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Thema: Zwischen 2 Fronten

  1. #1
    dsfjhrewfdsgf
    Gast

    Standard Zwischen 2 Fronten

    Mein Vater sorgt sich schon seit langem um den Gesundheitszustand meiner Mutter, da sie ein Trinkproblem hat. Leider kam es deswegen zwischen den beiden immer wieder zu Streit.
    Er wirft ihr dann vor sie trinke zu viel und er könne da nicht mehr länger zuschauen und sie meint, dass ihn das nichts angeht, er würde ihr den Spass blos nicht gönnen und suche damit nur wieder einen Grund sie zu ärgern. Er möchte, dass sie selber einsieht, dass sie ein Alkohlproblem hat,
    und schleift sie dafür quer durchs Haus um ihr die ganzen leeren Flaschen zu zeigen, die irgendwo versteckt sind.
    Meine Mutter behauptet dann nur die würden dort schon seit Jahren liegen und er hätte nur wieder Wahnvorstellungen, weil das in seiner Familie früher so war. Meine Mutter wird dann immer lauter und irgendwann redet sie gar nichts mehr mit ihm für ein paar Tage.

    In den letzten Jahren habe ich langsam doch meinem Vater angefangen zu glauben, dass es ihm wirklich nur um die Gesundheit geht und nicht, dass er ihr einfach keinen Spass gönnen will, ganz im Gegenteil zu meinen Schwestern, die voll auf der Seite meiner Mutter stehen. Mein Vater hat auch schon oft mit mir darüber geredet. Ich denke das beste wäre es, einen Labortest zu fälschen, um ihr zu beweisen, dass bereits ihre Gesundheit darunter leidet, was meinem Vater ohne Probleme möglich wäre, er ist ja schliesslich Arzt. Allerdings meinte er, dass würde nicht viel bringen und der einzige Weg wäre es, dass sie es SELBST EINSIEHT, dass das nicht mehr normal ist.

    Ich habe auch schon probiert mit meiner Mutter darüber zu reden, allerdings reagierte sie total AGGRESSIV. Auf den Vorschlag hin, sie sollte mal, nur um meinen Vater zu beweisen, dass sie nicht alkohlsüchtig wäre, einen Monat keinen Alkohl trinken, meinte sie nur: " .. ich trinke ja eh nie was, höchstens amal Wochenende .. aber selbst dann ist er ja beleidigt .. er kann einem wirklich alles verderben ..". Ich meine das ist ja keine Argumentation, sie belügt sich wirklich selbst! Die Tatsache, dass es da Dienstag war und sie
    bereits 2,3 Gläser Rotwein getrunken hat, habe ich mich nicht mal mehr getraut zu sagen.

    Als Protest trinkt mein Vater seit ein paar Monaten keinen Tropfen Alkohl mehr und, wenn andere Leute zu Besuch sind, deklariert er den Abend zu einem "Anti-alkohlischen Abend" an denen niemand was trinken darf.
    Meiner Mutter passt das natürlich gar nicht, meint er terrorisiert uns alle, und bezeichnet ihn als einen eifersüchtigen Spielverderber. Meine beiden Schwestern glauben ihr natürlich und lästern und schimpfen einfach in der Küche über ihn, während sie das essen zubereiten; selbstverständlich wird dabei heimlich ein Gläschen Wein getrunken.

    Sie trinkt nun nur mehr, wenn er nicht da, und entsorgt alle Beweise sofort.
    Mein Vater findet es aber trotzdem immer wieder raus, weswegen es dann auch immer häufiger zu Streit kommt.
    Mein Vater will nun, dass alle in ihrer Umgebung nicht mehr trinken und ihr sagen, dass sie ein Alkohlproblem hat, so wie er es tut. Er hat dafür sogar Leute aus der Familie von meiner Mutter angerufen. Allerdings hat das nicht
    viel gebracht, weil sie ihm nicht glauben. Seit einiger Zeit will er nun auch, dass ich endlich "Farbe bekenne", so wie er es ausdrückt, damit sie dann vielleicht einsieht, dass es so nicht weitergehen kann.
    Doch das kann ich unmöglich tun, das würde einen Krieg geben, meine Mutter würde kein Wort mehr mit mir reden. Von meinen Schwestern mal ganz abgesehen. Kennt vielleicht irgendein kluger Kopf da draussen eine friedlichere Lösung, um das ganze endlich aus der Welt zu schaffen?

    lg, bianca (17)

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  3. #2
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    07.04.2005
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    Standard AW: Zwischen 2 Fronten

    Hallo Bianca,

    so wie du es beschreibst, hat deine Mutter wirklich ein Alkoholproblem.
    Die Indizien dafür sind:
    - Sie kann auch für kurze Zeit nicht auf Alkohol verzichten.
    - Sie versteckt Flaschen und trinkt heimlich.
    - Sie belügt sich und euch (nur am WE...).
    - Sie wird aggressiv, wenn man sie darauf anspricht.

    Dein Vater greift sicher teilweise zu harten Maßnahmen, weil er die Sache nicht zu unrecht für sehr ernst hält. Deine Mutter reagiert vermutlich aus Trotz gerade entgegengesetzt und trinkt noch mehr.

    Mein Vorschlag wäre, dass ihr euch mit eurem Vater zusammensetzt und nach weniger harten Wegen sucht, ihr das Problem zu vermitteln. Vielleicht könnt ihr das Thema über eine Beratungsstelle angehen. Aber dafür braucht sie wenigstens so viel Einsicht, dass sie dahin auch mitkommt.

    Viele Grüße und viel Glück
    Han Solo

  4. #3
    registriert!Micky
    Gast

    Standard AW: Zwischen 2 Fronten

    Informiere Dich bei einer Selbsthilfegruppe für Angehörige Alkoholkranker !
    Deine Mutter IST alkoholkrank...da gibts solche "Checklisten"..siehe Han Solo..
    Nur: es geht weder um "Spaß" noch um "zu hart"..
    Sie wird (wenn sie nicht doch mal einen Geistesblitz hat) erst aufhören,wenn es zu spät ist.
    Schneller oder langsamer geht dieser Weg unaufhaltbar bis zum geistigen Verfall. Okay...bei manchen auch über Jahrzehnte....

    Also: durch Verkehrsunfall im Suff,durch Leberzirrhose,durch geplatzte Adern im Speisröhren-/Magenbereich...etc.--da ist Dein Vater Experte.
    Er weiß das.

    Ein Weg,sie aufzurütteln,ist die Methode,sie so richtig bloßzustellen..öffentlich als Säuferin zu bezeichnen( auch,wenn Du das hart findest...es klappt manchmal!).
    Ein anderer Weg wäre die konsequente Trennung...OHNE MITLEID VON DEN TÖCHTERN!!
    Es geht um Eure Mom!!
    Es geht um ihr Leben!
    Dummerweise verfallen immer die Angehörigen (aus Mitgefühl) in Verhaltensweisen,die eher die Sucht begünstigen.
    Reden und Beratung haben nur Sinn,wenn sie es WIRKLICH einsieht.
    Es liegt aber in der Natur dieser KRANKHEIT,daß nicht "guter Wille" allein genügt zum Heilungsprozeß.
    gibt wohl auch nie Spontanheilung...
    Nur "Trockenbleiben" ist erfolgreich.Krank bleibt man LEBENSLANG.

    Ihre Lügen und Tricksereien sind nicht "böse" ,sondern Symptom der KRANKHEIT...das Wesen des Menschen verändert sich.Da kann er nichts tun!!!
    Was sie tun könnte: sich mit Eurer Hilfe zur Beratung schleppen,sich einweisen lassen zwecks Entgiftung,sich einer Langzeittherapie unterwerfen.
    All das,was sie jetzt macht...würde ihr leid tun,wenn sie mal trocken wäre.
    Eure Unterstützung braucht sie...aber nicht in Form von Vertuschen,"Spaß gönnen",öffentlich schützen..decken...sondern beim Weg aus der Krankheit.
    Redet alle miteinander! Ihr müßt an einem Strang ziehen.Oft kommt der Weg aus der Sucht erst nach TOTALABSTURZ.
    Da ist sie noch weit weg...sie wird sich noch Jahre still zu Tode saufen.
    Stellt ihr eine Frist...und seid danach konsequent.
    Nur so hat sie eine Chance!

    Möglich wäre(da Dein Papa Arzt ist): ein vom Papa organisierter Urlaub in unwirtlicher abgeschiedener Gegend (mit Klinik aber in der Nähe für den Ernstfall)..
    nach paar Tagen ohne Stoff fällt ein gut-am-Trinken-hängender Alkoholkranker ins Delirium...vielleicht würde ihr das wortwörtliche Sehen der weißen Mäuse und des sonstigen Getiers endlich was klar machen...
    Jedenfalls hab ich erlebt,wie erst DIESER Schock einen Bekannten aufrüttelte...muß echt eine fiese Angelegenheit sein,wenn das Gehirn verrückt spielt...
    Diese Fälle sind aber sozusagen "Endstufe"...haben mir aber als Schock gereicht...als Beobachter.

    Ein entfernter älterer Bekannter (ein grundsolider Typ...ein richtig feiner Kerl ansonsten) hatte sich jahrelang belogen...hatte selbst dem befreundeten Arzt aus Scham nie alles gesagt..trotz EINDEUTIGER Blutwerte...und versuchte dann ALLEIN ohne Hilfe den Entzug.Hatte Termin bei der Beratungsstelle...wollte nicht mit der --dann schon LEBENSNOTWENDIGEN--- Grunddosis hin(aus Scham) und bekam ...weil ein Entzug ohne Arzt riskant ist...auf dem Weg dorthin einen Blutsturz...War so um die 50 Jahre...

    Übrigens..das fatale: die Veranlagung zu Suchtkrankheiten kann vererbt werden..immer im Hinterkopf behalten..!!
    Lieber konsequenter Safttrinker,als diese Krankheit,
    solange noch kein Medikament zur Abschaltung der Suchtneigung vorliegt.
    Es ist keine Schande,krank zu sein.
    Helft Eurer Mom,einzusehen,daß sie eine Krankheit hat und was tun muß!

    Gruß von der
    Micky

  5. #4
    bianca__
    Gast

    Standard AW: Zwischen 2 Fronten

    Also erstmal vielen Dank für eure Hilfe. Das war wirklich sehr aufschlussreich. Ich bin froh, dass es andere auch so einschätzen. Sie ist wirklich alkohlkrank. Habe mich in den letzten Tagen auch etwas in Internet schlau gemacht und da ist wirklich was dran, nicht blos leeres Gerede. Besonders das mit der CoAbhängigkeit ist sehr interessant! Mein Vater hatte vollkommen recht. Man darf sie nicht mehr decken oder das ganze "verniedlichen". (Das ist im Grunde genau das, was meine Schwestern und ich getan haben - unbewusst natürlich). Ich werde wohl wirklich dazu stehen müssen, wenn das der einzige Weg ist ihr da rauszuhelfen. Ihr einfach sagen, dass sie zu viel trinkt. Eines Tages, wenn sie mal davon befreit ist, wird sie mir dann schon verzeihen. Sie ist ja sonst eine sehr intelligente Frau, man kann mit ihr über alles reden, aber in punkto alkohl stellt sie sich an wie ein kleines Kind. Das Problem sind nur meine beiden älteren Schwestern, die da ganz gleich denken wie meine Mutter. Die würden wahrscheinlich immer noch behaupten sie hätte kein Alkohlproblem, wenn ihre Leber schon ganz kaputt ist.

    Mit einer Therapie hatte mein Vater es schon ein paar mal probiert, allerdings meinte meine Mutter darauf hin nur, ob er jetzt total verrückt ist. Ich kann nur hoffen, dass sie es einsieht bevor es zu einem sogenannten Totalabsturz gekommen ist. Aber wahrscheinlich führt kein Weg daran vorbei, sie wird es erst einsehen wenn sie biologisch und sozial an ihren Tiefpunkt angelangt ist. (ist zu mindestens bei 99% aller Alkohliker so! - laut Internet)

    Also..
    1) Schwestern und alle anderen versuchern zu überzeugen
    2) reden, lösungen suchen, und alle konsequent an einem Strang ziehen
    3) vielleicht lässt sie sich dann auch auf eine Therapie ein
    ..mehr kann man glaub ich eh vorest nicht machen

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