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Thema: Eltern wollen nicht dass ich aussziehe

  1. #1
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    Standard Eltern wollen nicht dass ich aussziehe

    Hallo liebe Community,

    wie der Titel schon aussagt, wollen meine Eltern nicht dass ich aussziehe.

    Zu meiner Person:
    Ich bin 24 Jahre alt, und fange im Oktober mein Studium an. Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung und lebe bereits mein gesamtes Leben in meinem Elternhaus. Ich wollte bereits zu dem Ende meiner Ausbildung aussziehen, jedoch entschied ich mich mein Abitur an einer Vollzeitschule zu machen. Deswegen bin ich Zuhause geblieben. Die Crux an einem Leben ist, dass ich an einer chronischen Krankheit leide die mit 19 diagnostiziert wurde. Diese kennt man unter dem Namen "Morbus Crohn", was man sich als einen permanent entzündeten Darm vorstellen kann.

    Nun zu dem eigentlich Thema...
    Wie gesagt lebe ich bereits mein gesamtes Leben Zuhause, weswegen ich mich zum Teil auch schäme. Nun jedoch, würde ich meine jetzige Lebenssituation gerne ändern, und einen "Neustart" anzustreben. Mit dem Beginn eines Studiums finde ich das als passenden Zeitpunkt. Jedoch ist das Hauptproblem dass meine Eltern nicht wollen dass ich aussziehe. Ihr Problem ist Zweispaltig, und kann in zwei Gruppen Kategorisiert werden.

    1. Persöhnliche Gründe

    2. Finanzielle Gründe.


    Zu den persönlichen Gründen kann man gerade meine Krankheit als Paradebeispiel nehmen. Gerade meine Mutter macht sich unglaubliche Sorgen um meinen Zustand, und will so ziemlich Kontrolle über z.B das haben was ich täglich esse. (Dieser Gedankengang macht Sinn, da die Ernährung eine große Rolle im Krankheitsverlauf spielt)
    Ich muss hiermit zugeben dass ich ein furchtbarer Koch bin, jedoch bin ich der Meinung dass man alles lernen kann, und somit wäre dieses Problem ein eher kleiners für mich.

    Was jedoch schlimmer für mich persönlich an dieser Krankheit ist, ist dass ich gezwungen wäre ein Einzelzimmer zu nehmen, bzw eine Wohnmöglichkeit mit finde in der ich eine eigene Toilette habe. Wie ihr euch vielleicht denken könnt sind "schlimme Tage" i.d.R mit vielen Besuchen des WCs geprägt, und dies könnte ich keinem Mitbewohner antun.

    Ebenfalls muss ich sagen dass gerade meine Mutter einen großen Drang zur Kontrolle hat, und sich dies auch im alltäglichen Leben zeigt. Inwzischen muss ich sagen, dass sie passiv aggressiv geworden ist, sie es aber wahrscheinlich selber nicht merkt. Evt habe ich dass erst in den letzten Jahren mit dem älter werden gemerkt. Unnötige Kommentare wenn ich andere Sichtweisen aus Dinge habe sind soziemlich Altag geworden. Ebenfalls fühle ich mich nicht respektiert. (Aber seien wir mal ehrlich, woher soll der Respekt kommen wenn ich mit 24 noch Zuhause wohne)

    Ich gebe an dieser Stelle auch abolut zu dass meine Mutter mich "verwöhnt". Damit meine ich dass sie die gesamte Familien Wäsche macht, und für die gesamte Familie kocht etc. Ich habe schon öfter versucht diese Aufgaben selbst zu übernehmen, jedoch ist es wenn ich diese mache immer ungenügend ausgeführt, und man "hätte es auch gleich lassen können". Sie hat unglaublich hohe Standarts die ich einfach nicht habe. Putze ich z.B dass gesamte Haus, wirst du sie am nächsten Tag mit dem Staubsauger durch das Haus rennen sehen weil in irgendwelchen Fugen ein Staubkorn war.

    Wegen dem Finanziellen... Meine Eltern halten nichts von Bafög, da sie der Meinung sind dass es dumm wäre in das Berusleben mit Schulden einzusteigen. Ich selber habe durch meine Ausbildung und anschließende Vollzeitbeschäftigung einige Ersparnisse zusammengesammelt. Ohne eine konkrete Zahl zu nennen besitze ich über 10k€. Ausserdem habe ich die Möglichkeit während den Semsterferien zu arbeiten. (Mein Chef hat mich bereits gefragt). Dies würde bedeuten dass ich Zugang zu einer realtiv gut bezahlten Beschäftigung zwischen den Semstern hätte. Meine Eltern jedoch argumentieren damit, dass es Dumm wäre so viel Geld auszugeben wenn ich alles Zuhause umsonst hätte. Sie wollen von mir auch kein Geld für z.B Miete annehmen.

    Ich möchte an dieser Stelle sagen dass hier evt ein falsches Bild von meiner Mutter gezeichnet wurde, weil ich nur das Negative aufgelistet habe. Sie ist eine gute Person, die sich einfach um ihre Familie sorgt, und wirklich alles tut damit es uns so gut wie möglich geht. Sie möchte Kontrolle über mich, da sie sich Sorgen macht dass ich mir durch meine Unzulänglichkeiten wie z.B beim "Putzen nach ihren Standart" nicht nachkomme. Meiner Meinung nach, macht sie sich selber kaputt um uns dies zu bieten, jedoch akzeptiert sie keine Hilfe. Sie möchte uns (also der Familie) nur das beste Leben bieten. Zu meinem Vater habe ich eine freundschaftlichte Beziehung. Wir reden nicht viel, aber verstehen uns gut. Er arbeitet sehr viel um uns das best mögliche Leben zu bieten, jedoch muss man bedenken dass beide meiner Eltern in Vollzeit arbeiten. Es ist also meiner Meinung nach unnötig dass er in diesem Volumen arbeitet. Jedoch arbeitet er so viel für den fall dass etwas in Zukunft passiert und man das Geld bräuchte. Ich bin beiden meiner Eltern unendlich dankbar, und ich könnte für keine besseren Eltern fragen.

    Ich muss auch erwähnen dass beide aus einem osteuropäischen Land kommen. Dort sind "Mehrgenerationenhaushalte" normal. Dass das Kind auf das Grundstück der Familie nach der Hochzeit zieht ist sogar der Standart wo sie herkommen. (ländlich). Dies steht natürlich im starken Kontrast zu der Mentalität hier in Deutschland, wo Kinder relativ früh aussziehen. Sie sind zwar beide sehr gut integriert (beide sprechen fließen Deutsch), jedoch merke ich dass sie diese Mentalität nie überwunden haben, obwohl sie seit ihren frühen 20ern hier leben. Ich selber wurde hier geboren und bin auch in Deutschland aufgewachsen.

    Um nochmal auf die Wohnung selber zurückzukommen. Neben meiner Uni gibt es mehrere Studentenwohnheime, in denen ich gerne unterkommen würde. Jedoch habe ich wie gesagt eine Krankheit die mich hier einschränkt. Eine eigene Toilette ist damit gezwungenermaßen ein Muss. Ich würde auch gerne in eine WG ziehen, nur kann ich dies bei schlechten Tagen niemanden zumuten. Ein Einzelappartment würde mich warm um die ~300€ kosten. Ausserdem zählen die Bewerbungen erst für Angebote in 6 Monaten, würde also bedueten dass ich frühestens für das zweite Semster aussziehen könnte.

    Es tut mir leid falls dieser Text unnsortiert ist. Meine Gedanken zu diesem Thema sind etwas wirr. Ich würde aber gerne eure Meinung bzw Perspektive zu diesem Thema hören!

    Falls noch mehr Kontext benötigt wird, liefere ich diesen gerne!

  2. Für den Beitrag dankt: pecky-sue

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  4. #2
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    Standard AW: Eltern wollen nicht dass ich aussziehe

    Ich halte es für eine gute Idee, wenn du ausziehst.

    Deine Darmerkrankung ist kein Grund, weiter im Elternhaus zu bleiben.

    Du lebst ja schon lange damit und weißt damit umzugehen.

    Deine Mutter muss lernen, loszulassen. Für jede Mutter ist es schwer, wenn ihr Kind auszieht.

    Mach dich doch mal schlau, welche Regelungen es an der Uni für chronische Erkrankungen gibt, ob dir nicht eine eigene Toilette zusteht.

    Du hast dir deinen Plan gut durchdacht. Dann zieh ihn auch durch.

    Ausziehen, heißt ja nicht, dass du keinen Kontakt mehr zu deinen Eltern hast.

    Du kannst sie besuchen und mit ihnen telefonieren, damit ihnen das Loslassen leichter fällt.

  5. Für den Beitrag danken: kasiopaja, momo28

  6. #3
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    Standard AW: Eltern wollen nicht dass ich aussziehe

    Das ist irgendwie das Kontrastprogramm zu meinen Eltern, die, nachdem ich nun auf die 25 zusteuerte, doch sehr darauf drängten, dass ich endlich auszog. #Damals war ich ihnen böse - heute bin ich ihnen dankbar.

    Denn irgendwann ists einfach Zeit, auf eigenen Beinen zu stehen. Denk mal drüber nach.

  7. #4
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    Standard AW: Eltern wollen nicht dass ich aussziehe

    Du bist 24 Jahre alt und damit meiner Meinung nach eindeutig erwachsen genug um auszuziehen.
    Ich verstehe, dass deine Eltern aufgrund von Kultur etc. eine andere Einstellung haben, aber dennoch musst du primär an dich denken.
    Du möchtest ausziehen und dagegen solltest du auch nicht argumentieren lassen.
    Du scheint eine intelligente junge Frau zu sein und ich bin sicher, dass du den Anforderungen deiner Krankheit gerecht werden kannst. Ich konnte auch nicht gut kochen, als ich ausgezogen bin. Aber im Zeitaltervon Google und Co ist das in der Tat kein Problem... Und mit der Übung kommt bekanntlich ja auch das Können.
    Natürlich bringt es nichts, wenn du dich darüber mit deinen Eltern in Konflikt gerätst. An deiner Stelle würde ich mit beiden ein ruhiges Gerspräch führen und ihnen sachlich erklären, warum du ausziehen möchtest.
    Eine Option wäre es vorher mit deinem Vater zu sprechen. Er scheint mir einfacher zu überzeugen zu sein, als deine Mutter. Vielleicht kannst du ihn auf deine Seite holen und dann gemeinsam mit deiner Mutter sprechen.

    Ich glaube dir, dass du tolle Eltern hast. Dennoch ist es dein Leben und ich denke jedes Kind sollte eines Tages anfangen sein eigenes Leben zu leben.
    Glaub mir... es ist großartig eine eigene Wohnung zu haben. Zudem bedeutet dein Auszug weniger Aufgaben für deine Mutter, sodass sie weniger belastet wäre.

  8. #5
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    Standard AW: Eltern wollen nicht dass ich aussziehe

    In München soll es ein Therapiezentrum geben, das auf Morbus Crohn spezialisiert ist und angeblich auch gute Erfolge verzeichnen soll. (Namen weiß ich nicht, bitte selber googeln, vielleicht gibt es was ähnliches in Deiner Nähe.)

    Da das Leiden auf dünne Darmwände mit häufigen Entzündungsreaktionen, weil sich schädliche Bakterien einnisten, zurückgeführt wird, solltest Du vielleicht Selbsttherapie versuchen, indem Du mindestens einmal die Woche natürliche Antibiotika zu Dir nimmst, so daß die Erregerbelastung nicht zu hoch werden kann und dann auch keine plötzlichen Schübe verursacht. Natürliche Antibiotika sind alles was scharf macht: Meerrettich (schwör ich drauf!), Zwiebeln, Ingwer, Senf, Chili und so weiter. Außerdem soll man sich fleißig mikrobiotisch ernähren, mit den probiotischen Joghurts, Sauerkraut und anderen milchsauer eingelegten Lebensmitteln, die unterstützen alle den Darm und die gesunde Darmflora bei der Gesunderhaltung.

    Vielleicht hilft es was. Den Auszug solltest Du Dir jedenfalls von dieser Krankheit nicht miesmachen lassen. Deine Eltern müssen sich dran gewöhnen, daß junge Leute auch mal ein paar Jahre das Leben jenseits von Mamas Fleischtöpfen austesten wollen, mal einen eigenen Haushalt führen. Kannst Deiner Mutter ja ein bißchen den Bauch pinseln, daß Du danach wahrscheinlich viel eher zu schätzen weißt, was sie bisher alles für Dich getan hat.

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