Anzeige
Seite 3 von 6 ErsteErste ... 234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 15 von 29

Thema: Meine Onkel werden sterben... an Alkohol!

  1. #11
    Moderator Avatar von Yannick
    Registriert seit
    10.01.2013
    Ort
    Haltern am See
    Beiträge
    6.448
    Danke gesagt
    748
    Dank erhalten:   1.730

    Standard AW: Meine Onkel werden sterben... an Alkohol!

    Hallo Großstadtlegende,

    wenn die Leber schon komplett zerstört ist, dann ist alle nur noch eine Frage der Zeit.

    Im Falle de Familienmitglieds, dem Du zuerst beschrieben hast, könntest Du den Arzt
    kontaktieren und fragen, ob eine Unterbringung in betreutem Wohnen Sinn macht. Ich
    gehe nach Deiner Beschreibung davon aus, dass er bereits ein Pflegefall ist. Bitte rufe
    bei seiner Krankenkasse an und verlange eine Begutachtung. Danach wird man / wirst
    Du entscheiden können, wie es weitergehen kann.

    Solange Du immer wieder für Alkohol-Nachschub sorgst, wird sich eher nichts ändern;
    außer vielleicht das es auch bei ihm zu einem Totalschaden der Leber kommt.

    LG
    Der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.

  2. Für den Beitrag dankt: Großstadtlegende

  3. Anzeige

  4. #12
    Moderator Avatar von Findefuchs
    Registriert seit
    17.01.2013
    Beiträge
    5.706
    Danke gesagt
    2.698
    Dank erhalten:   8.025

    Standard AW: Meine Onkel werden sterben... an Alkohol!

    Zitat Zitat von tonytomate Beitrag anzeigen
    Genau deswegen, würde ich jetzt schon Distanz suchen und diese aufbauen. Sonst tritt man nachher an dich heran, wenn alle in der Gosse liegen. Warum die kostbare Lebenszeit mit solchen Leuten verplempern. Konzentriere dich auf dein eigenes Leben.
    Ich möchte dich bitten, dich etwas respektvoller zu diesem Thema und zu Suchtkranken zu äußern. Mir stößt das sauer auf. Und es geht hier um die Onkel von Großstadtlegende, die ihm etwas bedeuten.

    Keiner sucht sich das bewusst aus Spaß an der Freude aus, suchtkrank zu werden. Das ist eine ernstzunehmende, sehr schlimme Erkrankung. Und keiner möchte wahrscheinlich so leben, wie die Onkel in dem Fall. Viele Menschen geben sich auf. Die finden nicht mehr von alleine raus aus der Erkrankung und ihrer Situation. Die stecken dann fest und sagen sich, jetzt ist sowieso alles schon den Bach runtergegangen und ihr Leben lässt sich nicht mehr ändern. Vielleicht auch, weil sie sich jetzt schon als minderwertig fühlen. Und wenn es die eigene Familie ist und man diese Menschen trotzdem schätzt und gern hat, ist es nicht so einfach, da einen Cut zu setzen.

    Das hier ist ein Hilfeforum, bei dem ich denke, das durchaus hier auch Menschen sind, die das kennen, Suchtprobleme zu haben oder die Angehörige haben, die davon betroffen sind. Und wenn man solche abwertende Dinge liest, das kann sehr schädlich sein. Ich bitte dich darum, das zu berücksichtigen.

    __________________________________________________ _______________________________

    @Großstadtlegende

    Was ich wichtig finde und da muss ich allen meinen Vorschreibern voll zustimmen ist, dass deine Onkel eine Änderung selbst wollen müssen. Ohne geht es nicht. Die Frage ist aber für mich, ob sie schon so tief in diesem Sumpf stecken, ob sie Depressionen haben oder anderweitige psychische Probleme, die es ihnen schwer machen, bewusst solche Entscheidungen zu treffen und ihre Lage wirklich einschätzen und verstehen zu können.

    Hier geht es für mich um eine ernste Suchterkrankung. Und dazu noch weitere psychische Probleme, denn wer seine Wohnung in so einem Zustand lässt und mit einem aufgeplatzten Fuß nicht zum Arzt geht und sich auch nicht mehr auf die Straße traut und so wenig wie möglich nach draußen geht, der hat sehr schwerwiegende Probleme. Und sich vielleicht aufgegeben.

    Gerade Menschen, die z. B. vom Messietum betroffen sind oder schweren Depressionen erzählen oft, wenn es ihnen besser geht davon, dass sie keinen Punkt mehr gesehen haben, wo sie anfangen könnten. Und sie schon so dringesteckt haben, dass sie dachten, jetzt lässt sich sowieso nichts mehr verbessern. Oder dass sie dachten, sie verdienen nichts anderes, weil sie es ja nicht schaffen, ihre Wohnung aufzuräumen oder einen guten Job zu finden. Scham und Überforderung an allen Ecken spielen oft eine sehr große, tragende Rolle. Hier geht es für mich also auch viel um das Thema Respekt und Fürsorge sich selbst gegenüber.

    Was ich aber auch wichtig finde ist, dass du dich abgrenzt und das Leben deiner Onkel nicht zu deinem Leben machst. Mehr als Hilfe anbieten und klar ihre Situation anzusprechen, in Form deiner Wahrnehmung, kannst du nicht. Oder vorschläge machen, dass man z. B. schon mal damit anfangen könnte, dass dein einer Onkel duscht und ihr einmal die Woche für 2 Stunden aufräumt. Aber selbst wollen und die Hilfe annehmen, das müssen beide Onkel von selbst. Und wenn sie nicht wollen, kannst du nichts machen, so schlimm das ist. Und insgesamt immer alles so, wie du persönlich das vertreten kannst und willst und welche Kapazitäten du hast. Denn du bist zwar ein Verwandter, aber auch kein Arzt oder Psychologe oder gesetzlicher Betreuer.

    Was du tun kannst wäre, in Funktion als Angehöriger, der diese schlimme Situation wahrnimmt und nicht weiß, welche Mittel und Wege es über die Behörden hinaus gibt, um deinen Onkeln zu helfen, den MDK zu kontaktieren.

    Bei mir war es auch mal so, dass ich eine Nachbarin hatte, die schwer psychisch krank war und nicht mehr klarkam mit ihrem Leben. Wir Nachbarn mussten auch mehrmals die Polizei anrufen. Diese hat uns dann empfohlen, das Gesundheitsamt zu kontaktieren, weil diese auch mehr Möglichkeiten besitzen. Das habe ich dann gemacht. Und die haben meiner Nachbarin sehr gut weitergeholfen und Klärung in die Sache gebracht und mir auch viele gute Tipps gegeben. (Die Nachbarin hat direkt nebenan bei mir gewohnt und es war eine sehr schwierige Situation). Das bedeutet nicht mal, dass du da was anleiern musst. Aber du kannst auch einfach mal nach Rat fragen und dir Tipps geben lassen. Denn Fakt ist auch: Wenn deine Onkel aufgrund ihrer Suchterkrankung und psychischen Verfassung gerade nicht in der Lage sind, bewusst die Situation einzuschätzen und entsprechende Entscheidungen zu treffen, dann ist dieses "Dann muss man sie sein lassen" gefährlich. Jemand der in einer Depression steckt und suizidiale Gedanken hat, wird ja auch nicht umsonst aus Selbstschutz in eine Klinik eingewiesen, so als Beispiel.

    Hier ist ein hilfreicher Link dazu. Geht zwar um Alzheimer, ist aber auch auf andere Situationen übertragbar:

    https://www.deutsche-alzheimer.de/un...e-dritter.html

    Fakt ist aber auch: Hör unbedingt auf, deinem einen Onkel immer wieder neuen Alkohol zu kaufen. Damit unterstützt du seine Sucht. Und gibst ihm noch weniger Anlass, mit dem Trinken aufzuhören. Du kannst ihm anbieten, für ihn Einkäufe zu machen wie Lebensmittel usw., aber dass du ihm keinen Alkohol mehr kaufen wirst. Ich würde an deiner Stelle da auch für mich persönlich näher hinsehen, warum du das machst und warum du bisher nicht den Schritt gegangen bist, schon da einen Cut zu setzen. Wenn er dann seine Gefühle nicht aushält und von Suizid spricht, würde ich entsprechende Stellen kontaktieren. Damit ihm geholfen wird. Oder er sieht, dass die Drohung mit Suizid kein guter Erpressungsversuch ist.
    They broke the wrong parts of me. They broke my wings and forgot I had claws.

    We repeat what we don't repair.

    Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet.

    Große Mädchen lachen laut und weinen leise. :(

  5. Für den Beitrag danken: Großstadtlegende, tulpe, Wunderbar, _cloudy_

  6. #13
    Registriert
    Autor/in dieses Threads
    Avatar von Großstadtlegende
    Registriert seit
    22.07.2019
    Beiträge
    173
    Danke gesagt
    128
    Dank erhalten:   141

    Standard AW: Meine Onkel werden sterben... an Alkohol!

    Zitat Zitat von tonytomate Beitrag anzeigen
    Genau deswegen, würde ich jetzt schon Distanz suchen und diese aufbauen. Sonst tritt man nachher an dich heran, wenn alle in der Gosse liegen. Warum die kostbare Lebenszeit mit solchen Leuten verplempern. Konzentriere dich auf dein eigenes Leben.
    Das ist leider nicht so einfach, wie es sich anhört.

    Man möchte diese Menschen ja auch nicht einfach ihrem Schicksal hinterlassen, nach dem Motto "Ja, dann stirbst du halt."

    Das Problem ist meine Mutter. Sie hängt noch sehr an ihnen und hat ein schlechtes Gewissen. Schon der Vater ist an Alkohol gestorben. Ihre Mutter an Altersschwäche. Ihre Schwiegermutter an Leberzirrhose. Und jetzt ihre Brüder?

    Es ist auch nicht so, dass ich für irgendwen irgendwas bezahle oder meine Zeit verschwende. Ich kaufe gelegentlich Alkohol, das habe ich damals jede Woche gemacht. Mittlerweile, da mein Vater geschumpfen hat, jeden Monat mal, aber heimlich.

    Meine Mutter möchte das so, ich tue das nicht freiwillig, weil es mir auch unangenehm ist.
    You're so good and you don't even know it.

  7. #14
    Registriert
    Autor/in dieses Threads
    Avatar von Großstadtlegende
    Registriert seit
    22.07.2019
    Beiträge
    173
    Danke gesagt
    128
    Dank erhalten:   141

    Standard AW: Meine Onkel werden sterben... an Alkohol!

    Zitat Zitat von Daoga Beitrag anzeigen
    Warum der "Südländer" noch Angst vor dem Militär in seiner Heimat hat weiß ich nicht, glaubt der ernsthaft, daß ihn in seinem Zustand noch irgendeine Armee nehmen täte?
    Dankeschön, liebe Daoga für deinen Beitrag.

    Also, die Armee wird er dort antreten können, allerdings muss er sich dort vor Ort trotzdem mustern lassen. Die sind da ziemlich streng. Das Konsulat hier hat seine ärztlichen Untersuchungen nicht akzeptiert.
    Wenn er in dieses Land einreisen würde, würde er sofort am Flughafen festgenommen werden - deshalb geht er dort nicht hin.

    Zitat Zitat von Daoga Beitrag anzeigen
    Mach aber bloß nicht den Fehler, ihn bei Dir aufnehmen zu wollen, wenn er von der Stadtverwaltung vor die Tür gesetzt wird.
    Um Gottes Willen, nein, das würde ich nicht machen und das würde auch nie in Betracht kommen. Ich nehme doch keinen Alkoholiker in meiner Wohnung auf, das würde nur in einer Katastrophe enden.

    Nicht einmal seine Brüder wollen ihn bei sich aufnehmen.

    Allerdings befürchte ich, dass tatsächlich mal sowas in der Art "freiwillige Unterhaltspflicht" kommen wird - und zwar auf meine Eltern. Ich gebe ihm ja kein Geld, sondern meine Eltern.

    Er hat letztens etwas vom Amt ausgefüllt und hat uns gesagt, dass er den Namen meiner Mutter irgendwo angegeben hat. Sie hat auch ein paar Vollmachten von ihm bekommen. Ich kaufe mit seiner Kreditkarte seinen Alkohol ein, mit seinen Anweisungen.
    Mein Vater meinte, er möchte später nicht, dass irgendwelche Behörden vor der Tür stehen und er für irgendwas blechen muss, was ihn nichts angeht.

    Aber ich befürchte, dass sowas passieren wird. Meine Mutter ist eine ziemlich gutmütige Person, was Hilfsbereitschaft angeht.
    You're so good and you don't even know it.

  8. #15
    Registriert
    Registriert seit
    03.09.2012
    Beiträge
    8.563
    Danke gesagt
    679
    Dank erhalten:   4.637

    Standard AW: Meine Onkel werden sterben... an Alkohol!

    Wenn Du was machen willst, leg die Angelegenheit in die Hände von Experten. Sozialpsychiatrischer Dienst oder andere Stellen, notfalls mit Einweisung oder Betreutem Wohnen. Kauf keinen Alkohol mehr, diese Quelle muß austrocknen! Es gibt genug harmlose Getränke für den täglichen Durst, auf Alkoholika ist niemand angewiesen.

Anzeige

Ähnliche Themen

  1. Onkel meines Freundes liegt im Sterben
    Von Gast im Forum Trauer
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 25.05.2014, 10:23
  2. sie werden sterben
    Von Mausy96 im Forum Trauer
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 15.02.2008, 20:37

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Anzeige