt, sie werde von Familienaktivitäten ausgeschlossen, weil ihre Familie sie für zu hässlich befinden würde und auch auf der Arbeit sei ihr Äusseres Nonstopthema. Irgendwie haben sich ihre "Berichte" immer verschlimmert, d.h. was ihre Familie angeblich ständig zu ihr sage wurde immer krasser.

    Vor einigen Monaten traf ich zufällig ihre Mutter und ihren Ehemann bei einem Kurs und ich habe irgendwann die Mutter zur Seite genommen und ganz vorsichtig angesprochen, was S. mir da berichtete. Die Mutter sah sehr geschockt aus und stritt alles ab, behauptete dass im Gegenteil die Familie sehr darauf aus sei, S. zu unterstützen und dass man sie schon lange von einer Therapie überzeugen versuche. Auf mich wirkte das ganze nicht wie wenn die Mutter lügen würde, ich habe die Mutter in den paar Malen, in denen ich sie bisher gesehen habe, auch nicht so erlebt, als würde ich ihr die Sachen, die die S. angeblich antut, zutrauen.
    Das heisst nicht, dass es nicht sein kann, dass S. tatsächlich von ihrer Familie misshandelt wird, nur verstärkt es meinen Verdacht, den ich schon vorher hatte, dass sich das vor allem in S. Kopf abspielt.

    Also liegt für mich die Vermutung Nahe, dass S. Problem bei sich selber liegt.
    Nur weigert sich S. vehement, professionelle Hilfe zu suchen.
    Und das Problem ist nicht S. alleine. S. hat einen Schrebergarten, in dem sie alle möglichen Tiere hält. In letzter Zeit verwahrlosen diese Tiere aber zunehmends, eigentlich können sie nur durch Hilfe von Aussen versofrt werden. mehrmals pro Woche geht jemand aus dem bekanntenkreis hin und kontrolliert, da oft kein Wasser/Futter dort ist oder länger nicht ausgemistet wurde. S. schafft es einfach nicht, die Tiere zu versorgen.
    Die Tiere sind auch S. Hauptargument gegen eine Therapie: Ihre Tiere würden nur mit ihr überleben, wenn sie in Therapie gehen würde und sich jemand anderes um die tiere kümmern würde, würden diese sterben.

    Das führte nun dazu, dass letzte Woche wir, die jetzt immer die Tiere versorgt haben, S. konfrontiert haben, dass es so nicht weitergeht. De facto werden die Tiere ja schon von fremden versogt, da sie kaum mehr mit der Grundversorgung nachkommt. S. reagiert wie erwartet furios, schrie regelrecht sie werden niemals in Therapie gehen und die Tiere "Mörder" überlassen. Wir waren in einem öffentlich Bereich und plötzich stiess eine Frau, die wir alle noch nie gesehen hatten dazu. Nennen wir sie L. L. ist wie sich herausstellte eine langjährige Freundin von S. und fing sogleich an, S. zuzureden, dass sie alles richtig mache. L. bestärkte S. in ihrem Punkt, ein Missbrauchsopfer zu sein und nannte das, was wir machen ebenfalls Missbrauch. Ausserdem bestärkte sie S. darin, nicht in Therapie zu gehen, das es "das richtigste überhaupt" sei, dass S. bei ihren Tieren bleibt. L. nannte S. "Heldin" dafür, dass sie sich so vehement gegen Therapie wehrt zum (vermeinlichen) wohl ihrer Tiere.

    Was würdet ihr mir empfehlen. Mich da einfach rauszuklinken, da ja offenbar Hilfestellungen gar nicht fruchten können wenn S. in ihrer Ansicht der Dinge noch bestärkt wird?
    Mein Partner hat vorgeschlagen, dass wir aufhören, den Stall zu misten und die Tiere zu tränken und wenn S. das nicht selber auf die reihe kriegt den psychiatrischen Notdienst udn den Tierschutz einzuschalten. ich weiss aber nicht, ob das zu schon angemessen ist...

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  3. #2
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    Standard AW: Psychisch angeschlagene Bekannte

    Zitat Zitat von January Beitrag anzeigen

    Was würdet ihr mir empfehlen. Mich da einfach rauszuklinken, da ja offenbar Hilfestellungen gar nicht fruchten können wenn S. in ihrer Ansicht der Dinge noch bestärkt wird?
    Mein Partner hat vorgeschlagen, dass wir aufhören, den Stall zu misten und die Tiere zu tränken und wenn S. das nicht selber auf die reihe kriegt den psychiatrischen Notdienst udn den Tierschutz einzuschalten. ich weiss aber nicht, ob das zu schon angemessen ist...
    Ich finde den Rat Deines Partners sehr gut und sehr richtig.

    Je mehr ihr für die Bekannte tut und sie versucht zu retten, desto mehr fühlt sie sich bestätigt und es ändert sich nichts.

    Sie muss einfach auf die Nase fallen, damit sich was bewegt.

  4. Für den Beitrag dankt: January

  5. #3
    Registriert Avatar von Mauii
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    Standard AW: Psychisch angeschlagene Bekannte

    Ich habe ehrlich gesagt aus Deinen Zeilen nicht den Eindruck, dass Du wirklich dem Menschen S. helfen möchtest... Du verurteilst und möchtest ihr offensichtlich nicht glauben. Ihre Mutter auf das was S. Dir im Vertrauen erzählt hat anzusprechen, war ein ziemlich heftiger Vertrauensbruch mit dem Potenzial die Lage von S. damit deutlich zu verschlimmern. Eltern die ihre Kinder missbrauchen ist das für Außenstehende übrigens meistens nicht anzumerken... und schon gar nicht ist zu erwarten, dass Täter gleich "Ja, stimmt!" rufen, wenn sie ein Dritter auf den Verdacht des Missbrauchs anspricht. Hast Du das tatsächlich geglaubt? So manch ein Täter kann sich nach außen bestens und sehr überzeugend verkaufen...

    Desweiteren sollte endlich mal mit dem absoluten Irrglauben aufgeräumt werden, dass es so leicht sei überhaupt einen Therapieplatz zu bekommen. Das ist nämlich ganz und gar nicht der Fall. Wenn S. eine ambulante Therapie machen wollen würde, müsste sie zunächst Listen von Therapeuten abtelefonieren - bei einem Großteil davon würde sie nur Anrufbeantworter erreichen die ihr mitteilen, dass momentan keine neuen Patienten mehr angenommen werden. Andere haben Wartelisten von locker einem Jahr bis man dort überhaupt einen Termin bekommt... und dann ist ja noch nicht einmal gesagt, dass die Chemie genau mit diesem Therapeuten stimmt.

    Du sagst Ihr würdet erwägen nun den Sozialpsychiatrischen Dienst einzuschalten.... der schreitet jedoch nur - mit Zwangseinweisung - ein, wenn eine Person eine echte Gefahr für sich oder andere Personen darstellt. Ja, man kann sich auch selbst in eine Akut- Psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses einweisen... bei akuter Suizidgefahr. In beiden Fällen bedeutet das dann festgehalten werden auf einer geschlossenen Station und reines Ruhigstellen, jedoch keine Therapiei. Sprich, man verhindert nur kurzfristig die akute Gefahr, bewirkt damit jedoch nicht langfristig eine Verbesserung für den Patienten.

    Offene Stationen mit echter Therapie haben lange Wartelisten auf einen Platz. Und selbst wenn S. einen solchen Platz bekommen sollte, was wäre danach?? Ein Mensch ist kein defekter Gegenstand, den man nur mal eben in eine Werkstatt (=Therapie) stecken muss und anschließend kommt er heil wieder heraus. Nach einigen Wochen wird jeder Patient aus der Klinik entlassen und in sein gewohntes, altes Umfeld zurückgeschickt... wenn dort dann immer noch kein echter Beistand, aber weiterhin sogar Missbrauch besteht, fällt jeder Patient wieder in sein altes Loch...

    Was ich damit sagen möchte: Therapie ist gut und sinnvoll. Sie ist jedoch überhaupt nicht so einfach zu bekommen wie im Volksmund gern geglaubt und lapidar dahingesagt wird. Und sie genügt auch nicht, wenn ansonsten kein stützendes Umfeld zuhause vorhanden ist. Menschen mit Psychischen Problemen brauchen echte Empathie, Freunde und Unterstützung. Zusammen damit kann auch eine Therapie wirken und wirklich helfen. Ohne das nicht. Unsere Gesellschaft muss also aufhören das Problem einfach mit "XY soll halt in Therapie gehen!" von sich zu schieben, sondern sollte selbst auch für Betroffene Menschen da sein und unterstützen.

    Die Tiere sind nochmal ein anderes Kapitel... ich würde S. ehrlich gemeinte Hilfe diesbezüglich anbieten, da die Tiere vielleicht ihr letzter Halt sind. Weiterhin gutes, aber verständnisvolles, unterstützendes Zureden zu einer echten Therapie, keiner Akutpsychiatrie, könnte langfristig dann auch Erfolg bringen.
    Geändert von Mauii (20.04.2017 um 23:44 Uhr)

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