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Thema: 15 - wie fühlt man sich da?

  1. #1
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    Standard 15 - wie fühlt man sich da?

    Es ist schon traurig - ich bin 23, und hatte eine harte Pubertät - und trotzdem kann ich mich nicht in meine 15-jährige Schwester hineindenken, ja, kann mich kaum noch an mein Fühlen in dieser Zeit erinnern. Ich komme einfach nicht mehr an sie ran, kein Stück.
    Das wird jetzt eine lange Story, deswegen vorneweg: ich freue mich über jede Antwort/ jede Anregung, gerade auch von jungen Menschen in diesem Alter. Alles, bis auf Religiöses

    ---------------------------------------------

    Meine Schwester, J., ist 15 Jahre. Sie hat einen Zwillingsbruder, G., und natürlich mich, die viel ältere Schwester.
    Ich bin mit 16 ausgezogen (da war sie 8), unter recht schwierigen Bedingungen, und hatte dann vier Jahre kaum Kontakt zu ihr und meinen Eltern. Dann hatten wir losen Kontakt und seit ca. einem Jahr sehen wir uns mehrmals die Woche, weil wir im selben Verein trainieren.
    Manchmal geht es super, wir verstehen uns toll und können über alles reden, dann wieder ist sie scheinbar ohne Grund stinksauer, sieht mich nicht an, redet nicht mit mir oder sagt nur "Jaja" und dergleichen oder versucht im Training, mich absichtlich zu verletzen (wir machen Vollkontaktkampfsport) dh. sie schlägt mich ins Gesicht oder so.
    Sie ist in diesen Phasen abweisend, zurückgezogen und absolut gefühlskalt. Man bekommt keine Regung aus ihr heraus, sie behandelt einen wie den letzten A****. Mich macht das traurig, und reagieren tu ich dann sauer oder eben gar nicht mehr, weil ich eh nicht wüßte, wie.
    Ein weiteres Problem ist unsere Familie an sich. Ich bin irgendwie so der Teil, der sensibel und gefühlsbetont ist. Der Rest ist kalt und zynisch (klingt komisch, ist so. In unserer Familie sind Gefühle irgendwie tabu...), und nur schwer kommt man durch den harten Panzer auf das, was zählt. Mein Bruder hat ADHS (Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom), und ist eine kaum auszuhaltende, penetrante, egoistische, altkluge Nervernsäge, noch dazu aggressiv (hat seit er klein war meine Schwester oft geschlagen, ihr einmal den Zehen gebrochen etc). Meine Eltern hatten selber eine verdammt schwierige Kindheit. Meine Mutter wurde von ihrem alkoholkranken Vater geschlagen, hat mich mit 18 bekommen und meinen Vater geheiratet. Die beiden lieben sich immer noch, sehen sich aber nur Wochenends, weil er in einer anderen Stadt arbeitet. Meine Mutter ist gefühlskalt und schwer zu handlen, man kommt nicht an sie ran. Sie ist oft berechnend und hinterlistig. Mein Vater ist einerseits der lustigste und netteste Mensch den es gibt, andererseits kann er dein größter Feind werden. Er ist streng, hat enge Prinzipien und Vorstellungen und kann hinterlistig und berechnend sein. Er kann nicht über seinen Schatten springen. Und beide halte ich für intelligente Menschen.

    Ein weiterer schwieriger Punkt ist, dass ich eine schwierige Schwester bin, weil ich einerseits das schwarze Schaf der Familie bin, aber andererseits auch hochgelobt werde. Schwarzes Schaf weil ich angeblich immer nur Probleme gemacht habe, mit 16 in wildem Streit ausgezogen bin, lange keinen Kontakt mit der Familie hatte etc. Andererseits hatte ich in der Schule immer sehr gute Noten, studiere jetzt mit (hoffentlich) Erfolg, arbeite nebenher, habe ne eigene Wohnung, eine tolle Beziehung und so weiter. Insofern kann ich verstehen, dass meine Schwester Aggressionen gegen mich hat, weil ich halt so rebelliert habe, dass ihr kaum noch Raum für Rebellion bleibt (mit was kann sie mehr schocken, als ich meine Eltern damals geschockt habe? Ich glaube, ich habe so ziemlich viel ausgereizt...). Und es ist schwer, wenn man selber nicht so gut in der Schule ist, und jeder immer sagt... "Deine Schwester ist so begabt, und so gescheit..."

    Jetzt laufen da so ganz komische Geschichten, die ich nur am Rand mitbekomme, so z.B. dass meine Schwester meiner Großmutter erzählt hat, dass sie schon einmal gekifft hat (oder öfter sogar?), mir hat sie erzählt dass sie ab und zu was trinkt. Sie chattet gerne, oft mit wildfremden Leuten, einmal hat sie einen Jungen aus einem Chat getroffen. Ich finde das ziemlich bedenklich, und ziemlich gefährlich. Wie seht ihr das?
    Aber was mir Angst macht, ist das Abweisende, dieses absolut nicht an sie rankommen können, obwohl ich ihr doch nie was Böses wollen würde?! Das legt sie auch der restlichen Familie gegenüber an den Tag, und einigen unserer Bekannten.
    Freunde hat sie viele, davon auch einige in schwierigen Situationen, von denen ich nicht beurteilen kann, inwieweit das nicht auch gefährlich ist (in Bezug auf Alkohol und Kiffen).
    Wie ihr merkt, ist das ganze irgendwie konfus und ich kann's auf einen Punkt bringen: Ich mach mir verdammte Sorgen, und kann ihr nicht helfen, weil sie sich nicht helfen lässt. <ironie>Dabei weiß ich doch alles viel besser als sie, weil ich da schon durch bin...</ironie>
    Nun ja, ich habe in meiner Jugend oft zu viel getrunken, zu viel zeug geraucht, mich mit "gefährlichen" Leuten getroffen, mich in Gefahr begeben, ich war depressiv, hab mich geschn***en, wollt' mich umbringen, .... also, ich war alles andere als ein Engerl.
    ...und trotzdem: nur weil ich das "gut überlebt" hab (ich muß auf Holz klopfen!) - wer gibt mir die Garantie, dass sie es gut überlebt??

    Danke im Vorhinein an alle die antworten!

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  3. #2
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    Standard AW: 15 - wie fühlt man sich da?

    Es sind schwierige Ausgangsbedingungen. Du bist die Schwester,nicht die Mutter. Daher wird deine Schwester deine Autorität nicht respektieren. Ich glaube aber, dass es hilfreich sein kann, wenn sie dich als gleichwertige Ansprechpartnerin respektiert. Wenn du ihr zeigst, dass sie dir vertrauen kann, dann wird sie das tun, wenn sie es braucht. Mit dem Kiffen und trinken, naja - wenn sie es dir erzählt,dann kannst du ihr sagen, was du davon hältst. Ungefragte Kommentare bringen da nichts - wie gesagt, als Schwester hast du da keine Autorität. Mit dem Chat finde ich jetzt nicht so bedenklich. Wieso sollte sie da nicht auch einen netten Menschen kennen lernen?
    Es ist toll, dass dir deine Schwester so wichtig ist. Lass sie das spüren. Dann kann was draus werden. Aber 15 ist halt ein Abnabelungsalter. Du hast das ja mit 16 selbst erfahren...
    Alles Gute, Gerri.

  4. #3
    Ghost_w_
    Gast

    Standard AW: 15 - wie fühlt man sich da?

    Hey Zusammen! Ich bin 16 Jahre und kann deine Schwester irgendwie verstehen. Ich weiß nicht..... meine Schwester ist auch (viel) besser in der Schule, wird immer gelobt usw. von mir wird gar nicht mehr viel erwartet. Ich dagegen trinke gelegentlich ..... und kiffe manchmal, was sie aber nicht wissen (gott sei dank). Meine Schwester dagegen sitzt fast nur Zuhause lernt fleißig, räumt ihr Zimmer immer auf (nurn Beispiel). Dann habe ich noch einen älteren Bruder, er ist manchmal am WE bei uns, wenn er wüsste was ich manchmal so mache, würde er direkt alles sagen gehn, warum?? weiß ich auch nicht... ich hätte gerne eine/n große/n Bruder/Schwester denen ich ALLES sagen kann. Die mir Ratschläge usw. geben können. Aber gott sei Danke habe ich ja meine Freunde . Naja machts gut Bye...

  5. #4
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    Standard AW: 15 - wie fühlt man sich da?

    Halllo,
    ich bin 15 Jahre alt und habe einen shcwester die 28 Jahre alt ist.
    Wir haben nur den selben Vater d.h. wir sind nur Halbgeschwister, es gibt auch noch einen älteren bruder zu dem wir aber keinen kontakt haben.
    Meine schwester und ich sind grundverschieden: Ich bin die brave, die gut in der schule ist und ebenfalls nette und anständige freunde hat.
    Sicher, mache ich auch mal Mist, aber das wissen meine eltern nicht. ;-)
    Meine schwester ist eher ausgeflippt hat früher oft schwierigkeiten gemacht und manchmal habe ich den eindruck das ich erwachsener bin als sie. wir haben totla verschiedene politische ansichten, ver. kleidungsstil und unsere leben sind einfach totla verschieden.
    unser gemeinsamer vater ist sehr streng und konservativ aber wir beide lieben ihn trotzdem über alles.
    Zu unserer Beziehung:
    ich denke, dass sie sich genauso fühlen muss wie du in dieser situation. Oftmals bin ich auch abwesend zu ihr rede wenig mit ihr, wenn nur smalltalk. ich würde mit ihr nie über den ersten freund oder sonstige sachen sprechen. ich habe einfach angst missverstanden zu werden oder dass sie mich auslacht. Sicherlich spielt bei uns auch der altersunterschied eine shr große rolle und ich denke, wenn sie nicht meinen schwester wäre hätte ich überhaupt nicht mit ihr zu tun, wir sind einfach zu verschieden. und manchmal muss ich zugeben, nervt sie mich.
    Trotzdem ist sie meine schwester und ich liebe sie.
    Gib deiner schwester einfach ein bisschen zeit und bedränge sie nicht. Sei einfach für sie da, wenn sie dich braucht und umgekehrt lass sie einfach in ruhe wenn sie mal wieder schlechte laune hat.
    Früher hatten meinen schwester und ich auch einen bessere Beziehung, vielleicht wird das ja mal wieder ...
    Ich wünsche dir und deiner schwester auf jeden fall alles gute für die zukunft und hoffe, dass ich dir ein bisserl weiterhelfen konnte.

  6. #5
    Anonymos0815
    Gast

    Standard AW: 15 - wie fühlt man sich da?

    Die Antwort ist einfach: Sie sucht Erfahrungen, denn aus klugen Geschwätz kann/will sie nichts lernen. Und sind wir ehrlich unser Herz lernt NUR durch Erfahrungen.

    Gib ihr Tipps wie sie besser durchkommt UND geh darauf ein wie sie leben will. Oder bleib konsequent und warte bis sie es überlebt hat.
    Sie will es alleine schaffen. Bevor nicht anfängst diesen Fakt zu respektieren, wird sie auch dich nicht respektieren.

    Bin selbst 25 und habe eine gute Freundin (im pubertären Rebellenalter) durch meine altkluge Besserwisserart verloren.

    Wünsch dir mehr Geduld und eine souveränere Art im Umgang mit deiner Schwester.

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